Wiederkehrende Infektionen – wenn Keime nie ganz verschwinden
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Von einer wiederkehrenden Infektion spricht man, wenn jemand immer wieder ansteckende Erkrankungen bekommt – zum Beispiel Erkältungen, Bronchitis, Blasenentzündungen oder Magen-Darm-Infekte. Das ist oft normal, kann aber auch auf ein geschwächtes Immunsystem oder eine Grunderkrankung hinweisen.
Wichtige Fakten
- Die meisten Menschen haben mehrmals im Jahr eine Infektion – besonders Kinder sind oft betroffen.
- Wichtig ist, ob die Infektionen ungewöhnlich häufig, lang oder schwer verlaufen.
- Eine genaue Abklärung durch eine Ärztin oder einen Arzt gibt Sicherheit.
Ja, wiederkehrende Infektionen sind besonders bei Kindern und älteren Menschen häufig. Auch Erwachsene können Phasen mit mehr Infekten haben – zum Beispiel bei Stress oder Schlafmangel.
Betroffen sind vor allem Kinder, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem. Auch Menschen mit chronischen Krankheiten wie Diabetes oder Asthma haben häufiger Infekte.
Symptome
- Starke Atemnot oder das Gefühl zu ersticken
- Blaue Lippen oder bläuliche Haut
- Bewusstlosigkeit oder starke Verwirrtheit
- Hohes Fieber mit steifem Nacken (möglicher Hinweis auf Hirnhautentzündung)
- Anzeichen einer Blutvergiftung: hohes Fieber, schneller Puls, kalte Arme und Beine, schnelle Atmung
- ⚠Fieber über 39,5 °C, das nicht sinkt
- ⚠Starke Schmerzen, zum Beispiel im Kopf oder Bauch
- ⚠Zeichen einer schweren Dehydrierung (sehr wenig Urin, trockene Zunge, Schwindel)
- ⚠Krampfanfall
- ⚠Kind wirkt teilnahmslos oder ist schwer aufweckbar
Häufige Symptome
- Häufige Erkältungen mit Schnupfen, Husten oder Halsschmerzen
- Immer wiederkehrende Fieberschübe
- Wiederholte Blasenentzündungen oder Nasennebenhöhlenentzündungen
- Abgeschlagenheit und Müdigkeit trotz Erholung
- Infektionen, die länger dauern als üblich
Symptome bei Kindern
- Mittelohrentzündungen
- Häufige Erkältungen (auch über 10 pro Jahr)
- Fieberkrämpfe
- Infektionen, die sich schnell verschlimmern
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Lungenentzündung
- Harnwegsinfekte
- Gürtelrose (Reaktivierung von Windpocken-Viren)
- Schlecht heilende Hautinfektionen
Ursachen
Hauptursachen
- Viren und Bakterien – die häufigsten Auslöser
- Ein vorübergehend geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch Stress, Schlafmangel oder Unterernährung
- Chronische Grunderkrankungen wie Asthma, Diabetes oder Nierenerkrankungen
- Medikamente, die die Immunabwehr beeinträchtigen (zum Beispiel Kortison)
- Angeborene oder erworbene Immundefekte
Risikofaktoren
- Kindes- oder hohes Alter
- Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum
- Enge Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten oder Pflegeheime
- Schlechte Händehygiene im Alltag
- Chronische Krankheiten oder eine aktive Krebstherapie
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Fieber über 39,5 °C, das nach 24 Stunden nicht besser ist
- Atemnot oder starke Schmerzen
- Verwirrtheit oder Bewusstseinstrübung
- Auffällige Hautausschläge, die sich schnell ausbreiten
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei Erwachsenen mehr als sechs Infektionen pro Jahr
- Bei Kindern mehr als zehn Infektionen pro Jahr
- Wenn jede Infektion länger als zwei Wochen dauert
- Wenn Infektionen immer an derselben Stelle auftreten (zum Beispiel Blase oder Nebenhöhlen)
- Wenn zusätzlich ungewollter Gewichtsverlust oder anhaltende Müdigkeit auftreten
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst genau nach, wie oft und wie lange Infektionen auftreten. Danach folgt eine körperliche Untersuchung. Je nach Verdacht werden gezielte Tests gemacht, um herauszufinden, ob eine Grunderkrankung oder ein Immundefekt vorliegt.
Mögliche Untersuchungen
- Blutbild und Entzündungswerte (zum Beispiel CRP)
- Bluttest auf Antikörper
- Abstrich von Nase, Rachen oder Wunde
- Urinuntersuchung
- Gegebenenfalls Allergie- oder Lungentests
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arztbesuch dauert meist länger, weil viele Fragen wichtig sind. Es kann sein, dass Sie noch einmal zu weiteren Untersuchungen eingeladen werden. Das ist normal und hilft, die Ursache zu finden.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Oft reicht es, das Immunsystem zu unterstützen und auf eine gesunde Lebensweise zu achten. Bei bakteriellen Infektionen kann ein Antibiotikum nötig sein – nur auf ärztliche Verschreibung. Gegen Viren helfen Antibiotika nicht.
Selbsthilfe zu Hause
- Ausreichend trinken – am besten Wasser oder ungesüßten Tee
- Viel Schlaf und Ruhe, besonders während eines Infekts
- Hände regelmäßig mit Seife waschen
- Auf Rauchen verzichten und Alkohol einschränken
- Stress abbauen durch Spaziergänge, Musik oder Entspannungsübungen
Medizinische Behandlungen
Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung – abhängig von der Art der Infektion und dem allgemeinen Gesundheitszustand. Dazu gehören allgemein stärkende Maßnahmen, Impfungen oder eine gezielte Behandlung von Grunderkrankungen. Welche Therapie im Einzelfall sinnvoll ist, entscheiden Sie gemeinsam mit Ihrem medizinischen Team.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur in seltenen Fällen nötig – zum Beispiel bei wiederkehrenden Nasennebenhöhlenentzündungen oder Harnwegsinfektionen, wenn andere Behandlungen nicht helfen.
Leben mit der Erkrankung
Gönnen Sie sich Pausen, wenn Ihr Körper es braucht. Hören Sie auf Warnsignale wie Müdigkeit oder Druckgefühl. Planen Sie auch nach einem Infekt noch Erholungstage ein.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft
- Fester Schlafrhythmus (7–8 Stunden pro Nacht)
- Stressmanagement – zum Beispiel Yoga, Meditation oder Atemübungen
- Impfstatus regelmäßig prüfen lassen
- Enge Kontakte in der Erkältungssaison reduzieren
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten unterstützt die Abwehr. Bewegung stärkt das Immunsystem – bei einem akuten Infekt ist aber Schonung angesagt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wenn Infektionen immer wiederkommen, kann das seelisch belasten. Gefühle von Frustration, Sorge oder Erschöpfung sind verständlich. Es ist keine Schwäche, sich Hilfe zu holen – weder bei der Ärztin noch bei vertrauten Menschen.
Vorbeugung
Nicht jede Infektion lässt sich verhindern, aber das Risiko sinkt deutlich mit guter Hygiene, einem gesunden Lebensstil und ausreichend Schlaf. Besonders wichtig ist das regelmäßige Händewaschen – vor allem vor dem Essen und nach dem Kontakt mit kranken Menschen.
Impfungen
Impfungen schützen zuverlässig vor vielen Infektionen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt in Deutschland eine Grundimmunisierung für alle. Lassen Sie Ihren Impfstatus regelmäßig überprüfen.
Früherkennungsprogramme
Menschen mit besonders häufigen oder schweren Infektionen sollten sich immunologisch untersuchen lassen. Das kann die Ärztin oder der Arzt veranlassen – zum Beispiel mit einem Blutbild und speziellen Immuntests.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Entzündungen, die sich über Jahre ausbreiten
- Lungenentzündung oder Herzmuskelentzündung
- Blutvergiftung (Sepsis) – ein lebensbedrohlicher Notfall
- Organschäden, zum Beispiel an Nieren oder Gelenken
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Die meisten wiederkehrenden Infektionen sind gut behandelbar. Mit einer genauen Abklärung, angepasster Behandlung und einem unterstützenden Lebensstil lässt sich die Zahl der Infekte meist deutlich senken. Auch bei ernsteren Ursachen gibt es wirksame Therapien – ein offenes Gespräch mit Ihrem medizinischen Team schafft Klarheit und Sicherheit.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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