Lang anhaltende Brustfellentzündung (Pleuritis)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Bei einer Brustfellentzündung (Pleuritis) ist das dünne Gewebe, das die Lunge auskleidet und den Brustkorb innen auskleidet, entzündet. Wenn diese Entzündung länger als ein paar Wochen anhält, spricht man von einer lang anhaltenden Brustfellentzündung. Sie verursacht oft stechende Schmerzen beim Atmen, Husten oder Niesen.
Wichtige Fakten
- Die Brustfellentzündung ist eine Entzündung des Rippenfells, das die Lunge umgibt.
- Sie kann akut (plötzlich) oder chronisch (langanhaltend) sein.
- Häufigste Ursache sind Virusinfekte, aber auch andere Erkrankungen wie Lungenentzündung oder Rheuma kommen infrage.
- Eine frühzeitige Behandlung kann Komplikationen wie einen Pleuraerguss (Flüssigkeitsansammlung) verhindern.
Lang anhaltende Brustfellentzündungen kommen seltener vor als akute Formen. Sie treten meist bei Menschen mit Grunderkrankungen auf.
Sie kann Menschen jeden Alters betreffen, häufiger aber Erwachsene zwischen 20 und 50 Jahren. Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder chronischen Lungenerkrankungen sind besonders gefährdet.
Symptome
- Plötzliche oder starke Atemnot
- Schmerzen in der Brust, die sich anfühlen wie ein Herzinfarkt (Druck, Enge, Ausstrahlung in Arm oder Kiefer)
- Blauhautverfärbung (Lippen, Fingernägel)
- Husten von hellrotem Blut oder schaumigem Auswurf
- ⚠Hohes Fieber über 39 °C, das nicht sinkt
- ⚠Anhalten der Schmerzen trotz einfacher Schmerzmittel
- ⚠Gefühl der Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
Häufige Symptome
- Stechende Schmerzen in der Brust, die bei tiefem Einatmen, Husten oder Niesen stärker werden
- Schmerzen, die in die Schulter oder den Rücken ausstrahlen können
- Kurzatmigkeit oder flache Atmung wegen der Schmerzen
- Trockener Husten
- Fieber und Schüttelfrost (besonders bei Infektionen)
- Allgemeines Schwächegefühl
Symptome bei Kindern
- Reizbarkeit und Weinen beim Atmen
- Bauchschmerzen (Schmerzen strahlen oft in den Bauch aus)
- Schnelle Atmung
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schmerzen können weniger stark sein, dafür ist die Kurzatmigkeit ausgeprägter
- Verwirrtheit oder Müdigkeit (deuten auf Infektion hin)
- Verschlechterung bestehender Erkrankungen (z. B. Herzinsuffizienz)
Ursachen
Hauptursachen
- Virusinfektionen (z. B. Grippe, Erkältung)
- Bakterielle Lungenentzündung
- Autoimmunerkrankungen (z. B. Lupus oder rheumatoide Arthritis)
- Lungenembolie (Blutgerinnsel in der Lunge)
- Verletzungen des Brustkorbs oder Operationen
- Tuberkulose
- Krebserkrankungen (selten)
Risikofaktoren
- Chronische Lungenerkrankungen wie COPD
- Geschwächtes Immunsystem (durch Medikamente oder Erkrankungen)
- Rauchen
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Bestimmte Medikamente (z. B. einige Rheumamittel)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie nachts aufwachen und schwer Luft bekommen
- Wenn die Schmerzen nicht nachlassen oder schlimmer werden
- Wenn Sie Husten mit grünem oder blutigem Schleim haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Schmerzen schon länger als drei Tage bestehen
- Wenn Sie häufiger unter Brustfellentzündung leiden
- Wenn Sie abklären lassen möchten, ob eine Grunderkrankung vorliegt
Diagnose
Der Arzt befragt Sie zu Ihren Symptomen, hört Ihre Lunge ab und tastet den Brustkorb ab. Er wird auch prüfen, ob ein Reibegeräusch zu hören ist (typisch für Pleuritis).
Mögliche Untersuchungen
- Röntgenaufnahme der Lunge
- Blutuntersuchungen (Entzündungswerte, Blutbild)
- Ultraschall des Brustkorbs
- CT-Untersuchung (genauere Bilder)
- Pleurapunktion (bei Flüssigkeitsansammlung: eine Probe wird entnommen)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei oder nur kurz unangenehm. Bei der Pleurapunktion bekommen Sie eine örtliche Betäubung. Die Ergebnisse helfen, die Ursache zu finden und die richtige Behandlung einzuleiten.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Ziel ist es, die Entzündung zu lindern, Schmerzen zu nehmen und Komplikationen zu vermeiden. In den meisten Fällen ist Bettruhe und Schonung wichtig.
Selbsthilfe zu Hause
- Ruhen Sie sich aus und vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten
- Aufrechte Haltung erleichtert das Atmen (z. B. im Sitzen oder mit erhöhtem Oberkörper)
- Wärme (z. B. Wärmflasche) auf die schmerzende Stelle kann helfen
- Viel trinken (Wasser oder Kräutertees) – das hält den Schleim flüssig
- Nicht rauchen – Rauchen verschlechtert die Entzündung
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache können entzündungshemmende Medikamente (wie Ibuprofen oder Diclofenac) und bei bakteriellen Infektionen Antibiotika verschrieben werden. Bei Autoimmunerkrankungen kommen Kortison oder andere Immunsuppressiva infrage. Ihr Arzt wird die passende Medikation für Sie auswählen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur selten nötig – zum Beispiel, wenn sich sehr viel Flüssigkeit ansammelt (Pleuraerguss) oder eine Eiteransammlung (Empyem) entsteht. Dann kann eine Drainage gelegt oder das Gewebe entzündlicher Herde entfernt werden.
Leben mit der Erkrankung
Chronische Brustfellentzündung kann belastend sein. Nehmen Sie Ihre Medikamente regelmäßig und gehen Sie zu Kontrollterminen. Teilen Sie Ihrem Arzt mit, wenn die Beschwerden zunehmen.
Tipps für den Alltag
- Ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkorn stärkt das Immunsystem
- Ausreichend Schlaf und Stressabbau
- Leichte Bewegung (Spazierengehen) nach Absprache mit dem Arzt
- Vermeiden Sie Personen mit Erkältung oder Grippe
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung hilft, Entzündungen zu reduzieren. Leichte Bewegung, wie tägliche Spaziergänge, kann die Lungenfunktion verbessern. Sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt, was für Sie geeignet ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Schmerzen und Atemnot können Angst oder Niedergeschlagenheit auslösen. Es ist wichtig, sich Unterstützung zu holen. Ein Gespräch mit einer Psychologin oder einem Psychotherapeuten kann helfen.
Vorbeugung
Nicht alle Formen lassen sich verhindern, aber Sie können das Risiko senken. Vermeiden Sie Rauchen und schützen Sie sich vor Infektionen.
Impfungen
Lassen Sie sich jährlich gegen Grippe impfen und besprechen Sie die Pneumokokken-Impfung mit Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine Routineuntersuchung speziell für Brustfellentzündung. Bei Risikofaktoren (z. B. Rheuma) sollte Ihr Arzt jedoch regelmäßig die Lunge kontrollieren.
Komplikationen
Unbehandelt
- Pleuraerguss – Flüssigkeit sammelt sich zwischen den Brustfellblättern und behindert die Atmung
- Empyem – Eiteransammlung, die operativ entfernt werden muss
- Lungenfellverdickung (Pleuraschwarte) – beeinträchtigt die Lungenbewegung dauerhaft
- Bakterielle Sepsis (Blutvergiftung) bei schweren Infektionen
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung heilt die lang anhaltende Brustfellentzündung meist vollständig aus, auch wenn es Wochen bis Monate dauern kann. Eine frühe Abklärung und Behandlung verhindert die meisten schweren Komplikationen. Ihr Arzt wird Sie begleiten, damit Sie wieder beschwerdefrei werden.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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