lung on one side
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Wenn sich Luft zwischen der Lunge und der Brustwand ansammelt, kann die Lunge auf einer Seite kollabieren. Man spricht dann von einem Pneumothorax (ausgesprochen: pneu-mo-tho-rax). Das bedeutet, die Lunge liegt nicht mehr richtig an und kann sich nicht vollständig ausdehnen. Das führt zu plötzlichen Schmerzen und Atemnot.
Wichtige Fakten
- Die Lunge auf einer Seite fällt wie ein Luftballon zusammen, weil Luft in den Brustraum eindringt.
- Ein Pneumothorax kann plötzlich ohne erkennbaren Grund auftreten (Spontanpneumothorax) oder durch eine Verletzung entstehen.
- In leichten Fällen kann sich der Körper selbst helfen, in schweren Fällen muss ein Arzt die Luft entfernen.
Ein Pneumothorax ist nicht sehr häufig, aber auch nicht sehr selten. Jedes Jahr erkranken etwa 7 bis 10 von 100.000 Menschen. Bei schlanken, jungen Männern kommt es etwas öfter vor.
Betroffen sind vor allem junge, schlanke Männer zwischen 20 und 40 Jahren. Auch Menschen mit bestimmten Lungenerkrankungen (wie COPD oder Asthma) oder Raucher haben ein höheres Risiko. Frauen sind seltener betroffen.
Symptome
- Plötzliche starke Atemnot, die sich nicht bessert.
- Brustschmerzen, die wie ein Herzinfarkt wirken (Engegefühl, Ausstrahlung in den Arm).
- Blaufärbung der Lippen oder Fingernägel (Sauerstoffmangel).
- ⚠Anhaltende Atemnot, die einfache Tätigkeiten wie Gehen unmöglich macht.
- ⚠Schmerzen beim Atmen, die nicht verschwinden.
- ⚠Wiederholte Anfälle von Husten oder Schmerzen.
Häufige Symptome
- Plötzlicher, stechender Schmerz auf einer Seite der Brust, der oft bis in die Schulter oder den Rücken ausstrahlt.
- Atemnot, die sich bei Bewegung oder tiefem Einatmen verschlimmert.
- Trockener Hustenreiz ohne Auswurf.
Symptome bei Kindern
- Kinder klagen oft über Bauchschmerzen oder Übelkeit, weil sie den Schmerz nicht genau beschreiben können.
- Sie werden unruhig, atmen schnell und vermeiden tiefe Atemzüge.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen spüren möglicherweise weniger Schmerz, leiden aber stärker unter Atemnot.
- Müdigkeit und Verwirrtheit können ebenfalls auftreten.
Ursachen
Hauptursachen
- Spontaner Pneumothorax: Ursache oft ein geplatztes Lungenbläschen (Bulla) ohne erkennbare Vorerkrankung.
- Traumatischer Pneumothorax: durch Unfälle, Stürze oder Verletzungen der Brustwand.
- Sekundärer Pneumothorax: als Folge von Lungenerkrankungen wie COPD, Asthma, Lungenentzündung oder Lungenkrebs.
Risikofaktoren
- Rauchen (erhöht das Risiko deutlich)
- Schlanker Körperbau und großgewachsene Männer
- Lungenerkrankungen (Zysten, Emphysem, Fibrose)
- Bestimmte Sportarten (Tauchen, Hochleistungssport) oder plötzlicher Druckwechsel.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen Brustschmerzen und Atemnot sofort den Notruf 112 wählen.
- Wenn die Beschwerden nach einem Unfall auftreten.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie leichte, wiederkehrende Schmerzen beim Atmen haben, aber keine akute Notlage.
- Nach einem ersten Pneumothorax zur Nachkontrolle und Beratung.
Diagnose
Der Arzt wird Sie zunächst fragen, wann die Beschwerden begannen und ob es eine Verletzung gab. Dann hört er Ihre Lunge ab und klopft auf Ihre Brust – klingt es hohl, kann das auf einen Pneumothorax hinweisen. Mit einem Röntgenbild der Brust lässt sich die Diagnose sicher stellen.
Mögliche Untersuchungen
- Röntgenaufnahme des Brustkorbs (Thorax) – zeigt die abgelöste Lunge und die Luft im Pleuraspalt.
- Ultraschall – besonders in der Notaufnahme schnell und hilfreich.
- CT-Untersuchung (Computertomografie) – bei unklarem Befund oder nach einem Unfall.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nicht lange. Ein Bluttest oder EKG wird manchmal gemacht, um andere Ursachen wie einen Herzinfarkt auszuschließen. Bei einem Spontanpneumothorax können Sie meist noch am selben Tag behandelt werden.
Behandlung
Die Behandlung hängt davon ab, wie viel Luft sich im Brustraum befindet und wie stark Ihre Beschwerden sind. Bei einem kleinen Pneumothorax (unter 2 cm) und leichten Symptomen kann der Körper die Luft von selbst aufnehmen. Größere oder schmerzhafte Pneumothoraxe müssen behandelt werden, um die Lunge wieder zu entfalten.
Selbsthilfe zu Hause
- Bei einem kleinen Pneumothorax: Ruhe einhalten, tiefe Atemzüge vermeiden, aber nicht völlig still liegen – leichte Bewegung im Bett ist erlaubt.
- Auf Rauchen verzichten – es verzögert die Heilung und erhöht das Risiko eines Rückfalls.
- Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können gegen die Schmerzen helfen (ohne ärztliche Empfehlung nur in geringer Dosis und nicht länger als 3 Tage).
Medizinische Behandlungen
Bei mittleren bis großen Pneumothoraxes wird die Luft mit einer Nadel oder einem kleinen Schlauch (Drainage) abgesaugt. Der Schlauch bleibt einige Tage liegen, bis die Lunge wieder anliegt. In manchen Fällen wird die Pleura (das Lungenfell) durch eine Verklebung (Pleurodese) dauerhaft verschlossen, um einen Rückfall zu verhindern. Dies geschieht meist mit einer Talkumlösung oder einer anderen Methode – der Arzt wird Ihnen die genauen Optionen erklären.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (Thorakoskopie) kommt infrage, wenn der Pneumothorax immer wiederkehrt, beide Seiten betroffen sind oder nach 5 Tagen keine Besserung eintritt. Dabei werden die Ursache (Luftbläschen) entfernt und die Pleura verklebt.
Leben mit der Erkrankung
Nach einem Pneumothorax sollten Sie sich etwa 4–6 Wochen schonen. Schwere körperliche Arbeit und Sport sind in dieser Zeit tabu. Fliegen ist für 6–8 Wochen nicht erlaubt, da der Druckunterschied die Lunge erneut schädigen könnte. Ihr Arzt gibt Ihnen einen genauen Zeitplan.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen – das ist der wichtigste Schritt zur Vorbeugung.
- Achten Sie auf eine gesunde Körperhaltung und vermeiden Sie ruckartige Bewegungen.
- Meiden Sie Aktivitäten mit plötzlichem Druckwechsel (Tauchen, Fallschirmspringen).
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Heilung. Nach der Erholungsphase können Sie mit leichtem Ausdauertraining beginnen – am besten nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Physiotherapeutin. Vermeiden Sie zunächst Krafttraining oder Pressatmung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein Pneumothorax kann beängstigend sein – die plötzliche Atemnot löst oft Angst aus. Viele Menschen haben danach Sorge vor einem Rückfall. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Ängste. Entspannungsübungen oder eine Psychotherapie können helfen, mit der Belastung umzugehen.
Vorbeugung
Nicht jeder Pneumothorax ist vermeidbar – vor allem der spontane tritt oft ohne Vorwarnung auf. Aber Sie können das Risiko senken, indem Sie nicht rauchen und Lungenerkrankungen frühzeitig behandeln lassen.
Impfungen
Lassen Sie sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen, denn Lungenentzündungen können einen Pneumothorax begünstigen. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt darüber.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine Vorsorgeuntersuchung speziell für den Pneumothorax. Bei bekanntem Risiko (z. B. nach einem ersten Pneumothorax) kann der Arzt regelmäßige Kontrollen empfehlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Spannungspneumothorax: Wenn immer mehr Luft in den Brustraum gelangt, wird das Herz und die andere Lunge zusammengedrückt – lebensbedrohlich! Dann muss sofort der Notarzt gerufen werden (112).
- Lungenentzündung oder Lungenabszess durch eingeschlossene Luft oder Flüssigkeit.
- Wiederholter Pneumothorax (Rezidiv) – besonders bei Rauchern häufig.
Langzeitprognose
Die meisten Menschen erholen sich vollständig von einem Pneumothorax. Nach der Behandlung kann die Lunge wieder normal arbeiten. Bei rund 30 Prozent der Betroffenen kommt es jedoch zu einem Rückfall. Mit einer Operation oder Verklebung kann dieses Risiko deutlich gesenkt werden. Haben Sie Geduld mit der Heilung und achten Sie auf die Signale Ihres Körpers. Bei rechtzeitiger Behandlung sind schwere Folgen selten.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2026
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