lung with nausea
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Übelkeit kann manchmal auch ein Zeichen dafür sein, dass mit Ihrer Lunge etwas nicht stimmt. Das bedeutet nicht, dass jede Übelkeit von der Lunge kommt. Aber bei bestimmten Lungenkrankheiten – zum Beispiel einer Lungenentzündung, einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) oder Lungenkrebs – kann Übelkeit als Begleitsymptom auftreten. Auch Nebenwirkungen von Medikamenten, die gegen Lungenkrankheiten eingesetzt werden, können Übelkeit auslösen.
Wichtige Fakten
- Übelkeit ist kein typisches Lungensymptom, kommt aber bei schweren oder fortgeschrittenen Lungenkrankheiten vor.
- Häufige Auslöser sind Lungenentzündungen, COPD, Lungenkrebs oder Lungenembolie.
- Auch die Behandlung von Lungenkrankheiten – etwa mit Antibiotika oder Schmerzmitteln – kann Übelkeit verursachen.
- Wenn Übelkeit zusammen mit Atemnot, Brustschmerzen oder Husten auftritt, sollten Sie dringend ärztliche Hilfe suchen.
Übelkeit als direktes Symptom einer Lungenkrankheit ist eher selten, aber sie kommt vor – vor allem bei schweren Infektionen oder im fortgeschrittenen Stadium von Lungenkrebs. Bei COPD tritt Übelkeit gelegentlich auf, zum Beispiel wenn die Atemnot stark ist oder die Medikamente Nebenwirkungen haben.
Grundsätzlich kann jeder, der an einer Lungenkrankheit leidet, auch Übelkeit verspüren. Besonders betroffen sind Menschen mit Lungeninfektionen, Lungenkrebs oder COPD. Auch Raucher und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Plötzliche starke Übelkeit zusammen mit Atemnot
- Übelkeit verbunden mit Brustschmerzen oder Engegefühl
- Übelkeit und Husten mit blutigem Auswurf
- Übelkeit nach einem Unfall oder Sturz (Verdacht auf Lungenembolie)
- ⚠Anhaltende Übelkeit, die mit Fieber, Husten oder Schmerzen in der Brust einhergeht
- ⚠Übelkeit, die zu starkem Gewichtsverlust oder Austrocknung führt
- ⚠Übelkeit, die Sie daran hindert, ausreichend Flüssigkeit zu trinken (besonders bei älteren Menschen)
Häufige Symptome
- Übelkeit mit oder ohne Erbrechen
- Appetitlosigkeit
- Völlegefühl oder Druck im Oberbauch
- Manchmal auch Schwindel oder Schwitzen
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern kann Übelkeit bei einer Lungenentzündung häufiger auftreten als bei Erwachsenen.
- Zusätzliche Symptome: Fieber, Husten, schnelle Atmung, Müdigkeit.
- Kinder können Übelkeit auch als Bauchschmerzen äußern.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen spüren Übelkeit oft weniger deutlich oder verwechseln sie mit Appetitlosigkeit.
- Bei COVID-19 oder Lungenentzündung kann Übelkeit das einzige auffällige Symptom sein.
- Medikamente gegen Lungenkrankheiten (z. B. Antibiotika) lösen bei Senioren häufiger Übelkeit aus.
Ursachen
Hauptursachen
- Lungenentzündung (Pneumonie): Bakterielle oder virale Infektion reizt die Lunge und kann Übelkeit auslösen.
- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD): Bei schwerer Atemnot oder Sauerstoffmangel kann Übelkeit auftreten.
- Lungenkrebs: Der Tumor kann durch Botenstoffe oder Druck auf benachbarte Organe Übelkeit verursachen.
- Lungenembolie: Ein Blutgerinnsel in der Lunge führt zu plötzlicher Atemnot und oft auch zu Übelkeit.
- Nebenwirkungen von Medikamenten: Viele Lungenmedikamente (z. B. Antibiotika, Kortison, Schmerzmittel) können Übelkeit auslösen.
Risikofaktoren
- Rauchen und Passivrauchen
- Vorerkrankungen der Lunge (Asthma, COPD, Lungenfibrose)
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Chemotherapie, HIV oder Alter)
- Lange Bettlägerigkeit oder Operationen (Risiko für Lungenembolie)
- Bestimmte Berufe mit Schadstoffbelastung (z. B. Asbest, Staub)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Übelkeit zusammen mit Atemnot, Brustschmerzen, blutigem Auswurf oder Fieber über 39 °C auftritt
- Bei plötzlicher starker Übelkeit ohne erkennbare Ursache und gleichzeitiger Atemnot
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Übelkeit länger als eine Woche anhält und Sie keine andere Erklärung haben (z. B. Magen-Darm-Infekt)
- Wenn Sie an einer bekannten Lungenkrankheit leiden und die Übelkeit sich verschlimmert
- Wenn die Übelkeit mit unbeabsichtigtem Gewichtsverlust einhergeht
Diagnose
Der Arzt wird zuerst mit Ihnen sprechen (Anamnese) und Ihre Lunge abhören. Er fragt nach Ihren Symptomen, Ihrem Lebensstil und möglichen Vorerkrankungen. Mit einfachen Untersuchungen kann er oft schon eine erste Einschätzung geben.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung: Abhören der Lunge mit dem Stethoskop
- Blutuntersuchung: Entzündungswerte, Sauerstoffgehalt, mögliche Infektionen
- Röntgen der Lunge oder Computertomographie (CT) – zeigt Veränderungen wie Entzündungen oder Tumore
- Sputumuntersuchung: Husten Sie Schleim ab, wird dieser auf Erreger untersucht
- Lungenfunktionstest: Misst, wie gut Sie atmen können – wichtig bei COPD
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Ihnen viele Fragen stellen – das ist normal. Sie müssen sich nicht schämen, auch über Rauchen oder andere Gewohnheiten offen zu sprechen. Die meisten Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern nur kurz. Nach der Diagnose bespricht der Arzt mit Ihnen die nächsten Schritte.
Behandlung
Die Behandlung der Übelkeit richtet sich immer nach der Ursache. Wichtig ist, die Lungenerkrankung selbst zu behandeln – dann verschwindet die Übelkeit oft von allein. Bei Bedarf kann der Arzt auch Mittel gegen die Übelkeit verordnen.
Selbsthilfe zu Hause
- Essen Sie leichte Kost: Zwieback, Reis, Bananen, Brühe – das entlastet den Magen.
- Trinken Sie ausreichend, aber in kleinen Schlucken – am besten Wasser oder Kräutertee.
- Vermeiden Sie fettige, stark gewürzte oder sehr süße Speisen.
- Ruhen Sie sich aus – bei Atemnot oder Erschöpfung bessert sich die Übelkeit oft.
- Lüften Sie regelmäßig – frische Luft kann gegen Übelkeit helfen.
Medizinische Behandlungen
Der Arzt behandelt zuerst die Grunderkrankung. Bei einer Lungenentzündung können Antibiotika (bei bakterieller Ursache) oder antivirale Medikamente helfen. Bei COPD oder Asthma kommen entzündungshemmende Sprays (Kortison) und atemerleichternde Mittel zum Einsatz. Bei Lungenkrebs sind Operation, Strahlentherapie oder Immuntherapie möglich. Gegen die Übelkeit selbst kann der Arzt sogenannte Antiemetika empfehlen – das sind Medikamente, die den Brechreiz dämpfen. Welches Mittel für Sie geeignet ist, besprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann nötig sein, wenn ein Tumor in der Lunge die Übelkeit verursacht oder wenn ein Teil der Lunge entfernt werden muss. Auch bei einer Lungenembolie kann ein Eingriff (z. B. Katheter) die Durchblutung wiederherstellen.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Ihre Lungenkrankheit mit Übelkeit einhergeht, kann das den Alltag belasten. Versuchen Sie, regelmäßig kleine Mahlzeiten zu essen und viel zu trinken. Planen Sie Ruhepausen ein, vor allem wenn Sie kurzatmig sind. Mit einer guten Behandlung der Lungenerkrankung bessert sich die Übelkeit meist deutlich.
Tipps für den Alltag
- Hören Sie mit dem Rauchen auf – das ist der wichtigste Schritt für gesündere Lungen.
- Vermeiden Sie Passivrauchen und Luftverschmutzung.
- Bewegen Sie sich so viel, wie es Ihre Atmung erlaubt – leichte Spaziergänge fördern die Durchblutung.
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und Entspannung.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt Ihre Abwehrkräfte. Leichte Kost bei Übelkeit – probieren Sie aus, was Ihnen bekommt. Bewegung ist wichtig, aber übertreiben Sie es nicht. Atemübungen oder sanftes Gehen können helfen, die Lungenfunktion zu verbessern und Übelkeit zu verringern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ständige Übelkeit kann Angst machen und die Lebensfreude nehmen. Viele Menschen fühlen sich hilflos oder machen sich Sorgen um ihre Lungenkrankheit. Es ist völlig normal, sich so zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder suchen Sie eine psychologische Beratung – das kann sehr entlasten.
Vorbeugung
Nicht jede Lungenkrankheit ist vermeidbar, aber Sie können Ihr Risiko senken. Das Wichtigste: nicht rauchen. Auch eine gesunde Lebensweise, regelmäßige Bewegung und eine gute Immunabwehr helfen, Infektionen und chronische Lungenerkrankungen vorzubeugen.
Impfungen
Lassen Sie sich gegen Grippe (Influenza) und gegen Pneumokokken impfen – das schützt vor Lungenentzündungen. Fragen Sie Ihren Arzt, ob die Impfungen für Sie empfohlen werden.
Früherkennungsprogramme
Für Menschen mit hohem Risiko (z. B. starke Raucher über 50 Jahre) gibt es eine Früherkennung von Lungenkrebs mittels Niedrigdosis-CT. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob eine solche Untersuchung für Sie infrage kommt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die zugrunde liegende Lungenkrankheit kann sich verschlechtern – eine Lungenentzündung wird schwerer, ein Tumor kann wachsen.
- Durch anhaltende Übelkeit und Erbrechen kann der Körper austrocknen (Dehydrierung) und wichtige Nährstoffe fehlen.
- Gewichtsverlust und Schwächegefühl nehmen zu.
Langzeitprognose
Die Prognose hängt von der Ursache ab. Bei einer Lungenentzündung oder COPD bessert sich die Übelkeit in der Regel, sobald die Lungenkrankheit behandelt wird. Auch bei Lungenkrebs gibt es heute viele gute Behandlungsmöglichkeiten, die sowohl die Übelkeit als auch die Grunderkrankung lindern. Mit rechtzeitiger ärztlicher Hilfe und einer angepassten Lebensweise können die meisten Menschen wieder ein gutes Leben führen. Bleiben Sie zuversichtlich – es gibt immer Wege, die Beschwerden zu mildern.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2026
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