Fieber in den Wechseljahren: Was tun?
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Wechseljahre sind die Zeit im Leben einer Frau, in der die Regelblutung aufhört. Der Hormonhaushalt verändert sich. Dabei können Hitzewallungen auftreten, die sich wie Fieber anfühlen. Echtes Fieber – also eine erhöhte Körpertemperatur über 38 Grad Celsius – ist aber kein direktes Zeichen der Wechseljahre. Wenn Sie Fieber haben, steckt meist eine andere Ursache dahinter, zum Beispiel eine Infektion.
Wichtige Fakten
- Hitzewallungen sind typisch, aber sie sind kein echtes Fieber.
- Fieber über 38,5 Grad Celsius weist in den Wechseljahren meist auf eine Infektion hin.
- Suchen Sie bei Fieber, das länger als zwei Tage anhält, ärztlichen Rat.
Hitzewallungen sind mit etwa 75 Prozent aller Frauen in den Wechseljahren sehr häufig. Echtes Fieber ist hingegen keine typische Folge der Wechseljahre – es kommt durch andere Erkrankungen vor.
Sie betrifft Frauen in der Regel zwischen 45 und 55 Jahren. Manche Frauen spüren schon früher Beschwerden, andere später. Auch Frauen nach einer Operation an den Eierstöcken können Wechseljahresbeschwerden haben.
Symptome
- Bei Fieber mit starkem Kopfschmerz, Nackensteifheit und Berührungsempfindlichkeit rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
- Bei Fieber mit Verwirrtheit oder Bewusstseinstrübung rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
- Bei Fieber mit Atemnot oder Brustschmerz rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
- Bei Fieber mit Krampfanfall rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
- Bei Blutdruckabfall mit Schwindel oder Ohnmacht rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
- ⚠Fieber über 38,5 Grad Celsius, das länger als zwei Tage besteht
- ⚠Fieber und Schmerzen beim Wasserlassen oder Flankenschmerz
- ⚠Fieber mit Bauchschmerzen oder ungewöhnlichem Ausfluss
- ⚠Wiederholtes Erbrechen oder schwerer Durchfall
- ⚠Fieber nach einer Operation oder bei geschwächtem Immunsystem
Häufige Symptome
- Plötzliche Hitzegefühle im Gesicht, am Hals oder auf der Brust
- Schweißausbrüche, oft nachts
- Erröten der Haut
- Herzklopfen und inneres Unruhegefühl
- Temperaturgefühl, obwohl die Körpertemperatur normal ist
- Echtes Fieber mit Schüttelfrost oder Mattigkeit
Symptome bei Kindern
- Dieser Artikel bezieht sich auf Frauen in den Wechseljahren. Bei Kindern können solche Beschwerden andere Ursachen haben. Bei Fieber bei einem Kind suchen Sie bitte eine Kinderärztin oder einen Kinderarzt auf.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Frauen kann Fieber ein Zeichen einer schweren Infektion sein, auch wenn die Temperatur nur leicht erhöht ist. Achten Sie auf Verwirrtheit, Schwäche oder Appetitlosigkeit.
Ursachen
Hauptursachen
- Hitzewallungen durch veränderte Östrogenwerte und eine Umstellung der Wärmeregulation im Gehirn.
- Echtes Fieber als Abwehrreaktion des Körpers bei Infektionen, z. B. Harnwegsinfekt, Atemwegsinfekt oder Magen-Darm-Infekt.
- In seltenen Fällen auch Entzündungen oder andere Erkrankungen.
Risikofaktoren
- Ein geschwächtes Immunsystem erhöht das Risiko für Infektionen mit Fieber.
- In der Zeit nach der Menopause steigt die Anfälligkeit für Harnwegsinfekte.
- Rauchen, Übergewicht und Stress können Hitzewallungen verstärken.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Suchen Sie am selben Tag ärztliche Hilfe, wenn Sie Fieber über 38,5 Grad haben, das nicht nach einem Tag sinkt, oder wenn Sie zusätzlich Schmerzen, starkes Krankheitsgefühl oder Atemprobleme haben.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sprechen Sie bei Ihrer nächsten Vorsorgeuntersuchung über wiederkehrende Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche, um Behandlungsmöglichkeiten zu besprechen.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt stellt Fragen zu Ihren Beschwerden, Ihrer Krankengeschichte und zum Zeitpunkt Ihrer letzten Periode. Sie oder er misst Ihre Körpertemperatur und untersucht Sie körperlich. Blut- und Urinuntersuchungen helfen, eine Infektion zu finden.
Mögliche Untersuchungen
- Messung der Körpertemperatur im Ohr, im Mund oder im After
- Blutentnahme mit Entzündungswerten und Hormonbestimmung
- Urintest zum Ausschluss einer Harnwegsinfektion
- Bei Bedarf Abstriche oder bildgebende Untersuchungen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel ohne Vorbereitung möglich. Nehmen Sie eine Liste Ihrer Medikamente mit. Sagen Sie Ihrer Ärztin, wann Ihre letzte Periode war und ob Sie schon Hormone einnehmen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Eine echte Infektion muss gezielt behandelt werden. Reine Hitzewallungen können mit Maßnahmen wie lockerer Kleidung und kühlen Getränken gelindert werden. Eine Hormontherapie kann bei starken Wechseljahresbeschwerden helfen – entscheiden Sie das mit Ihrer Ärztin.
Selbsthilfe zu Hause
- Legen Sie kühle Tücher auf Stirn oder Nacken.
- Trinken Sie ausreichend, am besten Wasser oder ungesüßten Tee.
- Tragen Sie atmungsaktive Kleidung in Schichten.
- Vermeiden Sie scharfe Speisen, Alkohol und Koffein, wenn diese Hitzewallungen auslösen.
- Ruhen Sie sich bei Fieber aus.
Medizinische Behandlungen
Die ärztliche Behandlung hängt von der Ursache ab. Bei einer bakteriellen Infektion werden Antibiotika eingesetzt – bitte nur auf ärztliche Verordnung. Bei hormonell bedingten Hitzewallungen kann eine Hormontherapie eingesetzt werden; sie wird individuell angepasst. Es gibt auch andere verschreibungspflichtige Medikamente, die die Beschwerden lindern können. Fragen Sie Ihre Fachärztin nach den Möglichkeiten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur dann nötig, wenn eine andere Erkrankung (zum Beispiel eine Eileiter- oder Eierstockentzündung) dazu führt. Die Wechseljahre selbst werden nicht operiert.
Leben mit der Erkrankung
Mit den richtigen Tipps können Sie Hitzewallungen gut bewältigen. Tragen Sie bei Fieber ein Fieberthermometer in der Handtasche und messen Sie regelmäßig. Achten Sie auf die Signale Ihres Körpers.
Tipps für den Alltag
- Sorgen Sie für gute Belüftung im Schlafzimmer.
- Planen Sie Ruhepausen am Tag ein.
- Bereiten Sie ein kaltes Getränk vor, bevor Sie das Haus verlassen.
- Nehmen Sie an einem Entspannungstraining oder Yoga teil.
Ernährung und Bewegung
Essen Sie ausgewogen mit viel Gemüse, Obst und Vollkorn. Regelmäßige Bewegung, zum Beispiel Spazierengehen oder Schwimmen, hilft, den Kreislauf zu stabilisieren und Stress abzubauen. Bei Fieber sollten Sie körperliche Anstrengung vermeiden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ständige Hitzewallungen und Fieber können belasten und Schlafprobleme verstärken. Sprechen Sie darüber – das ist kein Zeichen von Schwäche. Bei anhaltender Niedergeschlagenheit kann professionelle Beratung helfen.
Vorbeugung
Die Wechseljahre selbst lassen sich nicht verhindern. Hitzewallungen können aber durch einen gesunden Lebensstil seltener auftreten oder schwächer sein. Infektionen, die Fieber verursachen, kann man durch Hygienemaßnahmen und eine gute Grundimmunisierung zum Teil vorbeugen.
Impfungen
Lassen Sie sich entsprechend der Empfehlungen impfen, zum Beispiel gegen Influenza, Pneumokokken und COVID-19. Fragen Sie Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt.
Früherkennungsprogramme
Nehmen Sie die regelmäßigen Krebsvorsorgeuntersuchungen wahr, zum Beispiel den Abstrich beim Frauenarzt und die Mammographie zur Brustkrebsfrüherkennung. Sprechen Sie mit Ihrer Frauenärztin darüber.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine unbehandelte Infektion kann sich ausbreiten, z. B. zu einer Nierenbeckenentzündung.
- Unerkannte Wechseljahresbeschwerden können zu Schlafmangel und verminderter Lebensqualität führen.
- Selten kann eine schwere Infektion eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung lassen sich Fieber und Hitzewallungen meist gut in den Griff bekommen. Die Wechseljahre sind kein Endpunkt, sondern eine Übergangszeit. Viele Frauen fühlen sich nach dieser Zeit sogar energiegeladener und befreiter.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.