Periodenschmerzen, die im Liegen schlimmer werden
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Viele Frauen kennen es: Die Unterleibsschmerzen während der Periode werden stärker, sobald sie sich hinlegen. Das kann verschiedene Ursachen haben. Meist ist es harmlos, aber manchmal steckt eine behandlungsbedürftige Erkrankung dahinter. In diesem Artikel erfahren Sie, was Sie darüber wissen sollten und was Sie tun können.
Wichtige Fakten
- Die Körperhaltung kann Regelschmerzen beeinflussen – das liegt an der Lage der Gebärmutter und der Organe im Bauch.
- Wenn Schmerzen im Liegen stärker werden, ist das kein Grund zur Panik – aber es lohnt sich, die Ursache ärztlich abklären zu lassen.
- Es gibt viele wirksame Behandlungsmöglichkeiten, von Wärmeanwendungen bis zu Medikamenten oder einer Operation.
Es ist nicht ungewöhnlich. Viele Frauen bemerken, dass sich ihre Regelschmerzen je nach Körperhaltung verändern. Einige fühlen sich im Liegen wohler, andere spüren gerade dann stärkere Krämpfe.
Hauptsächlich betrifft es Frauen im gebärfähigen Alter, also von der ersten Regelblutung bis zu den Wechseljahren. Manche Mädchen nach der ersten Periode sind besonders empfindlich, und auch Frauen mit bestimmten Grunderkrankungen wie Endometriose können stärkere Schmerzen im Liegen haben.
Symptome
- Rufen Sie sofort 112 an, wenn Sie plötzlich starke Unterleibsschmerzen haben, die auch im Liegen nicht nachlassen und mit Schwindel, Ohnmacht oder rasendem Puls verbunden sind.
- Rufen Sie 112 an, wenn Sie sehr starke Blutungen haben – zum Beispiel mehr als eine Binde oder einen Tampon pro Stunde – und Ihnen schwindelig wird.
- Rufen Sie 112 an, wenn Sie starke Schulterschmerzen zusammen mit Unterleibsschmerzen haben, da das ein Zeichen für eine innere Blutung sein kann.
- ⚠Suchen Sie noch am selben Tag eine Ärztin oder einen Arzt auf, wenn die Schmerzen im Liegen zunehmen und Sie den Alltag nicht mehr bewältigen können.
- ⚠Kontaktieren Sie Ihre Frauenarztpraxis, wenn Sie Fieber, Schüttelfrost oder übel riechenden Ausfluss haben.
- ⚠Bei Blut im Stuhl oder Urin oder bei neuen, ungewohnten Schmerzen sollten Sie ebenfalls ärztlichen Rat einholen.
Häufige Symptome
- Unterleibsschmerzen oder Krämpfe, die beim Liegen zunehmen
- Ziehender Schmerz im Becken oder im Rücken
- Druckgefühl im Bauch oder im Bereich des Damms
- Schmerzen, die in die Beine oder den Rücken ausstrahlen
- Verschlimmerung der Schmerzen beim Umdrehen oder Aufstehen
Symptome bei Kindern
- Bei jungen Mädchen in den ersten Jahren nach der ersten Regelblutung können die Schmerzen im Liegen stärker sein. Das ist normal, da sich der Zyklus erst einpendeln muss.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei Frauen in den Wechseljahren, deren Perioden unregelmäßig werden, können sich die Beschwerden verändern. Stärkere Schmerzen im Liegen können dann auch auf Veränderungen der Gebärmutter hinweisen, die abgeklärt werden sollten.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Gebärmuttermuskulatur zieht sich während der Periode zusammen, um die Schleimhaut abzustoßen – das verursacht Krämpfe. Im Liegen kann die Gebärmutter auf benachbarte Organe drücken.
- Die Bänder, die die Gebärmutter halten, können sich durch die Hormonveränderung lockern und im Liegen Zug ausüben.
- Eine verspannte Rücken- oder Beckenmuskulatur kann Schmerzen verstärken, wenn man liegt.
- Möglicherweise liegt eine Entzündung im Becken oder eine Erkrankung wie Endometriose vor, bei der Gewebe außerhalb der Gebärmutter auf Hormone reagiert.
- Auch Verwachsungen oder gutartige Geschwülste wie Myome können im Liegen ein Druckgefühl auslösen.
Risikofaktoren
- Ein Alter unter 30 Jahren
- Regelschmerzen in der Familie (Erbfaktor)
- Rauchen
- Starker Stress und wenig Schlaf
- Eine bekannte Endometriose oder Myome
- Fehlhaltungen oder Verspannungen im Rücken
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Schmerzen so stark sind, dass Sie sich nicht mehr aufrichten können
- Wenn Sie Fieber oder Schüttelfrost haben
- Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Schmerzen anders sind als sonst und mit Übelkeit oder Erbrechen einhergehen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie bei mehreren aufeinanderfolgenden Perioden stärkere Schmerzen im Liegen bemerken
- Wenn Sie zusätzlich Schmerzen beim Geschlechtsverkehr oder Stuhlgang haben
- Wenn Sie unter unregelmäßigen Zyklusblutungen oder Blutungen außerhalb der Periode leiden
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt wird mit Ihnen zuerst ausführlich über Ihre Symptome sprechen. Danach folgt eine körperliche Untersuchung, bei der Bauch und Becken vorsichtig abgetastet werden. Oft ist auch eine Ultraschalluntersuchung nötig, um die Organe zu beurteilen.
Mögliche Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch über Ihre Krankengeschichte und die Beschwerden
- Körperliche Untersuchung des Unterleibs
- Ultraschall über die Bauchdecke oder durch die Scheide (Vaginalsonographie)
- In manchen Fällen: Blutuntersuchung, um Entzündungszeichen zu prüfen
- Bei Verdacht auf Endometriose oder Verwachsungen: eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) in einer Klinik
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzarm und gut auszuhalten. Eine vaginale Ultraschalluntersuchung kann sich für manche Frauen etwas unangenehm anfühlen, dauert aber nur wenige Minuten. Für eine Bauchspiegelung ist ein kurzer Krankenhausaufenthalt nötig. Die Ärztin oder der Arzt erklärt Ihnen vorher alles genau.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. In vielen Fällen helfen bereits Wärme, Ruhe und sanfte Bewegung. Wenn eine Grunderkrankung wie Endometriose oder ein Myom festgestellt wird, gibt es verschiedene medikamentöse und operative Optionen. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt orientiert sich dabei auch an den aktuellen medizinischen Leitlinien, zum Beispiel denen der AWMF, und bespricht die beste Vorgehensweise mit Ihnen.
Selbsthilfe zu Hause
- Wärme anwenden: Wärmflasche, Kirschkernkissen oder ein warmes Bad können die Muskulatur lockern und die Krämpfe lindern.
- Sanfte Bewegung: Leichtes Gehen oder Stretching an der frischen Luft kann den Blutfluss anregen und den Druck im Bauch verringern.
- Beine hochlagern: Wenn Sie liegen und die Schmerzen zunehmen, legen Sie die Beine angewinkelt hoch oder auf ein Kissen.
- Entspannung: Atemübungen, Yoga oder eine progressive Muskelentspannung können helfen, den Schmerz weniger intensiv wahrzunehmen.
- Ausreichend trinken: Wasser oder ungesüßte Tees können den Körper unterstützen.
- Auf schwere Mahlzeiten verzichten: Leichte Kost am Abend kann das Völlegefühl und den Druck im Bauch reduzieren.
Medizinische Behandlungen
Es gibt Medikamente, die die Schmerzen lindern können. Dazu gehören entzündungshemmende Schmerzmittel. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt kann Ihnen außerdem hormonelle Verhütungsmittel oder andere Hormonpräparate empfehlen, die die Periodenschmerzen oft deutlich verringern. Welche Substanz und welche Dosierung für Sie geeignet ist, muss individuell festgelegt werden. Bitte fragen Sie Ihr medizinisches Fachpersonal, was in Ihrem Fall empfohlen wird.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt nur in bestimmten Situationen in Frage, zum Beispiel wenn Endometrioseherde oder größere Myome die Beschwerden verursachen und andere Behandlungen nicht ausreichend helfen. Der Eingriff wird meist minimalinvasiv (per Bauchspiegelung) durchgeführt. Die Ärztin oder der Arzt erklärt Ihnen die Vor- und Nachteile und entscheidet gemeinsam mit Ihnen, ob eine Operation sinnvoll ist.
Leben mit der Erkrankung
Viele Frauen planen ihre Aktivitäten rund um die Periode. Wenn die Schmerzen im Liegen zunehmen, kann es helfen, sich nachts oder in Ruhepausen auf die Seite zu drehen oder ein Kissen unter den Bauch zu legen. Hören Sie auf Ihren Körper und gönnen Sie sich Ruhe, wenn es nötig ist.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige körperliche Aktivität, auch außerhalb der Periode
- Stressmanagement durch Yoga, Meditation oder Spaziergänge
- Auf Nikotin und übermäßigen Alkohol verzichten
- Einen regelmäßigen Schlafrhythmus einhalten
- Wärme-Therapien wie Saunagänge oder warme Wickel ausprobieren
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten – zum Beispiel aus Nüssen oder Fisch – kann entzündungshemmend wirken. Manche Frauen berichten, dass eine Reduktion von Koffein und Zucker hilft. Leichte Bewegung wie Schwimmen, Radfahren oder Wandern stärkt die Muskulatur und löst Verspannungen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ständige Schmerzen können das Wohlbefinden stark beeinträchtigen. Es ist völlig normal, sich dann gereizt, ängstlich oder traurig zu fühlen. Sorgen und Belastungen sollten Sie ernst nehmen. Auch eine psychotherapeutische Begleitung kann helfen, besser mit den Beschwerden umzugehen.
Vorbeugung
Man kann Regelschmerzen nicht immer vorbeugen, aber ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung, ausgewogener Ernährung und genügend Schlaf kann das Risiko für stärkere Beschwerden senken. Auch ein offener Umgang mit dem Thema in der Arztpraxis hilft, Probleme früh zu erkennen.
Früherkennungsprogramme
Nehmen Sie regelmäßige gynäkologische Vorsorgeuntersuchungen wahr. Sie sind eine gute Gelegenheit, um über Regelschmerzen zu sprechen und organische Ursachen abklären zu lassen. In Deutschland sind diese Untersuchungen in der Regel Teil der gesetzlichen Früherkennung.
Komplikationen
Unbehandelt
- Anhaltende starke Schmerzen können die Lebensqualität und die Leistungsfähigkeit im Alltag erheblich einschränken.
- Wenn eine Endometriose unbehandelt bleibt, können Verwachsungen entstehen, die Schmerzen weiter verstärken und die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können.
- Starke Blutungen können zu Blutarmut führen, was Müdigkeit und Erschöpfung verstärkt.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind in der Regel gut. Die meisten Frauen finden mit Hilfe der Ärztin oder des Arztes eine wirksame Behandlung – sei es durch Wärme, Medikamente, Hormonpräparate oder einen kleinen Eingriff. Auch bei Endometriose gibt es heute viele Möglichkeiten, die Symptome deutlich zu lindern. Sie müssen nicht in ständiger Sorge leben: Wer Hilfe sucht, findet in den meisten Fällen einen Weg, gut mit der Erkrankung umzugehen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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