Rippenfellentzündung (Pleuritis) auf einer Seite
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Rippenfellentzündung – auch Pleuritis genannt – ist eine Entzündung des feinen Gewebes, das Lunge und Brustkorb auskleidet. Dieses Gewebe nennt man Pleura oder Brustfell. Wenn es entzündet ist, reiben die beiden Schichten schmerzhaft aneinander, besonders beim Ein- und Ausatmen. Meist ist nur eine Seite betroffen.
Wichtige Fakten
- Die Erkrankung verursacht oft stechende Schmerzen auf einer Seite der Brust, die sich beim tiefen Durchatmen oder Husten verstärken.
- Häufigste Ursache sind Virusinfektionen der Atemwege, aber auch bakterielle Lungenentzündungen oder andere Grunderkrankungen können dahinterstecken.
- Die Pleuritis selbst ist nicht ansteckend, wohl aber die zugrunde liegende Infektion (z. B. Grippe oder COVID-19).
Pleuritis tritt nicht selten auf, vor allem als Begleiterscheinung einer Virusinfektion der Atemwege. In den meisten Fällen heilt sie von selbst oder mit Behandlung aus.
Pleuritis kann in jedem Lebensalter auftreten. Besonders häufig sind junge Erwachsene betroffen, aber auch ältere Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem können erkranken.
Symptome
- Starkes Gefühl der Luftnot, das sich nicht bessert.
- Bläuliche Verfärbung der Lippen oder Nägel (Zyanose).
- Sehr schnelle oder unregelmäßige Atmung.
- Brustschmerz, der in den Arm, Kiefer oder Rücken ausstrahlt (kann auf ein andersartiges Problem wie einen Herzinfarkt hinweisen).
- ⚠Fieber über 39 °C, das nicht sinkt.
- ⚠Husten mit blutigem Auswurf.
- ⚠Starke Schmerzen, die die normale Atmung behindern.
- ⚠Verschlechterung des Allgemeinzustands innerhalb von 24 Stunden.
Häufige Symptome
- Stechender oder ziehender Brustschmerz auf einer Seite, der sich beim Einatmen, Husten oder Niesen verstärkt.
- Schmerz, der sich bis in die Schulter oder den Bauch ausbreiten kann.
- Fieber, Schüttelfrost oder allgemeines Krankheitsgefühl (je nach Ursache).
- Trockener Husten oder Husten mit Auswurf.
Symptome bei Kindern
- Kinder klagen oft über Bauchschmerzen statt Brustschmerzen.
- Sie können reizbar sein, weniger essen oder trinken.
- Fieber und schnelle, flache Atmung sind häufige Zeichen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Schmerzen sind oft weniger stark ausgeprägt als bei jüngeren Menschen.
- Stattdessen treten Verwirrtheit, Müdigkeit oder Kurzatmigkeit stärker in den Vordergrund.
- Fieber kann fehlen oder nur niedrig sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Virusinfektionen der Atemwege (z. B. Grippe, COVID-19, Coxsackie-Viren).
- Bakterielle Lungenentzündung (Pneumonie), die auf das Brustfell übergreift.
- Lungenembolie (Verschluss eines Blutgefäßes in der Lunge).
- Autoimmunerkrankungen wie Lupus erythematodes oder rheumatoide Arthritis.
- Verletzungen des Brustkorbs oder Operationen im Brustbereich.
Risikofaktoren
- Kurz zurückliegende Virusinfektion der Atemwege.
- Rauchen oder Passivrauchen.
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Medikamente, HIV oder Chemotherapie).
- Bestimmte Medikamente, die eine Pleuritis auslösen können (sehr selten).
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Fieber über 38,5 °C und gleichzeitig Brustschmerzen haben.
- Wenn die Schmerzen so stark sind, dass Sie nicht tief einatmen können.
- Wenn Sie Kurzatmigkeit oder blutigen Husten bemerken.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei anhaltenden Schmerzen im Brustbereich, auch ohne Fieber.
- Wenn Sie nach einer Atemwegsinfektion nicht wieder zu Kräften kommen.
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin wird Sie zuerst gründlich befragen und dann die Lunge abhören. Oft hört man dabei ein charakteristisches Reibegeräusch, wenn die entzündeten Pleurablätter aneinander reiben.
Mögliche Untersuchungen
- Röntgenaufnahme des Brustkorbs: Zeigt, ob Flüssigkeit (Pleuraerguss) oder eine Lungenentzündung vorliegt.
- Blutuntersuchung: Erhöhte Entzündungswerte (CRP, Leukozyten) deuten auf eine Infektion hin.
- Ultraschall des Brustkorbs: Kann Flüssigkeitsansammlungen genau darstellen.
- Bei unklaren Fällen: Computertomographie (CT) oder eine Punktion (Flüssigkeitsentnahme) zur Untersuchung.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und meist schnell durchgeführt. Bei der Punktion wird örtlich betäubt – Sie spüren dann nur noch einen leichten Druck. Die Ergebnisse kommen in der Regel innerhalb weniger Tage.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Pleuritis. Steht eine Infektion im Vordergrund, wird diese gezielt behandelt. Zusätzlich werden die Schmerzen gelindert, damit Sie wieder durchatmen können.
Selbsthilfe zu Hause
- Schonen Sie sich, aber vermeiden Sie lange Bettruhe – leichte Bewegung an der frischen Luft hilft, die Lunge zu belüften.
- Warme Umschläge oder ein Heizkissen auf der schmerzenden Seite können die Muskeln entspannen.
- Atmen Sie bewusst und langsam – auch wenn es anfangs unangenehm ist, beugen Sie so einer flachen Atmung vor.
Medizinische Behandlungen
Bei bakteriellen Infektionen verschreibt der Arzt antibiotische Medikamente. Gegen die Schmerzen und Entzündung kommen entzündungshemmende Schmerzmittel zum Einsatz. In schweren Fällen, zum Beispiel bei einem großen Pleuraerguss, kann eine Drainage nötig sein, um die Flüssigkeit abzulassen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Operationen sind nur selten nötig – etwa wenn sich ein Eiterherd (Empyem) gebildet hat, der nicht anders behandelt werden kann, oder bei Verwachsungen, die die Lungenfunktion einschränken.
Leben mit der Erkrankung
In der akuten Phase sollten Sie sich ausruhen, aber nicht komplett stillhalten. Versuchen Sie, alle ein bis zwei Stunden fünf langsame, tiefe Atemzüge zu nehmen, um Ihre Lungen zu trainieren.
Tipps für den Alltag
- Hören Sie mit dem Rauchen auf – das ist der wichtigste Schritt für gesunde Atemwege.
- Vermeiden Sie verrauchte Räume und starke Luftverschmutzung.
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und reduzieren Sie Stress.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt das Immunsystem. Sobald die Schmerzen nachlassen, können Sie wieder leichte Bewegung wie Spaziergänge oder Yoga aufnehmen – hören Sie auf Ihren Körper.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltende Schmerzen und Atemnot können Angst machen. Es ist normal, sich unsicher zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Sorgen – er kann Ihnen helfen, realistische Erwartungen an die Genesung zu setzen.
Vorbeugung
Nicht immer, aber Sie können Ihr Risiko senken, indem Sie Infektionen der Atemwege vermeiden. Dazu gehören regelmäßiges Händewaschen, das Meiden von kranken Menschen und ein gesunder Lebensstil.
Impfungen
Impfungen gegen Grippe (Influenza) und bestimmte Lungenentzündungen (Pneumokokken) sind besonders für Risikogruppen wie ältere Menschen oder chronisch Kranke empfehlenswert. Fragen Sie Ihren Arzt, ob diese Impfungen für Sie infrage kommen.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine routinemäßige Früherkennung für Pleuritis. Allerdings sollten Sie bei unklaren Brustschmerzen oder anhaltendem Husten immer einen Arzt aufsuchen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Pleuraerguss: Flüssigkeit sammelt sich zwischen den Pleurablättern und erschwert die Atmung.
- Empyem: Eiterbildung im Pleuraraum, die operativ behandelt werden muss.
- Narbenbildung an der Pleura: Kann zu dauerhafter Einschränkung der Lungenbeweglichkeit führen.
Langzeitprognose
Die allermeisten Menschen erholen sich vollständig von einer Pleuritis, sobald die Ursache behandelt wird. Mit der richtigen Therapie und etwas Geduld sind die Schmerzen meist nach ein bis zwei Wochen deutlich gebessert. Auch Komplikationen sind selten und gut behandelbar.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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