PMS, das kommt und geht – was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
PMS (prämenstruelles Syndrom) sind Beschwerden, die in den Tagen bis zwei Wochen vor der Periode auftreten und mit dem Einsetzen der Blutung wieder verschwinden. Bei manchen Frauen sind diese Beschwerden nicht jeden Monat gleich: Sie kommen und gehen, mal sind sie stärker, mal schwächer. Das ist völlig normal.
Wichtige Fakten
- PMS tritt meist in der zweiten Zyklushälfte auf, also etwa 1 bis 2 Wochen vor der Regelblutung.
- Die Beschwerden können von Zyklus zu Zyklus unterschiedlich sein – mal stärker, mal schwächer.
- Mit Beginn der Menstruation klingen die Symptome in der Regel wieder ab.
Ja, PMS ist sehr verbreitet. Schätzungsweise 3 von 4 Frauen im gebärfähigen Alter haben irgendwann leichte PMS-Beschwerden.
PMS betrifft Frauen im gebärfähigen Alter – also etwa zwischen der ersten Regelblutung und den Wechseljahren (Menopause). Die Beschwerden können auch bei Mädchen kurz nach Beginn der Periode auftreten.
Symptome
- Starke Schmerzen im Bauch oder Brustkorb, die sich von den üblichen Regelschmerzen unterscheiden
- Plötzliche Atemnot oder Beklemmungsgefühl
- Ohnmacht oder das Gefühl, zusammenzuklappen
- Gedanken, sich selbst oder anderen Leid zuzufügen – rufen Sie sofort die 112 an
- ⚠Sehr starke Blutungen oder Blutungen außerhalb des normalen Zyklus
- ⚠Fieber oder Schüttelfrost
- ⚠Plötzliche Seh-, Sprach- oder Bewegungsstörungen
- ⚠Starke depressive Verstimmung oder Gedanken an Suizid – suchen Sie noch am selben Tag Unterstützung, im Notfall rufen Sie die 112
Häufige Symptome
- Stimmungsschwankungen
- Gereiztheit
- Traurigkeit oder depressive Verstimmung
- Ängstlichkeit oder innere Anspannung
- Gefühl der Überlastung
- Schlafstörungen
- Konzentrationsprobleme
- Heißhunger oder vermehrtes Essverlangen
- Brustspannen oder Brustschmerzen
- Bauchschmerzen oder Völlegefühl
- Kopfschmerzen
- Müdigkeit und Energielosigkeit
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Fachleute gehen davon aus, dass die natürlichen Hormonschwankungen im Zyklus eine wichtige Rolle spielen.
- Auch der Botenstoff Serotonin im Gehirn ist beteiligt. Ist sein Gleichgewicht gestört, können Stimmung und Wohlbefinden darunter leiden.
- Erbliche Faktoren können mitverantwortlich sein – wenn die Mutter oder Schwester unter PMS leidet, ist das eigene Risiko erhöht.
Risikofaktoren
- Chronischer Stress
- Schlafmangel oder unregelmäßiger Schlaf
- Ungesunde Ernährung oder starkes Über- wie Untergewicht
- Bewegungsmangel
- Rauchen
- Vorgeschichte von Depressionen oder anderen psychischen Belastungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Beschwerden so stark sind, dass Sie Ihren Alltag, Ihre Arbeit oder Ihre Beziehungen deutlich beeinträchtigen.
- Wenn bestimmte Beschwerden plötzlich neu auftreten oder sich im Vergleich zu früheren Zyklen erheblich verschlimmern.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Beschwerden als normal einzuschätzen sind.
- Wenn PMS regelmäßig auftritt, auch wenn es zeitweise ausbleibt.
- Wenn Sie mehr über Behandlungsmöglichkeiten wissen möchten.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch ein ausführliches Gespräch und ein Beschwerdetagebuch gestellt. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird Sie bitten, über zwei bis drei Zyklen aufzuschreiben, wann welche Symptome auftreten und wann sie wieder verschwinden. In Deutschland unterstützen die Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) Ärztinnen und Ärzte bei der Diagnose und Behandlung.
Mögliche Untersuchungen
- Beschwerdetagebuch über mindestens zwei Zyklen
- Körperliche Untersuchung und Gespräch über Ihre Krankengeschichte
- Bei Bedarf Blutuntersuchung, um andere Ursachen wie Schilddrüsenprobleme oder Blutarmut auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel unkompliziert und ohne große Wartezeit möglich. Falls keine andere körperliche Ursache gefunden wird und die Beschwerden klar im Zusammenhang mit der Zyklusphase stehen, wird die Diagnose PMS gestellt.
Behandlung
Eine Behandlung kann die Beschwerden oft gut lindern, muss sie aber nicht vollständig beseitigen. In vielen Fällen helfen schon Änderungen im Alltag und mehr Selbstfürsorge. Bei stärkeren Beschwerden gibt es weitere Behandlungsansätze, die Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt abwägen sollten.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige Bewegung und Sport wie zügiges Gehen, Joggen, Radfahren oder Tanzen
- Ausreichend Schlaf und ein fester Schlaf-Wach-Rhythmus
- Stressabbau mit Yoga, Meditation, Atemübungen oder Spaziergängen in der Natur
- Wärme auf Bauch oder Rücken zum Beispiel mit einer Wärmflasche oder einem warmen Bad
- Pausen bewusst einplanen und sich in den Tagen vor der Periode weniger vornehmen
Medizinische Behandlungen
Medikamente sollten immer mit einer Ärztin oder einem Arzt besprochen werden. Es gibt verschreibungspflichtige Mittel, die auf den Hormonhaushalt oder das seelische Gleichgewicht wirken können, aber auch pflanzliche Präparate, die unterstützend eingesetzt werden können. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt wird gemeinsam mit Ihnen die passende Option auswählen – niemals sollten Sie Medikamente auf eigene Faust einnehmen. Auch eine Psychotherapie kann helfen, wenn starke Verstimmungen das Leben belasten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei PMS in der Regel nicht notwendig. Nur in sehr schweren, langwierigen und anders nicht behandelbaren Fällen kann ein operativer Eingriff im Einzelfall diskutiert werden – dies ist jedoch immer eine letzte Option und wird ausführlich mit der behandelnden Frauenärztin oder dem Frauenarzt besprochen.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie die Tage vor der Periode bewusst. Verringern Sie, wenn möglich, Ihre Termindichte, gönnen Sie sich kleine Auszeiten und verschieben Sie nicht unbedingt notwendige große Aufgaben. So können Sie gut mit den immer wiederkehrenden Beschwerden umgehen.
Tipps für den Alltag
- Feste Essenszeiten einhalten und große Mahlzeiten durch kleinere, häufigere Mahlzeiten ersetzen
- Sanfte Bewegung wie Schwimmen, Walken oder Yoga in den Tagen vor der Periode
- Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung oder autogenes Training
- Offene Gespräche mit Freundinnen, dem Partner oder der Familie
- Tagebuch führen, um Muster zu erkennen und besser mit den Schwankungen umzugehen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und gesunden Ölen kann unterstützend wirken. Kleine, regelmäßige Mahlzeiten halten den Blutzucker stabil und reduzieren Heißhunger. Bewegung an den meisten Tagen der Woche – schon 30 Minuten zügiges Gehen – hebt die Stimmung und mildert Körpersymptome.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
PMS kann die Stimmung deutlich beeinflussen – das ist keine Charakterschwäche und kein Grund, sich zu schämen. Es ist eine körperlich bedingte Reaktion. Wenn die seelische Belastung zu groß wird, suchen Sie sich Unterstützung, zum Beispiel bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle. Falls Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid aufkommen, rufen Sie sofort die 112 oder holen Sie sich unverzüglich ärztliche Hilfe.
Vorbeugung
PMS lässt sich nicht sicher verhindern, weil es eng mit natürlichen Hormonveränderungen verbunden ist. Ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung, ausgewogener Ernährung und Stressbewältigung kann aber Häufigkeit und Stärke der Beschwerden spürbar verringern.
Impfungen
Eine Impfung gegen PMS gibt es nicht.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein spezielles Screening für PMS. Die Grundlage für die Diagnose ist das Gespräch und das Führen eines Beschwerdetagebuchs.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandeltes PMS kann die Lebensqualität deutlich einschränken – zum Beispiel durch wiederkehrende Schmerzen, Stimmungstiefs oder Schlafprobleme.
- Bei einer schwereren Form, der sogenannten prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS), können ohne Behandlung starke depressive Phasen und Alltagsbeeinträchtigungen auftreten.
Langzeitprognose
Auch wenn PMS belastend sein kann, gibt es viele wirksame Strategien, um die Beschwerden zu lindern. Die meisten Frauen finden mit ärztlicher Begleitung und eigenen Alltagsroutinen einen guten Weg. Wichtig ist, dass Sie ernst genommen werden und sich nicht scheuen, rechtzeitig Hilfe zu suchen. PMS ist gut verständlich, gut behandelbar und die Prognose ist insgesamt günstig.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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