Eileiterschwangerschaft – wenn sich die Schwangerschaft auf einer Seite einnistet
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Eileiterschwangerschaft ist eine Schwangerschaft, die sich nicht in der Gebärmutter, sondern meist in einem Eileiter einnistet. Das ist gefährlich, weil der Eileiter nicht mitwachsen kann. Ohne Behandlung kann es zu inneren Blutungen kommen.
Wichtige Fakten
- Die Eizelle nistet sich häufig im Eileiter ein, statt in der Gebärmutter.
- Eine Eileiterschwangerschaft ist ein medizinischer Notfall, wenn sie nicht früh erkannt wird.
- Bei früher Behandlung ist die Prognose gut und die Fruchtbarkeit bleibt oft erhalten.
Etwa 1 bis 2 von 100 Schwangerschaften sind Eileiterschwangerschaften. Es kommt also eher selten vor, aber jede Schwangere sollte die Anzeichen kennen.
Frauen im gebärfähigen Alter können betroffen sein. Besonders gefährdet sind Frauen ab 35 Jahren, Raucherinnen und Frauen, die bereits eine Eileiterschwangerschaft oder Eileiterentzündung hatten.
Symptome
- Starke, plötzlich auftretende Schmerzen im Unterleib
- Schwindel, Ohnmachtsgefühl oder Bewusstlosigkeit
- Schmerzen in der Schulter oder im Nacken
- Sehr starker Blutverlust aus der Scheide
- ⚠Neue oder zunehmende Schmerzen in der Frühschwangerschaft
- ⚠Blutungen während der Schwangerschaft
- ⚠Eines Ihrer Risikofaktoren für eine Eileiterschwangerschaft
Häufige Symptome
- Einseitige, ziehende oder stechende Unterleibsschmerzen
- Leichte Scheidenblutung, oft bräunlich und nicht stark
- Schmierblutungen in der Frühschwangerschaft
Symptome bei Kindern
- Nicht zutreffend.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nicht zutreffend, da dieses Thema eine bestehende Schwangerschaft betrifft.
Ursachen
Hauptursachen
- Vorherige Eileiterschwangerschaft
- Entzündungen der Eileiter oder des Beckens
- Operationen im Bauchraum, zum Beispiel an den Eileitern
- Fehlbildungen der Eileiter
Risikofaktoren
- Alter über 35 Jahre
- Rauchen
- Eileiterentzündung in der Vergangenheit
- Künstliche Befruchtung
- Mehrere Schwangerschaftsabbrüche
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen, starken Unterleibsschmerzen
- Bei Schwindel oder Kreislaufproblemen in der Frühschwangerschaft
- Bei Blutungen in der Schwangerschaft
- Bei Schmerzen in der Schulter oder im Nacken
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn der Schwangerschaftstest positiv ist und Sie Risikofaktoren haben
- Bei anhaltenden leichten Beschwerden im Unterleib
- Bevor Sie verreisen, um eine unklare Frühschwangerschaft abklären zu lassen
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt nach Ihren Beschwerden, führt einen Schwangerschaftstest durch und schaut per Ultraschall, ob sich die Schwangerschaft in der Gebärmutter befindet.
Mögliche Untersuchungen
- Schwangerschaftstest im Urin
- Bluttest auf das Schwangerschaftshormon HCG
- Ultraschall über die Scheide
- In manchen Fällen eine Bauchspiegelung zur Sicherung der Diagnose
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert meist nicht lange. Die Ärztin oder der Arzt bespricht jeden Schritt mit Ihnen. Es kann sein, dass Sie nach ein bis zwei Tagen erneut zur Blutentnahme und Ultraschallkontrolle kommen müssen, um den Verlauf zu beurteilen.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist es, die Eileiterschwangerschaft sicher zu beenden, bevor es zu einem Notfall kommt, und dabei den Eileiter möglichst zu erhalten.
Selbsthilfe zu Hause
- Bei Verdacht auf eine Eileiterschwangerschaft sofort körperliche Schonung einhalten
- Auf schwere körperliche Arbeit oder Sport verzichten, bis ärztliche Klarheit besteht
- Bei zunehmenden Schmerzen nicht warten, sondern den Rettungsdienst rufen
Medizinische Behandlungen
In einem frühen Stadium kann eine medikamentöse Behandlung eingesetzt werden. Dabei wird ein Medikament als Spritze verabreicht, das die Schwangerschaft auflöst. Dies geschieht unter ärztlicher Überwachung und wird mit Blutkontrollen und Ultraschall begleitet. Welches Medikament im Einzelfall geeignet ist, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn der Eileiter geplatzt ist, starke Blutungen vorliegen oder die medikamentöse Therapie nicht wirkt, ist eine Operation nötig. Dabei wird die Schwangerschaft entfernt und der Eileiter nach Möglichkeit erhalten.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Eileiterschwangerschaft braucht Ihr Körper Zeit, um sich zu erholen. Die erste Regelblutung kommt meist nach vier bis sechs Wochen. Vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten, bis Ihre Ärztin oder Ihr Arzt das Okay gibt.
Tipps für den Alltag
- Verzichten Sie auf das Rauchen, um Ihre Eileiter zu schützen.
- Nehmen Sie im Wochenbett nur leichte Bewegung in den Alltag auf.
- Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wann eine neue Schwangerschaft sinnvoll ist und wie Sie frühzeitig kontrolliert werden können.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und ausreichend Flüssigkeit unterstützt die Heilung. Nach einigen Tagen sind leichte Spaziergänge meist in Ordnung. Schwimmen oder Sport sollten Sie erst nach Rücksprache mit Ihrem medizinischen Team wieder aufnehmen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Eileiterschwangerschaft kann sehr belastend sein, besonders wenn Sie sich ein Kind gewünscht haben. Trauer, Angst und Enttäuschung sind normale Gefühle. Nehmen Sie sich Zeit, verarbeiten Sie das Erlebte im eigenen Tempo und suchen Sie sich Beistand, wenn Sie ihn brauchen.
Vorbeugung
Eine Eileiterschwangerschaft lässt sich nicht immer vorbeugen. Sie können das Risiko jedoch senken, indem Sie nicht rauchen, sexuell übertragbare Infektionen früh behandeln lassen und auf eine gesunde Lebensweise achten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Platzen des Eileiters mit innerer Blutung
- Lebensbedrohliche Kreislaufinstabilität (Schock)
- Verlust des betroffenen Eileiters und eingeschränkte Fruchtbarkeit
Langzeitprognose
Mit rechtzeitiger Behandlung erholen sich die meisten Frauen vollständig. Auch nach einer Eileiterschwangerschaft bestehen gute Chancen, später ein gesundes Kind zu bekommen. Wichtig ist, in der nächsten Schwangerschaft frühzeitig eine ärztliche Kontrolle wahrzunehmen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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