Fieber in der Schwangerschaft: Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Fieber in der Schwangerschaft bedeutet, dass Ihre Körpertemperatur über 38 Grad Celsius steigt. Das Fieber ist keine Krankheit, sondern ein Zeichen, dass Ihr Körper gegen eine Infektion kämpft.
Wichtige Fakten
- Fieber ab 38 Grad Celsius sollte in der Schwangerschaft ärztlich abgeklärt werden.
- Häufig stecken harmlose Virusinfektionen dahinter, manchmal aber auch eine behandlungsbedürftige bakterielle Infektion.
- Immer gilt: Erst ärztlich abklären lassen, bevor Sie etwas unternehmen. Fieber in der Schwangerschaft gehört in fachliche Hände.
Fieber tritt in der Schwangerschaft nicht selten auf. Das Immunsystem arbeitet in dieser Zeit anders und ist besonders gefordert, damit Mutter und Kind geschützt bleiben.
Jede Schwangere kann Fieber bekommen. Besonders häufig ist es in den kälteren Monaten oder wenn im Umfeld Erkältungen und Grippe im Umlauf sind.
Symptome
- Rufen Sie sofort die 112, wenn Sie Fieber über 39 Grad Celsius und gleichzeitig starke Kopfschmerzen und Nackensteifigkeit haben.
- Rufen Sie sofort die 112, wenn ein Krampfanfall auftritt.
- Rufen Sie sofort die 112, wenn Sie sehr starke Atemnot oder Verwirrtheit bemerken.
- Rufen Sie sofort die 112, wenn Fieber mit heftigen, anhaltenden Unterleibsschmerzen einhergeht.
- ⚠Fieber ab 38 Grad Celsius in der Schwangerschaft, auch wenn Sie sich eigentlich noch gut fühlen.
- ⚠Fieber zusammen mit Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen.
- ⚠Fieber mit starkem Unwohlsein oder anhaltendem Erbrechen.
- ⚠Fieber verbunden mit Wehen, Rückenschmerzen oder einem Gefühl von Druck im Bauch.
- ⚠Spürbar weniger Bewegungen Ihres Kindes.
- ⚠Fieber, das länger als 24 Stunden anhält.
Häufige Symptome
- Körpertemperatur über 38 Grad Celsius
- Schüttelfrost oder starkes Schwitzen
- Kopf- und Gliederschmerzen
- Abgeschlagenheit und Müdigkeit
- Allgemeines Krankheitsgefühl
Ursachen
Hauptursachen
- Virusinfektionen wie Erkältung, Grippe oder Covid-19
- Harnwegsinfektionen
- Magen-Darm-Infekte
- Bakterielle Infektionen, zum Beispiel der Nieren oder der Gebärmutter
Risikofaktoren
- Das Immunsystem ist in der Schwangerschaft auf besondere Weise eingestellt.
- Enger Kontakt zu erkrankten Personen.
- Verstärkte Anfälligkeit für Harnwegsinfektionen in der Schwangerschaft.
- Ungeimpfter Kinderwunsch vor der Schwangerschaft – dabei ist eine frühe Beratung hilfreich.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Fieber ab 38 Grad Celsius in der Schwangerschaft.
- Fieber zusammen mit starken Schmerzen, Erbrechen oder ungewöhnlichem Krankheitsgefühl.
- Wenn Ihr Bauch hart wird, Sie Wehen spüren oder Flüssigkeit verlieren.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie leichte Erkältungszeichen haben und die Temperatur unter 38 Grad Celsius bleibt, können Sie das beim nächsten Vorsorgetermin ansprechen.
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden und der Dauer des Fiebers. Danach folgen eine körperliche Untersuchung und je nach Ausbildung der Symptome gezielte Tests. Die Abläufe orientieren sich an den aktuellen AWMF-Leitlinien.
Mögliche Untersuchungen
- Fieber messen und kontrollieren
- Blutuntersuchung zur Erkennung von Entzündungszeichen
- Urintest zum Ausschluss eines Harnwegsinfekts
- Abstrich von Nase oder Rachen bei möglichem Virusinfekt
- Ultraschall zur Kontrolle des ungeborenen Kindes
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schnell erledigt und überwiegend schmerzfrei. Sie geben Aufschluss darüber, ob eine harmlose Virusinfektion oder eine behandlungsbedürftige Ursache vorliegt.
Behandlung
Wie das Fieber behandelt wird, hängt von der Ursache ab. Bei Virusinfektionen reichen meist Ruhe, viel Trinken und Zeit. Bei bakteriellen Infektionen kann die Ärztin oder der Arzt ein in der Schwangerschaft geeignetes Antibiotikum verschreiben.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend Wasser oder ungesüßten Tee, am besten über den Tag verteilt.
- Gönnen Sie sich körperliche Schonung und ausreichend Schlaf.
- Tragen Sie leichte Kleidung, damit Ihr Körper überschüssige Wärme gut abgeben kann.
- Lauwarme Wadenwickel können das Fiebergefühl angenehmer machen – aber nur, wenn Sie sich dabei wohlfühlen.
- Besprechen Sie alle Hausmittel vorher mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Ärztin.
Medizinische Behandlungen
Es gibt fiebersenkende Medikamente, die in der Schwangerschaft nach ärztlicher Anweisung eingesetzt werden dürfen. Nehmen Sie niemals eigenmächtig ein Medikament ein – auch nicht eines aus der Hausapotheke – ohne vorher mit einer medizinischen Fachperson gesprochen zu haben. Das gilt auch für pflanzliche Präparate.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie Ihren Alltag ruhig. Nehmen Sie sich eine Auszeit, führen Sie ein Fieberprotokoll und notieren Sie, wann die Temperatur gemessen wurde. Diese Angaben helfen der Ärztin oder dem Arzt, die Situation besser einzuschätzen.
Tipps für den Alltag
- Meiden Sie engen Kontakt zu erkälteten oder grippekranken Menschen.
- Waschen Sie sich regelmäßig die Hände, vor allem nach dem Kontakt zu anderen.
- Lüften Sie Räume regelmäßig, um die Virenlast in der Luft zu senken.
- Vermeiden Sie übermäßige körperliche Anstrengung, solange Sie Fieber haben.
Ernährung und Bewegung
Essen Sie leichte Kost, die Sie gut vertragen – zum Beispiel Suppen, zarte Gemüse oder Reis. Trinken Sie viel. Wenn das Fieber abgeklungen ist und Sie sich wieder wohlfühlen, ist ein Spaziergang an der frischen Luft ohne Leistungsdruck günstig für Körper und Seele.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Sorgen um das ungeborene Kind sind verständlich und ganz normal. Viele Schwangere erleben Fieber als beängstigend. Es hilft, offen über die Ängste zu sprechen und sich nicht allein zu fühlen.
Vorbeugung
Nicht jedes Fieber lässt sich verhindern, aber das Risiko für Infektionen können Sie deutlich senken. Dazu gehören regelmäßiges Händewaschen, Abstand zu Erkrankten und ein guter allgemeiner Gesundheitszustand.
Impfungen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt in der Schwangerschaft unter anderem eine Grippeimpfung und einen Corona-Impfschutz. Lassen Sie sich dazu in Ihrer Vorsorgepraxis beraten, welche Impfungen für Sie persönlich sinnvoll sind.
Früherkennungsprogramme
Nehmen Sie die regulären Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft zuverlässig wahr. Dabei lassen sich beginnende Infektionen oft früh erkennen und behandeln.
Komplikationen
Unbehandelt
- Austrocknung, wenn Sie zu wenig trinken.
- Ausbreitung einer bakteriellen Infektion, zum Beispiel auf die Gebärmutter.
- Vorzeitige Wehen ausgelöst durch sehr hohes Fieber.
- In seltenen Fällen kann eine schwere Infektion der Mutter auch das ungeborene Kind beeinflussen.
Langzeitprognose
Die allermeisten Fieberepisoden in der Schwangerschaft verlaufen gut. Ihr Körper und Ihr Baby sind durch Fruchtwasser und die Plazenta gut geschützt. Mit rechtzeitiger ärztlicher Unterstützung, viel Ruhe und Geduld erholen sich Mutter und Kind in den meisten Fällen vollständig.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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