Übelkeit in der Schwangerschaft
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Schwangerschaftsübelkeit ist ein häufiges Gefühl von Übelkeit und manchmal Erbrechen in den ersten Monaten der Schwangerschaft. Sie wird oft „Morgenübelkeit“ genannt, kann aber zu jeder Tageszeit auftreten.
Wichtige Fakten
- Etwa 7 von 10 Schwangeren haben Übelkeit in der Frühschwangerschaft.
- Sie beginnt meist in der 6. Woche und bessert sich häufig bis zur 14. Woche.
- Leichte Übelkeit ist unangenehm, aber nicht gefährlich für das Baby.
Ja, Schwangerschaftsübelkeit ist eine der häufigsten Beschwerden in der Frühschwangerschaft. In Deutschland erleben die meisten Schwangeren zumindest leichte Übelkeit.
Sie betrifft vor allem Schwangere im ersten Schwangerschaftsdrittel. Manche Frauen haben nur morgens Übelkeit, andere den ganzen Tag.
Symptome
- Wenn Sie sehr viel Blut erbrechen
- Wenn Sie das Bewusstsein verlieren oder ohnmächtig werden
- Wenn Sie starke, anhaltende Bauchschmerzen haben
- ⚠Wenn Sie überhaupt keine Flüssigkeit mehr bei sich behalten können
- ⚠Wenn Sie sehr wenig Urin ausscheiden oder dieser dunkel ist
- ⚠Wenn Sie stark an Gewicht verlieren
- ⚠Wenn Sie sich sehr schwach oder verwirrt fühlen
Häufige Symptome
- Übelkeit, besonders am Morgen oder nach bestimmten Gerüchen
- Erbrechen
- Starke Geruchsempfindlichkeit, z.B. bei Kaffee oder Essen
- Appetitlosigkeit
- Vermehrter Speichelfluss
Symptome bei Kindern
- Nicht zutreffend – Schwangerschaftsübelkeit tritt nur bei schwangeren Frauen auf.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nicht zutreffend – Schwangerschaftsübelkeit tritt nur bei schwangeren Frauen auf.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Hormonumstellung in der Schwangerschaft, besonders der Anstieg des Hormons hCG
- Eine veränderte Geruchswahrnehmung
- Eine langsamere Magenentleerung
- Psychische Faktoren wie Stress und Erschöpfung
Risikofaktoren
- Mehrlingsschwangerschaft (z.B. Zwillinge)
- Frühere oder familiär bekannte Schwangerschaftsübelkeit
- Migräne oder Reisekrankheit in der Vorgeschichte
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Übelkeit und das Erbrechen so stark sind, dass Sie abnehmen
- Wenn Sie sich durch die Übelkeit nicht mehr versorgen können
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie sich unsicher sind, wie Sie mit der Übelkeit umgehen sollen
- Wenn Sie aufgrund der Übelkeit nicht genug essen und trinken können
- Wenn Sie eine Beratung zu Medikamenten möchten, die in der Schwangerschaft erlaubt sind
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt Sie zuerst nach Ihren Beschwerden und Ihrer Krankengeschichte. Danach folgt eine körperliche Untersuchung. Meist reicht das für die Diagnose aus.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung: um den Zustand des Körpers zu prüfen, z.B. ob Flüssigkeit fehlt
- Urinuntersuchung: auf Anzeichen von Austrocknung oder Stoffwechselveränderungen
- Ultraschalluntersuchung: um die Schwangerschaft zu bestätigen und das Baby zu sehen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei und ungefährlich. Die Ärztin oder der Arzt bespricht mit Ihnen, was helfen kann, und entscheidet, ob weitere Maßnahmen nötig sind.
Behandlung
Bei den meisten Frauen genügen einfache Maßnahmen, um die Beschwerden zu lindern. Bei starker Übelkeit gibt es unterstützende Behandlungen – sprechen Sie immer mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme.
Selbsthilfe zu Hause
- Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt statt großer Portionen
- Legen Sie sich morgens vor dem Aufstehen eine Kleinigkeit z.B. Zwieback auf den Nachttisch und essen Sie sie langsam
- Meiden Sie Auslöser wie starke Gerüche, fettiges Essen oder stickige Räume
- Trinken Sie über den Tag verteilt genügend, z.B. Wasser oder ungesüßten Tee
- Gönnen Sie sich Ruhe und schlafen Sie ausreichend
Medizinische Behandlungen
Es gibt Behandlungsmöglichkeiten, die bei starker Schwangerschaftsübelkeit helfen können. Dazu gehören Medikamente gegen Übelkeit, die speziell für die Schwangerschaft ausgewählt werden, sowie bei Bedarf Infusionen, um Flüssigkeit und Elektrolyte zu ersetzen. Diese Maßnahmen dürfen nur nach ärztlicher Verordnung durchgeführt werden.
Leben mit der Erkrankung
Nehmen Sie sich die Übelkeit nicht zu Herzen. Planen Sie Ihren Tag mit kleinen Pausen ein. Es ist hilfreich, immer etwas zu essen oder zu trinken dabei zu haben und Reize wie starke Gerüche zu vermeiden.
Tipps für den Alltag
- Viel frische Luft und leichte Spaziergänge
- Ausreichend Schlaf und Entspannungsphasen
- Hilfe von Familie und Freunden annehmen, z.B. bei Haushalt und Einkauf
Ernährung und Bewegung
Eine leichte, bekömmliche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten ist empfehlenswert. Fettige und scharf gewürzte Speisen können die Übelkeit verstärken. Leichte Bewegung wie Spaziergänge hilft vielen Frauen, sich besser zu fühlen. Bei starker Übelkeit sollten Sie körperliche Anstrengung vermeiden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltende Übelkeit kann sehr belastend sein und Gefühle von Erschöpfung oder Hilflosigkeit auslösen. Es ist wichtig, sich nicht zu schämen und mit vertrauten Personen oder einer Fachperson zu sprechen. Wer sich überfordert fühlt, sollte sich an die Hebamme oder die ärztliche Praxis wenden. Diese können passende Beratungsstellen empfehlen.
Vorbeugung
Schwangerschaftsübelkeit lässt sich nicht immer verhindern. Einige Maßnahmen können aber helfen, sie zu vermindern, zum Beispiel direkt nach dem Aufwachen eine Kleinigkeit zu essen, bevor Sie aufstehen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Selten kann starkes, anhaltendes Erbrechen zu Flüssigkeitsmangel und Gewichtsverlust führen.
- Es kann zu einem Mangel an wichtigen Elektrolyten kommen.
- In sehr schweren Fällen kann eine Krankenhausbehandlung nötig werden.
Langzeitprognose
Bei den meisten Frauen bessert sich die Übelkeit bis zur 16. Schwangerschaftswoche deutlich. Das Baby ist in der Regel nicht gefährdet. Auch bei schwerer Schwangerschaftsübelkeit gibt es gute und sichere Behandlungsmöglichkeiten, sodass es Ihnen und Ihrem Kind mit Unterstützung gut gehen kann.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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