Psoriasis (Schuppenflechte) und Übelkeit: Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Psoriasis, im Alltag auch Schuppenflechte genannt, ist eine entzündliche Erkrankung der Haut. Sie zeigt sich meist durch gerötete, schuppende Hautstellen. Übelkeit ist kein typisches Symptom der Hauterkrankung selbst. Sie kann aber im Zusammenhang mit der Erkrankung auftreten – zum Beispiel als Nebenwirkung einer Behandlung, durch starken Stress oder wenn zusätzlich eine Erkrankung von Magen oder Darm vorliegt. In diesem Artikel erklären wir, worauf Sie achten können und wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten.
Wichtige Fakten
- Psoriasis ist eine nicht ansteckende Autoimmunerkrankung, das heißt, das Immunsystem greift körpereigene Hautzellen an und löst Entzündungen aus.
- Die Haut erneuert sich dann viel zu schnell, es bilden sich dicke, silbrig glänzende Schuppen auf geröteten Stellen.
- Übelkeit gehört nicht zu den typischen Hautsymptomen, kann aber durch Medikamente, Stress oder Begleiterkrankungen entstehen.
- Mit der richtigen Behandlung lassen sich die Beschwerden bei Psoriasis meist gut lindern – auch wenn die Erkrankung nicht heilbar ist.
Psoriasis betrifft in Deutschland etwa 2 von 100 Menschen. Übelkeit als Begleitsymptom ist deutlich seltener und sollte immer medizinisch abgeklärt werden.
Die Erkrankung kann in jedem Alter beginnen, am häufigsten aber zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr oder jenseits des 60. Lebensjahrs. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen.
Symptome
- Plötzliche, sehr starke Übelkeit mit Erbrechen und gleichzeitiger Atemnot
- Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion (zum Beispiel Anschwellen von Gesicht oder Zunge, Hautausschlag mit Atembeschwerden)
- Schwindel, Ohnmachtsgefühl oder Bewusstlosigkeit
- Steifer Nacken mit hohem Fieber
- ⚠Übelkeit, die länger als ein bis zwei Tage anhält und die normale Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme verhindert
- ⚠Unstillbares Erbrechen mit Anzeichen von Austrocknung (zum Beispiel dunkler Urin, trockene Lippen, starke Müdigkeit)
- ⚠Zeichen einer Hautinfektion: Eiter, starke Rötung, Wärmegefühl oder Fieber
- ⚠Neu aufgetretene Gelenkschwellungen mit Übelkeit
Häufige Symptome
- Gerötete, scharf begrenzte Hautstellen mit silbrigen Schuppen – besonders an Ellenbogen, Knien, Kopfhaut und unterem Rücken.
- Juckreiz und ein Spannungsgefühl der Haut.
- Veränderungen an den Fingernägeln: Dellen, Rillen oder verdickte, brüchige Nägel.
- Schwellungen und Schmerzen in Gelenken (mögliche Psoriasis-Arthritis).
- Übelkeit, die nur zeitweise oder anhaltend auftritt und nicht mit einer Magen-Darm-Infektion zusammenhängt.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache der Psoriasis ist nicht vollständig geklärt. Man weiß aber, dass eine erbliche Veranlagung und das Immunsystem eine wichtige Rolle spielen.
- Bei Psoriasis vermehren sich Hautzellen viel zu schnell und bilden Schuppen, weil das Immunsystem fälschlicherweise entzündliche Signale sendet.
- Übelkeit bei Psoriasis kann unterschiedliche Ursachen haben: Nebenwirkungen von Medikamenten, eine Magen-Darm-Infektion, starke seelische Belastung, Alkohol- oder Nikotinkonsum oder eine Begleiterkrankung wie eine Magenschleimhautentzündung.
Risikofaktoren
- Stress und seelische Belastungen
- Infektionen (zum Beispiel eine durchgemachte Mandelentzündung)
- Hautverletzungen, Kratzen oder starke Sonnenbrände
- Bestimmte Medikamente (zum Teil zu erkennen am Beipackzettel, im Zweifel ärztlich klären lassen)
- Rauchen und regelmäßiger Alkoholkonsum
- Starkes Übergewicht
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie unter neu auftretender oder sich verstärkender Übelkeit leiden und gleichzeitig Ihre Haut sehr stark betroffen ist
- Wenn Sie sich über mehrere Tage nicht erholen und nur wenig essen oder trinken können
- Wenn Sie zusätzlich Fieber, starke Schmerzen oder Gelenkschwellungen bemerken
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Übelkeit immer wieder im Zusammenhang mit Ihrer Hauterkrankung auftritt
- Wenn Sie Fragen zu den möglichen Nebenwirkungen Ihrer Medikamente haben
- Wenn Sie unsicher sind, ob die Übelkeit mit Ihrer Psoriasis oder mit einer anderen Erkrankung zusammenhängt
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt stellt die Diagnose in der Regel anhand des Hautbildes. Für die Übelkeit werden weitere Fragen gestellt: Wann tritt sie auf, in welchem Zusammenhang, gibt es weitere Beschwerden? In manchen Fällen überweist die Ärztin oder der Arzt an eine Fachperson für Magen-Darm-Erkrankungen (Gastroenterologie), um andere Ursachen auszuschließen.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung zur Prüfung von Entzündungswerten und möglichen Begleiterkrankungen
- Hautabstrich, wenn der Verdacht auf eine Infektion der Haut besteht
- Ultraschalluntersuchung des Bauches bei anhaltender Übelkeit
- Magenspiegelung, wenn die Ärztin oder der Arzt eine Magenschleimhautentzündung oder ein Magengeschwür vermutet
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei. Die Ärztin oder der Arzt wird Sie gründlich zur Krankengeschichte befragen und die Haut, bei Bedarf auch die Gelenke, untersuchen. Anschließend bespricht er oder sie mit Ihnen die möglichen nächsten Schritte.
Behandlung
Die Behandlung der Psoriasis zielt darauf ab, die Haut zu beruhigen und die überschießende Immunreaktion zu dämpfen. Die Übelkeit wird je nach Ursache behandelt – zum Beispiel durch Anpassung der Medikation, durch Stressabbau oder durch die Behandlung einer gleichzeitig bestehenden Magen-Darm-Erkrankung. In der Regel ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Ihnen und Ihrem Behandlungsteam entscheidend.
Selbsthilfe zu Hause
- Hautpflege mit rückfettenden, parfümfreien Cremes oder Salben, um die Haut geschmeidig zu halten
- Stressabbau mit Entspannungsübungen wie Yoga, autogenem Training oder Atemtechniken
- Bei Übelkeit leichte, fettarme Mahlzeiten in kleinen Portionen – zum Beispiel Zwieback, Haferschleim oder gedünstetes Gemüse
- Ausreichend trinken, am besten Wasser oder ungesüßten Tee, in kleinen Schlucken
- Auf Rauchen und übermäßigen Alkohol verzichten, da beides die Psoriasis und die Übelkeit verschlimmern kann
Medizinische Behandlungen
Je nach Schweregrad der Psoriasis kommen äußerliche Behandlungen (zum Beispiel Salben und Cremes auf der Haut), Lichttherapie (Bestrahlung mit speziellem UV-Licht) oder innerliche Medikamente in Betracht, die das Immunsystem regulieren. Dazu gehören auch sogenannte Biologika, die gezielt in entzündliche Prozesse eingreifen. Für die Übelkeit gibt es ebenfalls gut wirksame Mittel, die die Ärztin oder der Arzt verordnen kann. Welche Therapie für Sie infrage kommt, hängt von vielen Faktoren ab – Ihr Behandlungsteam wird Sie ausführlich beraten und gemeinsam mit Ihnen entscheiden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Psoriasis selbst nicht erforderlich. Nur in sehr seltenen Fällen kann bei einer starken Gelenkbeteiligung ein chirurgischer Eingriff erwogen werden, etwa bei ausgeprägten Gelenkschäden. Auch hier gilt: Eine ausführliche Beratung durch das Behandlungsteam ist wichtig.
Leben mit der Erkrankung
Leben mit Psoriasis und Übelkeit kann herausfordernd sein. Planen Sie Zeiten der Ruhe ein und kommunizieren Sie offen mit Ihrem Umfeld, wenn es Ihnen nicht gut geht. Gehen Sie zu Ihren Kontrollterminen und sprechen Sie über alles, was Sie belastet – auch über die Übelkeit, auch wenn sie vielleicht peinlich erscheint. Ihr Behandlungsteam ist dafür da, Ihnen zu helfen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, auch wenn es nur ein kurzer Spaziergang ist
- Ausreichend Schlaf und feste Schlafenszeiten
- Haut schonen: Lauwarme Duschen statt heißer Bäder, weiche Kleidung aus Baumwolle
- Stressbewältigungstechniken in den Alltag einbauen, zum Beispiel progressive Muskelentspannung
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten unterstützt das Immunsystem und das allgemeine Wohlbefinden. Bei Übelkeit haben sich kleinere, über den Tag verteilte Mahlzeiten und ausreichend Trinken bewährt. Leichte Bewegung wie Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen kann den Stress reduzieren und die Gelenke beweglich halten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine sichtbare Hauterkrankung und zusätzlich Übelkeit können psychisch sehr belastend sein. Viele Menschen fühlen sich unsicher oder haben das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren. Es ist völlig normal, sich dann niedergeschlagen zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Behandlungsteam, wenn Sie das Gefühl haben, dass die Psyche leidet. Psychotherapie, Selbsthilfegruppen oder eine psychologische Beratung können sehr unterstützen. Wenn Sie Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid haben, suchen Sie sofort ärztliche Hilfe oder wenden Sie sich an den psychiatrischen Notdienst oder die Notaufnahme im Krankenhaus.
Vorbeugung
Eine Psoriasis kann man nicht verhindern, aber man kann Schübe abmildern und das Auftreten von Übelkeit verringern, indem man persönliche Auslöser kennt und meidet. Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Schlaf, Bewegung, Entspannung und einer ausgewogenen Ernährung ist die beste Grundlage. Auch die regelmäßige Hautpflege ist wichtig.
Impfungen
Für Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Psoriasis ist eine sorgfältige Impfplanung sinnvoll. Die Ständige Impfkommission (STIKO) gibt entsprechende Empfehlungen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, welche Auffrischungsimpfungen für Sie persönlich sinnvoll sind.
Früherkennungsprogramme
Eine Früherkennung der Psoriasis selbst ist nicht notwendig, aber bei Psoriasis sollte die Haut und gegebenenfalls sollten die Gelenke regelmäßig ärztlich kontrolliert werden. Bei wiederkehrender Übelkeit ist eine zeitnahe innerlich-medizinische Abklärung sinnvoll.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelt kann eine Psoriasis zu einer dauerhaften Entzündung der Gelenke führen, der sogenannten Psoriasis-Arthritis, die Gelenke dauerhaft schädigen kann.
- Es kann das Risiko für Begleiterkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen erhöht sein.
- Anhaltende Übelkeit kann zu Gewichtsverlust, Erschöpfung und Mangelernährung führen, wenn Sie nicht mehr genug essen und trinken können.
Langzeitprognose
Mit einer guten Behandlung können die meisten Menschen mit Psoriasis ein erfülltes Leben führen. Die Übelkeit lässt sich in der Regel ebenfalls gut in den Griff bekommen, sobald die Ursache gefunden ist. Es gibt heutzutage viele wirksame und gut verträgliche Therapiemöglichkeiten – nehmen Sie sich Zeit, gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam den für Sie passenden Weg zu finden. Sie sind nicht allein mit dieser Situation.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.