Zahnen im Liegen: Was Eltern wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Beim Zahnen brechen die ersten Milchzähne durch das Zahnfleisch. Manche Kinder spüren dabei im Liegen stärkeres Druckgefühl oder Schmerzen. Das kann daran liegen, dass beim Liegen mehr Blut in den Kopf fließt und das Zahnfleisch empfindlicher reagiert. Auch der vermehrte Speichel kann im Liegen stärker stören.
Wichtige Fakten
- Zähne kommen in Schüben, nicht alle gleichzeitig.
- Im Liegen spüren Kinder den Druck am Zahnfleisch oft stärker.
- Die Beschwerden gehen in der Regel von allein vorbei.
Ja, viele Babys haben beim Zahnen zeitweise Unruhe. Dass die Beschwerden im Liegen stärker sind, ist ebenfalls häufig.
Betroffen sind vor allem Säuglinge und Kleinkinder zwischen 6 und 24 Monaten, wenn die Milchzähne durchbrechen.
Symptome
- Das Kind hat starke Atemprobleme oder ringt nach Luft
- Das Kind ist ungewöhnlich teilnahmslos, wirkt schlaff oder ist nicht aufweckbar
- Das Kind bekommt Krampfanfälle
- ⚠Hohes Fieber über 39°C
- ⚠Das Kind verweigert über mehrere Stunden jede Flüssigkeit
- ⚠Das Kind weint untröstlich und lässt sich kaum beruhigen
Häufige Symptome
- Wundes und geschwollenes Zahnfleisch
- Vermehrter Speichelfluss
- Unruhe und Weinen
Symptome bei Kindern
- Das Kind reibt sich oft die Wangen oder Ohren
- Leichte Temperaturerhöhung (bis etwa 38°C)
- Schlafstörungen, besonders beim Hinlegen
- Empfindlichkeit beim Essen und Trinken
Ursachen
Hauptursachen
- Der Zahn drückt durch das Zahnfleisch und löst eine leichte Entzündung an der Stelle aus
- Beim Liegen fließt mehr Blut in den Kopf. Dadurch wird das Zahnfleisch empfindlicher
- Der vermehrte Speichel reizt das wunde Zahnfleisch zusätzlich
Risikofaktoren
- Typisches Alter für den Zahnwechsel
- Zur Zeit des Durchbruchs ist das Zahnfleisch ohnehin empfindlich
- Manche Kinder reagieren empfindlicher auf Berührung im Mundbereich
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei hohem Fieber (über 39°C), das nicht mit dem Zahnen erklärt werden kann
- Wenn das Kind starke Schmerzen zeigt und kaum stillbar ist
- Wenn Sie eine Schwellung im Gesicht neben dem Zahn bemerken
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Beschwerden länger als eine Woche anhalten
- Wenn Sie unsicher sind, ob das Zahnen die Ursache ist
- Vor der Anwendung von Medikamenten oder Gelen zur Beruhigung
Diagnose
Die Kinderärztin oder der Kinderarzt schaut sich den Mundraum an. Sie oder er tastet das Zahnfleisch ab und fragt Sie nach den Beschwerden und dem Verhalten Ihres Kindes.
Mögliche Untersuchungen
- Meistens sind keine speziellen Tests nötig
- Nur bei Fieber oder anderen Anzeichen kann ein Abstrich am Zahnfleisch oder eine Blutuntersuchung sinnvoll sein
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert meist nur wenige Minuten und ist für das Kind nicht schmerzhaft. Die Ärztin oder der Arzt wird Sie beruhigen und Ihnen Tipps für die nächsten Tage geben.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die Beschwerden zu lindern, bis der Zahn durchgebrochen ist. Dabei stehen einfache Maßnahmen im Vordergrund, die Sie zu Hause durchführen können.
Selbsthilfe zu Hause
- Einen sauberen, gekühlten Beißring anbieten (nicht aus dem Gefrierfach, sondern nur kühl)
- Das Zahnfleisch sanft mit einem sauberen Finger oder einem weichen Tuch massieren
- Dem Kind zusätzliche Flüssigkeit anbieten, zum Beispiel Wasser oder ungesüßten Tee
- Das Gesicht mit einer weichen Baumwolltasche abtupfen, um Speichelreizungen zu vermeiden
Medizinische Behandlungen
In ausgeprägten Fällen können schmerzlindernde Mittel in altersgerechter Form zum Einsatz kommen. Dazu gehören zum Beispiel Gele zum Auftragen auf das Zahnfleisch oder Schmerzmittel in Form von Zäpfchen oder Saft. Wenden Sie solche Mittel nur nach Absprache mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt an. Auch in der Apotheke erhalten Sie Beratung, welche Produkte für das Alter Ihres Kindes geeignet sind.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist beim Zahnen nicht notwendig.
Leben mit der Erkrankung
Das Zahnen ist eine vorübergehende Phase. Versuchen Sie, Ihrem Kind mit Ruhe und Nähe Sicherheit zu geben. Babys spüren, wenn Eltern gestresst sind. Nehmen Sie sich daher auch selbst Auszeiten.
Tipps für den Alltag
- Für einen festen Tagesablauf mit Schlaf- und Fütterungszeiten sorgen
- Für Ablenkung durch Spiel und Bewegungsmöglichkeiten im Alltag sorgen
- Nach dem Füttern den Kopf des Kindes kurz hochhalten, bevor es hingelegt wird
Ernährung und Bewegung
Stillen oder Fläschchen geben Sie wie gewohnt. Bei Kindern, die schon Beikost essen, können weiche, kühle Speisen den Druck im Mund lindern. Vermeiden Sie stark zuckerhaltige Säfte oder Zwieback, der lange auf dem Zahnfleisch liegt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Auch Eltern können unter dem Schlafmangel und dem ständigen Weinen leiden. Das ist normal. Es ist wichtig, dass Sie sich Unterstützung holen, zum Beispiel vom Partner, von den Großeltern oder einer Beratungsstelle. Wenn Sie das Gefühl haben, nicht mehr zu können, sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Ihrer Kinderärztin.
Vorbeugung
Das Zahnen selbst lässt sich nicht verhindern, weil es zum Wachstum gehört. Sie können aber vorbeugen, indem Sie auf eine gute Mund- und Zahnpflege achten und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (U-Untersuchungen) wahrnehmen.
Impfungen
Impfungen sind unabhängig vom Zahnen wichtig. Ihr Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin berät Sie im Rahmen der U-Untersuchungen nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO).
Früherkennungsprogramme
Bei den U-Untersuchungen (zum Beispiel U5, U6) wird auch die Entwicklung von Mund und Zähnen beurteilt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelt verschwinden Zahnungsbeschwerden in der Regel von selbst, sobald der Zahn durchbricht
- Wenn die Ursache eine andere Erkrankung ist (zum Beispiel Mittelohrentzündung), können ohne Behandlung Folgeprobleme auftreten
Langzeitprognose
Fast alle Kinder kommen gut durch die Zahnungszeit. Die unangenehmen Phasen dauern meist nur ein paar Tage. Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt begleitet Sie, falls die Beschwerden stärker werden oder länger anhalten.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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