Pfeifende Atmung (Giemen) – was tun, wenn sie im Liegen schlimmer wird?
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Giemen ist ein pfeifendes oder brummendes Geräusch beim Atmen, das durch verengte Atemwege entsteht. Manche Menschen bemerken, dass dieses Geräusch stärker wird, sobald sie sich hinlegen. Das kann ein Hinweis auf eine Erkrankung der Atemwege oder des Herzens sein.
Wichtige Fakten
- Das pfeifende Geräusch entsteht, wenn die feinen Atemwege enger sind als normal.
- Im Liegen kann sich diese Enge verstärken, zum Beispiel durch Schwerkraft oder veränderten Druck im Brustkorb.
- Die Ursache sollte immer ärztlich abgeklärt werden – mit der richtigen Behandlung bessert sich das Giemen meist deutlich.
Giemen ist ein häufiges Symptom, vor allem bei Asthma oder Allergien. Auch die Verschlechterung im Liegen kommt vergleichsweise oft vor und wird von Betroffenen als belastend beschrieben.
Es kann Menschen jeden Alters treffen, besonders aber Personen mit bekannten Atemwegserkrankungen, Raucher, Menschen mit Herzschwäche oder Übergewicht.
Symptome
- Plötzliche, schwere Atemnot, die nicht aufhört
- Blaue Lippen oder Fingernägel
- Sprechen ist kaum noch möglich
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- ⚠Zunehmende Atemnot über Stunden oder Tage
- ⚠Fieber über 38,5 °C
- ⚠Husten mit gelblich-grünem Auswurf
- ⚠Schmerzen in der Brust
Häufige Symptome
- Pfeifendes oder brummendes Geräusch beim Ausatmen
- Atemnot oder Engegefühl in der Brust
- Husten (oft trocken oder mit wenig Auswurf)
- Das Gefühl, nicht tief einatmen zu können
Symptome bei Kindern
- Unruhiger Schlaf oder nächtliches Aufwachen
- Probleme beim Trinken oder Essen (weil die Atmung angestrengt ist)
- Schnelle, flache Atmung
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Stärkere Erschöpfung schon bei leichter Belastung
- Verwirrtheit oder Benommenheit durch Sauerstoffmangel
- Schwellungen in den Beinen (kann auf eine Herzursache hinweisen)
Ursachen
Hauptursachen
- Asthma (die Atemwege reagieren empfindlich und verkrampfen sich)
- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), meist durch Rauchen verursacht
- Herzschwäche (die Lunge kann sich mit Flüssigkeit füllen – dann wird das Giemen im Liegen oft stärker)
- Sodbrennen (Magensäure reizt die Atemwege, besonders nachts)
- Allergien oder Atemwegsinfekte (z. B. eine verschleppte Bronchitis)
Risikofaktoren
- Rauchen oder Passivrauchen
- Übergewicht
- Allergien (z. B. Heuschnupfen, Hausstaubmilben)
- Familienmitglieder mit Asthma oder Allergien
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei den oben genannten Notfall- oder dringenden Symptomen
- Wenn das Giemen plötzlich sehr stark wird oder die Atemnot zunimmt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn das Giemen immer wieder auftritt, besonders nachts oder im Liegen
- Wenn Sie schon eine Lungen- oder Herzerkrankung haben und sich die Beschwerden verändern
- Zur Kontrolle, falls Sie schon Medikamente einnehmen und das Giemen nicht verschwindet
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin wird Sie zuerst ausführlich zu Ihren Beschwerden, Ihrer Krankengeschichte und Ihren Lebensgewohnheiten befragen. Danach folgt eine körperliche Untersuchung mit Abhören der Lunge.
Mögliche Untersuchungen
- Lungenfunktionstest (Spirometrie) – Sie atmen in ein Gerät, das misst, wie viel Luft Sie ausatmen können
- Röntgenaufnahme des Brustkorbs
- Blutuntersuchung (z. B. auf Entzündungswerte, Sauerstoffgehalt)
- Allergietests (Haut- oder Bluttests)
- Elektrokardiogramm (EKG) oder Herzultraschall, falls eine Herzursache vermutet wird
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei und dauern nicht lange. Nach der Diagnose bespricht der Arzt oder die Ärztin mit Ihnen die nächsten Schritte. Sie werden nicht allein gelassen – bei Unsicherheit fragen Sie nach.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich ganz nach der Ursache des Giemens. Ziel ist es, die Atemwege zu weiten, Entzündungen zu lindern und die Auslöser zu vermeiden. Die meisten Maßnahmen können Sie selbst zu Hause umsetzen, unterstützt durch ärztliche Therapie.
Selbsthilfe zu Hause
- Lagern Sie den Oberkörper beim Schlafen etwas höher (z. B. mit einem Keilkissen)
- Vermeiden Sie Rauch, Staub und starke Gerüche
- Halten Sie die Raumluft gleichmäßig feucht (nicht zu trocken)
- Trinken Sie ausreichend, um die Schleimhäute feucht zu halten
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung wird genau auf Ihre Situation zugeschnitten. Häufig werden entzündungshemmende und atemwegserweiternde Mittel als Spray oder Inhalation eingesetzt. Falls eine Herzschwäche die Ursache ist, stehen entwässernde und herzstärkende Medikamente im Vordergrund. Bei einer Allergie können Antiallergika helfen. Der Arzt oder die Ärztin erklärt Ihnen genau, was für Sie am besten geeignet ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt nur in sehr seltenen Fällen in Betracht, zum Beispiel wenn eine anatomische Verengung der Atemwege vorliegt. In der Regel lässt sich das Giemen aber gut ohne Eingriff behandeln.
Leben mit der Erkrankung
Das Giemen kann belasten, aber mit einer konsequenten Behandlung und kleinen Anpassungen im Alltag können Sie die Beschwerden meist gut in den Griff bekommen. Führen Sie ein kurzes Tagebuch über Ihre Symptome – das hilft dem Arzt, die Therapie anzupassen.
Tipps für den Alltag
- Meiden Sie bekannte Auslöser wie Rauch, Pollen oder Tierhaare
- Bewegen Sie sich regelmäßig, aber ohne sich zu überfordern (z. B. Spaziergänge, sanftes Radfahren)
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Entspannung
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt Ihr Immunsystem. Bei Sodbrennen als Ursache sollten Sie fettige und scharfe Speisen sowie große Mahlzeiten am Abend meiden. Leichter Ausdauersport wie Gehen oder Schwimmen kann die Lungenfunktion verbessern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ständige Atemnot oder die Angst vor einem Asthmaanfall können sehr belastend sein. Es ist völlig normal, sich manchmal hilflos oder ängstlich zu fühlen. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Arzt – er kann Ihnen Tipps geben oder Sie an spezialisierte Beratungsstellen vermitteln.
Vorbeugung
Nicht immer lässt sich Giemen ganz verhindern, aber Sie können die Häufigkeit und Stärke der Beschwerden deutlich verringern, indem Sie Auslöser meiden, Ihre Medikamente wie verordnet einnehmen und auf einen gesunden Lebensstil achten.
Impfungen
Für Menschen mit chronischen Atemwegs- oder Herzerkrankungen wird die Grippeimpfung und die Impfung gegen Pneumokokken (Erreger von Lungenentzündung) empfohlen. Fragen Sie dazu Ihren Hausarzt.
Früherkennungsprogramme
Ein allgemeines Screening auf Giemen gibt es nicht. Wer jedoch Risikofaktoren wie Rauchen oder Allergien hat, sollte regelmäßig die Lungenfunktion prüfen lassen – Ihr Arzt berät Sie dazu.
Komplikationen
Unbehandelt
- Zunehmende Atemnot und dauerhafter Sauerstoffmangel
- Verschlechterung der Grunderkrankung (z. B. Asthma oder Herzschwäche)
- Höherer Blutdruck im Lungenkreislauf (pulmonale Hypertonie)
- Verringerte Lebensqualität durch ständige Kurzatmigkeit
Langzeitprognose
Wenn die Ursache rechtzeitig erkannt und behandelt wird, ist die Prognose in aller Regel gut. Mit der richtigen Therapie können die meisten Betroffenen ihre Beschwerden deutlich bessern und ein aktives Leben führen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt begleiten – es gibt viele wirksame Möglichkeiten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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