Keuchen (pfeifende Atmung) mit Fieber
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Keuchen, auch pfeifende Atmung genannt, ist ein hohes, pfeifendes Geräusch, das Sie beim Ausatmen hören. Es entsteht, wenn die Atemwege verengt sind. Wenn dazu Fieber kommt, deutet das meist auf eine Infektion der Atemwege hin, zum Beispiel eine Bronchitis oder eine Lungenentzündung.
Wichtige Fakten
- Keuchen mit Fieber ist oft ein Zeichen für eine Infektion der Atemwege, wie eine Bronchitis oder Lungenentzündung.
- Bei Kindern kann es auf eine sogenannte Bronchiolitis hindeuten, eine Entzündung der kleinen Atemwege.
- Auch ein Asthmaanfall, der durch eine Infektion ausgelöst wird, kann Keuchen und Fieber verursachen.
Ja, besonders bei Kindern und in den Wintermonaten ist Keuchen mit Fieber häufig.
Es kann Menschen jeden Alters betreffen, kommt aber besonders oft bei Kindern unter 5 Jahren und bei älteren Erwachsenen vor.
Symptome
- Starke Atemnot, bei der Sie nicht mehr sprechen oder sich kaum bewegen können
- Bläuliche Verfärbung von Lippen, Zunge oder Haut (Sauerstoffmangel)
- Plötzliche Verschlechterung des Zustands innerhalb weniger Minuten
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- ⚠Fieber über 39 °C, das nach fiebersenkenden Maßnahmen nicht sinkt
- ⚠Keuchen, das länger als ein paar Stunden anhält
- ⚠Verschlechterung der Symptome trotz Behandlung
- ⚠Starke Schmerzen in der Brust oder beim Atmen
Häufige Symptome
- Husten
- Pfeifende oder brummende Atemgeräusche, vor allem beim Ausatmen
- Fieber (Körpertemperatur über 38 °C)
- Kurzatmigkeit oder schnelleres Atmen
Symptome bei Kindern
- Schnelle, angestrengte Atmung (mehr als 40 Atemzüge pro Minute)
- Nasenflügelndes Atmen
- Trinkschwäche oder verweigerte Nahrung
- Ungewöhnliche Müdigkeit oder Reizbarkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Verlangsamung
- Verminderter Appetit
- Allgemeine Schwäche
- Verschlechterung bestehender chronischer Erkrankungen
Ursachen
Hauptursachen
- Virusinfektionen der Atemwege, wie Erkältungsviren, Grippeviren oder RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus)
- Bakterielle Infektionen, die eine Lungenentzündung verursachen
- Entzündung der Bronchien (Bronchitis)
- Bei Kindern: Bronchiolitis – eine Entzündung der kleinsten Atemwege
- Asthma-Anfall, der durch eine Infektion ausgelöst wird
Risikofaktoren
- Rauchen oder Passivrauchen
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch andere Erkrankungen oder Medikamente)
- Chronische Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD
- Hohes Alter (über 65 Jahre)
- Frühgeburt bei Kindern
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Atemnot oder pfeifender Atmung, die nicht besser wird
- Wenn das Fieber länger als 3 Tage anhält
- Bei starken Brustschmerzen oder blutigem Husten
- Wenn Sie das Gefühl haben, dass sich der Zustand schnell verschlechtert
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn das Keuchen länger als eine Woche anhält
- Bei wiederholtem Keuchen oder Fieber ohne erkennbare Ursache
- Wenn Sie unsicher sind, ob eine Behandlung nötig ist
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin fragt nach Ihren Symptomen und untersucht Sie. Das Abhören der Lunge mit einem Stethoskop ist besonders wichtig, um die pfeifenden Geräusche zu hören.
Mögliche Untersuchungen
- Lungenfunktionstest (Spirometrie) – misst, wie gut Sie ein- und ausatmen können
- Blutuntersuchung – zeigt Entzündungswerte und eventuell den Erreger
- Röntgen der Lunge – um eine Lungenentzündung auszuschließen
- Messung der Sauerstoffsättigung am Finger (Pulsoximetrie)
- Bei Bedarf: Abstrich aus Nase oder Rachen zum Nachweis von Viren oder Bakterien
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei und dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Der Arzt wird Ihnen die Ergebnisse erklären und eine Behandlung vorschlagen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei bakteriellen Infektionen kommen Antibiotika zum Einsatz, bei Virusinfektionen helfen oft Ruhe und fiebersenkende Maßnahmen. Bei Asthma oder COPD werden entzündungshemmende und atemwegserweiternde Medikamente verschrieben.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend Wasser oder Tee, um die Schleimhäute feucht zu halten
- Ruhen Sie sich aus und vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten
- Befeuchten Sie die Raumluft mit einem Luftbefeuchter oder feuchten Tüchern
- Schlafen Sie mit erhöhtem Oberkörper (z. B. mit einem zusätzlichen Kissen)
- Verzichten Sie auf Rauchen und vermeiden Sie verrauchte Räume
Medizinische Behandlungen
Bei Bedarf verschreibt der Arzt fiebersenkende Mittel, entzündungshemmende Inhalationen oder Antibiotika (falls eine bakterielle Infektion vorliegt). Bei Asthma oder chronischen Lungenerkrankungen können regelmäßig eingenommene Medikamente helfen, die Atemwege offen zu halten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Keuchen mit Fieber in der Regel nicht nötig. Nur in sehr seltenen Fällen, wenn sich zum Beispiel ein Abszess in der Lunge bildet, kann ein Eingriff erforderlich sein.
Leben mit der Erkrankung
Achten Sie auf Anzeichen von Atemnot und messen Sie regelmäßig Ihre Temperatur. Benutzen Sie Ihre verordneten Inhalatoren oder Medikamente wie besprochen. Bei Kindern ist es wichtig, auf eine ruhige Umgebung zu achten.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen und Passivrauchen meiden
- Regelmäßiges Lüften der Wohnung
- Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen
- Impfungen wahrnehmen (besonders Grippe- und Pneumokokken-Impfung)
Ernährung und Bewegung
Leichte, ausgewogene Kost hilft dem Körper, sich zu erholen. Bei Fieber sollten Sie viel trinken. Leichte Bewegung wie Spaziergänge sind nach Abklingen der Symptome erlaubt, aber vermeiden Sie anstrengende Aktivitäten, solange Sie krank sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Atemnot kann ängstlich machen, besonders bei Kindern. Sprechen Sie mit Ihrem Kind oder mit sich selbst beruhigend. Es ist wichtig, sich nicht allein zu fühlen – suchen Sie das Gespräch mit Angehörigen.
Vorbeugung
Nicht immer, aber Sie können das Risiko senken, indem Sie Ihr Immunsystem stärken und Risikofaktoren vermeiden.
Impfungen
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung für Risikogruppen sowie die Pneumokokken-Impfung. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein spezielles Screening für Keuchen mit Fieber. Bei chronischen Lungenerkrankungen sind jedoch regelmäßige Kontrolluntersuchungen sinnvoll.
Komplikationen
Unbehandelt
- Lungenentzündung, die sich verschlimmern kann
- Atemstillstand in schweren Fällen
- Chronische Schädigung der Lunge, wie eine Vernarbung (Lungenfibrose)
Langzeitprognose
Die meisten Menschen erholen sich vollständig, besonders wenn die Behandlung rechtzeitig beginnt. Bei chronischen Erkrankungen kann eine gute Behandlung die Lebensqualität erhalten.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.