D-Dimer-Test
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Der D-Dimer-Test ist ein Bluttest, der nach Abbauprodukten von Blutgerinnseln (Thromben) sucht. Er wird eingesetzt, um das Risiko für gefährliche Blutgerinnsel wie tiefe Venenthrombosen oder Lungenembolien einzuschätzen.
Wichtige Fakten
- Ein D-Dimer-Test misst bestimmte Eiweißteile im Blut, die bei der Auflösung von Blutgerinnseln entstehen.
- Ein erhöhter Wert kann auf ein Blutgerinnsel hinweisen, muss es aber nicht – auch andere Ursachen (z. B. Entzündungen, Schwangerschaft) können den Wert erhöhen.
- Der Test allein reicht nicht zur Diagnose; er wird meist zusammen mit anderen Untersuchungen (z. B. Ultraschall) bewertet.
Der D-Dimer-Test wird häufig durchgeführt, vor allem in der Notaufnahme, wenn der Verdacht auf eine Thrombose oder Lungenembolie besteht.
Der Test wird bei Menschen jeden Alters eingesetzt, die Symptome wie plötzliche Schwellungen, Schmerzen in den Beinen oder Atemnot haben. Besonders betroffen sind Personen mit Risikofaktoren wie langer Bettruhe, Operationen oder Krebserkrankungen.
Symptome
- Plötzliche starke Atemnot
- Starke Brustschmerzen, die in den Rücken oder Arm ausstrahlen
- Bewusstlosigkeit oder Kreislaufzusammenbruch
- ⚠Schwellung eines Beins, die plötzlich auftritt und warm ist
- ⚠Schmerz in der Wade beim Gehen oder Treppensteigen
- ⚠Blutiger Husten (Hämoptyse)
Häufige Symptome
- Plötzliche Schwellung eines Beins oder Arms
- Schmerzen oder Druckgefühl im betroffenen Bereich
- Atemnot, Brustschmerzen oder Husten (kann auf Lungenembolie hindeuten)
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern wird der Test seltener durchgeführt. Symptome, die Anlass geben können, sind z. B. Beinschwellung, Schmerzen oder Atemnot nach längerer Immobilität.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben häufiger erhöhte D-Dimer-Werte ohne krankhafte Ursache. Dennoch sollte bei typischen Symptomen wie plötzlicher Beinschwellung oder Atemnot der Test durchgeführt werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Blutgerinnsel (Thrombosen) in tiefen Venen (z. B. Beinvenenthrombose)
- Lungenembolie (Blutgerinnsel in der Lunge)
- Entzündungen oder Infektionen
- Krebserkrankungen (erhöhte Gerinnungsneigung)
- Schwangerschaft oder Wochenbett
- Lebererkrankungen
Risikofaktoren
- Längeres Sitzen oder Bettruhe (z. B. nach Operationen, langen Flügen)
- Übergewicht
- Rauchen
- Einnahme von Hormonpräparaten (z. B. Antibabypille)
- Alter über 60 Jahre
- Vorherige Thrombosen oder Lungenembolien
- Verletzungen oder Operationen (besonders im Becken- oder Beinbereich)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliche Schwellung oder Schmerzen in einem Bein, besonders nach einer Operation oder langem Sitzen
- Atemnot oder Brustschmerzen ohne klare Ursache
- Blutiger Husten
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie bereits wegen einer Thrombose behandelt werden und Ihr Arzt den Erfolg der Therapie überwachen möchte
- Wenn Sie Symptome haben, die immer wieder kommen, aber nicht akut sind
Diagnose
Der D-Dimer-Test wird durch eine Blutabnahme durchgeführt. Man entnimmt Ihnen etwas Blut aus der Armvene und schickt es ins Labor. Das Ergebnis liegt meist innerhalb weniger Stunden vor.
Mögliche Untersuchungen
- D-Dimer-Test (Bluttest auf Gerinnselabbauprodukte)
- Ultraschall der Venen (Kompressionssonographie) bei Verdacht auf Beinvenenthrombose
- CT-Untersuchung der Lunge (Thorax-CT) bei Verdacht auf Lungenembolie
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor dem Test müssen Sie nichts Besonderes beachten. Die Blutabnahme ist kurz und ähnlich wie eine normale Blutentnahme. Das Ergebnis wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen und gegebenenfalls weitere Untersuchungen empfehlen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache eines erhöhten D-Dimer-Werts. Liegt tatsächlich eine Thrombose oder Lungenembolie vor, wird meist eine Blutverdünnung (Antikoagulation) eingeleitet. Die Behandlung zielt darauf ab, das Gerinnsel aufzulösen und neue zu verhindern.
Selbsthilfe zu Hause
- Bewegen Sie sich regelmäßig, vor allem nach längerem Sitzen (z. B. Beine wackeln, aufstehen)
- Trinken Sie ausreichend, vor allem auf langen Reisen
- Tragen Sie bei Risiko ggf. Kompressionsstrümpfe (nach ärztlicher Verordnung)
Medizinische Behandlungen
Zur Behandlung einer bestätigten Thrombose oder Lungenembolie werden blutverdünnende Medikamente eingesetzt (Antikoagulanzien). Diese können als Tablette oder Spritze verabreicht werden. Die Dauer der Therapie hängt vom Einzelfall ab und wird mit Ihrem Arzt besprochen. Eine Operation ist nur in seltenen Fällen nötig, z. B. wenn ein Gerinnsel operativ entfernt werden muss (Thrombektomie).
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt nur in sehr seltenen Fällen in Betracht, wenn Medikamente nicht wirken oder eine lebensbedrohliche Situation vorliegt (z. B. große Lungenembolie).
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie eine Thrombose oder Lungenembolie hatten, werden Sie wahrscheinlich für einige Zeit blutverdünnende Medikamente einnehmen. Achten Sie darauf, sich nicht zu verletzen, da die Blutgerinnung herabgesetzt ist. Vermeiden Sie Stürze und informieren Sie Zahnärzte oder Chirurgen vor Eingriffen über Ihre Medikamente.
Tipps für den Alltag
- Tragen Sie bei langen Reisen oder Sitzen Kompressionsstrümpfe
- Bewegen Sie sich regelmäßig, z. B. Spazierengehen oder Radfahren
- Vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und wenig gesättigten Fetten kann helfen. Bewegung an der frischen Luft ist wichtig, aber vermeiden Sie extreme Belastungen, bis Ihr Arzt grünes Licht gibt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Thrombose oder die Angst vor einer Thrombose kann belastend sein. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle, wenn die Ängste überhandnehmen.
Vorbeugung
Sie können das Risiko für Blutgerinnsel senken, indem Sie sich regelmäßig bewegen, auf Ihr Gewicht achten und Rauchen vermeiden. Bei längeren Flügen oder Autofahrten ist es wichtig, die Beine zu bewegen und ausreichend zu trinken.
Impfungen
Entfällt
Früherkennungsprogramme
Der D-Dimer-Test wird nicht als Routine-Screening für gesunde Menschen empfohlen. Er kommt nur bei konkreten Symptomen oder Risikokonstellationen zum Einsatz.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreiten einer tiefen Venenthrombose mit zunehmenden Schmerzen und Schwellungen
- Lungenembolie (lebensbedrohlich)
- Postthrombotisches Syndrom (dauerhafte Schäden an den Venen, Schwellungen, Hautveränderungen)
Langzeitprognose
Mit rechtzeitiger Diagnose und Behandlung sind die meisten Thrombosen und Lungenembolien gut behandelbar. Die Prognose ist bei schnellem Handeln meist günstig. Wenn Sie die Behandlung wie empfohlen durchführen, können Sie in der Regel ein normales Leben führen.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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