Dix-Hallpike-Test
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Der Dix-Hallpike-Test ist eine einfache und schmerzlose Untersuchung, mit der Ärzte überprüfen, ob gutartiger Lagerungsschwindel (auch benigner paroxysmaler Positionsschwindel, BPPV) vorliegt. Dabei werden Ihre Kopf- und Körperbewegungen langsam und gezielt ausgeführt, um Schwindel und Augenzittern (Nystagmus) auszulösen, die auf diese Schwindelform hinweisen.
Wichtige Fakten
- Der Test dauert nur wenige Minuten und wird in der Arztpraxis durchgeführt.
- Er hilft, die betroffene Seite und den betroffenen Bogengang im Innenohr zu bestimmen.
- Der Dix-Hallpike-Test ist der Goldstandard zur Diagnose von BPPV.
- Ein positives Testergebnis kann oft direkt mit einer einfachen Bewegung (Lagerung) behandelt werden.
Ja, der Test wird sehr häufig durchgeführt, da gutartiger Lagerungsschwindel eine der häufigsten Ursachen für Schwindel ist und etwa jeder Zehnte im Laufe des Lebens daran erkrankt.
Der Test wird bei Erwachsenen jeden Alters durchgeführt, besonders häufig aber bei Menschen über 50 Jahren. Auch Kinder können betroffen sein, der Test ist aber seltener nötig.
Symptome
- Plötzlicher, sehr starker Schwindel mit Bewusstlosigkeit
- Schwindel zusammen mit Lähmungserscheinungen, Sprach- oder Sehstörungen
- Starke Kopfschmerzen, die noch nie da waren
- ⚠Schwindel, der länger als eine Minute anhält oder immer wiederkehrt
- ⚠Schwindel mit Ohrenschmerzen, Hörminderung oder Ohrensausen
- ⚠Schwindel, der nach einem Sturz oder Unfall auftritt
Häufige Symptome
- Kurzer, heftiger Drehschwindel beim Hinlegen, Umdrehen im Bett oder Aufrichten
- Übelkeit oder Erbrechen während der Schwindelattacke
- Unsicherheit beim Gehen, vor allem nach einer Schwindelattacke
Symptome bei Kindern
- Ähnliche Schwindelattacken, allerdings oft weniger heftig
- Kinder können den Schwindel schwer beschreiben – sie wirken plötzlich ängstlich oder klammert
- Gelegentlich Kopfschmerzen oder Übelkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Stärkere Gleichgewichtsstörungen und Sturzangst
- Die Schwindelanfälle können länger anhalten oder öfter auftreten
- Verstärkte Übelkeit und erhöhtes Sturzrisiko
Ursachen
Hauptursachen
- Gutartiger Lagerungsschwindel (BPPV) entsteht durch winzige Kristalle (Otolithen), die sich in einem der Bogengänge des Innenohrs lösen und dort die Flüssigkeit verwirbeln.
- Der Dix-Hallpike-Test selbst verursacht keinen Schwindel, sondern deckt diese Kristallablösungen auf.
Risikofaktoren
- Alter über 50 Jahre
- Kopfverletzungen oder Schleudertrauma
- Längere Bettruhe (z. B. nach Operationen)
- Bestimmte Erkrankungen wie Migräne oder Innenohrentzündungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei erstmaligem, heftigem Schwindel oder plötzlich auftretenden Begleitsymptomen (z. B. Sprachstörungen) sofort den Notruf 112 wählen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei wiederkehrendem Schwindel beim Hinlegen oder Umdrehen einen Hausarzt oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen.
- Der Arzt kann mit dem Dix-Hallpike-Test die Ursache klären.
Diagnose
Der Dix-Hallpike-Test wird von einem Arzt durchgeführt. Sie sitzen auf der Untersuchungsliege, der Arzt dreht Ihren Kopf zur Seite und legt Sie dann zügig mit dem Kopf über die Liegenkante nach hinten. Dabei wird Ihre Reaktion beobachtet.
Mögliche Untersuchungen
- Dix-Hallpike-Test: Sie werden aus dem Sitzen schnell in die Rückenlage gebracht, der Kopf hängt dabei leicht über die Kante.
- Gegebenenfalls kann der Test auf der anderen Seite wiederholt werden.
- Der Arzt beobachtet Ihre Augen auf unkontrollierte Bewegungen (Nystagmus) und fragt nach Ihrem Schwindelgefühl.
- In seltenen Fällen kann eine Videookulographie oder eine MRT-Untersuchung des Innenohrs nötig sein.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Test dauert etwa ein bis zwei Minuten. Es kann kurzzeitig starker Schwindel auftreten, der aber nach etwa 10–20 Sekunden wieder nachlässt. Bitte sagen Sie dem Arzt, wie Sie sich fühlen. Nach dem Test müssen Sie sich nicht schonen, manche verspüren noch eine leichte Benommenheit.
Behandlung
Wenn der Dix-Hallpike-Test einen gutartigen Lagerungsschwindel bestätigt, kann der Arzt direkt im Anschluss eine sogenannte Befreiungsmanöver durchführen – das sind gezielte Lagewechsel, die die Kristalle aus dem Bogengang zurück in die Ohrkuppel bringen.
Selbsthilfe zu Hause
- Vermeiden Sie in den ersten Tagen nach einer Behandlung schnelle Kopfbewegungen oder das Hinlegen auf die betroffene Seite.
- Schlafen Sie mit etwas erhöhtem Oberkörper, z. B. mit einem zusätzlichen Kissen.
- Führen Sie nur nach ärztlicher Anweisung Lagerungsübungen durch.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung besteht meist aus einem oder mehreren Befreiungsmanövern (z. B. Epley-Manöver oder Semont-Manöver), die der Arzt durchführt. Diese sind bei über 90 % der Fälle wirksam. Medikamente gegen Schwindel werden nur selten und kurzfristig eingesetzt – sie lindern Symptome, behandeln aber nicht die Ursache.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nur in sehr seltenen, hartnäckigen Fällen, wenn Befreiungsmanöver nach Wochen nicht helfen, kann eine Operation am Innenohr in Betracht gezogen werden. Dies wird individuell mit dem Facharzt besprochen.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Patienten sind nach einer erfolgreichen Behandlung beschwerdefrei. Manchmal kann der Schwindel wiederkehren – dann kann der Test und das Befreiungsmanöver wiederholt werden.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf ausreichend Flüssigkeit und vermeiden Sie plötzliche Drehbewegungen des Kopfes.
- Treiben Sie regelmäßig Sport, aber vermeiden Sie Übungen mit raschen Lagewechseln (z. B. Kopfstand).
- Sturzprophylaxe: Räumen Sie Hindernisse im Haus weg, verwenden Sie Nachtlichter.
Ernährung und Bewegung
Eine spezielle Diät ist nicht nötig. Bewegung an der frischen Luft und moderater Ausdauersport sind empfehlenswert, wenn kein akuter Schwindel besteht.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wiederholter Schwindel kann Ängste auslösen – zum Beispiel Angst vor Stürzen oder vor dem Hinlegen. Das ist verständlich. Offene Gespräche mit dem Arzt und gegebenenfalls eine Psychotherapie können helfen, die Lebensqualität zu verbessern.
Vorbeugung
Gutartiger Lagerungsschwindel lässt sich nicht immer verhindern, da er oft ohne erkennbare Ursache auftritt. Sie können das Risiko aber senken, indem Sie Kopfverletzungen vermeiden (z. B. Helm beim Radfahren) und nach Operationen frühzeitig wieder mobil werden.
Impfungen
Entfällt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine Vorsorgeuntersuchung speziell für Lagerungsschwindel. Suchen Sie bei erstmaligem oder wiederkehrendem Schwindel einen Arzt auf.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wiederholte Schwindelanfälle, die den Alltag einschränken und Stürze begünstigen
- Chronische Angst vor dem Hinlegen oder Umdrehen im Bett
- Selten: Entwicklung eines anhaltenden Schwindelgefühls (chronische subjektive Schwindelsymptomatik)
Langzeitprognose
Die Prognose ist sehr gut. Bei über 90 % der Betroffenen verschwindet der Schwindel nach einer oder wenigen Behandlungen vollständig. Auch wenn er manchmal wiederkehrt, kann er jedes Mal erfolgreich behandelt werden. Die deutsche S2k-Leitlinie der AWMF empfiehlt den Dix-Hallpike-Test als erste Wahl zur Diagnose und die Befreiungsmanöver als Therapie.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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