Elektroenzephalogramm (EEG)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Elektroenzephalogramm (EEG) ist eine schmerzlose Untersuchung, bei der die elektrische Aktivität Ihres Gehirns gemessen wird. Dazu werden kleine Metallscheiben (Elektroden) auf Ihre Kopfhaut gesetzt. Das EEG hilft Ihrem Arzt, die Funktion Ihres Gehirns zu beurteilen.
Wichtige Fakten
- Das EEG ist strahlungsfrei und völlig schmerzfrei.
- Es wird häufig bei Verdacht auf Epilepsie, Schlafstörungen oder Hirnverletzungen eingesetzt.
- Die Untersuchung dauert etwa 20 bis 60 Minuten und kann im Sitzen oder Liegen durchgeführt werden.
Ja, das EEG ist eine Standarduntersuchung in der Neurologie und wird sehr häufig durchgeführt.
Menschen jeden Alters, bei denen der Verdacht auf eine neurologische Erkrankung besteht, können ein EEG erhalten. Auch gesunde Menschen bekommen es manchmal als Vorsorgeuntersuchung, zum Beispiel bei bestimmten Berufen.
Symptome
- Ein Krampfanfall, der länger als 5 Minuten dauert
- Mehrere Krampfanfälle nacheinander ohne vollständige Erholung dazwischen
- Atemnot oder Blaufärbung der Haut während eines Anfalls
- Bewusstlosigkeit, die länger als 10 Minuten anhält
- ⚠Neu aufgetretener Krampfanfall
- ⚠Plötzliche heftige Kopfschmerzen mit Erbrechen
- ⚠Akute Verwirrtheit oder Sprachstörungen
Häufige Symptome
- Wiederholte Krampfanfälle
- Plötzliche Verwirrtheit ohne bekannte Ursache
- Unerklärliche Ohnmachtsanfälle
- Starke Kopfschmerzen mit Bewusstseinsveränderung
- Einschlafstörungen oder Schlafapnoe
Symptome bei Kindern
- Wiederholte Fieberkrämpfe
- Auffälliges Verhalten wie plötzliches Starren oder Zuckungen
- Verzögerte Sprachentwicklung unklarer Ursache
- Nächtliches Aufwachen mit Verwirrtheit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Veränderungen der geistigen Leistungsfähigkeit
- Stürze mit Bewusstseinsveränderung
- Wiederholte Verwirrtheitszustände
- Neueingetretene Krampfanfälle
Ursachen
Hauptursachen
- Epilepsie – die häufigste Ursache für ein auffälliges EEG
- Schädel-Hirn-Traumata (Gehirnerschütterung oder schwerere Verletzungen)
- Gehirnentzündungen (Enzephalitis) durch Viren oder Bakterien
- Schlafstörungen wie Narkolepsie oder Schlafapnoe
- Tumore oder anderes Wachstum im Gehirn
Risikofaktoren
- Familiäre Vorbelastung mit Epilepsie
- Schwere Kopfverletzungen in der Vergangenheit
- Alkohol- oder Drogenmissbrauch
- Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes) mit wiederholten Unterzuckerungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Nach dem ersten Krampfanfall, insbesondere wenn die Person bewusstlos war
- Wenn sich die Anfälle plötzlich häufen oder anders sind als zuvor
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ihr Arzt eine regelmäßige Überwachung Ihrer Hirnfunktion empfohlen hat
- Bei anhaltenden Schlafproblemen ohne klare Ursache
Diagnose
Das EEG wird von einem Arzt oder speziell ausgebildeten Fachpersonal durchgeführt. Meistens liegt der Patient entspannt auf einer Liege oder sitzt bequem. Während der Aufzeichnung kann der Arzt Sie bitten, die Augen zu öffnen oder zu schließen, tief zu atmen oder auf ein blinkendes Licht zu schauen.
Mögliche Untersuchungen
- Standard-EEG im Wachzustand
- Schlaf-EEG (wird während des Schlafs aufgezeichnet)
- Video-EEG (gleichzeitige Videoaufzeichnung zur Beobachtung von Anfällen)
- Langzeit-EEG (über mehrere Stunden oder Tage)
- Belastungs-EEG (mit Licht- oder Atemprovokation)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor dem EEG sollten Sie Ihre Haare waschen, aber keine Haarpflegeprodukte (Gel, Haarspray) verwenden. Nehmen Sie Ihre üblichen Medikamente wie gewohnt, es sei denn, Ihr Arzt rät anders. Während der Aufzeichnung müssen Sie stillliegen. Nach dem EEG können Sie sofort Ihren normalen Aktivitäten nachgehen.
Behandlung
Das EEG selbst ist keine Behandlung, sondern eine Untersuchung. Die Ergebnisse helfen Ihrem Arzt, die richtige Therapie für die zugrunde liegende Erkrankung einzuleiten. Je nach Befund kann die Behandlung Medikamente, Verhaltenstherapie oder eine Operation umfassen.
Selbsthilfe zu Hause
- Führen Sie ein Tagebuch über Ihre Symptome (z.B. Anfallhäufigkeit, Schlafqualität)
- Vermeiden Sie Auslöser wie Schlafmangel, Stress oder Alkohol, wenn Ihr Arzt dies empfiehlt
- Tragen Sie einen medizinischen Notfallausweis bei sich, wenn Sie an Epilepsie leiden
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung richtet sich nach der Diagnose. Bei Epilepsie werden beispielsweise Medikamente eingesetzt, die die Anfallshäufigkeit senken. Bei Schlafstörungen können spezielle Therapien oder Atemgeräte helfen. Ihr Arzt bespricht mit Ihnen die beste Option. Nehmen Sie keine Medikamente ein, ohne vorher mit Ihrem Arzt zu sprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
In seltenen Fällen, wenn Medikamente nicht wirken und die Ursache genau lokalisiert werden kann (z.B. ein kleiner epileptischer Herd im Gehirn), kann eine Operation in Betracht gezogen werden.
Leben mit der Erkrankung
Nach einem EEG können Sie sofort wieder normal leben. Wenn bei Ihnen eine Erkrankung wie Epilepsie festgestellt wurde, ist es wichtig, die Behandlungsempfehlungen Ihres Arztes zu befolgen und regelmäßige Kontrolltermine wahrzunehmen.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und einen regelmäßigen Tagesrhythmus
- Vermeiden Sie übermäßigen Alkoholkonsum und Rauchen
- Nehmen Sie verschriebene Medikamente zuverlässig ein
- Informieren Sie Familie und Freunde über Ihre Erkrankung und was im Notfall zu tun ist
Ernährung und Bewegung
In der Regel ist eine normale, ausgewogene Ernährung möglich. Bei manchen Formen der Epilepsie kann eine ketogene Ernährung (sehr fettreich, kohlenhydratarm) hilfreich sein – aber nur unter ärztlicher Aufsicht. Bewegung und Sport sind in den meisten Fällen erlaubt, fragen Sie Ihren Arzt, ob es für Sie Einschränkungen gibt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose einer neurologischen Erkrankung kann belastend sein. Es ist normal, sich manchmal ängstlich oder unsicher zu fühlen. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt oder einem Psychologen über Ihre Sorgen zu sprechen.
Vorbeugung
Das EEG selbst ist eine Untersuchung und muss nicht verhindert werden. Wenn Sie jedoch eine Erkrankung haben, die ein auffälliges EEG verursacht, können Sie durch eine gute Behandlung und einen gesunden Lebensstil möglicherweise Komplikationen vermeiden.
Impfungen
Es gibt keine spezifische Impfung, die ein auffälliges EEG verhindert. Impfungen gegen bestimmte Infektionen (z.B. Meningokokken) können jedoch das Risiko für Gehirnentzündungen senken.
Früherkennungsprogramme
In manchen Fällen wird ein EEG als Teil einer Vorsorgeuntersuchung durchgeführt, zum Beispiel bei Menschen mit bestimmten Berufsgruppen (Piloten, Berufskraftfahrer) oder bei familiärer Belastung mit Epilepsie.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wiederholte Krampfanfälle können zu Verletzungen (z.B. Stürzen) führen
- Anhaltende Bewusstseinsstörungen können die Lebensqualität stark beeinträchtigen
- Unbehandelte Schlafstörungen erhöhen das Risiko für Bluthochdruck und Herzerkrankungen
- Eine unbehandelte Epilepsie kann in seltenen Fällen zu einem gefährlichen Status epilepticus (Daueranfall) führen
Langzeitprognose
Viele Erkrankungen, die mit einem auffälligen EEG einhergehen, lassen sich heute gut behandeln. Bei einer frühzeitigen Diagnose und richtigen Therapie können die meisten Menschen ein normales oder nahezu normales Leben führen. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten – es gibt viele wirksame Behandlungsmöglichkeiten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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