Wachstumsscan in der Schwangerschaft
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Wachstumsscan in der Schwangerschaft ist eine Ultraschalluntersuchung, bei der die Größe und das Wachstum Ihres Babys gemessen werden. Dabei werden Kopf, Bauch und Oberschenkelknochen vermessen, um zu sehen, ob Ihr Baby sich altersgerecht entwickelt. Der Scan wird in der Regel zwischen der 30. und 34. Schwangerschaftswoche durchgeführt, kann aber auch zu anderen Zeiten erfolgen, wenn es einen Grund gibt.
Wichtige Fakten
- Der Wachstumsscan ist eine schmerzlose und risikolose Ultraschalluntersuchung.
- Er hilft zu erkennen, ob Ihr Baby zu klein (wachstumsverzögert) oder zu groß (überdurchschnittlich groß) ist.
- Die Untersuchung dauert in der Regel 15 bis 30 Minuten.
- Die Ergebnisse werden mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme besprochen und fließen in die weitere Betreuung ein.
Ja, Wachstumsscans gehören zur Routinevorsorge in der Schwangerschaft. Viele Frauen erhalten mindestens einen Scan im dritten Trimester, besonders wenn es Hinweise auf ein mögliches Problem gibt.
Wachstumsscans betreffen schwangere Frauen und ihr ungeborenes Baby. Sie werden allen Schwangeren angeboten, vor allem aber bei Frauen mit Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Mehrlingsschwangerschaften oder wenn der Bauchumfang nicht wie erwartet wächst.
Symptome
- Starke, anhaltende Bauchschmerzen.
- Plötzlicher Blutverlust aus der Scheide.
- Starke Kopfschmerzen, Sehstörungen oder Oberbauchschmerzen (Zeichen für eine Präeklampsie).
- Wenn Sie keine Kindsbewegungen spüren oder diese plötzlich sehr schwach werden.
- ⚠Wenn Ihr Bauchumfang plötzlich gar nicht mehr wächst oder Sie Sorgen um die Bewegungen Ihres Babys haben.
- ⚠Bei wiederholten Auffälligkeiten in den Vorsorgeuntersuchungen.
Häufige Symptome
- Der Scan selbst hat keine Symptome – er ist eine Vorsorgeuntersuchung.
- Häufige Gründe für einen Scan sind: der Bauchumfang wächst zu langsam oder zu schnell.
- Frühere Auffälligkeiten im Ultraschall.
- Die Schwangere hat bestimmte Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck.
Symptome bei Kindern
- Ein Wachstumsscan wird beim ungeborenen Kind durchgeführt – nicht bei Kindern nach der Geburt.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nicht zutreffend – der Scan wird nur während der Schwangerschaft durchgeführt.
Ursachen
Hauptursachen
- Ein Wachstumsscan wird durchgeführt, um mögliche Probleme wie Wachstumsverzögerung oder übergroßes Wachstum zu erkennen.
- Ursachen für ein zu langsames Wachstum können eine Plazentainsuffizienz (die Plazenta liefert zu wenig Nährstoffe), Infektionen, Rauchen oder Alkoholkonsum sein.
- Ursachen für ein zu schnelles Wachstum sind oft mütterlicher Diabetes oder Übergewicht.
- Auch Mehrlingsschwangerschaften können zu abweichendem Wachstum führen.
Risikofaktoren
- Bluthochdruck oder Präeklampsie.
- Schwangerschaftsdiabetes oder bestehender Diabetes.
- Rauchen oder Alkoholkonsum in der Schwangerschaft.
- Mehrlingsschwangerschaft (Zwillinge, Drillinge etc.).
- Untergewicht oder Übergewicht der Mutter.
- Frühere Schwangerschaften mit einem zu kleinen oder zu großen Baby.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie weniger als 10 Kindsbewegungen in 2 Stunden spüren (im dritten Trimester).
- Bei plötzlichen starken Bauchschmerzen oder Blutungen.
- Bei anhaltenden starken Kopfschmerzen mit Sehstörungen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Im Rahmen der regulären Vorsorgeuntersuchungen (meist um die 30. bis 34. Woche).
- Wenn Ihr Frauenarzt oder Ihre Hebamme den Scan empfiehlt.
- Wenn Ihr Bauchumfang auffällig klein oder groß ist.
Diagnose
Ein Wachstumsscan wird mit einem Ultraschallgerät durchgeführt. Dabei gleitet der Arzt oder die Ärztin einen Schallkopf über Ihren Bauch, der mit Gel bestrichen ist. Die Bilder erscheinen auf einem Monitor.
Mögliche Untersuchungen
- Biometrie (Messung von Kopfdurchmesser, Bauchumfang und Oberschenkellänge).
- Schätzung des fetalen Gewichts anhand der Maße.
- Messung der Fruchtwassermenge.
- Doppler-Ultraschall (Durchblutung der Nabelschnur und Plazenta).
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Scan ist völlig schmerzfrei. Sie liegen auf einer Liege, Ihr Bauch wird etwas frei gemacht und mit Gel bestrichen. Der Schallkopf wird sanft über die Haut geführt. Sie können die Bilder auf dem Bildschirm sehen. Nach der Untersuchung entfernt man das Gel mit einem Tuch. Die Ergebnisse erhalten Sie sofort oder beim nächsten Termin.
Behandlung
Ein Wachstumsscan selbst ist eine Untersuchung, keine Behandlung. Falls Auffälligkeiten festgestellt werden, richtet sich die Behandlung nach der Ursache. Ziel ist es, die bestmögliche Versorgung für Mutter und Kind sicherzustellen.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit genügend Eiweiß und Vitaminen.
- Vermeiden Sie Rauchen, Alkohol und Drogen.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, aber nicht übermäßig.
- Ruhen Sie sich aus und vermeiden Sie Stress.
- Trinken Sie ausreichend Wasser.
Medizinische Behandlungen
Bei Wachstumsverzögerung kann der Arzt engmaschige Kontrollen oder Bettruhe empfehlen. Bei manchen Ursachen wie Diabetes wird die Blutzuckereinstellung optimiert. In schweren Fällen kann eine vorzeitige Entbindung nötig sein – immer in Absprache mit dem behandelnden Team. Medikamente werden nur nach strenger Abwägung und nie ohne genaue Diagnose verschrieben.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein Wachstumsscan selbst erfordert keine Operation. Bei Komplikationen, die eine Sectio (Kaiserschnitt) nötig machen, entscheidet Ihr Arzt oder Ihre Ärztin gemeinsam mit Ihnen darüber.
Leben mit der Erkrankung
Nach einem unauffälligen Wachstumsscan können Sie Ihren Alltag wie gewohnt fortsetzen. Bei Auffälligkeiten werden Sie von Ihrem medizinischen Team begleitet. Wichtig ist, auf die Signale Ihres Körpers zu achten und regelmäßige Vorsorgetermine wahrzunehmen.
Tipps für den Alltag
- Ernähren Sie sich gesund mit viel Obst, Gemüse und Vollkorn.
- Trinken Sie genug Wasser (etwa 1,5–2 Liter pro Tag).
- Bewegen Sie sich moderat, z. B. Spazierengehen oder Schwimmen.
- Vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten und Heben schwerer Lasten.
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Entspannung.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt das Wachstum Ihres Babys. Essen Sie regelmäßig kleine Mahlzeiten. Gute Eiweißquellen sind Hülsenfrüchte, mageres Fleisch, Fisch und Milchprodukte. Bewegung ist wichtig, aber übertreiben Sie es nicht. 20–30 Minuten moderate Bewegung am Tag sind ideal.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein auffälliger Wachstumsscan kann Ängste auslösen. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Partner, Ihrer Familie oder einer Vertrauensperson. Viele Krankenhäuser bieten auch psychologische Unterstützung an.
Vorbeugung
Ein Wachstumsscan dient der Erkennung, nicht der Verhinderung von Problemen. Sie können aber das Risiko für Wachstumsstörungen senken, indem Sie während der Schwangerschaft auf einen gesunden Lebensstil achten, regelmäßig zur Vorsorge gehen und Risikofaktoren wie Rauchen vermeiden.
Impfungen
In der Schwangerschaft wird eine Grippeimpfung und eine Pertussis-Impfung (Keuchhusten) empfohlen – besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt. Impfungen während der Schwangerschaft sind gut untersucht und sicher.
Früherkennungsprogramme
Der Wachstumsscan selbst ist ein Screening-Test. Zusätzlich gibt es die regulären Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft, die nach den Mutterschaftsrichtlinien durchgeführt werden. Diese werden von den Krankenkassen übernommen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wird eine Wachstumsverzögerung nicht erkannt, kann das Baby zu wenig Nährstoffe erhalten und unterentwickelt sein.
- Ein zu großes Baby kann zu Geburtskomplikationen wie Schulterdystokie führen.
- Unentdeckte Durchblutungsstörungen der Plazenta können das Risiko für eine Totgeburt erhöhen.
Langzeitprognose
Die allermeisten Auffälligkeiten im Wachstumsscan sind behandelbar oder überwachbar. Mit rechtzeitiger Erkennung und guter Betreuung haben die meisten Babys eine sehr gute Prognose. Moderne Medizin kann viele Komplikationen abfangen. Vertrauen Sie auf Ihr medizinisches Team.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) · Deutschland
- AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) – Leitlinien zur Schwangerschaftsvorsorge · Deutschland
Hilfetelefone
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
Guidance may differ by country or region. Confirm local recommendations with a qualified healthcare provider.