Vorbereitung auf die Audiometrie
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Audiometrie ist eine schmerzlose Untersuchung, bei der Ihr Hörvermögen getestet wird. Dabei werden verschiedene Töne und Lautstärken verwendet, um festzustellen, wie gut Sie hören. Die Untersuchung hilft, Hörprobleme zu erkennen.
Wichtige Fakten
- Eine Audiometrie dauert in der Regel 30 bis 60 Minuten und ist schmerzfrei.
- Sie können sich normal auf die Untersuchung vorbereiten – Sie müssen nichts Besonderes beachten.
- Das Ergebnis zeigt, ob und wie stark Ihr Hörvermögen eingeschränkt ist.
Die Audiometrie ist eine sehr häufige Untersuchung. Viele Menschen lassen sie im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen oder bei Hörproblemen durchführen.
Die Audiometrie wird bei Menschen jeden Alters durchgeführt, von Säuglingen bis zu älteren Erwachsenen. Besonders häufig wird sie bei Personen mit Verdacht auf Hörverlust oder bei bestimmten Berufsgruppen (z. B. Lärmarbeitern) eingesetzt.
Symptome
- Plötzlicher Hörverlust auf einem Ohr (Hörsturz)
- Hörverlust nach einem Schädelunfall oder einer Kopfverletzung
- ⚠Hörverlust, der sich innerhalb weniger Stunden oder Tage entwickelt
- ⚠Taubheitsgefühl oder Lähmungen im Gesicht
- ⚠Schmerzen oder Flüssigkeitsaustritt aus dem Ohr
Häufige Symptome
- Sie hören Gespräche schlecht, besonders in lauter Umgebung.
- Sie müssen den Fernseher oder das Radio lauter stellen als andere.
- Sie haben das Gefühl, dass Menschen nuscheln oder undeutlich sprechen.
Symptome bei Kindern
- Das Kind reagiert nicht auf laute Geräusche oder spricht spät.
- Es hat Schwierigkeiten, Anweisungen zu folgen oder hört oft nicht zu.
- In der Schule fällt es schwer, dem Unterricht zu folgen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Sie haben Mühe, Telefonate zu verstehen.
- Sie ziehen sich aus sozialen Situationen zurück, weil das Hören anstrengend ist.
- Angehörige bemerken, dass Sie oft nachfragen oder Dinge überhören.
Ursachen
Hauptursachen
- Altersbedingter Hörverlust (Presbyakusis) – die häufigste Ursache
- Lärmbelastung, z. B. laute Musik oder Berufslärm
- Ohrenerkrankungen wie Mittelohrentzündungen oder Ohrenschmalzpfropfen
Risikofaktoren
- Hohes Alter
- Regelmäßige, laute Geräuschumgebung (Arbeit, Hobbys)
- Familienvorgeschichte von Hörverlust
- Bestimmte Medikamente, die das Ohr schädigen können (sogenannte ototoxische Medikamente – sprechen Sie mit Ihrem Arzt)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichem Hörverlust innerhalb weniger Stunden oder Tage
- Nach einem Unfall oder Schlag auf das Ohr
- Bei Schmerzen, Eiter oder Blut aus dem Ohr
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Hörvermögen nachlässt
- Wenn Angehörige auf Ihre Hörprobleme hinweisen
- Im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen (z. B. bei bestimmten Berufen)
Diagnose
Die Audiometrie ist der wichtigste Test zur Überprüfung des Hörvermögens. Ein HNO-Arzt oder ein Hörakustiker führt die Untersuchung durch.
Mögliche Untersuchungen
- Reinton-Audiometrie: Sie hören Töne verschiedener Frequenzen und Lautstärken und geben ein Zeichen, wenn Sie etwas hören.
- Sprachaudiometrie: Sie wiederholen gesprochene Wörter oder Sätze in unterschiedlicher Lautstärke.
- Tympanometrie: Eine kleine Sonde misst die Beweglichkeit Ihres Trommelfells (optional).
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie sitzen in einer schalldichten Kabine und tragen Kopfhörer. Der Arzt oder Hörakustiker gibt Anweisungen. Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei. Sie können sich auf das konzentrieren, was Sie hören. Nach dem Test erhalten Sie eine Hörkurve (Audiogramm), die Ihr Hörvermögen zeigt.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und dem Schweregrad des Hörverlusts. Bei bleibendem Hörverlust gibt es gute Hilfsmittel.
Selbsthilfe zu Hause
- Vermeiden Sie laute Umgebungen und tragen Sie bei Lärm einen Gehörschutz.
- Reinigen Sie Ihr Ohr nur von außen – führen Sie keine Gegenstände in den Gehörgang ein.
- Bei vorübergehendem Hörverlust (z. B. durch Ohrenschmalz) kann eine sanfte Reinigung helfen – fragen Sie Ihren Arzt.
Medizinische Behandlungen
Medikamente werden nur bei bestimmten Ursachen wie Entzündungen oder Durchblutungsstörungen eingesetzt. Ihr Arzt kann Ihnen Behandlungsmöglichkeiten vorschlagen. Bei Hörsturz kommen manchmal Infusionen zum Einsatz – besprechen Sie dies mit Ihrem HNO-Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann in manchen Fällen nötig sein, z. B. bei chronischen Mittelohrentzündungen oder einem Cholesteatom (einer Wucherung im Ohr). Ihr Arzt wird Sie hierzu beraten.
Leben mit der Erkrankung
Hörverlust kann den Alltag erschweren, aber es gibt viele Hilfsmittel. Hörgeräte sind heute klein und leistungsstark. Auch technische Hilfen wie verstärkte Telefone oder Untertitel können helfen.
Tipps für den Alltag
- Informieren Sie Familie und Freunde über Ihr Hörproblem – so können sie besser auf Sie eingehen.
- Suchen Sie ruhige Plätze für Gespräche.
- Nutzen Sie in öffentlichen Räumen (wie Kinos) Induktionsschleifen, wenn vorhanden.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen (z. B. Vitamin B12, Zink) kann das Gehör unterstützen. Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung, auch im Innenohr.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Hörverlust kann zu sozialem Rückzug, Einsamkeit oder Depressionen führen. Es ist wichtig, dies anzusprechen. Ein Hörgerät kann nicht nur Ihr Hörvermögen verbessern, sondern auch Ihre Lebensqualität.
Vorbeugung
Nicht jede Form von Hörverlust ist vermeidbar. Aber Sie können Ihr Gehör schützen, indem Sie Lärm vermeiden oder Gehörschutz tragen. Bei Verdacht auf Hörprobleme ist eine frühzeitige Untersuchung sinnvoll.
Impfungen
Impfungen können bestimmte Ursachen von Hörverlust verhindern, z. B. Impfungen gegen Mumps, Masern oder Röteln. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt zu empfohlenen Impfungen beraten.
Früherkennungsprogramme
Für Neugeborene gibt es in Deutschland ein Hörscreening. Bei Erwachsenen empfehlen manche Fachleute regelmäßige Hörtests, besonders wenn Sie Risikofaktoren wie Lärmbelastung haben.
Komplikationen
Unbehandelt
- Zunehmende soziale Isolation
- Schwierigkeiten im Beruf oder in der Schule
- Erhöhtes Risiko für Stürze (das Gleichgewicht kann beeinträchtigt sein)
- Mögliche Beschleunigung des altersbedingten geistigen Abbaus (Demenz)
Langzeitprognose
Die Aussichten sind heute sehr gut. Mit modernen Hörgeräten und anderen Hilfsmitteln können die meisten Menschen mit Hörverlust ein aktives und erfülltes Leben führen. Suchen Sie frühzeitig Hilfe – Ihr Gehör ist es wert.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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