QuantiFERON-TB-Test
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Der QuantiFERON-TB-Test ist ein Bluttest, der eine Infektion mit dem Tuberkulose-Bakterium nachweisen kann. Er untersucht, ob Ihr Immunsystem auf Bestandteile der Bakterien reagiert. Der Test wird auch IGRA (Interferon-Gamma-Release-Assay) genannt.
Wichtige Fakten
- Der Test erkennt eine Infektion mit Tuberkulose-Bakterien, egal ob sie aktiv ist oder nicht (latente Tuberkulose).
- Er wird oft anstelle des Hauttests (Mendel-Mantoux-Test) verwendet, besonders wenn eine BCG-Impfung vorliegt.
- Der Test ist ein Bluttest und erfordert nur eine Blutabnahme aus der Armvene.
- Das Ergebnis liegt meist innerhalb von 24 Stunden vor.
Ja, der QuantiFERON-Test wird in Deutschland häufig zur Tuberkulose-Diagnostik eingesetzt, besonders bei Verdacht auf latente Tuberkulose oder bei Personen mit erhöhtem Risiko.
Der Test wird bei Menschen durchgeführt, die möglicherweise mit Tuberkulose-Bakterien in Kontakt gekommen sind, z. B. nach einer Reise in ein Gebiet mit hoher Tuberkulose-Rate, bei Kontakt zu einer erkrankten Person oder bei einem geschwächten Immunsystem.
Symptome
- Blutiges Aushusten (Hämoptyse)
- Plötzliche starke Atemnot
- Schmerzen in der Brust
- Hohes Fieber mit Verwirrtheit
- ⚠Husten mit Blutbeimengungen (auch geringen Mengen)
- ⚠Fieber über 39°C, das nicht sinkt
- ⚠Starke Atembeschwerden
- ⚠Schwellung im Halsbereich mit Atemproblemen
Häufige Symptome
- Anhaltender Husten (länger als 3 Wochen)
- Nachtschweiß
- Müdigkeit und Schwächegefühl
- Gewichtsverlust ohne Grund
- Leichtes Fieber
Symptome bei Kindern
- Gewichtsverlust oder Gedeihstörung
- Husten und Fieber
- Müdigkeit
- Geschwollene Lymphknoten
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Desorientierung (bei Befall des Gehirns)
- Fieber und Nachtschweiß
- Atemnot
- Verschlechterung des Allgemeinzustands
Ursachen
Hauptursachen
- Eine Infektion mit Tuberkulose-Bakterien (Mycobacterium tuberculosis). Die Bakterien werden durch Tröpfcheninfektion beim Husten oder Niesen einer erkrankten Person übertragen.
Risikofaktoren
- Enger Kontakt zu einer Person mit aktiver Tuberkulose
- Aufenthalt in Ländern mit hoher Tuberkulose-Rate
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch HIV, Diabetes, bestimmte Medikamente)
- Rauchen
- Mangelernährung
- Alter (Kinder und ältere Menschen)
- Arbeiten im Gesundheitswesen oder in Gemeinschaftseinrichtungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie blutigen Auswurf haben oder plötzlich starke Atemnot bekommen – suchen Sie sofort einen Arzt oder rufen Sie den Notruf (112) an.
- Bei hohem Fieber und Husten, der länger als eine Woche anhält.
- Wenn Sie nach einem Kontakt mit einer Tuberkulose-Erkrankten Symptome entwickeln.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie wissen, dass Sie Kontakt zu einer ansteckenden Tuberkulose-Patientin oder einem Patienten hatten, auch ohne Symptome.
- Vor einer geplanten Behandlung mit immunsuppressiven Medikamenten (z. B. bei Rheuma oder nach Organtransplantation).
- Wenn Sie aus einem Hochrisikogebiet kommen und eine Testung wünschen.
Diagnose
Der QuantiFERON-Test ist ein Bluttest. Dabei wird eine Blutprobe genommen und im Labor untersucht, ob bestimmte Immunzellen (T-Lymphozyten) auf Tuberkulose-Proteine reagieren. Eine positive Reaktion deutet auf eine Infektion hin. Der Test unterscheidet nicht zwischen einer latenten (ruhenden) und einer aktiven Tuberkulose.
Mögliche Untersuchungen
- QuantiFERON-TB-Gold-Plus-Test (Bluttest)
- T-SPOT.TB-Test (eine andere Form des IGRA-Tests)
- Tuberkulose-Hauttest (Mendel-Mantoux-Test) – je nach Situation
- Röntgenaufnahme der Lunge bei positivem Bluttest
- Sputum-Untersuchung (Auswurf) bei Verdacht auf aktive Tuberkulose
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei der Blutabnahme wird wie bei jedem normalen Bluttest eine Vene in Ihrem Arm punktiert. Das tut kurz weh. Nach etwa 15–20 Minuten können Sie die Praxis wieder verlassen. Das Ergebnis erhalten Sie meist nach 1–2 Tagen. Bei einem positiven Ergebnis wird Ihr Arzt weitere Untersuchungen veranlassen, um festzustellen, ob die Tuberkulose aktiv ist.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich danach, ob es sich um eine latente (ruhende) oder eine aktive Tuberkulose handelt. Bei einer latenten Infektion wird in der Regel eine vorbeugende Behandlung mit Antibiotika über mehrere Monate durchgeführt, um einen Ausbruch zu verhindern. Bei einer aktiven Tuberkulose muss eine Kombination von Antibiotika über mindestens 6 Monate eingenommen werden. Die Behandlung wird immer von einem Facharzt (Pneumologe oder Infektiologe) überwacht.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie alle Medikamente genau nach Anweisung Ihres Arztes ein – auch wenn Sie sich besser fühlen.
- Achten Sie auf ausreichend Ruhe und Schlaf, besonders während der aktiven Behandlung.
- Halten Sie Arzttermine und Kontrolluntersuchungen konsequent ein.
- Vermeiden Sie engen Kontakt zu anderen Menschen, solange Sie ansteckend sein könnten (Ihr Arzt informiert Sie darüber).
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung der Tuberkulose besteht aus einer Kombination mehrerer Antibiotika, die über mehrere Monate eingenommen werden. Bei aktiver Tuberkulose kommen in der Regel Mittel wie Isoniazid, Rifampicin, Ethambutol und Pyrazinamid zum Einsatz – aber die genaue Kombination und Dauer legt Ihr Arzt fest. Eine regelmäßige Überwachung ist wichtig, um Nebenwirkungen früh zu erkennen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nur in sehr seltenen Fällen wird eine Operation nötig, z. B. wenn Gewebe oder Organe durch die Tuberkulose zerstört wurden oder wenn Medikamente nicht wirken. Dies wird von einem spezialisierten Chirurgen beurteilt.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie eine latente Tuberkulose haben, können Sie Ihren Alltag normal fortsetzen, solange Sie die Behandlung durchführen. Bei aktiver Tuberkulose müssen Sie in den ersten Wochen zu Hause bleiben, bis Sie nicht mehr ansteckend sind. Ihr Arzt teilt Ihnen mit, wann dies der Fall ist.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie Ihre Medikamente immer zur gleichen Zeit ein.
- Vermeiden Sie Rauchen und Alkohol, da sie die Lunge zusätzlich belasten.
- Achten Sie auf eine gute Hygiene, z. B. regelmäßiges Lüften und Abdecken des Mundes beim Husten.
- Bewegen Sie sich an der frischen Luft, wenn Sie sich gut fühlen, aber überanstrengen Sie sich nicht.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, vollwertigen Kohlenhydraten und ausreichend Eiweiß unterstützt Ihr Immunsystem. Leichte Bewegung wie Spazierengehen hilft, die Lungenfunktion zu erhalten. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Aktivitäten für Sie geeignet sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Tuberkulose-Diagnose kann Ängste und Unsicherheiten auslösen, besonders wegen der langen Behandlung und der Ansteckungsgefahr. Viele Menschen fühlen sich isoliert. Es ist normal, traurig oder besorgt zu sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder suchen Sie psychologische Unterstützung. Die Behandlung ist heute sehr wirksam, und die meisten Menschen werden vollständig gesund.
Vorbeugung
Sie können das Risiko einer Tuberkulose-Infektion verringern, indem Sie engen Kontakt zu Erkrankten vermeiden, besonders in geschlossenen Räumen. In Risikogebieten kann das Tragen einer Maschine helfen. Eine gesunde Lebensweise stärkt Ihr Immunsystem.
Impfungen
Es gibt einen Impfstoff (BCG) gegen Tuberkulose, der in Deutschland jedoch nicht mehr generell empfohlen wird, da der Schutz unvollständig ist und der Impfstoff den Hauttest verfälscht.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland wird bei bestimmten Risikogruppen (z. B. nach engem Kontakt zu einem Tuberkulose-Fall, bei Immunschwäche) ein Screening mit dem QuantiFERON-Test empfohlen. In manchen Berufsfeldern (Gesundheitswesen, Pflege) gibt es wiederholte Testungen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreiten zu einer aktiven Tuberkulose mit Lungenschäden
- Ausbreitung der Bakterien auf andere Organe (Miliartuberkulose, Hirnhautentzündung etc.)
- Lungenkavernen (Hohlräume) und Atemnot
- Blutvergiftung (Sepsis) in schweren Fällen
Langzeitprognose
Die Behandlung der Tuberkulose ist in den meisten Fällen erfolgreich, wenn sie konsequent durchgeführt wird. Die Heilungschancen sind sehr gut, besonders wenn die Erkrankung früh erkannt wird. Die meisten Menschen werden nach einer vollständigen Behandlung vollkommen gesund und sind nicht mehr ansteckend. Wichtig ist, die Therapie nicht vorzeitig abzubrechen, um Resistenzen zu vermeiden.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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