Refraktionstest
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Refraktionsbestimmung ist eine einfache und schmerzlose Augenuntersuchung, mit der Ihr Augenarzt oder Optiker feststellt, ob Sie eine Brille oder Kontaktlinsen brauchen. Dabei wird gemessen, wie gut Ihr Auge Licht bündelt – ähnlich wie bei einer Kamera, die scharfgestellt wird.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung dauert meist nur 10 bis 20 Minuten.
- Sie ist völlig schmerzfrei und wird bei Kindern, Erwachsenen und älteren Menschen durchgeführt.
- Das Ergebnis gibt die genaue Brillenstärke für Ferne und/oder Nähe an.
Ja, die Refraktionsbestimmung gehört zu den häufigsten Sehtests weltweit. Fast jeder Mensch kommt im Laufe seines Lebens mindestens einmal damit in Kontakt.
Sie wird bei allen Altersgruppen durchgeführt – bei Kindern, um Fehlsichtigkeiten früh zu erkennen, bei Erwachsenen zur Anpassung von Brillen oder Kontaktlinsen und bei älteren Menschen zur Kontrolle von Alterssichtigkeit (Presbyopie).
Symptome
- Plötzlicher Sehverlust auf einem oder beiden Augen
- Plötzliche Doppelbilder
- Starke Augenschmerzen mit Übelkeit oder Erbrechen (mögliches Anzeichen für einen akuten Glaukomanfall)
- ⚠Anhaltende verschwommene Sicht, die nicht durch eine neue Brille besser wird
- ⚠Rotes, schmerzhaftes Auge mit Lichtempfindlichkeit
- ⚠Flimmern oder Blitze im Sichtfeld
Häufige Symptome
- Verschwommenes Sehen in der Ferne oder Nähe
- Häufige Kopfschmerzen nach längerem Lesen oder Arbeiten am Bildschirm
- Augenbrennen oder müde Augen
- Doppelbilder oder Schielen
Symptome bei Kindern
- Schielen oder Augen verdrehen
- Häufiges Blinzeln oder Reiben der Augen
- Kopfschmerzen nach dem Lesen
- Schwierigkeiten beim Erkennen von Tafeln oder Buchstaben
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Zunehmende Schwierigkeit, kleine Schrift zu lesen (Alterssichtigkeit)
- Verschwommenes Sehen im Nahbereich
- Kopfschmerzen bei Naharbeit
Ursachen
Hauptursachen
- Kurzsichtigkeit (Myopie): Das Auge ist zu lang – ferne Objekte erscheinen unscharf.
- Weitsichtigkeit (Hyperopie): Das Auge ist zu kurz – nahe Objekte sind unscharf.
- Hornhautverkrümmung (Astigmatismus): Die Hornhaut ist ungleichmäßig gekrümmt, sodass Licht an verschiedenen Stellen scharf gestellt wird.
- Alterssichtigkeit (Presbyopie): Die Linse verliert mit zunehmendem Alter an Elastizität – das scharfe Sehen in der Nähe wird schwieriger.
Risikofaktoren
- Familiäre Vorbelastung (Eltern mit Fehlsichtigkeit)
- Frühgeburtlichkeit
- Übermäßige Bildschirmarbeit
- Alter (über 40 Jahre für Alterssichtigkeit)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliche oder starke Sehverschlechterung
- Augenschmerzen, die nicht nachlassen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Alle 1–2 Jahre zur Vorsorge, auch ohne Beschwerden
- Vor dem Führerscheinerwerb oder bei Sehtests im Beruf
- Bei Kindern im Vorschulalter und bei Schulbeginn
Diagnose
Die Refraktionsbestimmung wird von einem Augenarzt oder Optiker durchgeführt. Sie sitzen vor einem Gerät (Autorefraktometer) oder blicken durch eine Vorrichtung, während Ihnen verschiedene Linsen vorgehalten werden.
Mögliche Untersuchungen
- Autorefraktometrie: Ein Gerät misst automatisch die Brechkraft des Auges.
- Subjektive Refraktion: Der Arzt oder Optiker legt Ihnen verschiedene Gläser vor und fragt, mit welchem Sie am besten sehen.
- Skiaskopie (Schattenprobe): Mit einem Lichtstrahl wird die Brechung des Auges beobachtet – besonders bei Kindern oder Menschen, die nicht sprechen können.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden gebeten, auf eine Tafel mit Buchstaben oder Symbolen zu schauen. Der Arzt wechselt Linsen und fragt: „Welches Bild sehen Sie schärfer – mit Glas 1 oder Glas 2?“ Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei. Eventuell werden Augentropfen verwendet, um die Pupillen zu weiten – dann sollten Sie für einige Stunden nicht Auto fahren.
Behandlung
Die Behandlung einer Fehlsichtigkeit zielt darauf ab, das scharfe Sehen zu verbessern. Die häufigsten Optionen sind Brillen, Kontaktlinsen oder operativen Eingriffe.
Selbsthilfe zu Hause
- Tragen Sie Ihre verordnete Brille oder Kontaktlinsen regelmäßig, besonders beim Autofahren oder bei Bildschirmarbeit.
- Achten Sie auf ausreichende Beleuchtung beim Lesen.
- Machen Sie regelmäßig Pausen bei Naharbeit (20-20-20-Regel: alle 20 Minuten 20 Sekunden in die Ferne schauen).
- Reinigen Sie Ihre Brillengläser und Kontaktlinsenhygiene beachten.
Medizinische Behandlungen
Die Korrektur erfolgt in der Regel mit Brillengläsern oder Kontaktlinsen, die die Fehlsichtigkeit ausgleichen. Für manche Menschen kommen refraktive chirurgische Verfahren wie Laserbehandlungen oder Linsenimplantate in Frage. Die genaue Methode hängt von der Art der Fehlsichtigkeit, dem Alter und der Augengesundheit ab. Ihr Augenarzt wird Sie ausführlich beraten. Es gibt auch spezielle Übungen für bestimmte Sehprobleme, die aber nicht jede Fehlsichtigkeit beheben können.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (z. B. LASIK) kann bei stabiler Fehlsichtigkeit und gesunder Hornhaut in Betracht gezogen werden. Der Arzt bespricht Nutzen und Risiken vorab.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen mit Fehlsichtigkeit führen ein ganz normales Leben. Mit der richtigen Brille oder Kontaktlinsen sind alle Aktivitäten wie Autofahren, Lesen oder Sport problemlos möglich.
Tipps für den Alltag
- Tragen Sie Ihre Sehhilfe konsequent, wenn Sie sie brauchen.
- Planen Sie regelmäßige Kontrolltermine (alle 1–2 Jahre) ein.
- Schützen Sie Ihre Augen vor UV-Strahlung und Verletzungen (Sonnenbrille, Schutzbrille bei bestimmten Tätigkeiten).
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit Vitaminen (A, C, E und Zink) kann die allgemeine Augengesundheit fördern. Bewegung an der frischen Luft entlastet die Augen und beugt Überanstrengung vor.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Fehlsichtigkeit an sich belastet psychisch meist nicht stark. Wenn jedoch das Sehen plötzlich schlechter wird oder die Brille nicht mehr ausreicht, können Verunsicherung oder Ängste auftreten. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber.
Vorbeugung
Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit lassen sich nicht immer verhindern, aber das Fortschreiten kann durch Maßnahmen wie ausreichend Zeit im Freien und Bildschirmpausen verlangsamt werden. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen, Probleme früh zu erkennen.
Früherkennungsprogramme
Bei Kindern wird im Rahmen der U-Untersuchungen (U7 bis U9) ein Sehtest empfohlen. Erwachsene sollten ab 40 Jahren alle 2 Jahre einen Augenarzt aufsuchen, auch ohne Beschwerden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Starke Kopfschmerzen und Überanstrengung der Augen
- Verschlechterung des Schulleistung bei Kindern (unentdeckte Fehlsichtigkeit)
- Erhöhtes Unfallrisiko im Straßenverkehr
- Bei Kindern: Schielen (Strabismus) oder Schwachsichtigkeit (Amblyopie) können sich entwickeln
Langzeitprognose
Mit der richtigen Korrektur (Brille, Kontaktlinsen oder Operation) ist die Prognose in der Regel sehr gut. Die meisten Menschen erreichen wieder eine normale Sehschärfe und können ihren Alltag uneingeschränkt genießen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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