Kipptischtest
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Kipptisch-Test ist eine Untersuchung, bei der Sie auf einer speziellen Liege befestigt werden, die sich langsam aufrichtet. Dabei wird gemessen, wie Ihr Kreislauf auf die Positionsänderung reagiert. Der Test hilft, die Ursache von wiederholten Ohnmachtsanfällen (Synkopen) oder Schwindel zu finden.
Wichtige Fakten
- Der Test simuliert die Belastung des Kreislaufs beim Aufstehen.
- Er dauert etwa 30 bis 60 Minuten.
- Die Untersuchung ist schmerzfrei, kann aber Schwindel oder Ohnmacht auslösen – das ist gewollt.
Der Kipptisch-Test ist ein spezielles Verfahren, das vor allem in Kardiologie- oder Neurologie-Praxen und Krankenhäusern durchgeführt wird. Er kommt nicht bei jeder Untersuchung von Schwindel oder Ohnmacht zum Einsatz, sondern nur wenn die Ursache unklar bleibt.
Der Test wird bei Menschen jeden Alters durchgeführt, die unter wiederholten Ohnmachtsanfällen oder unklarem Schwindel leiden – besonders wenn die Ursache nicht in Herzrhythmusstörungen oder anderen Herzkrankheiten liegt. Auch bei Kindern und älteren Erwachsenen wird er eingesetzt.
Symptome
- Wenn Sie während des Tests starke Brustschmerzen, Atemnot, anhaltende Ohnmacht mit Aufwachstörungen oder Krampfanfälle erleben – das ist ein Notfall. Rufen Sie sofort 112.
- ⚠Nach dem Test: Anhaltender Schwindel, starkes Erbrechen, Bewusstlosigkeit, die nicht sofort aufhört – suchen Sie noch am selben Tag ärztliche Hilfe auf.
Häufige Symptome
- Der Test selbst löst oft keine körperlichen Symptome aus, die über leichten Schwindel oder Übelkeit hinausgehen.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern kann es während des Tests zu Unwohlsein, Blässe oder plötzlicher Müdigkeit kommen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene haben ein höheres Risiko für Blutdruckschwankungen oder Stürze während des Tests – deshalb wird besonders eng überwacht.
Ursachen
Hauptursachen
- Der Kipptisch-Test wird durchgeführt, um die Ursache von Synkopen (Ohnmachtsanfällen) zu klären – nicht um eine Krankheit zu diagnostizieren, sondern um die Reaktion des Nervensystems auf Lageänderungen zu messen.
Risikofaktoren
- Menschen mit wiederholten Ohnmachtsanfällen unklarer Genese haben oft eine sogenannte vasovagale Synkope (Kreislaufzusammenbruch durch Nervensystem).
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie nach dem Test extreme Beschwerden haben (siehe Notfallsymptome).
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vereinbaren Sie einen Termin zur Besprechung der Testergebnisse bei Ihrem Kardiologen oder Neurologen.
Diagnose
Der Kipptisch-Test ist kein Verfahren zur Diagnose einer Krankheit, sondern ein Test, der bestimmte Funktionsstörungen des Kreislaufs sichtbar macht. Die Ergebnisse helfen, die Ursache von Synkopen zu erkennen – z. B. eine vasovagale Synkope oder ein Posturales Tachykardiesyndrom (POTS).
Mögliche Untersuchungen
- Der Test selbst: Sie liegen auf einer Liege, die sich in mehreren Stufen aufrichtet – dabei werden Blutdruck, Herzfrequenz und EKG kontinuierlich aufgezeichnet.
- Manchmal wird zusätzlich ein Medikament (z. B. Nitro-Spray) eingesetzt, um die Belastung zu erhöhen – das ist aber kein Standard und wird nur nach strenger Indikation gegeben.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor dem Test werden Sie gebeten, für einige Stunden nichts zu essen. Sie bleiben während des gesamten Tests wach – die Liege wird langsam in eine aufrechte Position gebracht (60-70 Grad). Sie stehen nicht aktiv, sondern werden mit Gurten gesichert. Bei starkem Schwindel oder Ohnmacht wird die Liege sofort zurückgekippt.
Behandlung
Der Kipptisch-Test selbst ist eine Untersuchung – er behandelt nichts. Die Ergebnisse helfen Ihrem Arzt, die passende Behandlung für Ihre Synkopen zu planen. Diese kann je nach Ursache aus Lebensstiländerungen, Medikamenten oder anderen Maßnahmen bestehen.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend – besonders bei Neigung zu niedrigem Blutdruck.
- Vermeiden Sie plötzliches Aufstehen – setzen Sie sich erst hin, stehen Sie dann langsam auf.
- Tragen Sie Kompressionsstrümpfe, wenn Ihr Arzt sie empfiehlt – sie können den Blutrückfluss zum Herzen verbessern.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung richtet sich nach der Diagnose: Bei vasovagalen Synkopen können bestimmte Medikamente (z. B. Blutdruck erhöhende Mittel) oder eine Änderung der Medikation helfen. Ihr Arzt wird mit Ihnen die beste Option besprechen – keine spezifischen Medikamente werden hier genannt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt nur in sehr seltenen Fällen infrage – z. B. wenn eine schwere Herzklappenerkrankung die Synkopen verursacht. Das entscheidet der Kardiologe individuell.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen mit Neigung zu Synkopen können ein normales Leben führen. Nach dem Kipptisch-Test haben Sie Klarheit über Ihre Auslöser und können entsprechend vorbeugen.
Tipps für den Alltag
- Führen Sie ein Tagebuch über Ihre Ohnmachtsanfälle: Wann treten sie auf? Gab es Auslöser wie Stress, Hitze oder langes Stehen?
- Meiden Sie Situationen, die bei Ihnen Synkopen auslösen, so weit es möglich ist.
- Informieren Sie Familie und Kollegen über die Ohnmachtsneigung – sie können im Notfall helfen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Salz und Flüssigkeit kann bei manchen Formen der Synkope helfen – fragen Sie Ihren Arzt. Leichte Bewegung wie Spaziergänge oder Schwimmen stärkt den Kreislauf, aber vermeiden Sie Überanstrengung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wiederholte Ohnmachtsanfälle können Angst machen und zu Unsicherheit im Alltag führen. Es ist normal, sich Sorgen zu machen – sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder suchen Sie psychologische Unterstützung, wenn die Belastung groß ist.
Vorbeugung
Ein Kipptisch-Test kann nicht verhindert werden – er ist eine Untersuchung. Aber die zugrundeliegenden Synkopen können oft durch die oben genannten Maßnahmen seltener werden. Bei manchen Menschen hilft eine spezielle Physiotherapie (z. B. Kreislauftraining).
Früherkennungsprogramme
Ein Screening auf Synkopen gibt es nicht – der Test wird nur bei konkreten Beschwerden durchgeführt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne Abklärung der Synkopen besteht ein erhöhtes Sturz- und Verletzungsrisiko.
- Selten können unerkannte Herzrhythmusstörungen zu lebensbedrohlichen Situationen führen.
Langzeitprognose
Die Prognose ist meist sehr gut: Bei den meisten Menschen mit vasovagalen Synkopen verbessern sich die Symptome im Laufe der Zeit oder bleiben harmlos. Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen und einer klaren Diagnose können Sie Ihr Leben aktiv gestalten.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
- Internationale Gesellschaft für Autonome Störungen
Lokale Organisationen
- Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. · Deutschland
- Synkopen-Sprechstunde in Ihrer Nähe – fragen Sie Ihren Hausarzt oder das nächste Krankenhaus · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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