Tympanometrie
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Tympanometrie ist ein kurzer, schmerzfreier Hörtest. Dabei misst ein kleines Gerät, wie gut Ihr Trommelfell und die Mittelohrknöchelchen schwingen können. So kann der Arzt erkennen, ob Flüssigkeit, ein Druckproblem oder ein Loch im Trommelfell vorliegt.
Wichtige Fakten
- Der Test dauert nur wenige Sekunden pro Ohr und tut nicht weh.
- Ein kleines Messgerät erzeugt einen leichten Unter- und Überdruck im Gehörgang.
- Die Tympanometrie hilft, Mittelohrentzündungen, Paukenergüsse und Schäden am Trommelfell zu erkennen.
- Das Ergebnis zeigt eine Kurve (Tympanogramm), die der Arzt auswertet.
Ja, die Tympanometrie ist eine sehr häufige Untersuchung in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde (HNO). Sie wird bei Kindern und Erwachsenen täglich durchgeführt.
Die Tympanometrie wird bei Menschen jeden Alters angewendet – vor allem bei Kindern mit häufigen Ohrentzündungen, aber auch bei Erwachsenen mit Hörproblemen oder Druckgefühl im Ohr.
Symptome
- Plötzlicher Hörverlust auf einem Ohr
- Starke Ohrenschmerzen mit Fieber und Übelkeit
- Austritt von Blut oder Eiter aus dem Ohr nach einer Verletzung
- ⚠Andauernde Ohrenschmerzen, die nicht nachlassen
- ⚠Schwindel mit Hörverschlechterung
- ⚠Fremdkörpergefühl im Ohr, das nicht verschwindet
Häufige Symptome
- Schwerhörigkeit oder gedämpftes Hören
- Druckgefühl oder Völlegefühl im Ohr
- Wiederkehrende Ohrenschmerzen
- Verdacht auf Flüssigkeit hinter dem Trommelfell (Paukenerguss)
Symptome bei Kindern
- Hören Kinder nicht gut zu oder sprechen undeutlich?
- Häufige Ohrenentzündungen (Mittelohrentzündung)
- Kind fasst sich oft ans Ohr oder ist unruhig
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nachlassendes Hörvermögen ohne ersichtlichen Grund
- Druckgefühl bei Flugreisen oder Schnupfen
- Verdacht auf Belüftungsstörung des Mittelohrs
Ursachen
Hauptursachen
- Die Tympanometrie selbst hat keine Ursachen – sie ist ein Test. Abnormale Ergebnisse können auf Flüssigkeit im Mittelohr (Paukenerguss), ein Loch im Trommelfell, versteifte Gehörknöchelchen oder eine Belüftungsstörung der Ohrtrompete hinweisen.
Risikofaktoren
- Häufige Mittelohrentzündungen (besonders bei Kindern)
- Vergrößerte Rachenmandeln (Polypen) bei Kindern
- Allergien oder chronischer Schnupfen
- Rauchen oder Passivrauchen
- Frühere Ohrverletzungen oder Operationen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichem Hörverlust
- Bei starken Ohrenschmerzen mit Fieber
- Bei Ausfluss aus dem Ohr (Blut oder Eiter)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie oder Ihr Kind seit Wochen unter Druckgefühl oder Hörminderung leiden
- Vor einer geplanten Ohroperation oder zur Kontrolle nach einer Mittelohrentzündung
- Bei häufigen Ohrinfektionen (mehr als 3-4 pro Jahr)
Diagnose
Die Tympanometrie wird in einer HNO-Arztpraxis oder einer Klinik durchgeführt. Der Arzt setzt ein kleines, weiches Gummistöpsel in den äußeren Gehörgang ein. Ein Messgerät verändert dann den Luftdruck im Ohr und sendet einen leisen Ton aus. Das Gerät misst, wie viel Schall vom Trommelfell zurückgeworfen wird. Die Ergebnisse werden als Tympanogramm (Kurve) dargestellt.
Mögliche Untersuchungen
- Tympanometrie (Druckmessung)
- Ohrspiegelung (Otoskopie) – der Arzt schaut mit einem Licht ins Ohr
- Reinton-Hörprüfung (Audiometrie) zur Bestimmung des Hörverlusts
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie sitzen still, während der Arzt den Stöpsel für etwa 2-5 Sekunden pro Ohr platziert. Sie hören einen leisen Ton und spüren vielleicht ein leichtes Druckgefühl – aber keine Schmerzen. Nach dem Test können Sie sofort nach Hause gehen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des auffälligen Tympanogramms. Häufig handelt es sich um eine Belüftungsstörung oder Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr.
Selbsthilfe zu Hause
- Bei Druckgefühl durch verstopfte Nase: abschwellende Nasensprays (nur kurzfristig, laut Packungsbeilage)
- Kauen oder Gähnen bei Flugreisen, um die Ohrtrompete zu öffnen
- Warme Halswickel bei leichten Ohrenschmerzen
Medizinische Behandlungen
Je nach Befund kommen diese allgemeinen Behandlungsansätze in Frage: abschwellende Maßnahmen für die Nase, entzündungshemmende Mittel (keine Markennamen), manchmal Antibiotika bei bakterieller Infektion oder eine Drainage des Mittelohrs (kleiner Schnitt im Trommelfell, sogenannte Parazentese).
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn ein Paukenerguss (Flüssigkeit) über Monate nicht abheilt oder bei Kindern mit Hörverlust, kann ein kleiner Eingriff nötig sein: das Einsetzen eines Paukenröhrchens (Drainageröhrchen) zur Belüftung des Mittelohrs.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer normalen Tympanometrie gibt es keine Einschränkungen. Leben Sie wie gewohnt. Falls ein behandlungsbedürftiger Befund vorliegt, wird Ihr Arzt Sie beraten.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie Rauchen und Passivrauchen – das schädigt die Schleimhäute und begünstigt Ohrinfektionen.
- Schützen Sie Ihre Ohren vor kaltem Wind und Wasser (Badehaube beim Schwimmen, wenn ein Röhrchen eingesetzt wurde).
- Regelmäßige Nasenpflege bei Allergien oder Schnupfen (Nasenspülungen).
Ernährung und Bewegung
Keine spezielle Ernährung oder Bewegung nötig. Eine ausgewogene Ernährung mit genug Vitamin C und Zink kann das Immunsystem unterstützen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wenn Hörprobleme bestehen, kann das zu Frustration, Rückzug oder Konzentrationsstörungen führen. Ein Gespräch mit dem Arzt über Hörtests und Hörgeräte kann helfen. Bei Kindern kann eine unbehandelte Hörminderung die Sprachentwicklung beeinträchtigen.
Vorbeugung
Eine Tympanometrie verhindert keine Krankheit – sie dient der Früherkennung. Um Ohrproblemen vorzubeugen: Stillen in den ersten Lebensmonaten (stärkt das Immunsystem des Babys), Impfungen durchführen lassen, Rauchvermeidung und konsequente Behandlung von Schnupfen.
Impfungen
Die Pneumokokken- und Influenza-Impfung können das Risiko für Mittelohrentzündungen senken. Besprechen Sie dies mit Ihrem Hausarzt oder Kinderarzt.
Früherkennungsprogramme
Die Tympanometrie wird nicht routinemäßig bei gesunden Menschen durchgeführt. Sie kommt zum Einsatz, wenn Symptome bestehen oder ein erhöhtes Risiko vorliegt (z.B. bei Kindern mit Hörstörungen in der Familie).
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte Flüssigkeit im Mittelohr kann zu dauerhafter Hörminderung führen.
- Chronische Mittelohrentzündungen können das Trommelfell schädigen (Loch im Trommelfell).
- Bei Kindern kann eine anhaltende Hörminderung die Sprachentwicklung und schulische Leistung beeinträchtigen.
Langzeitprognose
Mit einer gezielten Behandlung – sei es Medikamente oder ein kleiner Eingriff – sind die meisten Ohrprobleme gut in den Griff zu bekommen. Die Tympanometrie hilft, die richtige Diagnose zu stellen, damit Sie oder Ihr Kind schnell wieder gut hören können.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
Guidance may differ by country or region. Confirm local recommendations with a qualified healthcare provider.