Ventilations-Perfusions-Scan
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Ventilations-Perfusions-Szintigraphie (V/Q-Scan) ist eine nuklearmedizinische Untersuchung der Lunge. Dabei wird die Luftverteilung (Ventilation) und die Durchblutung (Perfusion) der Lunge mit Hilfe von schwach radioaktiven Substanzen sichtbar gemacht. Der Test hilft Ärzten, zum Beispiel eine Lungenembolie (ein Blutgerinnsel in der Lunge) zu erkennen oder auszuschließen.
Wichtige Fakten
- Der Test besteht aus zwei Teilen: Zuerst atmen Sie ein Gas oder einen Nebel ein, dann wird eine Substanz in die Armvene gespritzt.
- Die Aufnahmen dauern insgesamt etwa 30–45 Minuten.
- Die Strahlenbelastung ist niedrig und für die meisten Menschen unbedenklich.
Die V/Q-Szintigraphie ist eine häufige Untersuchung, wenn der Verdacht auf eine Lungenembolie besteht, insbesondere bei Patienten, die keine Kontrastmittel für Computertomographie (CT) vertragen.
Der Test wird bei Erwachsenen durchgeführt, bei denen der Arzt eine Lungendurchblutungsstörung vermutet. Auch bei Schwangeren oder Menschen mit Nierenproblemen wird dieser Test oft bevorzugt.
Symptome
- Plötzliche starke Atemnot
- Starke Brustschmerzen, die in den Rücken oder Arm ausstrahlen
- Bewusstlosigkeit oder Kreislaufzusammenbruch
- ⚠Blutiger Husten
- ⚠Anhaltendes Schwindelgefühl
- ⚠Schmerzen in der Brust, die länger als 15 Minuten anhalten
Häufige Symptome
- Plötzliche Kurzatmigkeit
- Scharfe Brustschmerzen, die sich beim Husten oder tiefem Atmen verschlimmern
- Husten, manchmal mit blutigem Auswurf
- Schneller Herzschlag oder unregelmäßiger Puls
Symptome bei Kindern
- Plötzliche Atemnot
- Brustschmerzen
- Ohnmacht oder Schwindel
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder plötzliche Verschlechterung des Allgemeinzustands
- Kurzatmigkeit ohne eindeutige Ursache
- Schmerzen oder Druckgefühl in der Brust
Ursachen
Hauptursachen
- Eine V/Q-Szintigraphie wird durchgeführt, um eine Lungenembolie (Blutgerinnsel in den Lungengefäßen) zu erkennen oder auszuschließen.
- Sie kann auch bei Verdacht auf andere Lungenerkrankungen wie Lungenhochdruck oder angeborene Gefäßfehlbildungen eingesetzt werden.
Risikofaktoren
- Vorherige Thrombosen oder Lungenembolien
- Langes Sitzen oder Bettlägerigkeit (z. B. nach Operationen oder langen Flugreisen)
- Krebserkrankungen oder Chemotherapie
- Schwangerschaft oder die Zeit nach der Geburt
- Rauchen und Übergewicht
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher starker Atemnot oder Brustschmerzen rufen Sie sofort den Notruf 112.
- Bei blutigem Husten oder Ohnmacht suchen Sie umgehend eine Notaufnahme auf.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie unerklärliche Kurzatmigkeit oder leichte Brustschmerzen haben, vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt.
- Wenn Sie Risikofaktoren für Blutgerinnsel haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine Vorsorgeuntersuchung.
Diagnose
Die V/Q-Szintigraphie ist selbst ein diagnostisches Verfahren. Sie wird in einer nuklearmedizinischen Abteilung durchgeführt. Der Arzt entscheidet anhand Ihrer Symptome und Risikofaktoren, ob der Test notwendig ist.
Mögliche Untersuchungen
- Ventilationsszintigraphie: Sie atmen über eine Maske oder ein Mundstück ein schwach radioaktives Gas oder einen Nebel ein.
- Perfusionsszintigraphie: Eine kleine Menge einer schwach radioaktiven Substanz wird in eine Armvene gespritzt.
- Mit einer speziellen Kamera werden dann Bilder Ihrer Lunge gemacht.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor dem Test sollten Sie lockere Kleidung tragen und alle Metallgegenstände ablegen. Sie müssen nicht nüchtern sein. Während der Aufnahmen müssen Sie ruhig liegen und normal atmen. Der Test ist schmerzfrei. Nach der Untersuchung können Sie sofort Ihren normalen Aktivitäten nachgehen. Die radioaktive Substanz wird innerhalb weniger Stunden über Urin und Stuhl ausgeschieden.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, die der V/Q-Scan zeigt. Wenn eine Lungenembolie festgestellt wird, geht es darum, das Blutgerinnsel aufzulösen und neue zu verhindern.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend Wasser, um den Körper bei der Ausscheidung der radioaktiven Substanz zu unterstützen.
- Nach dem Test können Sie sich wieder normal bewegen, es sei denn, Ihr Arzt rät zu etwas anderem.
Medizinische Behandlungen
Bei einer Lungenembolie werden meist gerinnungshemmende Medikamente (Antikoagulanzien) eingesetzt, die das Blut verdünnen und das Wachstum des Gerinnsels stoppen. In schweren Fällen können Mittel gegeben werden, die das Gerinnsel direkt auflösen (Thrombolyse). Die genaue Therapie legt Ihr Arzt fest.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nur in sehr seltenen, lebensbedrohlichen Fällen kann ein operativer Eingriff notwendig sein, um das Gerinnsel zu entfernen (Embolektomie). Dies wird jedoch nicht routinemäßig durchgeführt.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Lungenembolie müssen Sie möglicherweise über mehrere Monate oder länger gerinnungshemmende Medikamente einnehmen. Ihr Arzt wird regelmäßig Kontrolluntersuchungen durchführen.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie langes Sitzen oder Stehen – stehen Sie regelmäßig auf und bewegen Sie sich.
- Tragen Sie bei langen Reisen Kompressionsstrümpfe, um das Risiko neuer Gerinnsel zu senken.
- Hören Sie mit dem Rauchen auf und halten Sie ein gesundes Körpergewicht.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse und regelmäßige Bewegung (wie Spazierengehen oder Schwimmen) können die Durchblutung fördern. Besprechen Sie sportliche Aktivitäten mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose einer Lungenembolie oder einer anderen Lungenerkrankung kann Angst auslösen. Viele Patienten fühlen sich verunsichert. Es ist wichtig, mit Ihrem Arzt über Ihre Sorgen zu sprechen. Suchen Sie sich bei Bedarf psychologische Unterstützung.
Vorbeugung
Nicht jede Erkrankung, die zu einer V/Q-Szintigraphie führt, ist vermeidbar. Aber Sie können das Risiko für Blutgerinnsel senken: Bewegen Sie sich regelmäßig, trinken Sie ausreichend, und lassen Sie sich bei langer Bettlägerigkeit oder nach Operationen vom Arzt über vorbeugende Maßnahmen beraten.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine routinemäßige Vorsorgeuntersuchung mit V/Q-Scan. Bei bestimmten Risikogruppen (z. B. nach einer ersten Thrombose) kann Ihr Arzt jedoch eine Kontrolle empfehlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte Lungenembolie kann zu bleibenden Lungenschäden (Lungeninfarkt) führen.
- Es besteht die Gefahr eines Kreislaufzusammenbruchs (Schock) oder des Todes.
- Wiederholte Embolien können chronischen Lungenhochdruck verursachen.
Langzeitprognose
Die meisten Menschen erholen sich vollständig von einer Lungenembolie, wenn sie rechtzeitig behandelt wird. Die V/Q-Szintigraphie hilft dabei, die richtige Diagnose zu stellen, damit die Behandlung schnell beginnen kann. Danach ist die Prognose in der Regel gut.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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