Wood-Lampen-Untersuchung
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Wood-Lampe (auch Woodlicht oder Schwarzlichtlampe genannt) ist ein spezielles Gerät mit ultraviolettem (UV) Licht. Sie wird in der Hautarztpraxis eingesetzt, um bestimmte Hautveränderungen sichtbar zu machen. Das UV-Licht bringt bestimmte Stoffe auf der Haut zum Leuchten (Fluoreszenz). So lassen sich Pilzinfektionen, Pigmentstörungen oder manche Bakterien erkennen. Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten.
Wichtige Fakten
- Die Wood-Lampe wird hauptsächlich in der Dermatologie (Hautheilkunde) verwendet.
- Sie hilft, Pilzinfektionen (wie Ringelflechte), bakterielle Hautinfektionen (wie bestimmte Formen von Akne) und Pigmentstörungen (wie Vitiligo) zu erkennen.
- Die Untersuchung ist nicht invasiv – es wird nichts in die Haut gestochen oder geschnitten.
- Das UV-Licht der Wood-Lampe ist anders als das schädliche UV-Licht der Sonne – es ist ungefährlich.
Die Wood-Lampen-Untersuchung ist in Hautarztpraxen in Deutschland weit verbreitet. Sie gehört zu den Standardmethoden zur ersten Beurteilung vieler Hauterkrankungen.
Die Untersuchung kann bei Menschen jeden Alters durchgeführt werden – von Säuglingen bis zu älteren Erwachsenen. Sie wird immer dann eingesetzt, wenn der Verdacht auf bestimmte Hauterkrankungen besteht.
Symptome
- Plötzliche, großflächige Hautrötung mit Fieber oder Unwohlsein – das kann ein Zeichen für eine schwere Infektion sein.
- Ausbreitung eines Ausschlags mit Atemnot, Schwellung von Lippen oder Zunge (Allergie) – sofort Notruf 112 wählen.
- Hautveränderung, die plötzlich blutet, nässelt oder wie eine offene Wunde aussieht – das kann Anzeichen für Hautkrebs sein und sollte sofort in einer Notaufnahme abgeklärt werden.
- ⚠Verdacht auf Krätze (starker Juckreiz, besonders nachts) – innerhalb von 1–2 Tagen zum Arzt.
- ⚠Neu auftretende, stark schuppende Hautstellen, die sich schnell ausbreiten – bald beim Hautarzt vorstellen.
- ⚠Pigmentflecken, die ihre Form, Farbe oder Größe verändern – zeitnah dermatologisch abklären lassen.
Häufige Symptome
- Hautrötungen oder -ausschläge, die nicht abheilen
- Juckreiz, Schuppung oder nässende Stellen auf der Haut
- Heller werdende oder dunkle Flecken auf der Haut
- Verdacht auf Pilzinfektion (z. B. Fußpilz, Nagelpilz)
- Verdacht auf Krätze (Scabies) – die Milbengänge können unter Wood-Licht manchmal sichtbar sein
Symptome bei Kindern
- Kreisrunde, schuppende Stellen auf der Kopfhaut (Ringelflechte)
- Hautausschlag, der mit einer Pilzinfektion vereinbar ist
- Weiße Flecken auf der Haut, die sich ausbreiten (möglicherweise Vitiligo)
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Hautveränderungen, die auf ein Melanom (schwarzer Hautkrebs) hindeuten könnten – Wood-Licht kann helfen, Pigmentstörungen zu beurteilen
- Altersflecken oder andere Pigmentveränderungen
- Verdacht auf Pilzinfektionen der Haut oder Nägel
Ursachen
Hauptursachen
- Hautpilzerkrankungen (Dermatophyten) – die Pilze selbst oder ihre Abbauprodukte können unter Wood-Licht leuchten.
- Bakterien wie Pseudomonas aeruginosa – bestimmte Stämme leuchten grün.
- Pigmentstörungen wie Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) – unter Wood-Licht werden die betroffenen Stellen deutlicher sichtbar.
- Krätze (Scabies) – die Milbengänge in der Haut können mit Wood-Licht manchmal besser beurteilt werden.
- Erythrasma – eine oberflächliche bakterielle Hautinfektion, die unter Wood-Licht korallenrot leuchtet.
Risikofaktoren
- Häufiger Kontakt mit Wasser oder Feuchtigkeit (begünstigt Pilzinfektionen)
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Krankheit oder Medikamente)
- Hautverletzungen oder Ekzeme, die Eintrittspforten für Bakterien bieten
- Enge Kleidung oder schlecht belüftete Schuhe (begünstigt Fußpilz)
- Vorbestehende Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Neurodermitis
- Kontakt mit infizierten Personen oder Tieren (z. B. Ringelflechte von Katzen)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie eine Hautveränderung bemerken, die sich schnell ausbreitet oder mit Fieber einhergeht.
- Bei plötzlich auftretenden, stark juckenden Hautausschlägen, die nicht innerhalb weniger Tage abklingen.
- Wenn eine bestehende Hauterkrankung unter der aktuellen Behandlung nicht besser wird.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei anhaltenden, aber nicht akut bedrohlichen Hautveränderungen (z. B. Pigmentflecken, leichte Schuppung).
- Vor einer geplanten Reise oder Operation, um Pilzinfektionen auszuschließen, wenn ein Risiko besteht.
- Im Rahmen der Hautkrebsvorsorge – fragen Sie Ihren Hautarzt, ob eine Wood-Licht-Untersuchung sinnvoll ist.
Diagnose
Die Wood-Lampen-Untersuchung wird in der Hautarztpraxis durchgeführt. Der Arzt schaltet das UV-Licht in einem abgedunkelten Raum ein und betrachtet Ihre Haut aus etwa 10–20 cm Entfernung. Gesunde Haut leuchtet nicht, während bestimmte Erreger oder Pigmentstörungen typische Farben zeigen (z. B. hellgrün bei Pilzen, korallenrot bei Erythrasma). Die Untersuchung hilft, die Ursache einzugrenzen, aber oft sind zusätzliche Tests wie eine Hautprobe (Pilzkultur) oder eine Hautbiopsie nötig.
Mögliche Untersuchungen
- Wood-Licht-Untersuchung: UV-Licht beleuchtet die Haut – fluoreszierende Stellen geben Hinweise.
- Hautabstrich oder -geschabsel (Pilzkultur): Eine kleine Probe wird entnommen und im Labor untersucht, um Pilze genau zu identifizieren.
- Dermatoskopie: Ein spezielles Mikroskop für die Haut (Auflichtmikroskop) – wird manchmal in Kombination mit Wood-Licht eingesetzt.
- Blutuntersuchung: Bei Verdacht auf systemische Erkrankungen, die Hautveränderungen verursachen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie müssen vor der Untersuchung keine speziellen Vorbereitungen treffen. Vermeiden Sie jedoch Cremes oder Make-up auf der zu untersuchenden Stelle, da diese die Fluoreszenz stören können. Die Untersuchung dauert nur wenige Minuten und tut nicht weh. Der Arzt wird Ihnen die Ergebnisse direkt mitteilen oder sagen, ob weitere Tests nötig sind.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache, die durch die Wood-Lampen-Untersuchung gefunden wurde. Da die Wood-Lampe nur eine diagnostische Methode ist, wird erst nach einer genauen Diagnose eine Therapie eingeleitet. In den meisten Fällen handelt es sich um Hautinfektionen oder Pigmentstörungen, die gut behandelbar sind.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie die betroffenen Hautstellen sauber und trocken.
- Vermeiden Sie enge Kleidung oder unbequeme Schuhe, die Feuchtigkeit stauen.
- Wechseln Sie Handtücher, Bettwäsche und Kleidung regelmäßig – am besten bei 60 °C waschen.
- Bei Pilzinfektionen: Vermeiden Sie barfuß laufen in öffentlichen Schwimmbädern oder Duschen – tragen Sie Badeschuhe.
- Kratzen Sie nicht an juckenden Stellen – das kann die Infektion verschlechtern oder ausbreiten.
Medizinische Behandlungen
Die ärztliche Behandlung kann antimykotische (pilztötende) Cremes oder Tabletten umfassen, je nach Art und Schwere der Pilzinfektion. Bei bakteriellen Infektionen wie Erythrasma werden Antibiotika verschrieben – als Creme oder Tablette. Bei Pigmentstörungen wie Vitiligo stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung, wie Kortisonsalben, Lichttherapie oder Tarncremes. Ihr Hautarzt wird mit Ihnen den passenden Behandlungsplan besprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei den meisten Erkrankungen, die mit einer Wood-Lampen-Untersuchung diagnostiziert werden, nicht nötig. In seltenen Fällen kann bei Hautkrebs (z. B. Melanom) eine chirurgische Entfernung erforderlich sein – dann wird die Wood-Lampe jedoch nur als ergänzende Untersuchung eingesetzt.
Leben mit der Erkrankung
Wenn bei Ihnen eine Hauterkrankung diagnostiziert wurde, ist es wichtig, die Behandlung konsequent durchzuführen. Manche Pilzinfektionen brauchen mehrere Wochen Therapie. Pigmentstörungen sind oft chronisch, lassen sich aber gut mit Behandlungen und Hautpflege in den Griff bekommen. Leben Sie ganz normal – die meisten dieser Erkrankungen sind nicht ansteckend (außer Pilzinfektionen und Krätze, die aber behandelbar sind).
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf gute Hygiene – regelmäßiges Händewaschen, saubere Handtücher.
- Tragen Sie atmungsaktive Kleidung aus Baumwolle.
- Vermeiden Sie übermäßige Sonnenbestrahlung – bei Pigmentstörungen kann Sonne die Farbunterschiede verstärken.
- Verzichten Sie auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum – beides kann Hauterkrankungen verschlechtern.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann das Immunsystem stärken und so das Rückfallrisiko bei Pilzinfektionen senken. Zuckerreiche Ernährung kann manche Pilzinfektionen begünstigen – achten Sie auf eine insgesamt gesunde Kost. Bewegung an der frischen Luft tut der Haut gut, aber bei Pilzinfektionen sollten Sie starkes Schwitzen in engen Sportkleidern vermeiden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Hauterkrankungen können seelisch belasten, besonders wenn sie sichtbar sind (z. B. Vitiligo oder große Pilzherde). Es ist normal, sich unsicher oder geniert zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer Vertrauensperson darüber. Bei länger anhaltenden psychischen Problemen kann eine Psychotherapie oder eine Selbsthilfegruppe helfen.
Vorbeugung
Die Wood-Lampen-Untersuchung selbst dient der Diagnose und kann nicht verhindert werden. Aber manche der Erkrankungen, die sie aufspürt, lassen sich durch gute Hygiene und Schutzmaßnahmen vermeiden: regelmäßiges Händewaschen, nicht barfuß in öffentlichen Einrichtungen, saubere Handtücher und Bettwäsche.
Komplikationen
Unbehandelt
- Pilzinfektionen können sich auf andere Hautareale oder auf Nägel ausbreiten und schwer behandelbar werden.
- Bakterielle Infektionen können zu tieferen Hautinfektionen (Zellulitis) führen und im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung verursachen.
- Pigmentstörungen wie Vitiligo können sich ausdehnen – sie sind zwar nicht gefährlich, aber kosmetisch belastend.
- Krätze kann zu starkem Juckreiz, Hautausschlag und sekundären bakteriellen Infektionen durch Aufkratzen führen.
Langzeitprognose
Die allermeisten Erkrankungen, die mit einer Wood-Lampe diagnostiziert werden, sind gut behandelbar. Mit der richtigen Therapie heilen Pilz- und Bakterieninfektionen oft innerhalb weniger Wochen ab. Chronische Pigmentstörungen lassen sich ebenfalls gut kontrollieren. Nur sehr selten verbirgt sich hinter einer auffälligen Wood-Licht-Untersuchung ein bösartiger Hauttumor – dann ist eine frühzeitige Behandlung besonders wichtig und in den meisten Fällen erfolgreich. Bleiben Sie zuversichtlich und suchen Sie bei Bedenken frühzeitig einen Arzt auf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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