Schlechtsehen bei Nacht: Ursachen und Hilfe
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Viele Menschen sehen in der Dämmerung oder in der Dunkelheit schlechter als am Tag. Das wird oft als Nachtblindheit bezeichnet. Dabei gewöhnen sich die Augen nur langsam an schwaches Licht oder sehen bei Dunkelheit einfach nicht gut genug. Das kann viele Ursachen haben, von einer einfachen Brille bis zu einer Erkrankung der Netzhaut.
Wichtige Fakten
- Nachtsehschwäche kann viele Ursachen haben – oft ist sie harmlos, manchmal ein Zeichen für eine Augenerkrankung.
- Mit zunehmendem Alter brauchen die Augen länger, um sich an Dunkelheit anzupassen.
- Wer nachts unsicher ist, sollte das ärztlich abklären lassen – nicht nur aus Sicherheitsgründen, sondern auch für die eigene Lebensqualität.
Ja, Nachtsehprobleme sind weit verbreitet. Besonders ältere Menschen klagen über schlechtes Sehen in der Dämmerung. Auch viele kurzsichtige Menschen haben nachts mehr Schwierigkeiten.
Sie kann alle Altersgruppen betreffen. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Menschen mit Kurzsichtigkeit, Diabetes oder bestimmten Netzhauterkrankungen. Auch ein Mangel an Vitamin A kann eine Rolle spielen.
Symptome
- Wenn Sehstörungen ganz plötzlich auftreten, innerhalb von Minuten oder Stunden.
- Wenn das Auge stark schmerzt oder verletzt wurde.
- Wenn ein plötzlicher Sehverlust auf einem Auge eintritt – dann sofort die 112 wählen.
- ⚠Wenn sich das Sehen in wenigen Tagen deutlich verschlechtert.
- ⚠Wenn Lichtblitze oder ein schwarzer Schatten im Gesichtsfeld auftauchen.
- ⚠Wenn eine Augenentzündung mit Rötung und Schmerzen besteht.
Häufige Symptome
- Beim Autofahren bei Nacht ist die Sicht unscharf oder blendeffekte stören.
- Man sieht im Dunkeln unsicher und stolpert leichter über Hindernisse.
- Die Augen brauchen sehr lange, um sich an einen dunklen Raum zu gewöhnen.
Symptome bei Kindern
- Kinder wirken im Dunkeln auffallend ängstlich oder unsicher.
- Sie stolpern in der Dämmerung häufiger als andere Kinder.
- Beim Spielen bei schwachem Licht finden sie sich schlecht zurecht.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Angst zu stürzen nimmt zu, besonders bei schlechten Lichtverhältnissen.
- Nachts lesen zu können fällt immer schwerer.
- Man meidet abends Ausflüge, weil das Sehen zu unsicher ist.
Ursachen
Hauptursachen
- Kurzsichtigkeit: Das Augenlicht ist so gebaut, dass Entfernungen bei Dunkelheit noch schlechter erkannt werden.
- Grauer Star: Die Augenlinse trübt sich ein, dadurch wird das Sehen bei Dämmerung unklarer.
- Erkrankungen der Netzhaut, zum Beispiel Retinitis pigmentosa – eine erbliche Erkrankung, bei der die Sehzellen nach und nach absterben.
- Vitamin-A-Mangel: Vitamin A ist wichtig für die Sehzellen. Ein Mangel kann das Nachtsehen beeinträchtigen.
- Diabetes: Eine Zuckerkrankheit kann die Blutgefäße in der Netzhaut schädigen und auch das Nachtsehen stören.
Risikofaktoren
- Ein höheres Alter.
- Eine erbliche Veranlagung für Augenerkrankungen.
- Diabetes oder andere Stoffwechselerkrankungen.
- Einseitige Ernährung ohne ausreichend Vitamin A.
- Bestimmte Medikamente, die die Pupillenweite oder die Netzhaut beeinflussen können.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliche Sehverschlechterung oder plötzliche Nachtblindheit.
- Sehstörungen mit starken Augenschmerzen oder Augenverletzungen.
- Wenn Sie im Dunkeln nicht mehr sicher gehen oder Auto fahren können.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie schon seit Wochen oder Monaten nachts schlechter sehen.
- Wenn Sie tagsüber gut sehen, aber in der Dämmerung unsicher sind.
- Zur Vorsorge: Auch ohne Beschwerden gehört eine regelmäßige Augenuntersuchung zur Gesundheit dazu.
Diagnose
Bei Sehproblemen in der Nacht hilft eine genaue Untersuchung beim Augenarzt. Der Arzt oder die Ärztin fragt nach Ihren Beschwerden und Ihrem Alltag. Danach folgt eine Reihe von schmerzfreien Tests, die das Sehen, die Augenlinse und die Netzhaut prüfen.
Mögliche Untersuchungen
- Sehtest: dabei wird die Sehschärfe bei Tag und in der Dämmerung geprüft.
- Spaltlampenuntersuchung: damit kann der Arzt die Augenlinse und den vorderen Teil des Auges beurteilen.
- Augenhintergrunduntersuchung: So kann die Netzhaut sichtbar gemacht werden.
- Bei Verdacht auf eine Netzhauterkrankung kann ein Elektroretinogramm (ERG) eingesetzt werden, das die Reaktion der Netzhaut auf Licht misst.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung tut nicht weh und dauert in der Regel zwischen 20 und 40 Minuten. Sie können meistens direkt mitfahren und brauchen keine besondere Vorbereitung. Falls eine Augentropfen-Untersuchung nötig ist, kann die Sicht für einige Stunden leicht verschwommen sein. Lassen Sie sich dann am besten abholen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich danach, was die Nachtsehprobleme verursacht. Es gibt keine eine einzige Therapie, die für alle passt. Je nach Ursache können Hilfsmittel wie eine Brille oder Kontaktlinsen helfen, manchmal ist eine Operation die beste Lösung, und bei anderen Erkrankungen geht es vor allem darum, das Alltagsleben sicher zu gestalten.
Selbsthilfe zu Hause
- Vorsicht bei Nachtfahrten: Fahren Sie langsamer und gönnen Sie sich Pausen.
- Nehmen Sie eine Taschenlampe mit, wenn Sie im Dunkeln unterwegs sind.
- Wählen Sie gut beleuchtete Wege.
- Sorgen Sie zuhause für ausreichend Beleuchtung – zum Beispiel mit Nachtlichtern im Flur und im Bad.
- Verwenden Sie eine brille mit entspiegelten Gläsern, wenn sie Ihnen hilft.
Medizinische Behandlungen
Medikamente werden bei Nachtsehstörungen nur sehr selten als Dauerlösung eingesetzt. Wenn ein Vitaminmangel die Ursache ist, kann eine Ernährungsumstellung helfen. Bei bestimmten Netzhauterkrankungen gibt es Ansätze, die das Fortschreiten verlangsamen können – das wird aber individuell mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen. Behandlungen mit Tabletten oder Spritzen ins Auge müssen immer von einer Augenärztin verordnet werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn ein Grauer Star die Ursache ist, kann eine Operation der getrübten Linse das Nachtsehen wieder deutlich verbessern. Dabei wird die trübe Linse durch eine künstliche ersetzt. Diese Operation ist heute ein häufiger und sicherer Eingriff.
Leben mit der Erkrankung
Mit Nachtsehproblemen kann man gut leben, wenn man den Alltag den Sehbedingungen anpasst. Planen Sie Aktivitäten mehr in die hellen Stunden. Benutzen Sie in fremder Umgebung ein Handy mit Taschenlampen-Funktion oder eine kleine LED-Leuchte. Und scheuen Sie sich nicht, bei anderen Menschen zu sagen, dass Sie in der Dunkelheit schlechter sehen – dann nehmen sie Rücksicht.
Tipps für den Alltag
- Gehen Sie regelmäßig zu Augenuntersuchungen.
- Ernähren Sie sich abwechslungsreich mit viel Gemüse und ausreichend Vitamin A.
- Rauchen Sie nicht – das Gefäßsystem und auch die Netzhaut profitieren davon.
- Achten Sie auf eine gute Blutzuckereinstellung, falls Sie Diabetes haben.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit Karotten, Süßkartoffeln, Spinat und grünem Gemüse kann die Augen unterstützen. Bewegen Sie sich regelmäßig – das fördert die Durchblutung, auch im Auge. Aber: Eine gesunde Ernährung kann eine Augenerkrankung nicht heilen, sie ist aber eine gute Unterstützung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wenn man im Dunkeln schlecht sieht, kann das ängstlich machen und dazu führen, dass man soziale Kontakte einschränkt. Das ist verständlich. Es ist wichtig, offen darüber zu sprechen – mit Familie, Freunden oder einem Arzt. Wer sich sehr zurückzieht, kann auch professionelle Unterstützung suchen, zum Beispiel eine psychologische Beratung.
Vorbeugung
Nicht jede Form von Nachtsehstörungen ist vermeidbar – besonders nicht die erblichen. Aber frühzeitige Kontrollen beim Augenarzt und eine gesunde Lebensweise können helfen, die Sehfähigkeit lange zu erhalten. Wer Diabetes hat, kann durch gute Blutzuckerwerte das Risiko für Augenschäden senken.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Nachtsehstörungen.
Früherkennungsprogramme
Die Ständige Impfkommission empfiehlt für Erwachsene keine besonderen Augen-Screenings. Aber das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) informiert, dass regelmäßige Gesundheits-Check-ups auch das Sehen einschließen. Lassen Sie Ihre Augen mindestens alle zwei Jahre untersuchen, insbesondere nach dem 40. Lebensjahr.
Komplikationen
Unbehandelt
- Erhöhtes Risiko für Stürze und Unfälle in der Dunkelheit.
- Unentdeckte Augenerkrankungen können sich verschlechtern.
- Sozialer Rückzug und Verlust an Lebensqualität.
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Viele Ursachen der Nachtsehstörungen sind behandelbar. Ein neuer Sehtest, eine angepasste Brille oder eine Operation können oft deutlich helfen. Selbst wenn eine Netzhauterkrankung vorliegt, gibt es heute viele Unterstützungsmöglichkeiten, um sicher und selbstbestimmt zu leben. Eine genaue Diagnose eröffnet den Weg zu einer guten Versorgung – und darauf können Sie vertrauen.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.