Migraine aura symptoms
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Migräne-Aura ist eine vorübergehende Störung des Nervensystems, die kurz vor oder während einer Migräne auftritt. Meist sind die Symptome visuell, wie Lichtblitze, Zickzacklinien oder blinde Flecken. Manche Menschen spüren auch Kribbeln oder Taubheit in Armen oder Gesicht. Die Aura dauert in der Regel 20 bis 60 Minuten und klingt von allein wieder ab.
Wichtige Fakten
- Etwa jeder vierte Mensch mit Migräne hat auch Auren.
- Die Aura ist nicht gefährlich, kann aber beängstigend sein.
- Die Symptome bilden sich meist von selbst zurück, ohne Behandlung.
Ja, Migräne mit Aura kommt relativ häufig vor. Etwa 20 bis 30 von 100 Migränepatienten erleben Auren.
Sie kann in jedem Alter auftreten, beginnt oft im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Auch Kinder können Auren haben, auch wenn sie es schwerer beschreiben können.
Symptome
- Plötzliche sehr starke Kopfschmerzen, die anders sind als je zuvor (Donnerschlagkopfschmerz).
- Lähmungserscheinungen auf einer Körperseite oder im Gesicht.
- Plötzliche Sprachverlust oder Verwirrtheit.
- Plötzlicher Sehverlust auf einem oder beiden Augen.
- Schwierigkeiten beim Gehen oder Gleichgewichtsstörungen.
- ⚠Aura-Symptome, die länger als 60 Minuten andauern.
- ⚠Neue Symptome wie Taubheit oder Sprachstörungen, die noch nie da waren.
- ⚠Wenn die Aura zum ersten Mal auftritt und Sie unsicher sind, was sie bedeutet.
- ⚠Wenn die Aura von hohem Fieber oder Nackensteifigkeit begleitet wird.
Häufige Symptome
- Sehstörungen: Lichtblitze, Zickzacklinien, farbige Flecken, blinde Flecken oder verschwommenes Sehen.
- Gefühlsstörungen: Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Ameisenlaufen in Armen, Händen oder im Gesicht.
- Sprachstörungen: Wortfindungsstörungen, undeutliche Aussprache.
- Weitere: Schwindel, Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit.
Symptome bei Kindern
- Kinder können ähnliche Sehstörungen haben, beschreiben sie aber oft anders, z. B. als komische Muster oder Farben.
- Sie klagen möglicherweise über Kopfschmerzen, Übelkeit oder Bauchschmerzen.
- Manche Kinder können die Symptome nicht genau erklären – achten Sie auf plötzliche Unruhe oder Schonhaltung.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können die Symptome einer Aura denen eines Schlaganfalls ähneln, was zu Verunsicherung führt.
- Häufig treten Sehstörungen oder Sprachprobleme auf – eine ärztliche Abklärung ist wichtig, um einen Schlaganfall auszuschließen.
- Die Aura kann länger dauern als bei jüngeren Menschen.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Man nimmt an, dass eine vorübergehende Minderdurchblutung im Gehirn (sogenannte Cortical Spreading Depression) die Aura auslöst.
- Diese Welle veränderter Nervenaktivität führt zu den typischen Seh- und Gefühlsstörungen.
- Anschließend weiten sich die Blutgefäße im Gehirn, was den Migränekopfschmerz verursacht.
Risikofaktoren
- Genetische Veranlagung: Migräne tritt häufig in Familien auf.
- Hormonelle Schwankungen: Viele Frauen haben Auren in der Zeit um die Menstruation.
- Stress und Anspannung.
- Schlafmangel oder unregelmäßiger Schlaf.
- Bestimmte Nahrungsmittel: zum Beispiel Käse, Schokolade, Rotwein oder Lebensmittel mit Glutamat.
- Wetterumschwünge oder grelles Licht.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei den oben genannten Notfallsymptomen: sofort den Notruf 112 wählen.
- Wenn die Aura zum ersten Mal auftritt und Sie verunsichert sind – suchen Sie noch heute einen Arzt auf.
- Wenn die Aura länger als 60 Minuten anhält oder sich die Symptome plötzlich verändern.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie wiederholt Auren haben, sollten Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt oder einem Neurologen vereinbaren.
- Auch wenn Sie bereits unter Migräne leiden, aber die Auren ein neues Symptom sind, ist ein Arztbesuch sinnvoll.
- Ein Arzt kann die Diagnose sichern und mit Ihnen einen Behandlungsplan besprechen.
Diagnose
Die Diagnose wird in erster Linie durch ein ausführliches Gespräch gestellt. Der Arzt fragt Sie genau nach Ihren Symptomen, deren Verlauf und Auslösern. Eine körperliche und neurologische Untersuchung (z. B. Prüfung von Reflexen, Sehfähigkeit, Koordination) gehört dazu.
Mögliche Untersuchungen
- Sehtest: um andere Sehstörungen auszuschließen.
- Blutdruckmessung: da sehr hoher Blutdruck ähnliche Symptome verursachen kann.
- Bildgebung des Kopfes (CT oder MRT): wird meist nur dann gemacht, wenn die Symptome ungewöhnlich sind oder ein Schlaganfallverdacht besteht.
- Elektroenzephalografie (EEG): selten nötig, nur bei speziellen Fragen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Ihnen wahrscheinlich ein Kopfschmerztagebuch empfehlen, in dem Sie Ihre Auren, Kopfschmerzen und mögliche Auslöser dokumentieren. Die Diagnose „Migräne mit Aura“ wird meist anhand der typischen Beschwerden gestellt – ohne aufwendige Tests.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, akute Migräneanfälle zu lindern und zukünftige Anfälle zu verhindern. Es gibt sowohl nicht-medikamentöse als auch medikamentöse Ansätze. Besprechen Sie immer mit Ihrem Arzt, was für Sie am besten geeignet ist.
Selbsthilfe zu Hause
- Sich in einen ruhigen, abgedunkelten Raum zurückziehen.
- Kalte oder warme Umschläge auf die Stirn oder den Nacken legen.
- Ausreichend trinken (am besten Wasser oder Tee).
- Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung oder Atemübungen.
- Bei ersten Anzeichen einer Aura: kurz innehalten, tief durchatmen, Stress vermeiden.
Medizinische Behandlungen
Bei akuten Migräneanfällen können Ihnen Ihr Arzt oder Ihre Ärztin Medikamente verschreiben, die die Schmerz- und Begleitsymptome lindern. Dazu gehören sogenannte Triptane oder nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR). Diese Medikamente wirken am besten, wenn Sie sie gleich zu Beginn der Aura oder des Kopfschmerzes einnehmen. Zur Vorbeugung bei häufigen und schweren Anfällen gibt es verschiedene Medikamente (z. B. Betablocker, Antidepressiva oder Antikonvulsiva), die Ihr Arzt individuell auswählt. Wichtig: Nehmen Sie nie Medikamente ein, die nicht für Sie verschrieben wurden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Operationen werden bei Migräne mit Aura grundsätzlich nicht eingesetzt. In sehr seltenen, schweren Fällen werden Verfahren wie die Nervenstimulation erwogen, aber das bleibt Spezialisten vorbehalten.
Leben mit der Erkrankung
Führen Sie ein Kopfschmerztagebuch: Notieren Sie, wann die Aura auftritt, wie lange sie dauert und ob es Auslöser gab (z. B. bestimmte Lebensmittel, Stress, Schlafmangel). So lernen Sie Ihre persönlichen Auslöser besser kennen und können sie vermeiden.
Tipps für den Alltag
- Halten Sie einen regelmäßigen Schlafrhythmus ein – auch am Wochenende.
- Bauen Sie regelmäßige Entspannungspausen in den Alltag ein.
- Vermeiden Sie Stress, wo es möglich ist – etwa durch Zeitmanagement oder Achtsamkeitsübungen.
- Sorgen Sie für ausreichend Bewegung, aber übertreiben Sie es nicht.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit regelmäßigen Mahlzeiten hilft, Blutzuckerschwankungen zu vermeiden, die Migräne auslösen können. Trinken Sie ausreichend (mindestens 1,5 Liter pro Tag). Moderater Ausdauersport wie Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen kann die Häufigkeit von Migräneanfällen verringern. Vermeiden Sie jedoch extremes Training oder Fasten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Migräne-Auren können beängstigend sein, besonders wenn sie zum ersten Mal auftreten. Die Unberechenbarkeit der Anfälle kann zu Angst oder Unsicherheit führen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt über Ihre Sorgen. Bei starker Belastung kann eine psychologische Beratung helfen, besser mit der Erkrankung umzugehen.
Vorbeugung
Migräne-Auren lassen sich nicht immer verhindern, aber die Häufigkeit der Anfälle kann oft deutlich gesenkt werden. Vermeiden Sie Ihre persönlichen Auslöser (siehe oben). Bei häufigen Anfällen (mehr als 4 pro Monat) kann Ihr Arzt eine vorbeugende Medikation empfehlen. Auch nicht-medikamentöse Verfahren wie Akupunktur oder Biofeedback können helfen.
Komplikationen
Unbehandelt
- In seltenen Fällen kann eine Migräne mit Aura das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen, besonders bei Raucherinnen und Frauen, die hormonelle Verhütungsmittel (die Pille) einnehmen.
- Häufige schwere Anfälle können die Lebensqualität stark beeinträchtigen und zu Arbeitsunfähigkeit führen.
- Chronische Migräne (mehr als 15 Kopfschmerztage pro Monat) kann sich entwickeln, wenn keine Behandlung erfolgt.
Langzeitprognose
Die meisten Menschen mit Migräne-Aura haben eine gute Prognose. Mit der richtigen Behandlung und Lebensstilanpassung lassen sich die Anfälle meist gut kontrollieren. Die Auren selbst sind in der Regel harmlos und hinterlassen keine bleibenden Schäden. Viele Betroffene berichten, dass die Anfälle mit zunehmendem Alter seltener werden. Bleiben Sie zuversichtlich – Sie haben viele Möglichkeiten, die Erkrankung in den Griff zu bekommen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
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