Asthma attack first aid
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Asthmaanfall ist eine plötzliche Verschlechterung der Atmung bei Menschen mit Asthma. Die Atemwege verengen sich, die Schleimhaut schwillt an und es wird mehr Schleim produziert. Das macht das Atmen schwer.
Wichtige Fakten
- Asthmaanfälle sind häufig, aber meist gut behandelbar.
- Ein persönlicher Asthmaplan hilft, im Notfall richtig zu handeln.
- Bei schweren Atemnot sofort den Notruf 112 wählen.
Ja, Asthmaanfälle sind häufig. In Deutschland hat etwa jeder zehnte Mensch Asthma.
Asthma betrifft Kinder und Erwachsene. Oft beginnt es im Kindesalter, kann aber auch später auftreten.
Symptome
- Sie können nicht in ganzen Sätzen sprechen.
- Ihre Lippen oder Fingernägel werden blau oder grau.
- Sie haben das Gefühl zu ersticken.
- Das Notfallmedikament wirkt nicht oder Sie haben keins dabei.
- ⚠Die Symptome bessern sich nicht nach der Einnahme des Notfallsprays.
- ⚠Sie müssen das Notfallspray häufiger als alle 4 Stunden anwenden.
- ⚠Sie haben Fieber oder Husten mit gelbem oder grünem Auswurf.
Häufige Symptome
- pfeifendes Atemgeräusch (Giemen)
- Husten, vor allem nachts oder morgens
- Kurzatmigkeit oder Engegefühl in der Brust
- schnelle oder flache Atmung
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern kann ein Asthmaanfall auch mit Husten ohne Pfeifen einhergehen.
- Kinder wirken oft unruhig, müde oder haben wenig Appetit.
- Manche Kinder ziehen die Schultern hoch, um besser atmen zu können.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können Symptome wie schnelle Erschöpfung oder Verwirrtheit hinzukommen.
- Oft fällt die Atemnot erst bei Belastung auf.
- Bestehende Herzerkrankungen können die Symptome verstärken.
Ursachen
Hauptursachen
- Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare
- Atemwegsinfektionen wie Erkältung oder Grippe
- Anstrengung oder körperliche Belastung
- Emotionale Aufregung oder Stress
- Rauch, starke Gerüche oder kalte Luft
Risikofaktoren
- Rauchen (auch Passivrauchen)
- Übergewicht
- Schlecht eingestelltes Asthma
- Bestimmte Berufe (z. B. Bäcker, Maler, Friseur)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei den genannten Notfall- oder dringenden Symptomen.
- Wenn das Notfallspray nicht wirkt oder Sie es sehr oft brauchen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie regelmäßig Husten oder Atemnot haben.
- Wenn Ihr Alltag durch Asthma eingeschränkt wird.
- Zur jährlichen Kontrolle Ihres Asthmaplans und der Medikamenteneinstellung.
Diagnose
Die Diagnose wird von einem Arzt oder einer Ärztin gestellt. Oft ist ein Lungenfunktionstest nötig. Manchmal wird auch ein Allergietest durchgeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Lungenfunktionstest (Spirometrie)
- Allergietest (Haut- oder Bluttests)
- Peak-Flow-Messung (tägliche Messung der Atemstärke zu Hause)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt oder die Ärztin wird Sie untersuchen, Ihre Beschwerden erfragen und einen Lungenfunktionstest durchführen. Eventuell wird ein Allergietest gemacht. Bei Kindern kann der Test etwas anders ablaufen, ist aber schmerzfrei und sicher.
Behandlung
Ein Asthmaanfall erfordert schnelle Hilfe. Wichtig ist, ruhig zu bleiben und die verordneten Notfallmedikamente (meist als Spray) wie im Asthmaplan beschrieben anzuwenden. Bei schweren Anfällen sofort den Notruf 112 wählen.
Selbsthilfe zu Hause
- Setzen Sie sich aufrecht hin und atmen Sie langsam und gleichmäßig.
- Nehmen Sie Ihr Notfallspray wie verordnet – bei Unsicherheit konsultieren Sie Ihren Asthmaplan.
- Lockern Sie enge Kleidung, z. B. am Hals.
- Wenn keine Besserung eintritt oder Sie kein Spray haben: sofort Notruf 112 wählen.
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung umfasst entzündungshemmende Mittel und atemwegserweiternde Medikamente. Diese werden meist als Spray oder Pulver eingeatmet. Bei einem akuten Anfall werden kurz wirksame atemwegserweiternde Medikamente eingesetzt. Langfristig wird oft eine entzündungshemmende Dauertherapie verordnet. Die genaue Behandlung besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.
Leben mit der Erkrankung
Asthma begleitet Sie im Alltag. Mit einem guten Management und regelmäßiger Medikamenteneinnahme können Sie die meisten Beschwerden vermeiden. Ein persönlicher Asthmaplan hilft Ihnen, im Alltag und bei Anfällen richtig zu handeln.
Tipps für den Alltag
- Rauchen vermeiden und Raucherumgebungen meiden.
- Allergene reduzieren, wenn möglich (z. B. allergendichte Bezüge für Matratzen).
- Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, aber mit Vorsicht bei kaltem Wetter.
- Stress abbauen durch Entspannungsübungen wie Atemtechniken oder Meditation.
- Gewicht im Normalbereich halten.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann hilfreich sein. Bewegung ist möglich und wichtig, aber bei kaltem Wetter oder bei starkem Pollenflug sollten Sie vorsichtig sein. Fragen Sie Ihren Arzt nach einem geeigneten Sportprogramm.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Asthma kann ängstlich machen, besonders bei Anfällen. Viele Menschen haben Sorgen vor einem erneuten Anfall. Das ist normal. Reden Sie mit Ihrem Arzt oder suchen Sie psychologische Unterstützung, wenn die Angst den Alltag beeinträchtigt.
Vorbeugung
Asthmaanfälle lassen sich nicht immer verhindern, aber das Risiko kann deutlich gesenkt werden. Eine gute Einstellung des Asthmas mit der richtigen Dauermedikation ist der wichtigste Schritt. Auch das Meiden von Auslösern hilft.
Impfungen
Die jährliche Grippeimpfung und die Impfung gegen Lungenentzündung (Pneumokokken) können bei Asthma empfohlen werden. Besprechen Sie Impfungen mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei unbehandelten oder schweren Anfällen kann es zu Sauerstoffmangel kommen.
- Im schlimmsten Fall kann ein Asthmaanfall lebensbedrohlich werden.
- Häufige Anfälle können die Lungenfunktion dauerhaft verschlechtern.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung und gutem Selbstmanagement können die meisten Menschen mit Asthma ein weitgehend normales Leben führen. Asthmaanfälle sind meist gut behandelbar. Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Arzt und halten Sie sich an Ihren Asthmaplan.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.