Chest pain call emergency
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Brustschmerz ist ein Schmerz oder Druckgefühl im Brustbereich. Er kann viele Ursachen haben, von harmlosen Muskelverspannungen bis zu ernsten Herzkrankheiten. Bei plötzlichem, starkem Brustschmerz oder begleitenden Symptomen wie Atemnot oder Übelkeit müssen Sie sofort den Notruf 112 wählen.
Wichtige Fakten
- Brustschmerz kann auf einen Herzinfarkt hinweisen – zögern Sie nicht, den Notruf 112 zu alarmieren.
- Nicht jeder Brustschmerz ist herzbedingt: Auch Lunge, Muskeln oder Verdauung können Schmerzen verursachen.
- Frauen haben bei einem Herzinfarkt oft andere Symptome als Männer, zum Beispiel Übelkeit, Schmerzen im Oberbauch oder ungewöhnliche Müdigkeit.
Brustschmerz ist ein häufiger Grund, eine Notaufnahme aufzusuchen. Die Ursachen sind unterschiedlich: von harmlosen bis zu lebensbedrohlichen.
Brustschmerz kann Menschen jeden Alters betreffen. Besonders gefährdet sind Personen mit Risikofaktoren wie Rauchen, hohem Blutdruck, Diabetes oder familiärer Vorbelastung für Herzkrankheiten.
Symptome
- Plötzlicher, starker Brustschmerz, der länger als ein paar Minuten anhält
- Schmerzen in Brust, Arm, Kiefer oder Rücken
- Kurzatmigkeit, Übelkeit, Schweißausbruch oder Ohnmacht
- Beklemmungsgefühl mit Todesangst
- ⚠Wiederkehrender oder sich verschlimmernder Brustschmerz beim Gehen oder Treppensteigen
- ⚠Neu auftretender Brustschmerz in Ruhe
- ⚠Brustschmerz mit Schwindel oder Herzrasen
Häufige Symptome
- Druck oder Engegefühl in der Brust
- Brennen oder Stechen im Brustbereich
- Schmerzen, die in den Arm, den Kiefer oder den Rücken ausstrahlen
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern ist Brustschmerz selten ein Zeichen für ein ernstes Herzproblem. Häufiger sind Muskelverspannungen, Sodbrennen oder Angst.
- Dennoch: Bei anhaltenden oder starken Schmerzen, Atemnot oder bläulicher Haut sofort ärztliche Hilfe holen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben oft typischere Herzinfarktsymptome wie Druckgefühl und Kurzatmigkeit.
- Manchmal treten auch unspezifische Beschwerden auf, etwa Verwirrtheit, Schwäche oder Bauchschmerzen.
Ursachen
Hauptursachen
- Herzinfarkt (verschlossenes Herzkranzgefäß)
- Stabile Angina pectoris (vorübergehende Durchblutungsstörung des Herzens)
- Lungenembolie (Blutgerinnsel in der Lunge)
- Muskelverspannungen, Rippenfellentzündung oder Sodbrennen
Risikofaktoren
- Rauchen
- Hoher Blutdruck
- Hohe Cholesterinwerte
- Diabetes mellitus
- Bewegungsmangel und Übergewicht
- Familiäre Vorbelastung für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichem, starkem Brustschmerz immer den Notruf 112 wählen
- Wenn der Schmerz mit Atemnot, Übelkeit oder Schwitzen einhergeht
- Wenn der Schmerz in Ruhe auftritt oder sich beim Gehen verschlimmert
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei wiederkehrendem Brustschmerz, der nicht akut ist, aber Sie beunruhigt
- Nach einem harmlosen Anfall zur Abklärung der Ursache
- Wenn Sie Risikofaktoren haben, regelmäßig zur Vorsorge gehen
Diagnose
Der Arzt fragt nach Ihren Symptomen, macht ein EKG (Herzstrommessung) und nimmt Blut ab. Bei Verdacht auf ein Herzproblem folgen weitere Untersuchungen.
Mögliche Untersuchungen
- EKG (Elektrokardiogramm) – misst die Herzströme
- Blutuntersuchung auf Herzenzyme (Troponin)
- Belastungs-EKG (Fahrrad- oder Laufbandtest)
- Herzultraschall (Echokardiographie)
- Herzkatheteruntersuchung (bei akutem Verdacht)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
In der Notaufnahme werden Sie schnell untersucht. Es kann sein, dass Sie stationär aufgenommen und überwacht werden. Die Ärzte erklären Ihnen die Schritte verständlich.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei einem Herzinfarkt müssen sofort die Herzkranzgefäße wieder geöffnet werden. Bei harmlosen Ursachen reichen Ruhe und ggf. Schmerzmittel.
Selbsthilfe zu Hause
- Bei akutem Brustschmerz: Sofort Notruf wählen und sich hinsetzen oder hinlegen, bis Hilfe kommt.
- Keine Schmerzmittel auf eigene Faust einnehmen – erst ärztlichen Rat einholen.
- Bei bekannter harmloser Ursache (z. B. Muskelverspannung): Wärme oder leichte Bewegung helfen.
Medizinische Behandlungen
Ärzte setzen verschiedene Medikamente ein, um das Herz zu entlasten, Gerinnsel aufzulösen oder die Durchblutung zu verbessern. Auch eine Herzkatheter-OP kann nötig sein. Die genaue Therapie wird individuell festgelegt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (z. B. Bypass-OP oder Stent-Einlage) ist nötig, wenn Herzkranzgefäße stark verengt oder verschlossen sind.
Leben mit der Erkrankung
Nach einem Herzinfarkt oder Brustschmerzereignis ist eine regelmäßige Arztkontrolle wichtig. Ihr Arzt wird mit Ihnen einen Plan für Bewegung, Ernährung und Medikamente erstellen.
Tipps für den Alltag
- Rauchen aufgeben – das senkt das Risiko deutlich.
- Stress abbauen durch Entspannungstechniken wie Atemübungen.
- Regelmäßig leichten Sport treiben, z. B. Spazierengehen oder Schwimmen.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und wenig Salz und Fett ist empfehlenswert. Bewegen Sie sich täglich mindestens 30 Minuten – aber nur nach Absprache mit Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein Brustschmerzereignis kann Angst auslösen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einem Psychotherapeuten. Viele Kliniken bieten Herzgruppen oder psychologische Beratung an.
Vorbeugung
Viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen lassen sich durch einen gesunden Lebensstil verhindern oder hinauszögern. Dazu gehören: nicht rauchen, gesund essen, viel bewegen, Stress reduzieren und Risikofaktoren wie Bluthochdruck behandeln lassen.
Früherkennungsprogramme
Lassen Sie regelmäßig Ihren Blutdruck, Blutzucker und Cholesterinspiegel checken – besonders, wenn in der Familie Herzkrankheiten vorkommen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Herzinfarkt mit dauerhaften Schäden am Herzmuskel
- Herzrhythmusstörungen, die lebensbedrohlich werden können
- Wiederholte Brustschmerzattacken (Angina pectoris)
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
Langzeitprognose
Die Prognose hängt von der Ursache und der Schnelligkeit der Behandlung ab. Bei rechtzeitiger medizinischer Versorgung haben die meisten Menschen eine gute Chance auf vollständige Erholung und ein normales Leben.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.