Fainting first aid
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ohnmacht (auch Synkope genannt) ist ein plötzlicher, kurzzeitiger Bewusstseinsverlust, der meist nach wenigen Sekunden von selbst wieder verschwindet. Sie entsteht, wenn das Gehirn vorübergehend zu wenig Sauerstoff bekommt.
Wichtige Fakten
- Ohnmacht ist in der Regel harmlos, kann aber auf ein ernstes Problem hinweisen.
- Die meisten Menschen erholen sich innerhalb weniger Minuten vollständig.
- Bei der ersten Hilfe ist es wichtig, die Person flach hinzulegen und die Beine hochzulagern.
Ja, Ohnmacht ist recht häufig. Viele Menschen erleben mindestens einmal im Leben eine Ohnmacht.
Jeder kann ohnmächtig werden, aber bestimmte Personengruppen sind häufiger betroffen, wie Jugendliche, ältere Menschen oder Personen mit bestimmten Grunderkrankungen wie Herzproblemen.
Symptome
- Die Person ist nach ein bis zwei Minuten immer noch nicht ansprechbar
- Die Person atmet nicht normal (keine, zu langsame oder keuchende Atmung)
- Während der Ohnmacht tritt ein Krampfanfall auf
- Die Person hat sich schwer verletzt (z. B. Kopfverletzung)
- Die Ohnmacht ereignet sich während körperlicher Aktivität oder beim Sport
- ⚠Die Ohnmacht tritt wiederholt auf
- ⚠Es bestehen Brustschmerzen, Herzklopfen oder Atemnot vor oder nach der Ohnmacht
- ⚠Die Person ist älter als 65 Jahre und hatte keine klare Ursache
- ⚠Es gibt eine familiäre Vorgeschichte von plötzlichem Herztod
Häufige Symptome
- Schwindel oder Benommenheit
- Übelkeit
- Verschwommenes Sehen oder Ohrensausen
- Kältegefühl oder Schwitzen
- Gefühl, gleich umzufallen
Symptome bei Kindern
- Kinder wirken plötzlich blass oder teilnahmslos
- Sie können kurz ‚weghören‘ oder starr wirken
- Oft tritt die Ohnmacht nach langem Stehen oder in heißen Räumen auf
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Verwirrtheit oder Desorientierung vor der Ohnmacht
- Sturzrisiko ist höher, Verletzungen häufiger
- Manchmal treten keine Warnsignale auf – die Ohnmacht kommt plötzlich
Ursachen
Hauptursachen
- Kreislaufprobleme – z. B. Blutdruckabfall beim Aufstehen (orthostatische Synkope)
- Starke Gefühle wie Angst, Schreck oder Schmerz (vasovagale Synkope)
- Dehydrierung oder langes Stehen ohne Bewegung
- Herzrhythmusstörungen oder andere Herzerkrankungen
- Medikamente, die den Blutdruck senken
Risikofaktoren
- Langes Stehen oder Sitzen
- Warme, überfüllte Umgebungen
- Flüssigkeitsmangel oder wenig getrunken
- Bestimmte Medikamente (z. B. Blutdrucksenker)
- Vorerkrankungen wie Diabetes, Herzleiden oder niedriger Blutdruck
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Nach der Ohnmacht bestehen Brustschmerzen, Herzrasen oder starke Kopfschmerzen
- Die Ohnmacht trat während Bewegung oder Sport auf
- Die Person ist älter als 65 und hatte keine erkennbare Ursache
- Es gab mehrere Ohnmachtsanfälle innerhalb kurzer Zeit
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Nach der ersten Ohnmacht ohne ernste Symptome
- Wenn die Ohnmacht ohne erkennbaren Grund auftritt
- Wenn Sie sich Sorgen machen oder Fragen haben
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin fragt genau nach den Umständen der Ohnmacht (z. B. vorherige Aktivität, Gefühle, Dauer) und führt eine körperliche Untersuchung durch. Wichtig sind Blutdruckmessung im Liegen und Stehen sowie ein EKG.
Mögliche Untersuchungen
- Elektrokardiogramm (EKG) – Herzstrommessung
- Langzeit-EKG (24 Stunden oder länger)
- Belastungs-EKG (auf dem Fahrrad oder Laufband)
- Blutuntersuchung (z. B. Blutzucker, Elektrolyte)
- Kipptisch-Untersuchung – Blutdruckmessung beim Lagern
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt versucht, die Ursache der Ohnmacht zu finden. Dazu sind oft mehrere Untersuchungen nötig. Die meisten Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern nur kurz. Sie erhalten danach eine Erklärung und gegebenenfalls Empfehlungen für die nächsten Schritte.
Behandlung
Die Behandlung der Ohnmacht richtet sich nach der Ursache. In vielen Fällen genügt es, Auslöser zu vermeiden und ausreichend zu trinken. Bei zugrundeliegenden Erkrankungen (z. B. Herzproblemen) kann eine spezifische Therapie notwendig sein.
Selbsthilfe zu Hause
- Bei ersten Warnzeichen sofort hinlegen oder hinsetzen und die Beine hochlegen
- Tief und ruhig durchatmen
- Enge Kleidung lockern (z. B. Krawatte, Gürtel)
- Ausreichend trinken – am besten Wasser oder Saftschorle
- Langes Stehen vermeiden, regelmäßig die Beine bewegen
Medizinische Behandlungen
Wenn die Ohnmacht durch Herzrhythmusstörungen verursacht wird, können Medikamente (z. B. zur Stabilisierung des Herzrhythmus) oder ein Herzschrittmacher infrage kommen. Bei Blutdruckabfall können Maßnahmen wie Kompressionsstrümpfe oder eine erhöhte Salz- und Flüssigkeitszufuhr helfen. Die genaue Therapie legt der Arzt nach der Diagnose fest.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein operativer Eingriff ist nur selten nötig, zum Beispiel bei bestimmten Herzfehlern oder wenn ein Herzschrittmacher eingesetzt werden muss.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie zu Ohnmacht neigen, ist es wichtig, Auslöser zu kennen und zu meiden. Planen Sie Ihren Alltag so, dass Sie stressige oder heiße Situationen vermeiden können.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie über den Tag verteilt ausreichend (mindestens 1,5–2 Liter)
- Vermeiden Sie langes Stehen – bewegen Sie sich regelmäßig
- Bei ersten Anzeichen sofort hinsetzen oder hinlegen
- Führen Sie einen Notfallausweis mit sich, wenn Sie wiederholt ohnmächtig werden
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit regelmäßigen Mahlzeiten hilft, den Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Leichte Bewegung wie Spazierengehen oder Schwimmen fördert die Durchblutung und den Kreislauf. Vermeiden Sie anstrengende Aktivitäten bei großer Hitze.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Angst vor einer erneuten Ohnmacht kann belastend sein und das Leben einschränken. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber – es gibt hilfreiche Strategien, um die Angst zu bewältigen.
Vorbeugung
Viele Ohnmachten lassen sich vermeiden, indem man Auslöser meidet und auf eine gute Flüssigkeitszufuhr achtet. Wer zu Ohnmacht neigt, sollte langsam aufstehen, bei Hitze Vorsicht walten lassen und ausreichend essen.
Früherkennungsprogramme
Bei wiederholten Ohnmachten kann eine ärztliche Untersuchung helfen, die Ursache zu finden und gezielt vorzubeugen. Dazu gehören auch Screening-Untersuchungen wie ein Langzeit-EKG.
Komplikationen
Unbehandelt
- Verletzungen durch Sturz (z. B. Kopfverletzungen, Knochenbrüche)
- Seltene Hirnschäden, wenn die Ohnmacht länger als ein paar Minuten andauert
- Folgen einer unbehandelten Grunderkrankung wie Herzrhythmusstörungen
Langzeitprognose
Die Prognose ist meist sehr gut. Bei vielen Menschen tritt die Ohnmacht nur einmal im Leben auf. Wird die zugrundeliegende Ursache erfolgreich behandelt, sind weitere Ohnmachten selten. Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen können die meisten Betroffenen ein normales Leben führen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2026
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