Suspected stroke FAST
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Bei einem Schlaganfall ist die Durchblutung im Gehirn plötzlich gestört. Gehirnzellen werden nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und können absterben. Je schneller Hilfe kommt, desto besser sind die Chancen auf Genesung. Der FAST-Test hilft, die wichtigsten Anzeichen zu erkennen: Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit – sofort 112 rufen).
Wichtige Fakten
- Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall – rufen Sie sofort die 112.
- Je früher die Behandlung beginnt, desto mehr Gehirn kann gerettet werden.
- Der FAST-Test (Gesicht, Arme, Sprache, Zeit) hilft, die Symptome schnell zu erkennen.
Ja, Schlaganfälle sind eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Jährlich erleiden etwa 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Aber mit schneller Behandlung überleben heute viel mehr Menschen und haben weniger bleibende Schäden.
Schlaganfälle treten vor allem bei älteren Menschen auf, etwa zwei Drittel der Betroffenen sind über 70 Jahre alt. Aber auch jüngere Erwachsene und selten sogar Kinder können einen Schlaganfall bekommen. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.
Symptome
- Jedes der folgenden Symptome macht einen sofortigen Notruf (112) erforderlich:
- Das Gesicht hängt einseitig herab, der Patient kann nicht lächeln.
- Ein Arm (oft nur einer) kann nicht gehoben werden oder sinkt sofort runter.
- Die Sprache ist verwaschen oder der Patient versteht Sie nicht.
- Plötzlicher heftigster Kopfschmerz, der anders ist als alle bisherigen.
- Plötzliche Sehstörungen – wie ein Vorhang vor dem Auge.
- ⚠Wenn die Symptome nach wenigen Minuten wieder verschwinden, könnte es eine TIA (transitorische ischämische Attacke) gewesen sein. Auch dann müssen Sie noch am selben Tag in eine Notaufnahme oder zu einem Arzt, der Schlaganfälle behandelt.
- ⚠Bei anhaltenden oder wiederholten Sehstörungen, Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen ohne klare Ursache – bitte noch am selben Tag ärztlich abklären lassen.
Häufige Symptome
- Plötzliche Schwäche oder Lähmung einer Gesichtshälfte – der Mundwinkel hängt herab.
- Plötzliche Schwäche oder Taubheit in einem Arm oder Bein (meist nur auf einer Seite).
- Plötzliche Sprachstörungen – die Person kann nicht richtig sprechen oder Sie nicht verstehen.
- Plötzliche Sehstörungen auf einem Auge oder Doppelbilder.
- Plötzlicher, sehr starker Kopfschmerz ohne erkennbare Ursache.
- Schwindel mit Gangunsicherheit oder plötzlicher Gleichgewichtsverlust.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind die Symptome ähnlich wie bei Erwachsenen: plötzliche Lähmung, Sprachschwierigkeiten, starke Kopfschmerzen.
- Kinder können auch plötzlich hinken, ein Bein nachziehen oder Probleme beim Greifen haben.
- Manchmal treten Krampfanfälle auf.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind die typischen FAST-Symptome oft eindeutig.
- Manchmal zeigen sich auch verwirrtheit, plötzliche Inkontinenz oder Stürze ohne ersichtlichen Grund.
- Ein vorübergehender Schwindel oder „Wegbleiben“ kann ein Zeichen für eine transitorische ischämische Attacke (TIA) sein – das ist ein kurzer Warnhinweis auf einen möglichen Schlaganfall.
Ursachen
Hauptursachen
- Ein Hirninfarkt (etwa 80 % aller Schlaganfälle): Ein Blutgerinnsel verstopft eine Arterie im Gehirn.
- Eine Hirnblutung (etwa 20 %): Ein Blutgefäß im Gehirn platzt, Blut tritt aus und schädigt das Gewebe.
Risikofaktoren
- Hoher Blutdruck (Hypertonie)
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Rauchen
- Hohe Cholesterinwerte
- Vorhofflimmern (eine Herzrhythmusstörung)
- Bewegungsmangel und Übergewicht
- Ungesunde Ernährung (viel Salz, Fett, wenig Obst und Gemüse)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei jedem Verdacht auf einen Schlaganfall sofort die 112 wählen. Warten Sie nicht ab.
- Auch wenn die Symptome wieder verschwinden (TIA-Verdacht): sofort zum Arzt oder in die Notaufnahme.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Vorhofflimmern haben, sollten Sie regelmäßig zur Vorsorge gehen.
- Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über Ihre persönliche Schlaganfallrisikobestimmung.
Diagnose
Im Krankenhaus wird sofort eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Der Arzt oder die Ärztin prüft die Symptome und führt Bildgebung des Gehirns durch, um zwischen einem Infarkt und einer Blutung zu unterscheiden. Das ist entscheidend für die richtige Behandlung.
Mögliche Untersuchungen
- CT (Computertomographie) oder MRT (Magnetresonanztomographie) des Kopfes – diese zeigen, ob es eine Blutung oder einen Verschluss gibt.
- Blutuntersuchungen (zum Beispiel Gerinnungswerte, Blutzucker).
- EKG (Elektrokardiogramm) – um Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern zu erkennen.
- Ultraschall der Halsgefäße (Doppler-Sonographie) – um Verengungen der Halsschlagadern zu finden.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Wenn Sie mit Verdacht auf Schlaganfall in die Notaufnahme kommen, sind Sie in guten Händen. Das Team wird Sie sofort untersuchen. Die Bildgebung dauert nur wenige Minuten. Nach der Diagnose beginnt die Behandlung – oft noch in der ersten Stunde nach Ankunft. Je schneller alles geht, desto besser.
Behandlung
Die Behandlung hängt davon ab, ob es sich um einen Hirninfarkt (Gerinnsel) oder eine Hirnblutung handelt. Bei einem Infarkt versuchen die Ärzte, das Gerinnsel aufzulösen oder mechanisch zu entfernen. Bei einer Blutung wird die Blutung gestoppt und der Druck im Gehirn gesenkt. Im Anschluss beginnt die Rehabilitation, um verlorene Fähigkeiten wiederzutrainieren.
Selbsthilfe zu Hause
- Während des akuten Ereignisses: Legen Sie den Betroffenen nicht hin – am besten Oberkörper leicht erhöht lagern.
- Geben Sie keine Getränke, Tabletten oder Nahrung, da Schluckstörungen möglich sind.
- Beruhigen Sie den Betroffenen, teilen Sie mit, dass Hilfe unterwegs ist.
- Notieren Sie den Zeitpunkt, wann die Symptome begannen – für die Ärzte sehr wichtig.
Medizinische Behandlungen
Bei einem Hirninfarkt kann innerhalb von 4,5 Stunden nach Symptombeginn ein Medikament gegeben werden, das das Blutgerinnsel auflöst (Thrombolyse). In den ersten 6–24 Stunden kann bei großen Verschlüssen mit einem Katheter das Gerinnsel mechanisch entfernt werden (Thrombektomie). Bei einer Hirnblutung wird der Blutdruck gesenkt, und manchmal ist eine Operation nötig, um das Blut zu entlasten. Alle Medikamente und Verfahren werden von spezialisierten Schlaganfallteams (Stroke Units) durchgeführt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei einer Hirnblutung kann eine Operation erforderlich sein, um das ausgetretene Blut zu entfernen und den Druck im Schädel zu verringern. Auch bei einem sehr großen Hirninfarkt kann manchmal eine Entlastungsoperation nötig sein, um Platz für das geschwollene Hirngewebe zu schaffen.
Leben mit der Erkrankung
Nach einem Schlaganfall ist oft eine lange Rehabilitation nötig. Viele Betroffene lernen wieder, zu gehen, zu sprechen und alltägliche Dinge selbstständig zu erledigen. Die Fortschritte sind unterschiedlich – manche brauchen Hilfe im Alltag, andere werden weitgehend selbstständig. Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie helfen dabei.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung – auch kleine Spaziergänge sind gut.
- Gesunde Ernährung – viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, wenig Salz und gesättigte Fette.
- Nicht rauchen – wenn Sie rauchen, holen Sie sich Unterstützung für den Ausstieg.
- Alkohol nur in Maßen – am besten mit dem Arzt besprechen.
- Blutdruck und Blutzucker regelmäßig kontrollieren lassen.
Ernährung und Bewegung
Empfohlen wird eine mediterrane Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Fisch und gesunden Ölen. Bewegung an die eigenen Fähigkeiten anpassen: Schwimmen, Radfahren oder Spazierengehen sind oft gut geeignet. Beginnen Sie langsam und steigern Sie sich. Bei Unsicherheiten hilft die Physiotherapie.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Viele Schlaganfall-Patienten leiden unter Depressionen oder Angstzuständen. Die Veränderungen durch die Erkrankung sind nicht nur körperlich, sondern auch seelisch belastend. Es ist völlig normal, sich manchmal überfordert zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle darüber. Auch Gespräche mit anderen Betroffenen können helfen.
Vorbeugung
Nicht alle Schlaganfälle sind vermeidbar, aber viele Risikofaktoren können Sie selbst beeinflussen. Ein gesunder Lebensstil, Blutdruckkontrolle und die Behandlung von Vorhofflimmern senken das Risiko deutlich. Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt beraten, wie Sie Ihr persönliches Risiko senken können.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelt kann ein Schlaganfall zu dauerhaften Lähmungen, Sprachverlust, Sehstörungen oder dem Tod führen.
- Jede Minute zählt – bis zu 1,9 Millionen Nervenzellen können pro Minute absterben.
- Auch nach einem leichten Schlaganfall kann es zu bleibenden Beeinträchtigungen kommen, wenn keine Behandlung erfolgt.
Langzeitprognose
Die Prognose hängt stark davon ab, wie schnell und wie gut behandelt wird. Mit moderner Medizin und früher Therapie erholen sich viele Menschen gut. Einige haben keine oder nur leichte Einschränkungen, andere benötigen langfristige Unterstützung. Wichtig ist: Jeder Fortschritt zählt, und Rehabilitation kann auch Monate nach dem Ereignis noch helfen. Bleiben Sie zuversichtlich und suchen Sie sich Unterstützung.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ↗ · Deutschland
- Bundesverband Schlaganfall Hilfen e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.