Bildschirmarbeit: Augen schonen – auch unterwegs
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Augenbelastung (Fachbegriff: Asthenopie) bedeutet, dass Ihre Augen durch langes oder intensives Arbeiten überanstrengt werden. Das passiert zum Beispiel, wenn Sie viele Stunden auf einen Bildschirm schauen, bei schlechtem Licht lesen oder im Auto unterwegs sind und Ihre Augen sich ständig an wechselnde Entfernungen anpassen müssen. Die Augen fühlen sich dann müde, brennend oder gereizt an – ähnlich wie verspannte Muskeln nach zu viel Anstrengung. Meist ist das harmlos und verschwindet wieder, wenn Sie Ihren Augen eine Pause gönnen.
Wichtige Fakten
- Augenbelastung ist weit verbreitet und in den meisten Fällen gut behandelbar.
- Regelmäßige Pausen, gute Beleuchtung und eine richtig eingestellte Sehhilfe beugen Beschwerden vor.
- Eine Augenbelastung verursacht keine dauerhaften Schäden, wenn Sie rechtzeitig darauf reagieren.
Ja, sehr häufig. Fast alle Menschen, die regelmäßig am Computer, Tablet oder Smartphone arbeiten, kennen diese Beschwerden. Es ist eine der häufigsten Belastungen am Arbeitsplatz und auch im Alltag.
Vor allem Menschen mit viel Bildschirmarbeit – etwa Büroangestellte, Programmierer oder Studierende. Aber auch Kinder, die lange auf Bildschirme schauen, und ältere Menschen mit trockenen Augen oder Sehveränderungen sind betroffen. Auch Reisen mit ständigem Blick aufs Handy oder das Navigationsgerät können die Augen anstrengen.
Symptome
- Plötzlicher Sehverlust auf einem oder beiden Augen
- Starke Schmerzen im Auge, verbunden mit Übelkeit oder Erbrechen
- Schwere Augenverletzung durch Chemikalien oder Fremdkörper
- Plötzliche Lichtblitze oder ein rußartiger Schatten im Sichtfeld – das kann ein Warnzeichen für eine Netzhautablösung sein.
- ⚠Anhaltende Sehstörungen, Doppelbilder oder Flimmern, die sich trotz Pausen nicht bessern
- ⚠starke Rötung des Auges mit Lichtscheu oder verschwommenem Sehen
- ⚠Augenschmerzen, die länger als einen Tag anhalten oder sich verschlimmern
Häufige Symptome
- trockene, brennende oder gerötete Augen
- ein Gefühl von Sand oder Fremdkörpern im Auge
- verschwommenes oder wechselndes Sehen
- Kopfschmerzen, besonders um die Stirn oder Augen herum
- Nacken- und Schulterverspannungen
- Lichtempfindlichkeit oder doppelte Umrisse
Symptome bei Kindern
- häufiges Augenreiben
- vermehrtes Blinzeln oder Zusammenkneifen der Augen
- Kopfschmerzen nach Bildschirmzeit
- Unruhe oder Konzentrationsschwierigkeiten in der Schule
- schlechtes Ablesen von der Tafel
Symptome bei älteren Erwachsenen
- stärkere Trockenheit der Augen, weil die Tränenproduktion mit dem Alter abnimmt
- Probleme beim Wechsel zwischen Nah- und Fernsicht
- erhöhte Lichtempfindlichkeit, besonders bei Bildschirmarbeit
- Anstrengung beim Lesen oder bei der Autofahrt in der Dämmerung
Ursachen
Hauptursachen
- Lange Zeit am Bildschirm ohne Unterbrechung – dadurch blinzelt man seltener und der Tränenfilm trocknet aus
- Eine falsche Bildschirmposition: Der Bildschirm sollte so stehen, dass Sie leicht nach unten schauen und genügend Abstand haben
- Blendung oder schlechtes Licht, zum Beispiel Fensterlicht im Rücken oder grelle Deckenlampen
- Unentdeckte oder falsch korrigierte Sehfehler (Kurz- oder Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung)
- Trockene Raumluft, etwa durch Klimaanlage oder Heizung
- Langes Lesen oder Arbeiten bei schwankendem Licht – zum Beispiel auf Reisen im Auto, in der Bahn oder im Flugzeug
Risikofaktoren
- Vorhandene Sehprobleme oder eine veraltete Brillenverordnung
- älteres Alter – die Tränenproduktion nimmt ab, die Linse wird weniger elastisch
- eine trockene Arbeitsumgebung mit niedriger Luftfeuchtigkeit
- ständige Bildschirmnutzung ohne Pausen, auch auf Reisen
- geringe Schlafmenge oder zu wenig Erholung für die Augen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich schlechter sehen, Doppelbilder wahrnehmen oder Lichtblitze sehen
- Wenn das Auge stark schmerzt, gerötet ist und Sie Licht scheuen
- Wenn Sie einen Fremdkörper oder eine Chemikalie ins Auge bekommen haben und die Beschwerden nicht aufhören
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ihre Augen trotz regelmäßiger Pausen und guter Bildschirm-Einstellung mehrere Tage lang brennen, jucken oder tränen
- Wenn Sie merken, dass Sie Ihren Arbeitsabstand nicht mehr richtig einstellen können
- Wenn Ihr Augenarzt oder Ihre Augenärztin eine Kontrolle empfiehlt, zum Beispiel bei Diabetes oder Grunderkrankungen
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden, Ihrer Arbeitsweise und Ihrer Krankengeschichte. Danach folgt eine gründliche Untersuchung der Augen mit speziellen Geräten. Die Untersuchung ist schmerzfrei.
Mögliche Untersuchungen
- Sehschärfentest (Buchstaben- oder Zahlen erkennen)
- Untersuchung mit der Spaltlampe – ein Mikroskop, mit dem die Augenoberfläche und die Hornhaut beurteilt werden
- Tränenfilmprüfung, um festzustellen, ob die Augen ausreichend befeuchtet werden
- Augeninnendruckmessung (Tonometrie), besonders bei älteren Menschen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie sitzen bei der Untersuchung bequem und schauen in Geräte, die das Auge von außen betrachten. Ein Sehtest dauert nur wenige Minuten. Die Ärztin oder der Arzt wird Ihnen das Ergebnis erklären und – falls nötig – eine Brille, Kontaktlinsen oder andere Maßnahmen empfehlen. Bei reiner Bildschirmbelastung ist oft keine weitere technische Untersuchung nötig.
Behandlung
In den meisten Fällen hilft es, die Gewohnheiten zu ändern und den Augen regelmäßig Erholung zu geben. Wenn eine unerkannte Sehfehler oder eine Grunderkrankung vorliegt, behandelt der Arzt die Ursache. Bei trockenen Augen können befeuchtende Augentropfen sinnvoll sein – besprechen Sie das immer mit Ihrem Arzt oder Ihrer Apotheke.
Selbsthilfe zu Hause
- 20-20-20-Regel: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden in etwa 6 Meter Entfernung schauen
- bewusst blinzeln – gerade am Bildschirm vergisst man das oft
- Bildschirm so aufstellen, dass die Oberkante auf Augenhöhe ist und Sie leicht nach unten schauen
- Bildschirmhelligkeit und Schriftgröße an die Umgebung anpassen
- Beleuchtung verbessern: kein Licht von hinten auf den Bildschirm, seitlich platzieren
- für ausreichend Luftfeuchtigkeit im Raum sorgen, zum Beispiel durch einen Luftbefeuchter oder geöffnete Fenster
- Bei Reisen: Lesen oder Arbeiten im fahrenden Fahrzeug vermeiden – das fordert die Augen zusätzlich. Machen Sie regelmäßig Rast und lassen Sie den Blick in die Ferne schweifen.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Eine passende Brille oder Kontaktlinsen gleichen Sehfehler aus. Bei trockenen Augen können vom Arzt oder in der Apotheke befeuchtende Augentropfen (künstliche Tränen) empfohlen werden. Medikamente in Form von Tabletten oder Augensalben kommen nur bei bestimmten Grunderkrankungen zum Einsatz – diese müssen vom Arzt verordnet und begleitet werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei einer bloßen Augenbelastung nicht nötig. Nur wenn eine andere Augenerkrankung zugrunde liegt – zum Beispiel ein Grauer Star oder eine Netzhautproblematik – kann ein chirurgischer Eingriff sinnvoll sein. Das entscheidet jedoch immer die behandelnde Augenärztin oder der behandelnde Augenarzt.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie Ihre Arbeit so, dass Ihre Augen regelmäßig Pausen bekommen. Legen Sie den Bildschirm so ein, dass Sie keine unnatürliche Körperhaltung einnehmen. Wenn Sie eine Brille oder Kontaktlinsen tragen, lassen Sie die Sehstärke regelmäßig überprüfen. Auch unterwegs gilt: Gönnen Sie Ihren Augen längere Pausen vom Handy und genießen Sie zwischendurch den Blick in die Ferne.
Tipps für den Alltag
- Schlafen Sie ausreichend – die Augen erholen sich im Schlaf
- Sorgen Sie für frische Luft und eine nicht zu trockene Umgebung
- Vermeiden Sie es, lange Zeit ohne Blinzeln auf den Bildschirm zu starren – stellen Sie sich zum Beispiel eine Erinnerung
- Nehmen Sie im Alltag öfter bewusst Abstand vom Bildschirm, auch während der Mittagspause oder am Wochenende
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und gesunden Fetten kann die Augen unterstützen. Besonders Vitamin A (für die Netzhaut) und Omega-3-Fettsäuren (für den Tränenfilm) sind nützlich. Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung und hilft, Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich zu lösen. Fragen Sie bei Unsicherheiten zu Nahrungsergänzungsmitteln Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltende Augenbelastung kann sehr erschöpfend sein und die Konzentration stören. Wenn Sie den ganzen Tag müde Augen haben, kann das auch beruflichen Stress verstärken. Nehmen Sie sich deshalb ernst: Eine gute Pausenplanung und ein Besuch beim Augenarzt können Ihnen helfen, sich wieder wohler zu fühlen. Wenn der Stress größer wird, sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt – auch psychische Unterstützung kann in solchen Fällen sinnvoll sein.
Vorbeugung
Ja, in vielen Fällen lässt sich Augenbelastung durch einfache Maßnahmen vermeiden. Dazu gehören eine gute Bildschirmgestaltung, ausreichende Pausen, eine passende Sehhilfe und vernünftiges Licht – sowohl zu Hause, im Büro als auch auf Reisen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Anhaltende Kopfschmerzen und Nackenverspannungen
- Konzentrationsprobleme und nachlassende Arbeitsleistung
- Verschlechterung einer nicht erkannten Fehlsichtigkeit – die Augen kompensieren übermäßig
- Zunehmende Trockenheit der Augen, die das Tragen von Kontaktlinsen erschweren kann
Langzeitprognose
Die Aussichten sind sehr gut. Wenn Sie die Ursache erkennen und behandeln lassen, klingen die Beschwerden in der Regel schnell ab. Die meisten Menschen spüren schon nach wenigen Tagen mit regelmäßigen Bildschirmpausen eine deutliche Besserung. Auch wenn Sie bereits älter sind, gibt es viele Möglichkeiten, Ihre Augen gesund und leistungsfähig zu halten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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