Augenbelastung am Bildschirm: Vorbeugen und Linderung im Arbeitsalltag
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Bildschirmarbeit beansprucht die Augen stark. Viele Menschen bekommen dadurch müde, trockene oder brennende Augen. Diese Beschwerden werden als Augenbelastung bezeichnet. Sie entstehen, weil die Augen längere Zeit auf nahe Entfernung schauen müssen und weniger blinzeln als sonst. Meist verschwinden die Symptome nach einer Pause wieder.
Wichtige Fakten
- Augenbelastung ist keine Augenkrankheit, sondern ein Warnsignal der Augen.
- Alle 20 Minuten eine kurze Pause und ein Blick in die Ferne entlasten die Augen.
- Eine falsche Bildschirmhöhe und Blendung verstärken die Beschwerden.
Sehr häufig. Fachleute schätzen, dass mehr als die Hälfte aller Menschen, die täglich am Computer arbeiten, zeitweise Beschwerden wie müde, trockene oder schmerzende Augen haben.
Vor allem Büroangestellte, Studierende, Programmiererinnen und Grafiker – also alle, die viele Stunden am Tag auf Bildschirme schauen. Auch Menschen mit unkorrigierter Fehlsichtigkeit oder trockenen Augen sind anfälliger.
Symptome
- Plötzlicher Sehverlust auf einem oder beiden Augen – rufen Sie sofort den Notruf 112.
- Plötzlich auftretende Doppelbilder oder ein Gesichtsfeldausfall.
- Schwerste Augenschmerzen mit Übelkeit oder Erbrechen.
- Blitze oder Rußregen im Sichtfeld.
- ⚠Starke Augenschmerzen mit Rötung, ohne dass ein Staubkorn o. Ä. erkennbar ist.
- ⚠Ein verletztes Auge oder ein Fremdkörper, der nicht von selbst herausgeht.
- ⚠Anhaltende Sehverschlechterung oder ein grauer Schatten im Sichtfeld.
- ⚠Eitriger Ausfluss oder Verklebungen der Augen.
Häufige Symptome
- Müde, schwere Augen
- Trockene oder brennende Augen
- Rötungen
- Verschwommenes Sehen, besonders beim Blick in die Ferne
- Lichtempfindlichkeit
- Kopfschmerzen, manchmal mit Nacken- und Schulterschmerzen
Symptome bei Kindern
- Kinder zeigen Augenbelastung oft durch häufiges Reiben der Augen, vermehrtes Blinzeln oder einen nachlassenden Lerneifer.
- Manchmal klagen sie über Kopfschmerzen oder sagen, dass die Buchstaben 'tanzen'.
- Zu viel Bildschirmzeit und zu wenig Tageslicht können bei Kindern die Entstehung von Kurzsichtigkeit fördern.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Menschen haben häufiger eine Alterssichtigkeit. Dadurch müssen die Augen bereits in normaler Bildschirmentfernung stark fokussieren.
- Die Augen brauchen mehr Licht und längere Erholungszeiten. Trockenheitsgefühle nehmen zu, weil die Tränenproduktion mit dem Alter nachlässt.
Ursachen
Hauptursachen
- Langes anstrengendes Sehen in die Nähe, weil der Bildschirm zu nahe oder zu weit entfernt steht
- Zu wenig Blinzeln – am Bildschirm reduziert sich die Blinkfrequenz deutlich
- Blendung durch Fenster oder Lampen, die direkt ins Auge oder auf den Bildschirm fällt
- Ein falscher Blickwinkel, etwa wenn der Bildschirm zu hoch oder zu niedrig steht
- Eine nicht passende Brille oder Sehhilfe
Risikofaktoren
- Trockene Raumluft oder Klimaanlagen am Arbeitsplatz
- Bestehende Augenerkrankungen wie trockene Augen oder Grüner Star
- Medikamente, die die Augen austrocknen können
- Unruhige Umgebung mit ständig wechselndem Licht
- Stress und zu wenig Schlaf
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Augen trotz Pausen, ausreichend Schlaf und gutem Arbeitsplatz länger als eine Woche schmerzen oder rot sind.
- Wenn Sie plötzlich schlechter sehen oder einen grauen Schatten wahrnehmen.
- Wenn ein Auge gerötet ist und zusätzlich starke Schmerzen auftreten.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie merken, dass Sie Ihre Brille oder Kontaktlinsen häufiger nutzen möchten, aber keine haben.
- Wenn Sie öfter künstliche Tränen brauchen, als es die Packungsbeilage empfiehlt – lassen Sie abklären, warum.
- Ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zu Augenuntersuchungen.
Diagnose
Eine Augenärztin oder ein Augenarzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden, Ihrem Arbeitsplatz und Ihrem Alltag. Danach folgt eine eingehende Untersuchung der Augen, um andere Ursachen wie eine Fehlsichtigkeit oder eine Augenerkrankung auszuschließen.
Mögliche Untersuchungen
- Sehtest mit der Sehtafel (Visusbestimmung)
- Messung der Brechkraft, um Fehlsichtigkeit zu erkennen
- Spaltlampenuntersuchung von Hornhaut und Bindehaut
- Tränenfilm-Test, um trockene Augen zu beurteilen
- Messung des Augeninnendrucks, vor allem bei älteren Menschen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern meist 20 bis 30 Minuten. Es kann sein, dass Ihre Pupillen mit Augentropfen erweitert werden. Danach sind Sie für einige Stunden blend- und leseempfindlich. Bringen Sie also am besten eine Sonnenbrille mit und kommen Sie nicht mit dem Auto.
Behandlung
Bei einer reinen Überanstrengung steht die Vorbeugung im Mittelpunkt: Arbeitsplatz anpassen, regelmäßige Pausen einlegen und die Augen feucht halten. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, kann eine Sehhilfe oder eine Behandlung der trockenen Augen helfen. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Augenarzt oder Ihrer Augenärztin.
Selbsthilfe zu Hause
- Die 20-20-20-Regel: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf einen Punkt in etwa 6 Metern Entfernung schauen.
- Bildschirm auf Armabstand positionieren und die Oberkante knapp unter Augenhöhe einstellen.
- Fenster seitlich stellen, sodass kein Licht direkt in die Augen oder auf den Bildschirm fällt.
- Regelmäßig lüften oder einen Luftbefeuchter nutzen.
- Bildschirm regelmäßig reinigen und Helligkeit an die Umgebung anpassen.
- Künstliche Tränen ohne Konservierungsstoffe können bei trockenen Augen helfen – lassen Sie sich in der Apotheke beraten.
Medizinische Behandlungen
Verschreiben lassen können Augenärztinnen und Augenärzte zum Beispiel Sehhilfen zur Bildschirmarbeit. Bei einem trockenen Auge kommen verschiedene Formen von Tränenersatzmitteln oder entzündungshemmende Therapien infrage. In hartnäckigen Fällen kann eine spezielle Therapie, etwa mit Eyelight oder Punctum-Plugs, hilfreich sein. Wichtig ist, dass die Behandlung individuell mit der Ärztin oder dem Arzt abgestimmt wird.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Augenoperation ist bei dieser Form der Überanstrengung nicht nötig. Sie würde nur bei bestimmten Grunderkrankungen in Betracht gezogen – nicht bei bildschirmbedingter Müdigkeit.
Leben mit der Erkrankung
Planen Sie Bildschirmpausen fest im Alltag ein, zum Beispiel gleich nach dem Beantworten einer E-Mail. Stehen Sie auf, gehen Sie ein paar Schritte und schauen Sie aus dem Fenster. So bekommen Ihre Augen Erholung und Ihre Muskeln Entspannung.
Tipps für den Alltag
- Schlafen Sie ausreichend – mindestens sieben Stunden sind für die meisten Menschen ideal.
- Reduzieren Sie Bildschirmzeit in der Freizeit, besonders kurz vor dem Schlafengehen.
- Trinken Sie über den Tag verteilt genug, am besten Wasser oder ungesüßten Tee.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, damit Verspannungen gar nicht erst entstehen.
Ernährung und Bewegung
Eine abwechslungsreiche Kost mit viel Gemüse, Obst und gesunden Fetten unterstützt die Augengesundheit. Omega-3-Fettsäuren aus Fisch oder Leinöl können sich günstig auf die Tränenflüssigkeit auswirken. Sport und Bewegung an der frischen Luft helfen, Stress abzubauen und die Augen zu entlasten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wenn die Augen dauerhaft brennen oder müde sind, kann das auf Dauer belasten. Viele Menschen fühlen sich dann weniger leistungsfähig und gestresst. Es ist wichtig, sich rechtzeitig Erholung zu gönnen und bei anhaltender Belastung mit einer Ärztin oder einem Arzt oder einer Beratungsstelle zu sprechen. In einer seelischen Krise können Sie sich auch an eine psychosoziale Einrichtung in Ihrer Nähe wenden.
Vorbeugung
Ja. Die wichtigsten Maßnahmen sind: Bildschirmarbeitsplatz richtig einstellen, regelmäßige Blickpausen einlegen und ausreichend blinzeln. Die AWMF-Leitlinie zur Bildschirmarbeit empfiehlt außerdem eine gute Beleuchtung und eine passende Sehhilfe, wenn eine Fehlsichtigkeit vorliegt.
Impfungen
Eine Impfung gegen Augenbelastung durch Bildschirmarbeit gibt es nicht. Bei einer bereits bestehenden Fehlsichtigkeit helfen jedoch regelmäßige Kontrollen und eine passende Brille.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Augenuntersuchungen sind sinnvoll, besonders wenn Sie viel am Bildschirm arbeiten. Dabei lassen sich Fehlsichtigkeiten und trockene Augen früh erkennen und behandeln – oft bevor spürbare Beschwerden auftreten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Anhaltende Kopfschmerzen und Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich
- Konzentrationsstörungen und eine geringere Leistungsfähigkeit bei der Arbeit
- Verschlechterung einer bestehenden Fehlsichtigkeit durch dauerhaftes Überanstrengen
- Chronisch trockene Augen, die sich entzünden können, wenn sie nicht behandelt werden
Langzeitprognose
Die Prognose ist sehr gut. Bildschirmbedingte Augenbelastung ist kein bleibender Schaden, sondern eine Reaktion des Körpers. Wer den Arbeitsplatz anpasst, regelmäßig Pausen macht und bei anhaltenden Beschwerden ärztlichen Rat sucht, hat gute Chancen, schon nach wenigen Wochen beschwerdefrei zu sein.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.