Übersicht über Koronarstents
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Koronarstent ist ein kleines, röhrenförmiges Gitter aus Metall, das während einer Herzkatheteruntersuchung in eine verengte oder verschlossene Herzkranzarterie eingesetzt wird. Der Stent hält das Blutgefäß offen und stellt den Blutfluss zum Herzmuskel wieder her. Der Eingriff wird oft als 'Stentimplantation' bezeichnet.
Wichtige Fakten
- Koronarstents werden meist bei einer Verengung der Herzkranzgefäße (Koronare Herzkrankheit) eingesetzt.
- Es gibt verschiedene Stenttypen, z. B. medikamentenfreisetzende Stents, die das erneute Verengen (Restenose) verzögern.
- Die Implantation erfolgt über einen dünnen Schlauch (Katheter) durch die Leisten- oder Arm-Arterie – meist unter örtlicher Betäubung.
- Nach der Stentimplantation ist eine langfristige Medikamenteneinnahme (z. B. Blutverdünner) notwendig, um Blutgerinnsel zu verhindern.
Ja, die Koronarstent-Implantation ist einer der häufigsten Eingriffe in der Kardiologie. In Deutschland werden jährlich etwa 300.000 Stents eingesetzt.
Betroffen sind vor allem Menschen mit fortgeschrittener Koronarer Herzkrankheit (KHK), die unter Belastung Brustschmerzen (Angina pectoris) oder einen Herzinfarkt erlitten haben. Männer und ältere Menschen sind häufiger betroffen, aber auch Frauen und jüngere Erwachsene können einen Stent benötigen.
Symptome
- Plötzliche, starke Brustschmerzen, die länger als 5 Minuten anhalten
- Schmerzen, die in Arme, Kiefer, Rücken oder Bauch ausstrahlen
- Plötzliche Atemnot
- Schweißausbruch, Übelkeit oder Bewusstlosigkeit
- Rufen Sie sofort den Notruf 112!
- ⚠Wiederkehrende Brustschmerzen (auch in Ruhe)
- ⚠Neu aufgetretene oder sich verschlimmernde Symptome wie starke Müdigkeit
- ⚠Plötzliche Schwellung an den Beinen oder Knöcheln
Häufige Symptome
- Druck oder Engegefühl in der Brust (Angina pectoris) – besonders bei körperlicher Anstrengung oder Stress
- Kurzatmigkeit
- Schmerzen, die in den linken Arm, Kiefer oder Rücken ausstrahlen können
- Erschöpfung oder Müdigkeit ohne erkennbaren Grund
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können die Symptome untypisch sein – z. B. statt Brustschmerzen nur Atemnot oder Verwirrtheit
Ursachen
Hauptursachen
- Koronare Herzkrankheit (KHK) durch Arteriosklerose: Fett-, Kalk- und Bindegewebeablagerungen (Plaques) verengen die Herzkranzgefäße.
- Ein Riss oder eine Erosion einer Plaque kann zur Bildung eines Blutgerinnsels führen und das Gefäß verschließen (Herzinfarkt).
Risikofaktoren
- Rauchen
- Hoher Blutdruck (Hypertonie)
- Hohe Blutfettwerte (Cholesterin)
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Übergewicht und Bewegungsmangel
- Ungesunde Ernährung (viel Fett, Zucker, wenig Ballaststoffe)
- Starker Stress oder psychische Belastung
- Familienvorbelastung (Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei nahen Verwandten)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen, langanhaltenden Brustschmerzen – sofort den Notruf 112 wählen
- Bei neuen oder sich verschlimmernden Symptomen wie Atemnot oder Schwindel
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie wiederholt Druckgefühl oder Schmerzen in der Brust verspüren – auch unter Belastung
- Zur Kontrolle und Beratung, wenn Sie mehrere Risikofaktoren haben (z. B. Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck)
- Nach einem überstandenen Herzinfarkt oder einer Stentimplantation zu regelmäßigen Nachsorgeterminen
Diagnose
Die Diagnose einer Verengung der Herzkranzgefäße wird in der Regel durch eine Kombination aus Anamnese, körperlicher Untersuchung, Belastungs-EKG und bildgebenden Verfahren gestellt. Die definitive Entscheidung für einen Stent wird oft während einer Herzkatheteruntersuchung getroffen.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung (Herzmarker wie Troponin)
- Belastungs-EKG (Ergometrie)
- Echokardiographie (Herzultraschall)
- Herzkatheteruntersuchung (Koronarangiographie) – hierbei wird Kontrastmittel in die Herzkranzgefäße gespritzt und Röntgenbilder erstellt
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Herzkatheteruntersuchung findet in der Regel ambulant oder im Rahmen eines kurzen Krankenhausaufenthalts statt. Sie werden vor dem Eingriff über die Risiken aufgeklärt. Der Eingriff selbst dauert etwa 30 bis 60 Minuten und wird meist unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Sie sind dabei wach, bekommen aber ein Beruhigungsmittel. Nach dem Eingriff müssen Sie für einige Stunden flach liegen, um die Einstichstelle zu schonen.
Behandlung
Die Behandlung mit einem Koronarstent ist ein minimalinvasiver Eingriff, bei dem das verengte Gefäß aufgeweitet und mit einem Stent offen gehalten wird. Ziel ist es, die Durchblutung des Herzmuskels zu verbessern, Symptome zu lindern und das Risiko für einen Herzinfarkt zu senken.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie alle verordneten Medikamente regelmäßig ein – besonders Blutverdünner, um Stent-Thrombosen zu vermeiden.
- Vermeiden Sie körperliche Anstrengung in den ersten Tagen nach dem Eingriff (genaue Anleitung durch den Arzt).
- Achten Sie auf die Einstichstelle: Rötung, Schwellung oder verstärkte Schmerzen sind meldepflichtig.
- Führen Sie ein Herztagebuch mit Symptomen und Aktivitäten – das hilft Ihrem Arzt bei der Nachsorge.
Medizinische Behandlungen
Nach der Stentimplantation werden in der Regel blutverdünnende Medikamente (Thrombozytenaggregationshemmer) für mindestens 6 bis 12 Monate verordnet. Zusätzlich können Mittel gegen Bluthochdruck, Cholesterinsenker oder andere Herz-Kreislauf-Medikamente eingesetzt werden. Die genaue Therapie legt der behandelnde Arzt fest.
Wann kommt eine Operation infrage?
In seltenen Fällen, wenn mehrere Gefäße stark verengt sind oder der Stent nicht eingesetzt werden kann, kann eine Bypass-Operation (Koronararterien-Bypass) notwendig sein. Dies wird im Einzelfall mit Ihnen besprochen.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Stentimplantation können die meisten Menschen ihren Alltag nach einer kurzen Erholungsphase wieder aufnehmen. Leichte Tätigkeiten sind meist nach einigen Tagen möglich, körperlich schwere Arbeit oder Sport sollte mit dem Arzt abgestimmt werden.
Tipps für den Alltag
- Rauchen aufgeben – das ist einer der wichtigsten Schritte.
- Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft (z. B. Spazierengehen, Radfahren).
- Stress vermeiden oder Entspannungstechniken lernen (z. B. autogenes Training).
- Übergewicht abbauen und auf eine herzgesunde Ernährung achten.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, magerem Fleisch und Fisch sowie wenig Salz, Zucker und gesättigten Fettsäuren wird empfohlen. Moderate Bewegung wie 30 Minuten zügiges Gehen an den meisten Tagen der Woche ist ideal. Vor dem Start eines Sportprogramms sollten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt halten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose und Behandlung einer Herzkrankheit kann Ängste auslösen, wie z. B. die Sorge vor einem erneuten Herzinfarkt. Es ist normal, sich verunsichert zu fühlen. Viele Patienten profitieren von Gesprächen mit Angehörigen, einer Herzgruppe oder einer psychologischen Beratung. Bei anhaltenden depressiven Verstimmungen suchen Sie bitte professionelle Hilfe.
Vorbeugung
Sie können das Risiko für eine Verengung der Herzkranzgefäße senken, indem Sie einen gesunden Lebensstil pflegen: nicht rauchen, ausgewogen essen, sich regelmäßig bewegen, ein gesundes Gewicht halten und Stress reduzieren. Medikamente zur Blutdruck- und Cholesterinsenkung helfen, wenn sie ärztlich verordnet sind.
Impfungen
Eine Impfung gegen Grippe (Influenza) wird für Menschen mit Herzkrankheiten empfohlen, da eine Grippe das Herz belasten kann. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die jährliche Grippeimpfung.
Früherkennungsprogramme
Ein regelmäßiger Check-up beim Hausarzt (z. B. Blutdruck messen, Blutfette und Blutzucker kontrollieren) kann frühzeitig Risiken erkennen. Bei bekannten Risikofaktoren kann der Arzt weitere Untersuchungen veranlassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreiten der Koronaren Herzkrankheit mit zunehmender Verengung der Gefäße
- Herzinfarkt (Myokardinfarkt) durch vollständigen Verschluss eines Herzkranzgefäßes
- Herzrhythmusstörungen bis hin zum Herzstillstand
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz) durch dauerhafte Schädigung des Herzmuskels
Langzeitprognose
Mit einem Koronarstent haben viele Menschen eine sehr gute Prognose. Der Eingriff kann die Symptome deutlich verbessern und die Lebensqualität steigern. Entscheidend sind die konsequente Einnahme der verordneten Medikamente und ein gesunder Lebensstil. In den meisten Fällen ist eine langfristige Kontrolle durch den Kardiologen erforderlich, die aber bei guter Mitarbeit ein aktives und erfülltes Leben ermöglicht.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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