Sinusitis
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- WHO—Health topics A–Z(2024)
- NHS—Health A to Z(2024)
- CDC—Health topics(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) ist eine Entzündung der Schleimhaut in den luftgefüllten Hohlräumen rund um die Nase, den sogenannten Nasennebenhöhlen. Dadurch schwellen die Schleimhäute an und es kann zu Schmerzen, Druckgefühl und verstopfter Nase kommen.
Wichtige Fakten
- Sinusitis betrifft oft Erwachsene, kann aber auch Kinder treffen.
- Die meisten Fälle heilen von selbst oder mit einfachen Hausmitteln aus.
- Chronische Sinusitis kann länger als 12 Wochen andauern und braucht ärztliche Begleitung.
Ja, Sinusitis ist sehr häufig. In Deutschland leiden fast jeder zehnte Erwachsene mindestens einmal im Jahr daran.
Sie tritt bei Menschen aller Altersgruppen auf, besonders bei Personen mit Heuschnupfen, Asthma oder einer schwachen Immunabwehr. Bei Kindern kommt sie oft nach einer Erkältung vor.
Symptome
- Plötzliche starke Kopfschmerzen, die anders sind als gewohnt
- Fieber über 39 °C mit Schüttelfrost
- Doppeltsehen oder plötzliche Sehstörungen
- Starke Schwellung um ein Auge oder gerötetes, hervortretendes Auge
- Nackensteifigkeit oder starke Lichtempfindlichkeit (können auf Hirnhautentzündung hinweisen)
- ⚠Schmerzen im Gesicht, die mit einfachen Schmerzmitteln nicht nachlassen
- ⚠Anhaltendes hohes Fieber über 38,5 °C länger als 3 Tage
- ⚠Symptome, die sich nach einer Besserung plötzlich wieder verschlimmern
- ⚠Plötzlicher starker Nasenausfluss einseitig, der wie klare Flüssigkeit aussieht
Häufige Symptome
- Verstopfte oder laufende Nase
- Druck oder Schmerzen im Gesicht, besonders um die Augen, Stirn oder Wangen
- Kopfschmerzen
- Zäher, gelber oder grünlicher Schleim aus der Nase oder im Rachen
- Eingeschränkter Geruchssinn
- Fieber (seltener)
- Müdigkeit und allgemeines Krankheitsgefühl
Symptome bei Kindern
- Husten und verstopfte Nase, die länger als 10 Tage anhalten
- Dickflüssiger Nasenausfluss – oft grün oder gelb
- Reizbarkeit, vermehrtes Weinen
- Schwellung der Augenlider (vor allem morgens)
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Häufiger Husten oder Halsschmerzen als Hauptsymptome
- Weniger ausgeprägtes Fieber
- Verschlechterung des Allgemeinzustands ohne typische Nasensymptome
- Verwirrtheit oder Benommenheit kann auftreten (bei sehr schwerem Verlauf)
Ursachen
Hauptursachen
- Viren – meist nach einer Erkältung oder Grippe
- Bakterien – wenn die Entzündung länger anhält oder sehr schwer ist
- Allergien (z. B. Heuschnupfen) begünstigen eine Sinusitis
- Verengte oder blockierte Abflusswege der Nasennebenhöhlen (z. B. durch Nasenpolypen oder eine schiefe Nasenscheidewand)
Risikofaktoren
- Häufige Erkältungen
- Allergien (Heuschnupfen, Hausstaubmilbenallergie)
- Rauchen oder Passivrauchen
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. bei Diabetes, Krebsbehandlung)
- Zahnerkrankungen, besonders Entzündungen der oberen Backenzähne
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke Gesichtsschmerzen oder Fieber über 39 °C
- Symptome, die länger als 10 Tage anhalten oder sich nach einer Besserung wieder verschlechtern
- Sehstörungen oder Doppelbilder
- Starke Schwellung um ein Auge
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Leichte bis mäßige Symptome, die nach 7 Tagen nicht besser werden
- Wiederkehrende Sinusitis (mehr als 4 Episoden pro Jahr)
- Chronischer Druck im Gesicht und verstopfte Nase über mehr als 12 Wochen
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin stellt die Diagnose meist durch eine Befragung (Anamnese) und eine körperliche Untersuchung, bei der er/sie in die Nase schaut und tastet, ob die Nasennebenhöhlen druckempfindlich sind.
Mögliche Untersuchungen
- Nasenspiegelung (Rhinoskopie) – mit einem kleinen beleuchteten Instrument wird die Nasenhöhle betrachtet
- Endoskopie der Nase – ein dünner, flexibler Schlauch mit Kamera wird in die Nase eingeführt, um die Nebenhöhlenöffnungen zu beurteilen
- Bildgebung (z. B. CT) bei chronischer oder komplizierter Sinusitis
- Allergietest, wenn eine Allergie vermutet wird
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist in der Regel schmerzfrei. Der Arzt wird Sie zu Ihren Symptomen, Ihren Vorerkrankungen und möglichen Auslösern befragen. Bei Verdacht auf eine bakterielle Infektion kann ein Abstrich gemacht werden. Eine Blutuntersuchung ist selten nötig.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache (Viren oder Bakterien) und der Dauer der Beschwerden. Bei viral bedingter Sinusitis reichen meist Hausmittel und abschwellende Maßnahmen. Bei bakterieller Sinusitis kann der Arzt Antibiotika verschreiben – jedoch nur, wenn es nötig ist. Ziel ist, die Entzündung zu lindern, die Nasennebenhöhlen zu entlasten und Komplikationen zu vermeiden.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken (Wasser, Kräutertee) – bis zu 2 Liter täglich, um den Schleim zu verflüssigen
- Inhalieren mit Wasserdampf (z. B. über einer Schüssel heißem Wasser mit einem Handtuch über dem Kopf) – das befeuchtet die Schleimhäute und löst Schleim
- Nasenspülungen mit einer isotonischen Kochsalzlösung aus der Apotheke – 2- bis 3-mal täglich
- Hochlagern des Kopfes beim Schlafen, um den Abfluss zu fördern
- Warme Kompressen auf Stirn und Wangen – können Schmerzen lindern
- Schonen und ausreichend Schlaf, um das Immunsystem zu unterstützen
Medizinische Behandlungen
Ärztliche Behandlungen können abschwellende Nasensprays (für maximal 7 Tage angewendet) oder kortisonhaltige Nasensprays umfassen. Bei einer bakteriellen Infektion werden Antibiotika verordnet. Bei Allergien kommen Antihistaminika oder eine Immuntherapie in Frage. Die genaue Therapie legt der Arzt nach individueller Abwägung fest.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt nur infrage, wenn eine chronische Sinusitis trotz konservativer Behandlung über Monate nicht besser wird, oder wenn anatomische Hindernisse (z. B. Nasenpolypen, stark verkrümmte Nasenscheidewand) den Abfluss behindern. Dabei wird meistens minimalinvasiv über die Nase operiert (endoskopische Nasennebenhöhlenchirurgie).
Leben mit der Erkrankung
Bei akuter Sinusitis sollten Sie sich schonen, viel trinken und die genannten Hausmittel anwenden. Vermeiden Sie Rauch, trockene Heizungsluft und starke Temperaturwechsel. Halten Sie die Nase gut feucht – zum Beispiel durch einen Luftbefeuchter.
Tipps für den Alltag
- Rauchen aufgeben oder vermeiden – Rauch reizt die Schleimhäute
- Genügend Schlaf und Stressabbau, um das Immunsystem stark zu halten
- Bei Allergien: Allergene meiden (z. B. Pollenflugkalender beachten, Hausstaubmilbenbezüge)
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt die Abwehrkräfte. Leichte Bewegung an der frischen Luft – aber nur, wenn Sie sich nicht fiebrig fühlen – kann helfen. Bei chronischer Sinusitis ist regelmäßige Bewegung förderlich, da sie die Durchblutung anregt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine chronische Sinusitis kann belastend sein: ständiger Druck, Geruchsverlust, Schlafstörungen und ein Gefühl der Erschöpfung können die Stimmung drücken. Es ist wichtig, sich das einzugestehen und mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber zu sprechen. Auch psychologische Unterstützung kann helfen.
Vorbeugung
Nicht jede Sinusitis ist vermeidbar, aber Sie können das Risiko senken: Stärken Sie Ihr Immunsystem durch gesunde Lebensweise, vermeiden Sie Rauch und befeuchten Sie die Raumluft. Bei Allergien ist eine gute Allergiekontrolle wichtig.
Impfungen
Gegen Grippe und Pneumokokken (Bakterien, die Lungenentzündung auslösen können) wird eine Impfung empfohlen – besonders für Risikogruppen. Eine Impfung gegen COVID-19 kann ebenfalls schützen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine standardmäßige Vorsorge für Sinusitis. Bei wiederkehrenden Beschwerden kann ein Allergietest sinnvoll sein, um Auslöser zu erkennen und zu meiden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ausbreitung der Entzündung auf die Augenhöhle (Orbitaödem, Orbitalphlegmone) – kann zu Sehstörungen führen
- Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Hirnabszess – sehr selten, aber ernst
- Chronische Sinusitis, die langfristig die Lebensqualität stark einschränkt
- Verschlechterung von Asthma oder Bronchitis
Langzeitprognose
Die allermeisten Sinusitiden heilen ohne Folgen aus. Bei rechtzeitiger und richtiger Behandlung sind Komplikationen selten. Chronische Fälle lassen sich mit ärztlicher Begleitung meist gut in den Griff bekommen – die Prognose ist insgesamt sehr gut.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.