Dammschnitt-Reparatur (Episiotomie)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Dammschnitt (Episiotomie) ist ein kleiner chirurgischer Schnitt im Dammbereich (der Bereich zwischen Scheide und After), der während der Geburt vorgenommen wird, um den Geburtskanal zu erweitern. Nach der Geburt wird dieser Schnitt dann durch eine Naht (Episiotomie-Reparatur) wieder verschlossen. Die Wunde heilt in der Regel innerhalb weniger Wochen.
Wichtige Fakten
- Ein Dammschnitt wird heute nur noch in bestimmten Situationen durchgeführt, zum Beispiel bei einer schwierigen Geburt oder wenn das Baby schnell entbunden werden muss.
- Die Naht erfolgt meist mit selbstauflösenden Fäden, die nicht entfernt werden müssen.
- Die Heilung dauert in der Regel zwei bis vier Wochen, kann aber individuell unterschiedlich sein.
Dammschnitte werden heute seltener durchgeführt als früher. In Deutschland bekommen etwa 10 bis 20 von 100 Frauen bei ihrer ersten Geburt einen Dammschnitt.
Betroffen sind Frauen, die vaginal entbinden, insbesondere bei der ersten Geburt, bei einer Saugglocken- oder Zangengeburt, oder wenn das Baby sehr groß ist.
Symptome
- Starke, nicht nachlassende Blutung aus der Wunde (zum Beispiel mehr als eine Binde pro Stunde)
- Plötzliche, starke Schmerzen im Unterleib oder Damm
- Fieber über 38,5 °C mit Schüttelfrost
- ⚠Eiter oder übelriechender Ausfluss aus der Wunde
- ⚠Zunehmende Rötung, Schwellung oder Wärmegefühl um die Naht herum
- ⚠Schwierigkeiten oder Schmerzen beim Wasserlassen, die nicht besser werden
- ⚠Faden, der sich löst oder die Wunde wieder aufgeht
Häufige Symptome
- Schmerzen und Schwellung im Dammbereich
- Brennen beim Wasserlassen
- Unwohlsein oder Spannungsgefühl in der Wunde
- Rötung oder leichte Schwellung um die Naht
Ursachen
Hauptursachen
- Der Dammschnitt ist ein ärztlich gesetzter Einschnitt während der Geburt, der dann genäht wird.
- Die Naht dient dem Verschluss der Wunde und der Unterstützung der Heilung.
Risikofaktoren
- Erstgebärende (erste vaginale Geburt)
- Geburt mit Saugglocke oder Zange (vaginal-operative Entbindung)
- Großes Baby (Geburtsgewicht über 4000 Gramm)
- Lange oder schwierige Geburt
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Anzeichen einer Infektion (Eiter, starke Rötung, Fieber)
- Wenn die Wunde erheblich blutet oder sich öffnet
- Bei sehr starken Schmerzen, die mit einfachen Maßnahmen nicht nachlassen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Zur Nachkontrolle etwa eine Woche nach der Geburt, um die Wundheilung zu überprüfen
- Bei Fragen zur Pflege oder bei anhaltenden Beschwerden
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch eine körperliche Untersuchung. Der Arzt oder die Hebamme betrachtet die Naht, tastet die Umgebung ab und beurteilt die Durchblutung und mögliche Entzündungszeichen.
Mögliche Untersuchungen
- In der Regel sind keine weiteren Tests nötig.
- Bei Verdacht auf eine Infektion kann ein Abstrich gemacht werden.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist kurz und schmerzarm. Sie werden gebeten, sich auf eine Liege zu legen, die Beine leicht anzuwinkeln und zu entspannen. Der Arzt schaut sich die Wunde genau an und beantwortet Ihre Fragen.
Behandlung
Die Behandlung der Episiotomie-Naht konzentriert sich auf die Wundpflege, Schmerzlinderung und die Vermeidung von Komplikationen. In den meisten Fällen heilt die Naht von selbst, unterstützt durch einfache Maßnahmen zu Hause.
Selbsthilfe zu Hause
- Kühlen Sie den Dammbereich mit einem Kühlpack oder einer Kühleinlage (in ein sauberes Tuch gewickelt) für 10–15 Minuten mehrmals täglich.
- Nehmen Sie Sitzbäder mit warmem Wasser (ohne Zusätze) für 10 Minuten, um die Wundheilung zu fördern.
- Wechseln Sie Binden oder Einlagen häufig (alle 2–4 Stunden) und waschen Sie den Bereich mehrmals täglich mit lauwarmem Wasser.
- Achten Sie auf eine weiche Darmentleerung (viel trinken, ballaststoffreich essen), um Pressen zu vermeiden.
- Vermeiden Sie schwere körperliche Anstrengung, langes Sitzen auf harten Flächen und Geschlechtsverkehr bis zur vollständigen Heilung (nach etwa 4–6 Wochen).
Medizinische Behandlungen
Bei Schmerzen können Sie nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme ein für die Stillzeit geeignetes Schmerzmittel einnehmen. Bei Anzeichen einer Infektion verschreibt der Arzt ein Antibiotikum. In seltenen Fällen kann die Naht erneuert oder die Wunde chirurgisch gereinigt werden.
Wann kommt eine Operation infrage?
In den allermeisten Fällen ist kein weiterer chirurgischer Eingriff nötig. Nur wenn die Wunde sich öffnet oder eine schwere Infektion vorliegt, kann eine erneute Naht oder ein kleiner Eingriff erforderlich sein.
Leben mit der Erkrankung
In den ersten Tagen nach der Geburt sollten Sie viel Ruhe einplanen und sich schonen. Legen Sie sich immer wieder hin, um den Druck auf den Damm zu verringern. Vermeiden Sie langes Stehen oder Sitzen. Nutzen Sie weiche Kissen oder ein Sitzring zum Sitzen.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie ausreichend (2–3 Liter pro Tag), um Verstopfung zu vermeiden.
- Bewegen Sie sich sanft, zum Beispiel kurze Spaziergänge, sobald Sie sich dazu bereit fühlen.
- Vermeiden Sie Saunabesuche, Schwimmbäder und heiße Bäder, bis die Wunde komplett geschlossen ist.
Ernährung und Bewegung
Eine ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, Obst und Gemüse beugt Verstopfung vor. Trinken Sie viel Wasser. Leichte Beckenbodenübungen können Sie nach Rücksprache mit Ihrer Hebamme beginnen, sobald die Schmerzen nachlassen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Zeit nach der Geburt ist emotional fordernd. Schmerzen oder Heilungsprobleme können zusätzlich belasten. Fühlen Sie sich nicht allein – viele Frauen haben ähnliche Erfahrungen. Es ist völlig normal, sich verletzlich oder unsicher zu fühlen.
Vorbeugung
Ein Dammschnitt ist nicht immer vermeidbar, aber die Häufigkeit wurde in den letzten Jahren durch eine zurückhaltendere Praxis reduziert. Maßnahmen wie eine gute Geburtsvorbereitung, Dammmassagen in den letzten Wochen der Schwangerschaft und eine langsame Geburt unter Anleitung können das Risiko eines Dammschnitts verringern. Besprechen Sie Ihre Wünsche mit Ihrer Hebamme oder Ärztin.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wundinfektion mit Eiter, Fieber und Schmerzen
- Wunddehiszenz (Aufgehen der Naht)
- Die Bildung von überschießendem Narbengewebe (Keloid), das zu Beschwerden führen kann
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Langzeitprognose
Die allermeisten Dammschnittwunden heilen problemlos und innerhalb weniger Wochen vollständig. Mit guter Pflege und Schonung können Sie die Heilung unterstützen. Sollten dennoch Komplikationen auftreten, sind diese heute gut behandelbar. Die meisten Frauen haben nach der vollständigen Abheilung keine langfristigen Beeinträchtigungen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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