Mastektomie – Überblick
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Mastektomie ist eine Operation, bei der die gesamte Brust entfernt wird. Dieser Eingriff wird vor allem bei Brustkrebs durchgeführt, kann aber auch aus anderen medizinischen Gründen nötig sein.
Wichtige Fakten
- Es gibt verschiedene Arten der Mastektomie, je nachdem, wie viel Gewebe entfernt wird.
- Nach der Operation kann eine Brustrekonstruktion (Wiederherstellung der Brustform) möglich sein.
- Die Heilungszeit beträgt meist mehrere Wochen, die Lebensqualität wird durch moderne Behandlungen jedoch kaum eingeschränkt.
Ja, jedes Jahr werden in Deutschland viele tausend Mastektomien durchgeführt. Sie ist eine der häufigsten Operationen bei Brustkrebs.
Betroffen sind vor allem Frauen, aber auch Männer können an Brustkrebs erkranken und eine Mastektomie benötigen.
Symptome
- Starke Blutungen oder plötzliche Atemnot nach der Operation – rufen Sie sofort den Notruf 112.
- ⚠Fieber über 38,5 °C nach der Operation
- ⚠Starke Schmerzen, die mit den verordneten Schmerzmitteln nicht nachlassen
- ⚠Eitrige oder übelriechende Wundflüssigkeit
Häufige Symptome
- Ein Knoten oder eine Verhärtung in der Brust
- Veränderungen der Brustform oder -größe
- Hautveränderungen wie Dellen, Rötungen oder Schwellungen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können Symptome wie ein Knoten oder Einziehungen der Brustwarze auftreten, die auf Brustkrebs hinweisen können.
Ursachen
Hauptursachen
- Brustkrebs ist der häufigste Grund für eine Mastektomie.
- Seltener: sehr hohes genetisches Risiko für Brustkrebs (z. B. BRCA-Mutationen) – dann kann eine vorbeugende Mastektomie (Prophylaxe) durchgeführt werden.
- Schwere Entzündungen der Brust, die sich nicht mit Antibiotika behandeln lassen.
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht
- Fortgeschrittenes Alter (über 50 Jahre)
- Familiäre Vorbelastung (Brustkrebs bei Mutter, Schwester oder Tochter)
- Bestimmte Genveränderungen (BRCA1/BRCA2)
- Ungesunder Lebensstil (Rauchen, Übergewicht, wenig Bewegung)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie einen neuen Knoten oder eine Verhärtung in der Brust ertasten.
- Bei Blutungen oder ungewöhnlichen Absonderungen aus der Brustwarze.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Lassen Sie Ihre Brust regelmäßig vom Arzt oder der Ärztin untersuchen – die gesetzliche Krebsfrüherkennung empfiehlt ab 30 Jahren eine jährliche Tastuntersuchung, ab 50 Jahren eine Mammographie alle zwei Jahre.
Diagnose
Bevor eine Mastektomie durchgeführt wird, muss die Diagnose klar sein. Der Arzt oder die Ärztin wird verschiedene Untersuchungen anordnen.
Mögliche Untersuchungen
- Tastuntersuchung der Brust
- Bildgebende Verfahren: Mammographie, Ultraschall oder MRT
- Biopsie: Entnahme einer Gewebeprobe zur feingeweblichen Untersuchung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei. Bei einer Biopsie erhalten Sie eine örtliche Betäubung. Die Ergebnisse kommen in der Regel nach einigen Tagen. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin bespricht dann mit Ihnen, ob eine Mastektomie notwendig ist.
Behandlung
Die Mastektomie ist ein chirurgischer Eingriff, der unter Vollnarkose durchgeführt wird. Je nach Art der Brustkrebserkrankung wird die gesamte Brust oder nur ein Teil entfernt. Nach der Operation kann eine Strahlentherapie oder systemische Therapie (z. B. Chemotherapie, Hormontherapie oder zielgerichtete Therapie) folgen.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie die Wunde sauber und trocken, wie es Ihr Arzt oder Ihre Ärztin anweist.
- Nehmen Sie Ihre Schmerzmittel genau nach ärztlicher Verordnung ein.
- Schonen Sie sich in den ersten Wochen – vermeiden Sie schweres Heben und anstrengende Armbewegungen.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung nach einer Mastektomie richtet sich nach dem Tumorstadium und anderen Faktoren. Dazu gehören Strahlentherapie, Chemotherapie, Hormontherapie oder Immuntherapie. Ihr Behandlungsteam wird gemeinsam mit Ihnen den besten Plan festlegen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Mastektomie wird empfohlen, wenn der Tumor groß ist, mehrere Herde in der Brust vorliegen oder wenn eine brusterhaltende Operation nicht möglich oder nicht gewünscht ist. Auch bei bestimmten Genmutationen kann eine vorbeugende Mastektomie sinnvoll sein. Besprechen Sie alle Optionen mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Mastektomie ist es wichtig, sich Zeit zur Erholung zu nehmen. Viele Frauen kehren nach 4–6 Wochen in ihren Alltag zurück. Einige haben Gefühlsstörungen im Bereich der Narbe, die meist mit der Zeit nachlassen.
Tipps für den Alltag
- Tragen Sie bequeme, nicht drückende Kleidung, z. B. weiche BHs ohne Bügel.
- Unterstützen Sie den Lymphabfluss mit leichter Bewegung und vermeiden Sie enge Armbanduhren oder Blutdruckmessungen am operierten Arm.
- Nehmen Sie an Nachsorgeuntersuchungen teil – diese sind wichtig, um den Heilungsverlauf zu überwachen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt die Heilung. Bewegung wie Spaziergänge oder Yoga hilft, Kraft aufzubauen und das Wohlbefinden zu steigern. Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, wann Sie mit Sport beginnen dürfen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Mastektomie kann das Körperbild und das Selbstwertgefühl beeinflussen. Viele Frauen fühlen sich traurig, ängstlich oder unsicher. Diese Gefühle sind normal. Suchen Sie sich Unterstützung – professionelle Hilfe von Psychoonkologen oder Psychologen kann sehr hilfreich sein.
Vorbeugung
Eine Mastektomie selbst kann nicht verhindert werden, da sie eine Behandlung ist. Das Risiko für Brustkrebs – dem häufigsten Grund für eine Mastektomie – lässt sich durch einen gesunden Lebensstil senken: Nicht rauchen, ausgewogen essen, sich regelmäßig bewegen und Alkohol nur in Maßen trinken.
Früherkennungsprogramme
Ja – die Früherkennung von Brustkrebs ist sehr wichtig. Ab 30 Jahren übernimmt die Krankenkasse die Tastuntersuchung, ab 50 Jahren die Mammographie alle zwei Jahre. Bei familiärem Risiko kann auch schon früher eine Mammographie oder ein MRT sinnvoll sein. Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelter Brustkrebs kann sich im Körper ausbreiten und lebensbedrohlich werden.
- Bei anderen Gründen für eine Mastektomie (z. B. schwere Entzündung) kann sich die Infektion verschlimmern.
Langzeitprognose
Dank moderner Behandlungen ist die Prognose bei Brustkrebs heute oft sehr gut. Viele Frauen leben nach einer Mastektomie noch viele Jahre ohne Rückfall. Eine frühzeitige Diagnose und eine individuell angepasste Therapie verbessern die Heilungschancen deutlich. Lassen Sie sich von Ihrem Behandlungsteam beraten – es gibt immer Wege, die Lebensqualität zu erhalten oder wiederherzustellen.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Brustkrebs Deutschland e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
Guidance may differ by country or region. Confirm local recommendations with a qualified healthcare provider.