Vorbereitung auf die Hysteroskopie
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Hysteroskopie ist ein kleiner Eingriff, bei dem ein Arzt mit einem dünnen, beleuchteten Instrument (Hysteroskop) durch die Scheide in die Gebärmutter schaut. So kann er die Gebärmutterhöhle von innen untersuchen und bei Bedarf gleich kleine Eingriffe vornehmen.
Wichtige Fakten
- Die Hysteroskopie ist meist ein ambulanter Eingriff – Sie können noch am selben Tag nach Hause.
- Sie kann Beschwerden wie ungewöhnliche Blutungen oder Schmerzen abklären.
- Manchmal können bei der Untersuchung auch Polypen oder Myome gleich entfernt werden.
Ja, die Hysteroskopie wird häufig durchgeführt – vor allem bei Frauen mit Blutungsstörungen oder unerfülltem Kinderwunsch.
Sie betrifft in erster Linie Frauen im gebärfähigen Alter, kann aber auch bei älteren Frauen nach den Wechseljahren notwendig werden.
Symptome
- Sehr starke, plötzliche Unterleibsschmerzen, die nicht nachlassen
- Starke Blutungen, die länger als eine Stunde anhalten (Sie müssen alle 15 Minuten die Binde wechseln)
- Fieber über 38,5 °C oder Schüttelfrost nach dem Eingriff
- Ohnmachtsgefühl oder Kreislaufprobleme
- ⚠Leichte Blutungen oder Schmierblutungen, die nach dem Eingriff länger als eine Woche anhalten
- ⚠Leichte Unterleibsschmerzen, die mit Schmerzmitteln nicht besser werden
- ⚠Übelkeit oder Erbrechen, das nach dem Eingriff anhält
Häufige Symptome
- Ungewöhnlich starke oder lang anhaltende Regelblutung
- Blutungen zwischen den Regelblutungen oder nach den Wechseljahren
- Schmerzen im Unterleib, besonders während der Regel
- Verdacht auf Polypen, Myome oder Verwachsungen in der Gebärmutter
- Wiederholte Fehlgeburten oder unerfüllter Kinderwunsch
Symptome bei Kindern
- Eine Hysteroskopie ist bei Kindern sehr selten. Sie kann notwendig sein bei angeborenen Fehlbildungen der Gebärmutter oder bei starken, unerklärlichen Blutungen nach Einsetzen einer Monatsspritze.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei Frauen nach den Wechseljahren wird eine Hysteroskopie vor allem bei Blutungen (Postmenopausenblutung) oder unklarem Gewebebefund im Ultraschall durchgeführt.
Ursachen
Hauptursachen
- Abklärung von unklaren Blutungen (stark, zwischen den Perioden oder nach den Wechseljahren)
- Verdacht auf gutartige Wucherungen wie Polypen oder Myome
- Unerfüllter Kinderwunsch oder wiederholte Fehlgeburten
- Verdacht auf Verwachsungen (Synechien) oder eine angeborene Fehlbildung der Gebärmutter
Risikofaktoren
- Ein erhöhtes Risiko für eine notwendige Hysteroskopie haben Frauen mit starken oder unregelmäßigen Blutungen, hormonellen Störungen oder einer familiären Veranlagung für Myome oder Polypen.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich starke Blutungen oder Unterleibsschmerzen haben, suchen Sie sofort einen Arzt auf oder rufen Sie den Notruf 112.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Frauenarzt, wenn Ihre Regelblutung ungewöhnlich stark oder schmerzhaft wird oder Sie zwischen den Perioden bluten.
- Auch wenn Sie nach den Wechseljahren wieder bluten, sollten Sie zeitnah einen Termin machen.
Diagnose
Vor einer Hysteroskopie wird meist ein Ultraschall durchgeführt, um einen ersten Eindruck zu bekommen. Die Hysteroskopie selbst ist die genaueste Untersuchung der Gebärmutterhöhle.
Mögliche Untersuchungen
- Ein Gespräch mit dem Arzt über Ihre Krankengeschichte und Beschwerden
- Ein Ultraschall durch die Scheide (Vaginalsonografie)
- Gegebenenfalls eine Blutuntersuchung (zum Beispiel zur Infektions- oder Schwangerschaftsabklärung)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Hysteroskopie dauert etwa 10 bis 20 Minuten. Sie bekommen oft eine Betäubung oder eine kurze Narkose. Der Arzt führt ein dünnes Instrument durch die Scheide und den Gebärmutterhals ein und untersucht die Gebärmutterhöhle mit einer kleinen Kamera. Meist können Sie noch am selben Tag nach Hause.
Behandlung
Eine Hysteroskopie kann sowohl zur Diagnose als auch zur Behandlung eingesetzt werden. Werden bei der Untersuchung Polypen, Myome oder Verwachsungen entdeckt, können sie oft sofort mit winzigen Instrumenten entfernt werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie sich an die Anweisungen Ihres Arztes zur Vorbereitung – oft müssen Sie 6 bis 8 Stunden vor dem Eingriff nüchtern bleiben (nichts essen oder trinken).
- Nehmen Sie an dem Tag am besten jemanden mit, der Sie nach Hause bringen kann, besonders wenn Sie eine Narkose bekommen.
- Vermeiden Sie anstrengende körperliche Tätigkeiten und Geschlechtsverkehr für etwa eine Woche nach dem Eingriff.
Medizinische Behandlungen
Manchmal wird vor der Hysteroskopie ein Medikament gegeben, um den Gebärmutterhals aufzuweiten. Das erleichtert das Einführen des Instruments. Welche Medikamente genau verwendet werden, besprechen Sie mit Ihrem Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Hysteroskopie ist selbst ein kleiner chirurgischer Eingriff. In manchen Fällen kann sie aber auch mit einer anderen Operation kombiniert werden, zum Beispiel mit einer Bauchspiegelung. Das entscheidet der Arzt individuell.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Hysteroskopie können Sie meist schon nach ein bis zwei Tagen wieder arbeiten und Ihren Alltag aufnehmen. Leichte Blutungen oder ein Druckgefühl im Unterleib sind normal und klingen in wenigen Tagen ab.
Tipps für den Alltag
- Gönnen Sie sich nach dem Eingriff Ruhe und vermeiden Sie für etwa eine Woche Sport, schweres Heben oder Geschlechtsverkehr.
- Benutzen Sie anfangs lieber Binden statt Tampons, um das Infektionsrisiko zu senken.
Ernährung und Bewegung
Sie können sich normal ernähren. Leichte Bewegung wie Spazierengehen ist erlaubt und fördert die Durchblutung. Vermeiden Sie jedoch Sport, bei dem Sie stark schwitzen oder sich anstrengen müssen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Viele Frauen sind vor einer Hysteroskopie nervös. Das ist ganz normal. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über alle Ihre Fragen. In der Regel ist der Eingriff unkompliziert und hilft, Klarheit über Ihre Beschwerden zu bekommen.
Vorbeugung
Eine Hysteroskopie selbst kann man nicht verhindern, denn sie ist ein Verfahren zur Diagnose oder Behandlung. Sie können jedoch das Risiko für Komplikationen verringern, indem Sie die Vorbereitungsanweisungen Ihres Arztes genau befolgen und Infektionen vermeiden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wird eine behandlungsbedürftige Ursache (wie ein Polyp oder eine Verwachsung) nicht erkannt und behandelt, können Blutungen, Schmerzen oder Fruchtbarkeitsprobleme bestehen bleiben.
Langzeitprognose
Die Hysteroskopie ist ein sehr sicherer Eingriff. Komplikationen wie Verletzungen der Gebärmutter oder Infektionen sind selten. In den meisten Fällen bringt die Untersuchung Klarheit und führt zu einer gezielten Behandlung, sodass die Beschwerden sich bessern oder ganz verschwinden.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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