Vorbereitung auf eine instrumentelle Geburt
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine instrumentelle Geburt (auch vaginal-operative Geburt genannt) ist eine Geburtsmethode, bei der der Arzt oder die Hebamme mit einem Saugglocke (Vakuum) oder einer Geburtszange hilft, das Baby durch den Geburtskanal zu bringen. Dies kann nötig sein, wenn die natürliche Geburt stockt oder das Baby in Not ist.
Wichtige Fakten
- Instrumentelle Geburten kommen bei etwa 5 bis 15 von 100 Geburten vor.
- Sie sind sicher, wenn sie von erfahrenen Fachpersonen durchgeführt werden.
- Die Vorbereitung umfasst oft Aufklärungsgespräche, Ruhe und bestimmte Positionen während der Geburt.
Ja, instrumentelle Geburten sind relativ häufig. In Deutschland wird bei etwa 5 bis 15 von 100 Geburten ein Saugglocke oder eine Zange eingesetzt.
Betroffen sind vor allem Schwangere, bei denen die zweite Phase der Geburt (die Pressphase) länger dauert als normal, oder bei denen das Baby Anzeichen von Stress zeigt. Auch bei bestimmten Gesundheitszuständen der Mutter oder des Babys kann eine instrumentelle Geburt empfohlen werden.
Symptome
- Plötzliche starke Blutungen während der Schwangerschaft oder Geburt
- Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit der Mutter
- Schwere, anhaltende Bauchschmerzen
- Wenn die Nabelschnur vor dem Baby sichtbar wird (Nabelschnurvorfall)
- ⚠Wenn die Wehen plötzlich nachlassen oder ganz aufhören
- ⚠Wenn Sie bemerken, dass das Baby sich weniger bewegt als sonst
- ⚠Fruchtwasser riecht unangenehm oder ist grünlich verfärbt
Häufige Symptome
- Verlängerte Pressphase (mehr als 2–3 Stunden bei Erstgebärenden, 1–2 Stunden bei Mehrgebärenden)
- Erschöpfung der Mutter während der Geburt
- Veränderungen der Herztöne des Babys, die auf Stress hinweisen
- Unzureichendes Vorrücken des Babys trotz guter Wehen
Symptome bei Kindern
- Bei Babys kann eine instrumentelle Geburt nötig sein, wenn das Kind im Mutterleib nicht genug Sauerstoff bekommt oder sich in einer ungünstigen Position befindet (z. B. Hinterhauptslage).
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Schwangeren (über 35 Jahren) kann das Risiko für eine verlängerte Pressphase leicht erhöht sein, aber das Alter allein ist selten der Grund für eine instrumentelle Geburt.
Ursachen
Hauptursachen
- Verlängerte oder stockende Pressphase (Geburtsstillstand)
- Anzeichen von Sauerstoffmangel beim Baby (fetale Azidose)
- Erschöpfung der Mutter
- Medizinische Notwendigkeit, die Geburt zu beschleunigen (z. B. bei Bluthochdruck oder Infektionen)
Risikofaktoren
- Erstgebärende (erste Schwangerschaft)
- großes Baby (geschätztes Geburtsgewicht über 4000 g)
- Epiduralanästhesie (PDA) kann die Pressphase verlängern
- Längere Geburtsdauer insgesamt
- Frühgeburt oder bestimmte kindliche Lagen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen starken Blutungen oder Krampfanfällen rufen Sie sofort den Notruf 112.
- Wenn die Fruchtblase vorzeitig platzt und die Wehen nicht einsetzen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Besprechen Sie bereits in der Schwangerschaft mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt die Möglichkeit einer instrumentellen Geburt.
- Wenn die Geburt länger als 24 Stunden dauert oder Sie sich übermäßig erschöpft fühlen.
Diagnose
Die Entscheidung für eine instrumentelle Geburt trifft der Arzt oder die Hebamme während der Geburt. Sie beobachten den Fortschritt der Wehen, die Herztöne des Babys und das Befinden der Mutter.
Mögliche Untersuchungen
- CT (Kardiotokographie) zur Überwachung der Herztöne des Babys und der Wehen
- Ultraschall zur Lagebestimmung des Babys
- Beurteilung des Muttermundes und der Position des Babys durch Tastuntersuchung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Wenn eine instrumentelle Geburt notwendig wird, erhalten Sie eine ausführliche Erklärung. Meist wird eine örtliche Betäubung (Lokalanästhesie) gegeben. Sie werden gebeten, weiter mitzu pressen, während der Arzt das Saugglocke oder die Zange vorsichtig ansetzt. Der gesamte Vorgang dauert in der Regel nur wenige Minuten.
Behandlung
Die Behandlung bei einer instrumentellen Geburt besteht darin, das Baby mit Hilfe eines medizinischen Geräts – entweder einer Saugglocke (Vakuum) oder einer Geburtszange – durch den Geburtskanal zu führen. Dies geschieht unter sorgfältiger Überwachung und meist mit örtlicher Betäubung.
Selbsthilfe zu Hause
- Atmen Sie ruhig und gleichmäßig und folgen Sie den Anweisungen des Geburtshelfers.
- Versuchen Sie, während der Pressphase locker zu bleiben und sich auf Ihre Hebamme oder Ihren Partner zu stützen.
- Vertrauen Sie auf die Erfahrung des Teams und stellen Sie Fragen, wenn Sie unsicher sind.
Medizinische Behandlungen
Die medizinische Behandlung besteht aus der Anwendung der Saugglocke oder der Geburtszange. In der Regel wird vorher ein örtliches Betäubungsmittel in den Dammbereich gespritzt, um Schmerzen zu lindern. Manchmal wird auch ein Dammschnitt (Episiotomie) durchgeführt, um Platz zu schaffen. Nach der Geburt wird die Wunde versorgt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn die instrumentelle Geburt nicht gelingt oder das Baby sich weiter in Not befindet, kann ein Kaiserschnitt (Sectio caesarea) notwendig werden. Ihr Arzt wird dies mit Ihnen besprechen, bevor es durchgeführt wird.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer instrumentellen Geburt kann der Dammbereich empfindlich sein. Planen Sie Ruhe ein und lassen Sie sich helfen. In den ersten Tagen sind leichte Spaziergänge gut, aber vermeiden Sie schweres Heben.
Tipps für den Alltag
- Gönnen Sie sich ausreichend Schlaf und Ruhe.
- Vermeiden Sie anstrengende körperliche Aktivitäten für mindestens zwei Wochen.
- Nehmen Sie Hilfe von Familie oder Freunden an.
Ernährung und Bewegung
Eine ballaststoffreiche Ernährung und viel Flüssigkeit beugen Verstopfung vor, was den Dammbereich entlastet. Leichte Beckenbodenübungen können nach Absprache mit der Hebamme nach etwa einer Woche begonnen werden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine instrumentelle Geburt kann emotional belastend sein. Es ist normal, sich überrascht, verängstigt oder enttäuscht zu fühlen. Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme, Ihrem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle. Wenn Sie Gedanken haben, sich selbst oder das Baby zu verletzen, suchen Sie sofort Hilfe – der Notruf 112 ist rund um die Uhr erreichbar.
Vorbeugung
Nicht immer, aber eine gute Vorbereitung und Begleitung während der Geburt können das Risiko verringern. Dazu gehören eine aufrechte Geburtsposition, Wechsel der Positionen und ausreichend Bewegung während der Eröffnungsphase.
Impfungen
Es gibt keine Impfung, die eine instrumentelle Geburt verhindert.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen, sodass die Geburt gut geplant werden kann.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn eine notwendige instrumentelle Geburt nicht durchgeführt wird, kann das Baby unter Sauerstoffmangel leiden, was zu bleibenden Schäden führen kann.
- Auch die Mutter kann durch eine sehr lange Pressphase starke Verletzungen oder Blutverlust erleiden.
Langzeitprognose
Die allermeisten Frauen und Babys erholen sich vollständig von einer instrumentellen Geburt. Die ersten Tage können unangenehm sein, aber mit guter Pflege und Unterstützung ist eine schnelle Besserung möglich. Denken Sie daran: Sie haben alles für Ihr Baby getan. Es ist ein starkes Zeichen der Fürsorge, medizinische Hilfe anzunehmen.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
Guidance may differ by country or region. Confirm local recommendations with a qualified healthcare provider.