Risiken und Nutzen der Bronchoskopie
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Bronchoskopie ist ein Verfahren, bei dem ein dünner, flexibler Schlauch mit einer Kamera (Bronchoskop) durch Mund oder Nase in die Atemwege eingeführt wird. So kann der Arzt die Luftröhre und die Bronchien von innen betrachten, Gewebeproben entnehmen oder Fremdkörper entfernen.
Wichtige Fakten
- Der Eingriff dauert meist 15 bis 30 Minuten und wird unter örtlicher Betäubung oder leichter Sedierung durchgeführt.
- Bronchoskopien werden sowohl zur Diagnose als auch zur Behandlung von Lungenkrankheiten eingesetzt.
- Schwerwiegende Komplikationen wie Blutungen oder ein Lungenkollaps sind selten, kommen aber vor.
Ja, die Bronchoskopie ist ein Standardverfahren in der Lungenheilkunde und wird jährlich tausende Male in Deutschland durchgeführt.
Sie wird bei Menschen mit unklaren Lungenveränderungen, anhaltendem Husten, Bluthusten, Verdacht auf Krebs oder Infektionen sowie zur Entfernung von Fremdkörpern eingesetzt. Betroffen sind vor allem Erwachsene, aber auch Kinder können eine Bronchoskopie benötigen.
Symptome
- Starke Blutung (hellrotes Blut) nach der Bronchoskopie, die nicht aufhört
- Akute Atemnot oder das Gefühl zu ersticken
- Bewusstlosigkeit oder starke Benommenheit nach dem Eingriff
- ⚠Fieber über 38,5 °C nach der Bronchoskopie
- ⚠Zunehmender Husten oder eitriger Auswurf
- ⚠Leichte Blutung, die länger als ein paar Stunden anhält
Häufige Symptome
- Anhaltender Husten, der nicht verschwindet
- Bluthusten (Hämoptysen)
- Abnorme Röntgen- oder CT-Befunde der Lunge
- Verdacht auf einen Tumor oder eine Infektion
- Verschluckte Gegenstände, die in den Atemwegen stecken
Symptome bei Kindern
- Verdacht auf Verschlucken eines Fremdkörpers (Spielzeug, Erdnüsse etc.)
- Chronischer Husten oder wiederkehrende Lungenentzündungen unklarer Ursache
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Abklärung von Lungenveränderungen im CT (z. B. Rundherde)
- Verdacht auf Lungenkrebs bei Risikopatienten
- Behandlung von Atemwegsverengungen durch Tumore
Ursachen
Hauptursachen
- Lungenkrebs oder gutartige Tumore in den Atemwegen
- Lungenentzündung (Pneumonie), die nicht abheilt
- Fremdkörper in den Bronchien (z. B. Essensreste, Spielzeugteile)
- Entzündliche Lungenerkrankungen wie Sarkoidose oder Lungenfibrose
- Blutungen aus den Atemwegen unklarer Ursache
Risikofaktoren
- Rauchen (stärkster Risikofaktor für Lungenkrebs)
- Berufliche Schadstoffbelastung (Asbest, Quarzstaub)
- Familiäre Vorbelastung mit Lungenkrebs
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. nach Organtransplantation)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher Atemnot oder Bluthusten vor der Bronchoskopie
- Nach der Bronchoskopie: bei starken Blutungen oder hohem Fieber sofort den Notarzt rufen (112)
- Bei Verdacht auf eine allergische Reaktion nach dem Eingriff (Hautausschlag, Schwellungen)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder Lungenfacharzt, wenn Sie einen Termin für eine Bronchoskopie vereinbaren möchten
- Nach der Bronchoskopie: Besprechen Sie die Ergebnisse mit Ihrem Arzt innerhalb weniger Tage
Diagnose
Die Entscheidung für eine Bronchoskopie trifft der Arzt anhand Ihrer Krankengeschichte, körperlichen Untersuchung und vorausgegangener Bildgebung wie Röntgen oder Computertomographie (CT).
Mögliche Untersuchungen
- Lungenfunktionstest (Spirometrie)
- Blutuntersuchung (Entzündungswerte, Tumormarker)
- CT-Thorax (feine Schichtaufnahme der Lunge)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor der Bronchoskopie erhalten Sie ein Beruhigungsmittel und eine örtliche Betäubung im Rachen. Der Eingriff dauert etwa 15 bis 30 Minuten. Sie liegen dabei auf der Seite oder auf dem Rücken, der Arzt führt das Bronchoskop vorsichtig ein. Nach der Untersuchung werden Sie für einige Stunden überwacht, bevor Sie nach Hause gehen können.
Behandlung
Eine Bronchoskopie kann sowohl zur Diagnose als auch zur Behandlung eingesetzt werden. Therapeutische Bronchoskopie umfasst das Entfernen von Fremdkörpern, das Stillen von Blutungen, das Aufweiten von verengten Atemwegen (z. B. mit einem Ballon oder Stent) oder das Verkleinern von Tumoren mit Laser oder Kälte.
Selbsthilfe zu Hause
- Nach dem Eingriff mindestens 2 Stunden nichts essen oder trinken, bis die Betäubung nachlässt
- Am Tag der Bronchoskopie keine schweren körperlichen Tätigkeiten und kein Auto fahren
- Bei Halsschmerzen lutschen Sie zuckerfreie Bonbons oder trinken Sie lauwarme Getränke
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung richtet sich nach der zugrundeliegenden Erkrankung. Bei Infektionen können Antibiotika oder Antimykotika verordnet werden; bei Tumoren kommen Chemotherapie, Strahlentherapie oder zielgerichtete Medikamente infrage. Ihr Arzt wird mit Ihnen die passende Therapie besprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (z. B. Entfernung eines Lungenlappens) kann notwendig sein, wenn ein Tumor nicht mit der Bronchoskopie vollständig entfernt werden kann oder wenn Komplikationen wie ein Lungenkollaps auftreten.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Bronchoskopie können Sie bereits am nächsten Tag wieder Ihren normalen Aktivitäten nachgehen, sofern keine Komplikationen aufgetreten sind. Bei Gewebeproben sollten Sie sich eine Woche schonen.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen – Rauchen verzögert die Heilung und erhöht das Risiko für Lungenkrankheiten
- Vermeiden Sie Staub und Reizstoffe in der Luft
- Achten Sie auf ausreichend Flüssigkeit, um den Schleim zu lösen
Ernährung und Bewegung
Leichte Kost am Abend des Eingriffs. Ab dem nächsten Tag ist eine normale, ausgewogene Ernährung empfehlenswert. Bewegung an der frischen Luft hilft, die Lunge zu kräftigen – vermeiden Sie jedoch extremes Laufen oder schweres Heben in der ersten Woche.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Wartezeit auf die Ergebnisse einer Bronchoskopie kann Angst und Unruhe auslösen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt über Ihre Gefühle. Manchmal hilft es, sich über Selbsthilfegruppen oder psychologische Beratung zu informieren.
Vorbeugung
Eine Bronchoskopie selbst kann nicht verhindert werden, da sie zur Abklärung von Symptomen nötig ist. Allerdings lässt sich das Risiko für Lungenkrankheiten senken: Nicht rauchen, gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und Schutz vor Schadstoffen am Arbeitsplatz.
Impfungen
Eine Grippeschutzimpfung und die Impfung gegen Pneumokokken werden für Risikogruppen (z. B. ältere Menschen, Lungenkranke) vom Gemeinsamen Bundesausschuss empfohlen.
Früherkennungsprogramme
Für starke Raucher (ab 50 Jahren, mindestens 30 Packungsjahre) wird in Deutschland eine Lungenkrebsfrüherkennung mittels Low-Dose-CT angeboten. Fragen Sie Ihren Arzt, ob dies für Sie infrage kommt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelte Blutungen nach einer Biopsie können zu massivem Blutverlust führen
- Ein unbehandelter Lungenkollaps (Pneumothorax) kann die Atmung lebensbedrohlich einschränken
- Eine nicht erkannte Infektion nach der Bronchoskopie kann sich auf die Lunge oder den ganzen Körper ausbreiten
Langzeitprognose
Die große Mehrheit der Bronchoskopien verläuft ohne Komplikationen. Falls doch einmal etwas schiefgeht, sind die Behandlungsmöglichkeiten in deutschen Kliniken sehr gut. Mit der richtigen Nachsorge und Behandlung sind die Aussichten in der Regel günstig.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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