Risiken und Vorteile des Kniegelenkersatzes
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Knieprothese ist eine künstliche Ersatzoperation für ein stark abgenutztes Kniegelenk. Dabei werden die geschädigten Gelenkflächen durch Metall- und Kunststoffteile ersetzt, um Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit wiederherzustellen.
Wichtige Fakten
- Viele Patienten haben nach der Operation deutlich weniger Schmerzen und können sich besser bewegen.
- Wie bei jeder Operation gibt es auch Risiken, zum Beispiel Infektionen, Blutgerinnsel oder eine Lockerung der Prothese.
- Die Entscheidung für eine Knieprothese sollte gut überlegt und gemeinsam mit dem Orthopäden getroffen werden.
Ja, in Deutschland werden jährlich rund 200.000 Knieprothesen eingesetzt. Es ist ein häufiger und gut erforschter Eingriff.
Betroffen sind meist Menschen über 60 Jahre mit fortgeschrittener Arthrose. Aber auch jüngere Menschen nach Unfällen oder mit Rheuma können eine Knieprothese benötigen.
Symptome
- Plötzliche starke Schwellung und Rötung des Knies mit Fieber (kann auf eine Infektion hinweisen)
- Wenn das Knie nach einem Sturz stark schmerzt und nicht mehr belastbar ist (möglicher Bruch)
- ⚠Zunehmende Schwellung und Wärmegefühl im Knie ohne Fieber
- ⚠Schmerzen, die sich trotz Schonung und Kühlung verschlimmern
Häufige Symptome
- Starke Knieschmerzen, die auch in Ruhe oder nachts auftreten
- Schwellungen und Steifigkeit des Knies
- Eingeschränkte Beweglichkeit, zum Beispiel Treppensteigen fällt schwer
Ursachen
Hauptursachen
- Die häufigste Ursache für eine Knieprothese ist die Kniegelenksarthrose (Verschleiß).
- Weitere Ursachen sind Rheuma (entzündliche Gelenkerkrankung) oder Knochenbrüche, die nicht richtig verheilt sind.
Risikofaktoren
- Übergewicht
- Frühere Knieverletzungen
- Familienveranlagung
- Berufliche oder sportliche Dauerbelastung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Siehe Notfallsymptome – bei diesen Anzeichen sollten Sie sofort den Notruf 112 wählen oder in die Notaufnahme gehen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Knieschmerzen länger als zwei Wochen anhalten
- Wenn Bewegungseinschränkungen den Alltag beeinträchtigen
- Wenn konservative Behandlungen wie Physiotherapie nicht mehr helfen
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose meist durch eine körperliche Untersuchung, Röntgenaufnahmen und ein Gespräch über Ihre Beschwerden.
Mögliche Untersuchungen
- Röntgen des Knies
- Magnetresonanztomographie (MRT) – besonders bei Weichteilschäden
- Blutuntersuchungen (zum Beispiel bei Rheuma)
- Gelenkspiegelung (Arthroskopie) in seltenen Fällen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Ihr Knie abtasten und die Beweglichkeit prüfen. Danach bespricht er mit Ihnen die Ergebnisse und welche Behandlungsmöglichkeiten in Frage kommen. Eine Knieprothese wird erst empfohlen, wenn andere Maßnahmen nicht mehr ausreichen.
Behandlung
Die Behandlung einer Kniegelenksarthrose beginnt immer mit nicht-operativen Maßnahmen. Erst wenn diese nicht mehr helfen, wird eine Knieprothese in Betracht gezogen. Die Knieprothese hat das Ziel, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit wiederherzustellen.
Selbsthilfe zu Hause
- Gewichtsreduktion bei Übergewicht entlastet das Knie
- Regelmäßige Bewegung, zum Beispiel Schwimmen oder Radfahren
- Kühlung bei akuten Schmerzen
- Benutzung eines Gehstocks oder einer Orthese zur Entlastung
Medizinische Behandlungen
Medikamente gegen Schmerzen und Entzündungen (bitte mit Ihrem Arzt besprechen), Physiotherapie zur Kräftigung der Muskulatur, sowie Injektionen mit Kortison oder Hyaluronsäure ins Gelenk (nur zeitweise wirksam).
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Knieprothese wird empfohlen, wenn die Schmerzen trotz konservativer Behandlung über Monate stark bleiben, der Alltag stark beeinträchtigt ist und die Lebensqualität leidet. Die Entscheidung trifft der Orthopäde gemeinsam mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Knieprothese ist eine Rehabilitationsphase nötig. Sie lernen, das neue Gelenk richtig zu belasten. Die meisten Patienten können nach einigen Monaten wieder normal gehen und viele Alltagsaktivitäten ausüben. Einige Sportarten wie Joggen oder Kontaktsport sind jedoch nicht zu empfehlen.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf Ihr Gewicht
- Vermeiden Sie Stürze – sorgen Sie im Haushalt für rutschfeste Böden
- Nehmen Sie an einer Reha teil
- Führen Sie regelmäßig die Übungen aus der Physiotherapie durch
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Kalzium und Vitamin D kann die Knochen stärken. Bewegung ist wichtig: Schwimmen, Radfahren und Spazierengehen sind gelenkschonend.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Operation kann Ängste auslösen. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder mit Angehörigen. Bei anhaltenden psychischen Belastungen können Sie sich an eine psychologische Beratungsstelle wenden. In akuten Krisen rufen Sie bitte die Telefonseelsorge an (kostenlos, 24 Stunden erreichbar).
Vorbeugung
Einer Arthrose kann man nicht immer vorbeugen. Aber ein gesunder Lebensstil mit Normalgewicht, regelmäßiger Bewegung und dem Vermeiden von Verletzungen kann das Risiko senken.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn eine fortgeschrittene Arthrose nicht behandelt wird, können die Schmerzen zunehmen und die Beweglichkeit immer stärker eingeschränkt werden. Im schlimmsten Fall kann das Knie versteifen.
Langzeitprognose
Die meisten Patienten sind nach einer Knieprothese mit dem Ergebnis zufrieden. Die Schmerzen sind deutlich geringer und die Beweglichkeit verbessert sich. Wie bei jeder Operation gibt es Risiken, aber in den allermeisten Fällen verläuft der Eingriff komplikationslos. Eine gute Vorbereitung und Nachsorge sind entscheidend für ein gutes Ergebnis.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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