Nosebleed in children
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Nasenbluten (medizinisch: Epistaxis) ist eine Blutung aus der Nase. Bei Kindern kommt es sehr häufig vor und ist meistens harmlos. Die Blutung entsteht meist aus kleinen Blutgefäßen im vorderen Teil der Nasenscheidewand.
Wichtige Fakten
- Nasenbluten betrifft fast jedes Kind mindestens einmal bis zum zehnten Lebensjahr.
- In den allermeisten Fällen ist es harmlos und hört von selbst wieder auf.
- Die häufigste Ursache ist trockene Heizungsluft oder das Bohren in der Nase.
Ja, Nasenbluten ist bei Kindern sehr häufig. Etwa 60 von 100 Kindern haben mindestens einmal eine Nasenblutung.
Es kann jedes Kind treffen, besonders aber Kinder zwischen 2 und 10 Jahren. Jungen sind etwas häufiger betroffen als Mädchen.
Symptome
- Blutung hört auch nach 20 Minuten mit Druck nicht auf
- Sehr starke Blutung (Blut strömt oder spritzt)
- Blutung nach einem Sturz oder Schlag auf den Kopf
- Kind wird blass, schwindelig oder verliert das Bewusstsein
- ⚠Blutung tritt immer wieder auf (mehrmals pro Woche)
- ⚠Kind hat zusätzlich blaue Flecken an anderen Stellen (z.B. an Armen oder Beinen)
- ⚠Die Blutung ist mit Medikamenten verbunden, die die Blutgerinnung hemmen
- ⚠Kind hat Fieber oder fühlt sich krank
Häufige Symptome
- Blut tropft aus einem oder beiden Nasenlöchern
- Blut läuft in den Rachen (Kind schluckt Blut, was zu Übelkeit führen kann)
- Kind hat Blut im Mund oder spuckt Blut aus
Symptome bei Kindern
- Kind ist oft ängstlich oder weint
- Blut läuft häufiger in den Rachen, weil Kinder den Kopf oft zurücklegen (das sollte man nicht tun!)
- Oft kommt das Blut nur aus einem Nasenloch
Ursachen
Hauptursachen
- Trockene Luft (vor allem in beheizten Räumen oder Klimaanlagen) lässt die Nasenschleimhaut austrocknen und rissig werden.
- Nasenbohren oder zu starkes Naseputzen verletzen kleine Blutgefäße.
- Leichte Stöße oder Nasenreiben beim Spielen oder Sport.
- Erkältungen, Allergien oder Nasennebenhöhlenentzündungen reizen die Schleimhaut.
Risikofaktoren
- Trockenes Raumklima (Heizungsluft, Klimaanlage)
- Allergien (Heuschnupfen, Hausstauballergie)
- Häufiges Nasenbohren oder Fremdkörper in der Nase
- Bestimmte Medikamente (z.B. Nasensprays, die abschwellend wirken – wenn sie zu lange angewendet werden)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Blutung nach 20 Minuten andauerndem Druck nicht stoppt
- Bei starken Blutungen nach einem Unfall oder Sturz auf das Gesicht
- Wenn Ihr Kind viel Blut verloren hat, blass oder schlapp wirkt
- Wenn die Blutung wiederholt ohne erkennbaren Grund auftritt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie unsicher sind, wie Sie richtig helfen können
- Wenn Sie beobachten, dass Ihr Kind häufig an der Nase blutet (mehrmals im Monat)
- Wenn Sie eine Allergie oder andere Grunderkrankung vermuten
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin wird Ihr Kind kurz untersuchen. Er oder sie schaut mit einem kleinen Leuchttröster (Nasenspekulum) in die Nase und fragt, wie die Blutung aufgetreten ist.
Mögliche Untersuchungen
- In den meisten Fällen ist keine Blutuntersuchung nötig.
- Bei häufigen Blutungen kann eine Blutgerinnungsuntersuchung erfolgen.
- Bei Verdacht auf eine Allergie werden Allergietests durchgeführt.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Ihr Kind sollte ruhig auf Ihrem Schoß sitzen. Der Arzt oder die Ärztin erklärt jeden Schritt und sucht gezielt nach der Blutungsstelle. Meist ist die Ursache schnell gefunden und es gibt beruhigende Nachrichten.
Behandlung
Bei den meisten Kindern reichen einfache Erste-Hilfe-Maßnahmen aus. Nur selten ist eine ärztliche Behandlung nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Setzen Sie Ihr Kind aufrecht hin und lassen Sie es leicht nach vorne beugen.
- Drücken Sie die weichen Nasenflügel für 10 bis 20 Minuten kräftig zusammen (am besten mit einem sauberen Tuch).
- Beruhigen Sie Ihr Kind – es hilft, wenn es durch den Mund atmet.
- Legen Sie einen Kühlbeutel auf den Nacken oder die Stirn (wird von vielen als angenehm empfunden).
- Vermeiden Sie es, den Kopf zurückzulegen – das Blut läuft sonst in den Rachen.
Medizinische Behandlungen
Wenn die Blutung nicht stoppt, kann der Arzt die Blutungsstelle mit einer speziellen Lösung (Ätzung) veröden oder mit einem kleinen Schwämmchen (Nasentamponade) stillen. Bei häufigen Blutungen können pflegende Nasensalben oder Nasensprays mit Kochsalzlösung helfen, die Schleimhaut zu befeuchten. Wichtig: Keine abschwellenden Nasensprays länger als eine Woche anwenden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nur sehr selten ist ein kleiner Eingriff nötig, wenn die Blutungen immer wieder aus demselben Blutgefäß kommen. Dann kann das Gefäß unter lokaler Betäubung verschlossen werden.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Kinder haben nach einem Nasenbluten keine Einschränkungen. Sie können sofort wieder spielen und ihrem Alltag nachgehen.
Tipps für den Alltag
- Halten Sie die Raumluft feucht (z.B. mit einem Luftbefeuchter oder feuchten Tüchern auf der Heizung).
- Kürzen Sie die Fingernägel Ihres Kindes kurz und weichen Sie die Spitzen – das erschwert das Verletzen durch Nasenbohren.
- Verwenden Sie eine pflegende Nasensalbe (z.B. mit Dexpanthenol) oder Meerwasser-Spray, um die Schleimhaut geschmeidig zu halten.
- Ermutigen Sie Ihr Kind, vorsichtig die Nase zu putzen, nicht zu stark.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit genügend Vitamin C und K (enthalten in Obst, Gemüse, grünem Blattgemüse) kann die Blutgefäße stärken. Bewegung und Sport sind auch bei gelegentlichem Nasenbluten erlaubt – achten Sie nur auf ausreichend Flüssigkeit, damit die Nasenschleimhaut nicht austrocknet.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Nasenbluten kann Kinder und Eltern kurzzeitig verängstigen. Besonders wenn es zum ersten Mal auftritt. Es ist wichtig, ruhig zu bleiben und dem Kind zu zeigen, dass es schnell vorbeigeht. Wenn Ihr Kind sehr ängstlich ist, sprechen Sie mit dem Kinderarzt – es gibt beruhigende Worte und einfache Erklärungen, die helfen.
Vorbeugung
Ja, viele Nasenblutungen lassen sich vermeiden. Die wichtigste Maßnahme ist, die Nasenschleimhaut feucht zu halten. Auch das Vermeiden von Nasenbohren und starkem Schnäuzen hilft.
Komplikationen
Unbehandelt
- In sehr seltenen Fällen kann ein starker Blutverlust zu Schwindel und Schwäche führen.
- Bei wiederholtem Blutschlucken kann Übelkeit oder Erbrechen auftreten.
- Wenn eine Blutgerinnungsstörung zugrunde liegt, können auch andere Blutungen (z.B. Zahnfleischbluten) auftreten.
Langzeitprognose
Die allermeisten Nasenblutungen bei Kindern sind harmlos und hören von selbst auf. Wenn Sie die Erste-Hilfe-Maßnahmen kennen, können Sie schnell und richtig reagieren. Sollten die Blutungen häufiger auftreten, hilft Ihr Kinderarzt gerne weiter – die Prognose ist in der Regel sehr gut.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2026
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