Herzrasen bei Kindern
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Herzklopfen (Palpitationen) bei Kindern bedeutet, dass das Kind das eigene Herz schlagen spürt – schneller, stärker oder unregelmäßig. Meist ist das harmlos, aber es kann auch auf eine Erkrankung hinweisen. Ein Arzt oder eine Ärztin sollte die Ursache abklären.
Wichtige Fakten
- Herzklopfen bei Kindern ist meist harmlos und geht von allein wieder weg.
- In seltenen Fällen steckt eine Herzrhythmusstörung dahinter, die behandelt werden muss.
- Bei Symptomen wie Ohnmacht oder Brustschmerzen sofort den Notarzt rufen (112).
- Ein Elektrokardiogramm (EKG) kann helfen, die Ursache zu finden.
Ja, Herzklopfen kommt bei Kindern recht häufig vor, besonders in Wachstumsphasen oder bei Aufregung. Die meisten Fälle sind harmlos.
Kinder jeden Alters können Herzklopfen spüren, am häufigsten jedoch Schulkinder und Jugendliche. Es betrifft Mädchen und Jungen gleichermaßen.
Symptome
- Das Kind verliert das Bewusstsein (Ohnmacht).
- Es hat starke Brustschmerzen oder Druckgefühl in der Brust.
- Das Kind hat plötzlich Atemnot oder wird blau im Gesicht.
- ⚠Das Herzklopfen hört auch nach 5–10 Minuten nicht auf.
- ⚠Das Kind ist sehr blass, klagt über Schwindel oder fühlt sich schwach.
- ⚠Das Kind hat Fieber und gleichzeitig Herzklopfen.
Häufige Symptome
- Das Kind spürt ein starkes, schnelles oder unregelmäßiges Herzschlagen.
- Manchmal fühlt es sich an, als ob das Herz kurz aussetzt oder stolpert.
- Das Herzklopfen kann plötzlich kommen und wieder verschwinden.
Symptome bei Kindern
- Kinder beschreiben es oft als „Herzklopfen“ oder „Herzrasen“.
- Bei Kleinkindern äußert es sich manchmal durch Unruhe oder Weinen.
- Ältere Kinder können es selbst benennen und zeigen mit der Hand auf die Brust.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Dieser Abschnitt ist für Kinder nicht relevant.
Ursachen
Hauptursachen
- Aufregung, Angst oder Stress (z. B. vor Prüfungen).
- Körperliche Anstrengung (z. B. beim Sport).
- Fieber oder Infektionen.
- Zu viel Koffein (z. B. Cola, Energy-Drinks).
- Herzrhythmusstörungen (wie Vorhofflimmern oder Extrasystolen).
- Schilddrüsenüberfunktion oder Blutarmut.
Risikofaktoren
- Familie: wenn Herzrhythmusstörungen in der Familie vorkommen.
- Angeborene Herzfehler.
- Bestimmte Medikamente oder Drogen (z. B. Asthmasprays, Amphetamine).
- Starkes Übergewicht.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei jedem Ohnmachtsanfall (auch wenn es nur kurz war).
- Wenn das Kind sehr blass ist und das Herzklopfen mit Schwindel oder Brustschmerzen einhergeht.
- Wenn das Herzklopfen länger als eine halbe Stunde anhält.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn das Herzklopfen mehrmals in kurzer Zeit auftritt.
- Wenn Sie sich unsicher sind und die Ursache abklären möchten.
- Bevor Ihr Kind Sport treibt oder am Schulsport teilnimmt.
- Im Rahmen der normalen Vorsorgeuntersuchungen (U-Untersuchungen).
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin fragt zuerst nach den genauen Symptomen und der Krankengeschichte. Dann folgt eine körperliche Untersuchung, bei der das Herz abgehört wird.
Mögliche Untersuchungen
- Elektrokardiogramm (EKG): zeichnet die Herzströme auf.
- Langzeit-EKG: misst den Herzrhythmus über 24 Stunden.
- Belastungs-EKG: wird auf dem Fahrrad oder Laufband durchgeführt.
- Herzultraschall (Echokardiografie): zeigt die Herzstruktur.
- Blutuntersuchungen: zum Beispiel auf Schilddrüsenwerte oder Blutarmut.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei. Ihr Kind wird aufgeklebte Elektroden auf der Brust spüren, die weich sind und sich leicht wieder entfernen lassen. Für das Langzeit-EKG darf Ihr Kind ganz normal spielen und schlafen – nur Duschen oder Baden ist nicht erlaubt. Die Ergebnisse besprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Viele Kinder brauchen gar keine Behandlung – das Herzklopfen verschwindet von selbst. Wenn eine Herzrhythmusstörung vorliegt, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die der Arzt oder die Ärztin mit Ihnen bespricht.
Selbsthilfe zu Hause
- Vermeiden Sie Koffein (Cola, Energy-Drinks, schwarzer Tee) bei Ihrem Kind.
- Sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Entspannung.
- Reduzieren Sie Stress in der Schule oder im Alltag.
- Achten Sie darauf, dass Ihr Kind genug trinkt und sich ausgewogen ernährt.
Medizinische Behandlungen
Bei einer behandlungsbedürftigen Herzrhythmusstörung kommen Medikamente in Frage, die den Herzschlag stabilisieren – der Arzt oder die Ärztin wählt passende Mittel aus. In manchen Fällen kann ein kleiner Eingriff (Katheterablation) helfen. Die Behandlung wird immer individuell für Ihr Kind angepasst.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur sehr selten nötig, zum Beispiel bei bestimmten angeborenen Herzfehlern oder wenn ein Herzschrittmacher eingesetzt werden muss. Ihr Kind wird dann in einem spezialisierten Zentrum betreut.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Kinder mit harmlosem Herzklopfen können ein völlig normales Leben führen – ohne Einschränkungen beim Spielen, Sport oder in der Schule. Wichtig ist, dass Ihr Kind weiß, dass es Ihnen Bescheid sagen soll, wenn das Herzklopfen wiederkommt.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßiger Schlaf: feste Zubettgehzeiten helfen.
- Kein Koffein: auch in Schokolade und manchen Limonaden versteckt.
- Entspannungsübungen: zum Beispiel ruhiges Atmen oder Yoga für Kinder.
- Offene Gespräche: Reden Sie mit Ihrem Kind über seine Ängste.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten ist gut fürs Herz. Bewegung ist erlaubt und sogar erwünscht – solange der Arzt oder die Ärztin grünes Licht gibt. Achten Sie nur darauf, dass Ihr Kind bei Symptomen eine Pause macht.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Herzklopfen kann beängstigend sein – für Ihr Kind und für Sie. Manche Kinder entwickeln Angst vor dem nächsten Anfall. Das ist verständlich. Gespräche mit dem Kinderarzt und gegebenenfalls mit einer Kinder- und Jugendpsychologin können helfen, diese Ängste abzubauen.
Vorbeugung
Nicht jedes Herzklopfen lässt sich verhindern, aber Sie können Risikofaktoren reduzieren: Achten Sie auf eine herzgesunde Lebensweise, vermeiden Sie Koffein und sorgen Sie für ausreichend Schlaf und Stressausgleich.
Impfungen
Dieser Abschnitt ist nicht relevant.
Komplikationen
Unbehandelt
- In sehr seltenen Fällen kann eine unerkannte Herzrhythmusstörung zu Ohnmachtsanfällen führen.
- Bei anhaltendem, schnellem Herzschlag kann das Herz auf Dauer geschwächt werden.
- Ohnmacht kann zu Stürzen und Verletzungen führen.
Langzeitprognose
Die allermeisten Kinder haben einen normalen und gesunden Herzrhythmus – das Herzklopfen ist eine harmlose Begleiterscheinung des Wachstums. Selbst wenn eine Störung vorliegt, ist die Behandlung heute sehr erfolgreich. Mit der richtigen Betreuung kann Ihr Kind ein völlig normales, aktives Leben führen.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Herzstiftung e.V. · Deutschland
- Bundesverband angeborene Herzfehler e.V. · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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