Sweating excessive in children
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Übermäßiges Schwitzen bei Kindern bedeutet, dass ein Kind deutlich mehr schwitzt als nötig, um die Körpertemperatur zu regulieren. Dies kann ohne erkennbaren Grund passieren und manchmal auch im Schlaf.
Wichtige Fakten
- Übermäßiges Schwitzen bei Kindern ist meist harmlos und kann mit dem Wachstum wieder verschwinden.
- Es kann die Lebensqualität beeinträchtigen, zum Beispiel durch nasse Kleidung oder Schamgefühle.
- In seltenen Fällen kann starkes Schwitzen auf eine Grunderkrankung hinweisen, die ärztlich abgeklärt werden sollte.
Ja, übermäßiges Schwitzen tritt bei Kindern recht häufig auf, besonders während der Pubertät.
Es betrifft Kinder jeden Alters, wird aber häufiger bei Jugendlichen beobachtet. Jungen und Mädchen sind etwa gleich häufig betroffen.
Symptome
- Plötzlich auftretendes starkes Schwitzen zusammen mit Brustschmerzen oder Atemnot
- Kind ist verwirrt, fühlt sich schwach oder wird ohnmächtig
- Hohes Fieber mit Schüttelfrost und starkem Schwitzen
- Hautausschlag oder Atembeschwerden, die auf eine allergische Reaktion hindeuten
- ⚠Nächtliches Schwitzen ohne erkennbare Ursache über mehrere Wochen
- ⚠Gewichtsverlust zusammen mit starkem Schwitzen
- ⚠Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl, das nicht besser wird
- ⚠Krampfanfälle oder Bewusstseinsveränderungen
Häufige Symptome
- Sichtbare Schweißperlen auf der Haut, besonders an Händen, Füßen, Achseln oder im Gesicht
- Nasse oder durchnässte Kleidung ohne körperliche Anstrengung
- Haut fühlt sich ständig feucht oder kühl an
- Schweißgeruch, der stärker als üblich ist
Symptome bei Kindern
- Hände und Füße sind fast immer feucht und kühl
- Kleidung wird schnell durchgeschwitzt, auch bei Ruhe oder kühler Umgebung
- Das Kind schämt sich vielleicht für das Schwitzen und zieht sich sozial zurück
- Schlafstörungen durch nächtliches Schwitzen (Bettlaken nass)
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Jugendlichen können ähnliche Symptome auftreten wie bei Erwachsenen, z. B. verstärktes Schwitzen unter Stress.
Ursachen
Hauptursachen
- Überaktive Schweißdrüsen (primäre Hyperhidrose) – die genaue Ursache ist unbekannt, oft erblich
- Hormonelle Veränderungen in der Pubertät
- Angst, Aufregung oder Stress
- Infektionen mit Fieber (z. B. Grippe, Erkältung)
- Nebenwirkungen von Medikamenten (nicht alle, aber möglich)
Risikofaktoren
- Familienmitglieder mit übermäßigem Schwitzen
- Übergewicht (Adipositas) kann das Schwitzen verstärken
- Bestimmte Erkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion oder Diabetes
- Starke emotionale Reaktionen oder Angststörungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn das Schwitzen plötzlich und ohne erkennbaren Grund sehr stark einsetzt
- Wenn das Kind gleichzeitig Fieber, Gewichtsverlust oder Müdigkeit hat
- Wenn das Schwitzen mit Nachtschweiß einhergeht und das Kind abnimmt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn das Schwitzen den Alltag oder die Schule beeinträchtigt
- Wenn das Kind sich wegen des Schwitzens sehr unwohl fühlt
- Wenn Hausmittel nicht helfen und die Eltern eine Abklärung wünschen
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin stellt Fragen zur Dauer, Stärke und den Umständen des Schwitzens. Eine körperliche Untersuchung hilft, andere Ursachen auszuschließen.
Mögliche Untersuchungen
- Seltener kann ein Schweißtest (Jod-Stärke-Test) durchgeführt werden, um die betroffenen Stellen sichtbar zu machen
- Blutuntersuchungen, um Schilddrüsen-, Zucker- oder Infektionswerte zu prüfen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Besuch ist in der Regel einfach und ohne Schmerzen. Der Arzt wird beruhigen und erklären, ob weitere Schritte nötig sind.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und der Belastung für das Kind. Oft helfen schon einfache Maßnahmen. Bei stärkerem Schwitzen gibt es wirksame Therapien, die der Arzt verschreiben kann.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßiges Waschen und Abtrocknen, vor allem in den Achseln und an Füßen
- Tragen von atmungsaktiver Kleidung aus Baumwolle oder Leinen
- Verwendung von Antitranspirantien (keine Marken, aber nachts auftragen für bessere Wirkung)
- Wechseln der Socken und Schuhe mehrmals täglich
- Vermeiden von scharfem Essen oder koffeinhaltigen Getränken
Medizinische Behandlungen
Je nach Schweregrad können verschreibungspflichtige Antitranspirantien (z. B. mit Aluminiumchlorid), Iontophorese (Behandlung mit schwachem Strom durch Wasserbäder), Medikamente (orale Anticholinergika) oder Botulinumtoxin-Injektionen in Betracht gezogen werden. Die Wahl trifft der Kinderarzt oder Hautarzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (z. B. Sympathektomie) wird bei Kindern nur in sehr schweren, therapieresistenten Fällen und nach gründlicher Abwägung durchgeführt.
Leben mit der Erkrankung
Das Kind kann gut mit übermäßigem Schwitzen leben, indem es auf Hygiene und passende Kleidung achtet. Es ist wichtig, das Kind zu ermutigen und nicht unter Druck zu setzen.
Tipps für den Alltag
- Entspannungstechniken wie tiefes Atmen oder Yoga können helfen, wenn Stress das Schwitzen verstärkt
- Sport und Bewegung sind erlaubt, aber danach duschen und frische Kleidung anziehen
- Schweißabsorbierende Einlagen für Schuhe oder spezielle Kleidung nutzen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die Gesundheit allgemein. Scharfe Gewürze und viel Zucker können das Schwitzen verstärken. Sport ist trotz Schwitzen gut – danach einfach abduschen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Kinder können sich wegen des ständigen Schwitzens unsicher fühlen, genieren oder gemobbt werden. Das kann zu niedrigem Selbstwertgefühl oder sozialem Rückzug führen. Offene Gespräche in der Familie und ggf. eine Beratung können helfen.
Vorbeugung
Primäre Hyperhidrose (überaktive Schweißdrüsen) lässt sich meist nicht verhindern, da sie anlagebedingt ist. Man kann aber Auslöser vermeiden und frühzeitig handeln, wenn das Schwitzen stört.
Komplikationen
Unbehandelt
- Hautpilzinfektionen oder Ekzeme in feuchten Hautfalten
- Soziale Isolation oder Schulangst aufgrund von Scham
- Einschränkung der Lebensqualität, z. B. durch Vermeidung von Sport oder Händeschütteln
Langzeitprognose
Die meisten Kinder wachsen aus dem übermäßigen Schwitzen heraus oder können gut mit einfachen Maßnahmen leben. Auch bei länger anhaltenden Beschwerden gibt es wirksame und sichere Behandlungen, die das Leben deutlich erleichtern.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.