BCG vaccine overview
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die BCG-Impfung (Bacillus Calmette-Guérin) ist eine Schutzimpfung gegen Tuberkulose (TB), eine schwere bakterielle Infektion, die vor allem die Lunge befällt. Der Impfstoff enthält abgeschwächte Bakterien, die das Immunsystem trainieren, ohne die Krankheit auszulösen.
Wichtige Fakten
- Die BCG-Impfung schützt besonders Kinder vor schweren Formen der Tuberkulose, wie der Hirnhautentzündung (Meningitis).
- In Deutschland wird die BCG-Impfung nicht mehr routinemäßig für alle Kinder empfohlen, sondern nur für bestimmte Risikogruppen (z. B. bei engem Kontakt zu Tuberkulose-Erkrankten oder Reisen in Länder mit hoher TB-Verbreitung).
- Die Impfung hinterlässt meist eine kleine Narbe an der Einstichstelle. Das ist normal und kein Grund zur Sorge.
Weltweit ist die BCG-Impfung weit verbreitet und wird in vielen Ländern als Standardimpfung bei Säuglingen eingesetzt. In Deutschland wird sie jedoch nur selten und nur nach sorgfältiger Risikoabwägung gegeben.
Die BCG-Impfung wird hauptsächlich Säuglingen und Kleinkindern angeboten, die ein erhöhtes Risiko haben, sich mit Tuberkulose anzustecken – zum Beispiel bei Reisen in Länder mit hoher TB-Verbreitung, bei engem Kontakt zu einer erkrankten Person oder bei bestimmten Vorerkrankungen.
Symptome
- Plötzliche Atemnot
- Schwellung von Lippen, Zunge oder Gesicht
- Hautausschlag mit Juckreiz am ganzen Körper (Nesselsucht)
- Herzklopfen oder Bewusstlosigkeit – dies kann auf eine schwere allergische Reaktion (Anaphylaxie) hinweisen. Rufen Sie sofort den Notruf 112.
- ⚠Hohes Fieber über 39 °C länger als 2 Tage nach der Impfung
- ⚠Starke Schwellung und Rötung an der Einstichstelle, die über das normale Maß hinausgeht
- ⚠Eitrige Absonderung aus der Impfstelle
Häufige Symptome
- Rötung und Schwellung an der Einstichstelle
- Bildung eines kleinen Bläschens oder einer Kruste
- Leichte Schwellung der Lymphknoten unter dem Arm (auf der geimpften Seite)
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern sind die oben genannten Reaktionen ebenfalls üblich.
- Gelegentlich kann es zu leichtem Fieber oder Unwohlsein kommen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die BCG-Impfung wird bei Erwachsenen nur in Ausnahmefällen gegeben. Die Reaktionen sind ähnlich wie bei Kindern.
- Bei Erwachsenen ist die lokale Reaktion oft stärker ausgeprägt.
Ursachen
Hauptursachen
- Die BCG-Impfung wird gegeben, um eine Ansteckung mit Tuberkulose-Bakterien zu verhindern oder den Verlauf der Erkrankung abzumildern.
- Sie wird empfohlen bei erhöhtem Risiko durch engen Kontakt zu Tuberkulose-Erkrankten oder Aufenthalte in Gebieten mit häufiger Tuberkulose.
Risikofaktoren
- Säuglinge und Kleinkinder haben ein höheres Risiko, schwere TB-Formen zu entwickeln, falls sie sich anstecken.
- Menschen mit einem geschwächten Immunsystem (z. B. durch HIV oder Medikamente) sollten die BCG-Impfung nur mit ärztlicher Rücksprache erhalten.
- Schwangerschaft: Eine Impfung wird während der Schwangerschaft in der Regel nicht durchgeführt.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion (siehe oben unter 'callEmergency') sofort den Notruf 112 wählen.
- Wenn die Impfstelle nach 2–3 Wochen nicht abheilt oder sich stärker entzündet.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie oder Ihr Kind zur Risikogruppe für Tuberkulose gehören und noch keine BCG-Impfung erhalten haben.
- Fragen Sie Ihren Arzt bei Unsicherheiten über Impfnebenwirkungen oder wenn Sie eine Reise in ein Land mit hoher TB-Rate planen.
Diagnose
Die BCG-Impfung ist eine vorbeugende Maßnahme – eine Diagnose im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Vor der Impfung wird in der Regel ein Tuberkulose-Hauttest (Mendel-Mantoux-Test) oder ein Bluttest (IGRA) durchgeführt, um sicherzustellen, dass keine bereits bestehende Tuberkulose-Infektion vorliegt. Bei einer bestehenden Infektion oder Erkrankung wird die Impfung nicht gegeben.
Mögliche Untersuchungen
- Tuberkulin-Hauttest (Mendel-Mantoux-Test): Eine kleine Menge Testflüssigkeit wird unter die Haut gespritzt, nach 2–3 Tagen wird die Reaktion abgelesen.
- Bluttest (IGRA – Interferon-Gamma-Release-Assay): Dieser Test weist eine Immunreaktion auf Tuberkulose-Bakterien nach.
- Röntgen der Lunge: Kann bei Verdacht auf eine aktive Tuberkulose-Erkrankung durchgeführt werden.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor der Impfung werden Sie oder Ihr Kind kurz ärztlich untersucht. Die Impfung selbst wird meist in den Oberarm gespritzt. In den folgenden Wochen entsteht an der Stelle ein kleines Bläschen, das aufplatzt, verkrustet und schließlich als kleine Narbe abheilt. Das ist völlig normal und ein Zeichen dafür, dass die Impfung wirkt.
Behandlung
Nach einer BCG-Impfung ist in der Regel keine Behandlung nötig. Die Impfreaktion heilt von selbst ab. Sollten ungewöhnliche oder starke Reaktionen auftreten, suchen Sie bitte einen Arzt auf.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie die Impfstelle sauber und trocken. Sie kann normal gewaschen werden, aber reiben Sie nicht daran.
- Kühlen Sie bei starker Schwellung oder Schmerzen die Stelle mit einem Kühlpad (nicht direkt auf die Haut).
- Kratzen Sie nicht am Bläschen oder an der Kruste, um eine Infektion zu vermeiden.
Medizinische Behandlungen
Bei Komplikationen wie einer starken örtlichen Entzündung oder einer Infektion der Impfstelle kann der Arzt eine entsprechende Behandlung einleiten, zum Beispiel mit kühlenden Umschlägen oder – falls nötig – mit einem Antibiotikum. Wichtig: Eine Antibiotikabehandlung muss immer von einem Arzt verordnet werden. Die BCG-Impfung selbst wird nicht mit Antibiotika behandelt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist im Zusammenhang mit der BCG-Impfung nicht erforderlich.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Impfung können Sie oder Ihr Kind den gewohnten Alltag fortsetzen. Die Impfstelle heilt von allein ab – das dauert meist einige Wochen bis Monate. Sie müssen sich nicht besonders schonen.
Tipps für den Alltag
- Normaler Alltag, auch Sport und Baden sind erlaubt.
- Vermeiden Sie es, die Impfstelle durch enge Kleidung zu reizen.
Ernährung und Bewegung
Es gibt keinerlei Einschränkungen bei der Ernährung oder Bewegung. Trinken Sie ausreichend, um den Körper zu unterstützen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die BCG-Impfung hat in der Regel keine Auswirkungen auf die psychische Gesundheit. Sollten Sie sich wegen der Impfung unsicher oder ängstlich fühlen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin. Bei Kindern ist es hilfreich, ruhig und klar über die Impfung zu reden.
Vorbeugung
Ja – die BCG-Impfung ist eine vorbeugende Maßnahme gegen schwere Tuberkulose-Erkrankungen. Sie wird jedoch nur für Personen empfohlen, die ein deutlich erhöhtes Ansteckungsrisiko haben.
Impfungen
Der BCG-Impfstoff ist der einzige derzeit verfügbare Impfstoff gegen Tuberkulose. Er wird in Deutschland nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) eingesetzt.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland gibt es keine routinemäßige Tuberkulose-Vorsorgeuntersuchung für alle. Bei Verdacht auf eine Ansteckung (z. B. nach Kontakt zu einer erk rankten Person) kann der Arzt einen Tuberkulose-Test durchführen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Da es sich um eine vorbeugende Impfung handelt, entstehen bei Nichtdurchführung keine direkten Komplikationen – das Risiko einer Tuberkulose-Erkrankung bleibt jedoch bestehen.
- Bei einer tatsächlichen Tuberkulose-Infektion ohne BCG-Impfung kann die Krankheit schwer verlaufen, besonders bei kleinen Kindern (z. B. Hirnhautentzündung, Blutvergiftung).
Langzeitprognose
Die BCG-Impfung ist sehr sicher und gut verträglich. Schwere Nebenwirkungen sind äußerst selten. Der Schutz vor schweren TB-Formen bei Kindern ist gut belegt. Wenn keine Risikofaktoren vorliegen, ist die Impfung nicht notwendig – die Tuberkulose ist in Deutschland glücklicherweise selten geworden. Bei bestehendem Risiko kann die BCG-Impfung Leben retten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026
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