Catch up vaccination adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Nachholimpfung ist eine Impfung, die im Erwachsenenalter nachgeholt wird, weil sie in der Kindheit versäumt wurde oder der Impfschutz im Laufe der Zeit nachgelassen hat. Ziel ist es, den vollständigen Schutz vor bestimmten Infektionskrankheiten wiederherzustellen.
Wichtige Fakten
- Viele Impfungen aus der Kindheit können auch noch im Erwachsenenalter nachgeholt werden.
- Erwachsene sollten ihren Impfpass regelmäßig überprüfen lassen, z. B. beim Hausarzt.
- Die Ständige Impfkommission (STIKO) gibt für Deutschland klare Empfehlungen, welche Impfungen nachgeholt werden sollten.
Ja, es ist sehr verbreitet, dass Erwachsene Lücken im Impfschutz haben. Das liegt oft daran, dass Impfungen in der Kindheit nicht vollständig waren oder der Schutz im Laufe der Jahre nachlässt.
Nachholimpfungen betreffen Erwachsene jeden Alters, besonders diejenigen, die in der Kindheit nicht oder nur unvollständig geimpft wurden, sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen oder erhöhtem Infektionsrisiko – zum Beispiel durch Reisen oder Berufe im Gesundheitswesen.
Symptome
- Akute Atemnot
- Bewusstlosigkeit
- Zeichen einer Hirnhautentzündung (z. B. steifer Nacken, starke Lichtempfindlichkeit, Verwirrtheit)
- ⚠Sehr hohes Fieber über mehrere Tage trotz fiebersenkender Maßnahmen
- ⚠Anhaltender starker Husten oder Hautausschlag, der sich schnell ausbreitet
Häufige Symptome
- Eine fehlende Impfung verursacht selbst keine Symptome. Die Krankheiten, vor denen die Impfung schützt, können jedoch Symptome wie Fieber, Husten, Hautausschlag, Durchfall oder Lähmungserscheinungen auslösen.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern können impfpräventable Krankheiten besonders schwer verlaufen, z. B. mit hohem Fieber, Krampfanfällen oder Atemnot.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene haben ein höheres Risiko für schwere Verläufe von impfpräventablen Krankheiten, z. B. Lungenentzündung durch Pneumokokken oder Gürtelrose.
Ursachen
Hauptursachen
- Impfungen wurden in der Kindheit versäumt oder nicht vollständig durchgeführt.
- Der Impfschutz ist mit der Zeit von selbst nachgelassen (z. B. bei Tetanus alle 10 Jahre).
- Reisen in Länder mit anderen Infektionsrisiken machen zusätzliche Impfungen notwendig.
Risikofaktoren
- Migrationshintergrund mit unvollständigen Impfungen aus dem Herkunftsland
- Chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Asthma
- Beruflicher Kontakt mit kranken Menschen (z. B. im Gesundheitswesen)
- Fehlende Aufklärung über den eigenen Impfstatus
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie den Verdacht haben, an einer impfpräventablen Krankheit erkrankt zu sein (z. B. Masern mit Fieber und Hautausschlag).
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie Ihren Impfpass nicht finden oder nicht wissen, welche Impfungen Sie haben.
- Vor einer Reise oder ab einem bestimmten Alter (z. B. 60 Jahre für Gürtelrose-Impfung).
- Regelmäßig zum Hausarzt – am besten alle zwei Jahre den Impfstatus prüfen lassen.
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin schaut in Ihren Impfpass, um zu sehen, welche Impfungen Sie bereits haben. Fehlt der Impfpass, kann eine Blutuntersuchung zeigen, ob noch Antikörper gegen bestimmte Krankheiten vorhanden sind.
Mögliche Untersuchungen
- Überprüfung des Impfpasses
- Bluttest auf Antikörper (Antikörpertiter)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist unkompliziert. Ihr Arzt bespricht mit Ihnen, welche Impfungen fehlen, und erstellt einen persönlichen Impfplan. Impfungen werden dann meist in der Praxis verabreicht.
Behandlung
Bei Nachholimpfungen werden die versäumten Impfungen nach einem beschleunigten Schema gegeben. Das bedeutet, dass mehrere Impfungen in kürzeren Abständen verabreicht werden, um schnell einen vollständigen Schutz aufzubauen.
Selbsthilfe zu Hause
- Bewahren Sie Ihren Impfpass an einem sicheren Ort auf und bringen Sie ihn zu jedem Arztbesuch mit.
- Vereinbaren Sie rechtzeitig einen Termin für die nächste Impfung, wenn Sie einen Erinnerungsplan erhalten.
- Informieren Sie Ihren Arzt über frühere Impfreaktionen, Allergien oder chronische Erkrankungen.
Medizinische Behandlungen
Nachholimpfungen werden in der Regel als Injektion (Spritze) in den Muskel oder unter die Haut gegeben. Welche Impfstoffe genau verwendet werden, hängt von Ihrem Alter, Ihrem Gesundheitszustand und den fehlenden Impfungen ab. Ihr Arzt wählt die nach STIKO-Empfehlung passenden Impfstoffe aus.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Nachholimpfungen nicht notwendig.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie Ihren Impfschutz auffrischen, müssen Sie im Alltag sonst nichts Besonderes beachten. Manchmal kann es zu leichten Impfreaktionen wie Rötung, Schwellung oder Müdigkeit kommen – das ist normal und klingt von selbst ab.
Tipps für den Alltag
- Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Schlaf und Bewegung unterstützt Ihr Immunsystem.
- Vermeiden Sie Stress und achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung.
- Führen Sie ein Impftagebuch oder notieren Sie sich die nächsten Impftermine.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sowie regelmäßige körperliche Aktivität helfen Ihrem Immunsystem, gut auf Impfungen zu reagieren.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Manche Menschen haben Sorge vor Impfungen oder unsichere Gefühle, wenn sie Lücken im Impfschutz entdecken. Das ist verständlich. Ein offenes Gespräch mit Ihrem Arzt kann Ängste abbauen und Klarheit schaffen.
Vorbeugung
Ja, ein vollständiger Impfschutz kann die meisten impfpräventablen Krankheiten verhindern. Nachholimpfungen sind ein einfacher und wirksamer Weg, den Schutz wiederherzustellen.
Impfungen
Es gibt Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Masern, Mumps, Röteln, Hepatitis A und B, humane Papillomviren (HPV), Pneumokokken, Meningokokken und Gürtelrose (Herpes Zoster). Ihr Arzt berät Sie, welche für Sie infrage kommen.
Früherkennungsprogramme
Ein regelmäßiger Check des Impfstatus durch den Hausarzt ist die beste Vorsorge. Viele Krankenkassen bieten zudem Erinnerungen für fällige Impfungen an.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne vollständigen Impfschutz besteht ein erhöhtes Risiko, an vermeidbaren Infektionskrankheiten zu erkranken.
- Diese Krankheiten können schwer verlaufen – zum Beispiel Lungenentzündung, Hirnhautentzündung oder dauerhafte Nervenschäden.
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Durch Nachholimpfungen kann der Schutz in den meisten Fällen vollständig aufgebaut werden. Auch wenn Sie schon länger keinen vollständigen Impfschutz haben, ist es nie zu spät, damit zu beginnen – Ihr Körper kann in jedem Alter von Impfungen profitieren.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 21. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.