Hib vaccine children
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Hib-Impfung schützt Kinder vor einer Infektion mit dem Bakterium Haemophilus influenzae Typ b (Hib). Dieses Bakterium kann schwere Erkrankungen wie Hirnhautentzündung (Meningitis), Lungenentzündung oder Kehlkopfentzündung (Epiglottitis) verursachen. Die Impfung ist Teil der Standardimpfungen für Säuglinge und wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen.
Wichtige Fakten
- Die Hib-Impfung wird in der Regel ab dem Alter von 2 Monaten verabreicht, meist als Kombinationsimpfung.
- Die Impfung schützt zuverlässig vor schweren Hib-Infektionen – die Erkrankungsrate ist seit Einführung der Impfung um über 90 % gesunken.
- Eine vollständige Impfserie (meist 3–4 Dosen) ist nötig, um einen lebenslangen Schutz aufzubauen.
Hib-Infektionen sind in Deutschland dank der Impfung selten geworden. Vor der Impfung war Hib die häufigste Ursache für bakterielle Hirnhautentzündungen bei Kindern unter 5 Jahren.
Die Hib-Erkrankung betrifft vor allem Säuglinge und Kleinkinder unter 5 Jahren. Auch Erwachsene mit geschwächtem Immunsystem können erkranken, aber die Impfung von Kindern schützt die ganze Bevölkerung (Herdenimmunität).
Symptome
- Kind hat hohes Fieber und zeigt steifen Nacken (Kinn berührt nicht die Brust)
- Kind wirkt verwirrt, benommen oder hat einen Krampfanfall
- Kind kann kaum noch atmen oder hat starke Atemnot
- ⚠Anhaltend hohes Fieber trotz fiebersenkender Maßnahmen
- ⚠Kind trinkt kaum und wirkt teilnahmslos
- ⚠Starke Kopfschmerzen, die nicht nachlassen
Häufige Symptome
- Bei einer befallenen Atemwegen: Husten, Schnupfen, Fieber
- Bei einer Lungenentzündung: Husten mit Schleim, Atemnot, hohes Fieber
- Bei einer Hirnhautentzündung (Meningitis): starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit
Symptome bei Kindern
- Säuglinge: hohes Fieber, Trinkschwäche, schrilles Schreien, Teilnahmslosigkeit
- Kleinkinder: zusätzlich Erbrechen, Benommenheit, Berührungsempfindlichkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei Erwachsenen oder älteren Menschen: ähnlich wie bei Kindern, aber oft mit zusätzlichen Erkrankungen (z. B. Lungenentzündung bei Vorerkrankungen)
Ursachen
Hauptursachen
- Die Erkrankung wird durch das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b (Hib) ausgelöst, das über Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen) von Mensch zu Mensch übertragen wird.
Risikofaktoren
- Nicht oder unvollständig geimpft sein
- Alter unter 5 Jahren (besonders Säuglinge)
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Krankheit oder Medikamente)
- Aufenthalt in Gemeinschaftseinrichtungen wie Krippe oder Kindergarten
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Anzeichen einer Hirnhautentzündung (siehe Notfallsymptome)
- Bei plötzlicher Atemnot
- Bei hohem Fieber und Krampfanfall
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ihr Kind Fieber und Husten hat, das aber ohne Atemnot und ohne Nackensteife ist, reicht eine Vorstellung beim Kinderarzt innerhalb von 1–2 Tagen.
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose meist durch eine körperliche Untersuchung und eventuell durch Blut- oder andere Labortests. Bei Verdacht auf Hirnhautentzündung wird eine Lumbalpunktion (Entnahme von Rückenmarksflüssigkeit) durchgeführt.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung: Nachweis des Bakteriums oder von Entzündungsmarkern
- Liquoruntersuchung (Rückenmarksflüssigkeit) bei Meningitis-Verdacht
- Röntgen der Lunge bei Lungenentzündung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen finden stationär im Krankenhaus statt, wenn ein schwerer Verlauf vermutet wird. Der Arzt bespricht die Ergebnisse zeitnah mit Ihnen.
Behandlung
Die Behandlung einer Hib-Infektion erfolgt im Krankenhaus mit Antibiotika, die gegen das Bakterium wirken. Je nach Schwere werden auch Maßnahmen wie Sauerstoffgabe oder Flüssigkeitsgabe über die Vene eingesetzt.
Selbsthilfe zu Hause
- Bei leichten Atemwegsinfekten: Ruhe, viel trinken, fiebersenkende Maßnahmen (Wadenwickel, nicht verschreibungspflichtige Schmerzmittel – aber nur nach Rücksprache mit dem Arzt)
- Bei Fieber: kindgerechte Kleidung, nicht zu warm zudecken
Medizinische Behandlungen
Im Krankenhaus werden Antibiotika über die Vene oder als Tablette gegeben, um das Bakterium abzutöten. Bei Hirnhautentzündung oder schwerer Lungenentzündung kann eine intensivmedizinische Überwachung nötig sein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Operative Eingriffe sind bei Hib-Infektionen sehr selten nötig – zum Beispiel, wenn sich ein Abszess (Eiterherd) bildet, der entlastet werden muss.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer durchgemachten Hib-Infektion sollten Kinder sich ausruhen und viel trinken. Bei bleibenden Schäden (z. B. nach Hirnhautentzündung) ist eine Rehabilitation oder Nachsorge wichtig.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Impfungen auffrischen – auch im Erwachsenenalter bei bestimmten Indikationen
- Hygieneregeln wie Händewaschen beachten
- Kranke Kinder von anderen fernhalten
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde, ausgewogene Ernährung unterstützt das Immunsystem. Nach der Erkrankung kann leichte Bewegung (Spazierengehen) helfen, sich zu erholen. Bei schweren Verläufen erst nach ärztlicher Freigabe.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine schwere Hib-Infektion kann bei Kindern und Eltern Angst und Belastung auslösen. Es ist wichtig, darüber zu sprechen und sich bei Bedarf Unterstützung zu holen.
Vorbeugung
Ja – die Hib-Impfung ist der wirksamste Schutz. Die Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Säuglinge ab dem 2. Lebensmonat empfohlen.
Impfungen
Die Hib-Impfung ist als Kombinationsimpfung (z. B. mit Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Polio) verfügbar und wird in einer Serie von meist 3–4 Dosen verabreicht. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening auf Hib. Die Impfung ist die wichtigste Vorsorgemaßnahme.
Komplikationen
Unbehandelt
- Hirnhautentzündung (Meningitis) mit bleibenden Schäden wie Hörverlust, Lernschwierigkeiten oder Lähmungen
- Kehlkopfentzündung (Epiglottitis) mit akuter Atemnot – lebensbedrohlich
- Lungenentzündung (Pneumonie) mit Lungenversagen
- Sepsis (Blutvergiftung) mit Organversagen
Langzeitprognose
Dank der Hib-Impfung sind schwere Verläufe heute selten. Bei rechtzeitiger Behandlung im Krankenhaus erholen sich die meisten Kinder vollständig. Die Impfung hat die Zahl der Hib-Erkrankungen drastisch gesenkt – schützen Sie Ihr Kind!
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026
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