Influenza vaccine annual
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Grippe (Influenza) ist eine ansteckende Virusinfektion der Atemwege. Die jährliche Grippeimpfung ist eine vorbeugende Maßnahme, die den Körper dabei unterstützt, eine Immunität gegen die vorherrschenden Grippeviren aufzubauen. Sie wird jedes Jahr neu zusammengesetzt, um gegen die aktuell zirkulierenden Virusvarianten zu schützen.
Wichtige Fakten
- Die Grippeimpfung verringert das Risiko, an einer schweren Grippe zu erkranken, deutlich.
- Der Impfstoff wird jedes Jahr an die voraussichtlich zirkulierenden Viren angepasst.
- Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung vor allem für Menschen ab 60 Jahren, chronisch Kranke, Schwangere und medizinisches Personal.
Ja, in Deutschland gibt es jedes Jahr eine Grippewelle, meist in den Wintermonaten. Millionen Menschen erkranken daran – die meisten glücklicherweise mild.
Grippe kann jeden treffen. Besonders gefährdet für schwere Verläufe sind ältere Menschen, Schwangere, Kleinkinder, Menschen mit chronischen Erkrankungen (z. B. Herz-Kreislauf-, Lungen- oder Stoffwechselkrankheiten) und Personen mit geschwächtem Immunsystem.
Symptome
- Akute Atemnot oder das Gefühl, keine Luft zu bekommen
- Starke Brustschmerzen oder Engegefühl
- Bewusstseinsstörungen oder Ohnmacht
- Bläuliche Verfärbung von Lippen oder Haut (Sauerstoffmangel)
- ⚠Hohes Fieber über 39,5 °C, das trotz fiebersenkender Maßnahmen nicht sinkt
- ⚠Anhaltende Verwirrtheit oder Desorientierung
- ⚠Starke Schmerzen beim Atmen
- ⚠Blutiger Husten oder eitriger Auswurf
- ⚠Keine Besserung nach 3–4 Tagen oder sogar Verschlechterung
Häufige Symptome
- Plötzlich einsetzendes hohes Fieber (oft über 38,5 °C)
- Trockener Husten und Halsschmerzen
- Starke Gliederschmerzen und Kopfschmerzen
- Allgemeines Schwächegefühl und Müdigkeit
Symptome bei Kindern
- Oft zusätzlich Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
- Hohes Fieber, das schnell ansteigt
- Reizbarkeit und Trinkschwäche bei Säuglingen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Das Fieber kann niedriger sein oder ganz fehlen
- Verwirrtheit oder Schwindel als Hauptsymptom
- Starke Erschöpfung und Muskelschwäche
Ursachen
Hauptursachen
- Influenza-A- und Influenza-B-Viren lösen die Erkrankung aus
- Die Viren werden durch Tröpfchenübertragung (Husten, Niesen, Sprechen) von Mensch zu Mensch weitergegeben
- Auch über kontaminierte Oberflächen (Türklinken, Händeschütteln) ist eine Ansteckung möglich
Risikofaktoren
- Alter unter 5 Jahren oder über 60 Jahre
- Chronische Erkrankungen der Lunge, des Herzens, der Nieren oder der Leber
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Medikamente oder Erkrankungen)
- Schwangerschaft – vor allem im zweiten und dritten Trimester
- Beruflicher Kontakt mit vielen Menschen (z. B. Pflegekräfte, Lehrer)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören (z. B. chronisch krank oder älter) und Grippesymptome entwickeln
- Bei Atemnot oder starkem Druckgefühl in der Brust
- Wenn Sie plötzlich verwirrt sind oder das Bewusstsein verlieren
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei typischen Grippesymptomen ohne Notfallzeichen, um eine Diagnose zu sichern und über Behandlungsmöglichkeiten zu sprechen
- Wenn die Symptome nach einigen Tagen nicht besser werden
- Vor der Grippeimpfung ist kein Arztbesuch nötig – die Impfung erfolgt meist in der Praxis oder im Impfzentrum
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel von einer Ärztin oder einem Arzt gestellt. Diese fragen nach Ihren Symptomen, eventuellen Kontakten zu Grippekranken und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand.
Mögliche Untersuchungen
- Nasen- oder Rachenabstrich für einen Schnelltest (Ergebnis in 15–30 Minuten)
- PCR-Test (genauer, Ergebnis nach einigen Stunden)
- Blutuntersuchung kann in seltenen Fällen zusätzliche Hinweise geben
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Abstrich ist kurz und etwas unangenehm, aber nicht schmerzhaft. Sie erhalten das Ergebnis meist noch am selben Tag. Bei einem positiven Befund wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen, ob eine Behandlung sinnvoll ist.
Behandlung
Die Behandlung der Grippe zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. In bestimmten Fällen können antivirale Medikamente helfen – sie müssen frühzeitig eingenommen werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Bettruhe und ausreichend Schlaf
- Viel trinken – am besten Wasser, Kräutertee oder verdünnte Säfte
- Fiebersenkende Maßnahmen (z. B. Wadenwickel, allgemeine fiebersenkende Mittel, jedoch ohne Nennung von Namen)
- Inhalation mit Wasserdampf kann Husten lindern
- Warme Hühnersuppe tut oft gut
Medizinische Behandlungen
Antivirale Medikamente können die Krankheitsdauer um etwa einen Tag verkürzen, wenn sie innerhalb von 48 Stunden nach Symptombeginn eingenommen werden. Sie werden von einem Arzt verschrieben, insbesondere für Risikopatienten oder schwere Verläufe. Antibiotika helfen nicht gegen Viren – sie kommen nur bei bakteriellen Zusatzinfektionen zum Einsatz.
Leben mit der Erkrankung
Solange Sie ansteckend sind – in der Regel etwa 5 bis 7 Tage nach Symptombeginn – sollten Sie zu Hause bleiben, um andere nicht zu gefährden. Lüften Sie regelmäßig und achten Sie auf Händehygiene.
Tipps für den Alltag
- Viel Schlaf – Ihr Körper braucht Ruhe, um das Virus zu bekämpfen
- Vermeiden Sie körperliche Anstrengung, auch wenn Sie sich schon etwas besser fühlen
- Stress vermeiden, um das Immunsystem zu entlasten
Ernährung und Bewegung
Leichte Kost wie Suppen, Zwieback und gedünstetes Gemüse ist gut verträglich. Trinken Sie mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag. Von Sport und Bewegung ist während der akuten Phase abzuraten – auch nach der Erkrankung sollten Sie sich langsam wieder belasten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Grippe kann sehr erschöpfen und auch seelisch belasten. Viele fühlen sich niedergeschlagen oder gereizt. Diese Stimmung bessert sich in der Regel mit der körperlichen Erholung. Bei anhaltender Erschöpfung oder depressiven Gedanken sprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
Vorbeugung
Ja – die wirksamste Vorbeugung ist die jährliche Grippeimpfung. Ergänzend helfen Abstand zu Erkrankten, regelmäßiges Händewaschen und Lüften.
Impfungen
Die Grippeimpfung wird jedes Jahr neu hergestellt und ist in der Regel ab Oktober verfügbar. Sie wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für bestimmte Personengruppen empfohlen. Die Impfung kann die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung deutlich senken und schützt besonders vor schweren Verläufen. Die Impfung ist kein Lebendimpfstoff und kann keine Grippe auslösen.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening auf Grippe bei Gesunden. Bei Risikopersonen kann der Arzt im Herbst die Impfung ansprechen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Lungenentzündung (bakterielle oder virale Superinfektion)
- Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
- Verschlechterung von Grunderkrankungen wie Asthma, COPD oder Herzinsuffizienz
- Mittelohrentzündung oder Nasennebenhöhlenentzündung
- In seltenen Fällen Gehirnentzündung (Enzephalitis)
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Die allermeisten Menschen erholen sich vollständig von der Grippe – auch wenn die Erholungsphase manchmal mehrere Wochen dauert. Die jährliche Impfung verringert das Risiko schwerer Komplikationen erheblich. Sollten Sie zu einer Risikogruppe gehören oder eine schwere Grippe durchmachen, stehen Ihnen heutzutage wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Bleiben Sie zuversichtlich – Ihr Körper hat gute Abwehrkräfte, besonders wenn Sie ihn unterstützen.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026
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