Pneumococcal vaccine adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Der Pneumokokken-Impfstoff ist eine Schutzimpfung gegen Infektionen durch Bakterien namens Pneumokokken. Diese Bakterien können schwere Krankheiten wie Lungenentzündung, Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Blutvergiftung (Sepsis) verursachen. Die Impfung regt Ihr Immunsystem an, Antikörper gegen die Bakterien zu bilden, sodass Sie bei einer Ansteckung weniger schwer erkranken.
Wichtige Fakten
- Pneumokokken-Impfstoffe sind für Erwachsene ab 60 Jahren sowie für Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen empfohlen (nach STIKO, der Ständigen Impfkommission).
- Es gibt zwei Arten von Impfstoffen: einen Konjugatimpfstoff (PCV) und einen Polysaccharidimpfstoff (PPSV). Die genaue Reihenfolge und Kombination legt Ihr Arzt fest.
- Die Impfung ist sehr gut verträglich; häufige Nebenwirkungen sind Rötung und Schwellung an der Einstichstelle sowie leichte Müdigkeit – meist klingen diese nach 1–2 Tagen ab.
Pneumokokken-Erkrankungen sind in Deutschland nicht selten. Besonders bei älteren Erwachsenen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem treten schwere Verläufe auf. Die Impfung wird daher als wichtige Vorsorge empfohlen.
Die Impfung wird allen Erwachsenen ab 60 Jahren sowie jüngeren Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen (z. B. Diabetes, Herz-Lungen-Erkrankungen) oder Immunschwäche empfohlen. Auch Menschen mit Cochlea-Implantat oder bestimmten Nervenwasserverlusten sollten sich impfen lassen.
Symptome
- Schwere Atemnot mit bläulicher Verfärbung der Lippen oder Haut (Zyanose).
- Bewusstlosigkeit oder starker Verwirrtheitszustand.
- Krampfanfall oder Lähmungserscheinungen.
- ⚠Hohes Fieber über 39 °C, das mit Schüttelfrost einhergeht.
- ⚠Starke Kopfschmerzen mit Nackensteifigkeit.
- ⚠Eitriger Auswurf und Atemnot bei leichter Belastung.
Häufige Symptome
- Die Pneumokokken-Impfung selbst löst keine Krankheit aus, sondern schützt vor ihr. Die Symptome einer Pneumokokken-Infektion können je nach betroffenem Körperteil unterschiedlich sein.
- Bei einer Lungenentzündung: plötzlich auftretendes Fieber, Schüttelfrost, Husten mit eitrigem Auswurf, Atemnot und Brustschmerzen.
- Bei einer Hirnhautentzündung: starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Fieber, Lichtempfindlichkeit und Verwirrtheit.
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern zeigt sich eine Pneumokokken-Erkrankung oft durch hohes Fieber, Unruhe oder starke Müdigkeit, Erbrechen und schnelle Atmung. Babys können durch eine Hirnhautentzündung einen erhöhten Hirndruck (vorgewölbte Fontanelle) entwickeln.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene haben häufiger eine Lungenentzündung mit untypischen Symptomen wie Verwirrtheit, Stürzen oder Appetitlosigkeit. Fieber kann fehlen oder nur mild sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Pneumokokken-Erkrankungen werden durch das Bakterium Streptococcus pneumoniae ausgelöst. Die Bakterien werden über Tröpfchen in der Luft (Husten, Niesen) von Mensch zu Mensch übertragen.
Risikofaktoren
- Alter über 60 Jahre.
- Chronische Erkrankungen wie Diabetes, COPD, Asthma, Herzinsuffizienz oder Nierenschwäche.
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Krebstherapie, Organtransplantation oder HIV).
- Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Verdacht auf eine schwere Pneumokokken-Infektion (z. B. Atemnot, hohes Fieber, Verwirrtheit) suchen Sie sofort eine Notaufnahme auf oder rufen Sie 112.
- Nach einer Impfung: Sollten Sie Anzeichen einer schweren allergischen Reaktion (Atemnot, Gesichtsschwellung, Nesselsucht) bemerken, suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie noch keine Pneumokokken-Impfung erhalten haben und zu einer Risikogruppe gehören, vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt zur Beratung.
- Falls Sie bereits geimpft sind und nicht wissen, ob eine Auffrischung nötig ist, fragen Sie bei Ihrem nächsten Arztbesuch nach.
Diagnose
Eine Pneumokokken-Infektion wird durch Untersuchung von Blut, Urin, Rachenabstrich oder einer Lungenflüssigkeitsprobe im Labor nachgewiesen. Ärztinnen und Ärzte stellen die Diagnose anhand von Symptomen, körperlicher Untersuchung (z. B. Abhören der Lunge) und ergänzenden Tests.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchungen (Entzündungsmarker wie CRP, Leukozyten).
- Röntgenaufnahme der Lunge bei Verdacht auf Lungenentzündung.
- Liquorpunktion (Entnahme von Rückenmarksflüssigkeit) bei Verdacht auf Hirnhautentzündung.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Diagnostik erfolgt in der Regel ambulant oder stationär im Krankenhaus. Die Untersuchungen sind schnell durchgeführt, und die Ergebnisse geben Klarheit über die Behandlung.
Behandlung
Bei einer bestätigten Pneumokokken-Infektion wird fast immer eine antibiotische Behandlung eingeleitet. Zusätzlich können Maßnahmen wie Sauerstoffgabe, fiebersenkende Mittel und Flüssigkeitszufuhr nötig sein. Bei schweren Verläufen ist eine stationäre Behandlung auf einer Intensivstation erforderlich.
Selbsthilfe zu Hause
- Halten Sie Bettruhe und schonen Sie sich, wenn Sie krank sind.
- Trinken Sie ausreichend Wasser oder Tee, um den Flüssigkeitshaushalt zu unterstützen.
- Lüften Sie regelmäßig, aber vermeiden Sie Zugluft.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung besteht in der Verabreichung von Antibiotika – die genaue Art und Dauer legt Ihre Ärztin oder Ihr Arzt fest. Bei Krankenhausaufenthalt können auch Sauerstofftherapie, intravenöse Flüssigkeitsgabe und Medikamente zur Kreislaufstabilisierung zum Einsatz kommen. Gegen schwere Fälle von Hirnhautentzündung kann auch Kortison eingesetzt werden. Fragen Sie immer nach dem genauen Behandlungsplan.
Wann kommt eine Operation infrage?
In seltenen Fällen, etwa bei einem Lungenabszess (Eiteransammlung in der Lunge), kann eine Operation notwendig sein. Dies ist jedoch die Ausnahme.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Pneumokokken-Erkrankung brauchen Sie Zeit zur Erholung. Bei einer Lungenentzündung kann die vollständige Genesung mehrere Wochen dauern. Gönnen Sie sich Ruhe und steigern Sie die Aktivitäten langsam.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie Rauchen und Passivrauchen – das schwächt die Lunge.
- Achten Sie auf eine gute Hygiene: Regelmäßiges Händewaschen verringert das Ansteckungsrisiko.
- Führen Sie einen Impfpass und lassen Sie offene Impfungen auffrischen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie leichter Bewegung an der frischen Luft (sobald Sie sich kräftig genug fühlen) unterstützt Ihr Immunsystem. Bei Atemwegsinfekten sollten Sie anstrengende Aktivitäten jedoch meiden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Schwere Infektionen können Ängste auslösen oder zu Erschöpfung führen. Es ist normal, sich nach einer Krankheit verunsichert zu fühlen. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt oder einer psychologischen Beratungsstelle zu sprechen.
Vorbeugung
Ja, die wirksamste Vorbeugung gegen schwere Pneumokokken-Erkrankungen ist die Impfung. Außerdem helfen allgemeine Maßnahmen wie Händewaschen, gesunde Ernährung und der Verzicht auf Rauchen, das Risiko zu senken.
Impfungen
Es gibt zwei Impfstofftypen: den Konjugatimpfstoff (PCV, zum Beispiel den 13-fachen Impfstoff) und den Polysaccharidimpfstoff (PPSV, 23-fach). Je nach Alter und Gesundheitszustand wird entweder nur einer oder eine Kombination beider Impfstoffe empfohlen. Ihr Arzt berät Sie, welche Impfung für Sie persönlich infrage kommt. Die Impfung wird von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel übernommen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine unbehandelte Lungenentzündung kann zu Sepsis (Blutvergiftung) führen, die lebensbedrohlich ist.
- Pneumokokken können eine eitrige Hirnhautentzündung (Meningitis) verursachen, die zu bleibenden Schäden wie Hörverlust oder neurologischen Ausfällen führen kann.
- Bei chronisch Kranken kann eine Infektion zu einer Verschlechterung der Grunderkrankung (z. B. Herz-Kreislauf-Dekompensation) führen.
Langzeitprognose
Dank wirksamer Antibiotika und der Möglichkeit intensivmedizinischer Behandlung ist die Prognose bei rechtzeitiger Therapie heute gut. Allerdings bleibt die Pneumokokken-Infektion eine ernste Erkrankung, insbesondere für ältere und immungeschwächte Menschen. Die Impfung kann das Risiko einer schweren Erkrankung deutlich senken und hilft, Komplikationen zu vermeiden.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026
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